Wer wird Millionär? 2. Edition
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Wer wird Millionär? 2. Edition -
Review vom 15.12.2008
Seitdem Ubisoft eine wahre Flut an durchschnittlichen Sophies Freunde-Titeln auf den Markt geschwemmt hat, betrachtet zumindest der typische Alltagszocker die „Spiele für mich“-Reihe mit prüfender Miene. Trotzdem bietet Ubisoft damit Antwort auf die „Touch Generations“-Reihe von Nintendo, nämlich Spiele für jedermann mit leicht zugänglicher Materie und schnell erlernbarer Mechanik. Neue Spielkonzepte, die neue Zielgruppen erreichen sollen, heißt die Devise - und dafür muss man das Rad nicht neu erfinden, sondern passt die Inhalte einfach nur an die Bedürfnisse des Zwischendurch-Spielers an. Das Ergebnis ist verblüffend, denn der Markt blüht und zahlreiche frühere „Non-Gamer“ sorgen mit der Tatsache, dass sie nun spielen dafür, dass ihre eigene Rasse ausstirbt. Wenn selbst die 92-jährige Oma Ursel im Altersheim eine ruhige „Wii Sports“-Kugel schiebt, hat man das Ziel erreicht. Einfache, aber geniale Spielideen gab es zwar schon früher, doch momentan sorgt die Casual-Welle auch dafür, dass viel Datenmüll produziert wird. Da ist es schön, wenn es jemanden gibt, der die Spreu vom Weizen trennt.
Dieses Mal steckt keine neue Freundin von Sophie im Schacht, sondern Günther Jauchs Antwort auf Rätselspiele. Ob wir es bei „Wer wird Millionär? 2. Edition“ mit einer gelungenen Fortsetzung zu tun haben, erfahrt ihr im heutigen Bericht.
Und Herr Jauch, spielen auch Sie?
Das Phänomen „Quizsendung“ hat inzwischen den ganzen Globus heimgesucht. So wird das menschliche Wissen in den TV-Sendungen aller Herren Länder auf die Probe gestellt. Wer beim Zappen durch die mannigfaltige deutsche TV-Landschaft nicht vollends in Panik gerät, stößt sogar manchmal auf Sender, die über das täglich-bornierte Rätselraten der Zuschauer ihr Geld verdienen - meist mehr oder weniger niveauvoll. Anders hingegen ist die von den britischen Inseln bekannte Quiz-Sendung „Wer wird Millionär“, die seit September 1999 auch in Deutschland ausgestrahlt wird. Mit dem charismatisch-beliebten TV-Moderator Günther Jauch in Petto, war das Erfolgsrezept der RTL-Millionen-Show perfekt und ganz Deutschland ist dem haltlosen Quiz-Fieber verfallen.
Die Spielmechanik zu „Wer wird Millionär“ ist schon auf zahlreichen Handhelds und Konsolen erschienen und selbst der Nintendo DS bleibt vor der Jauch-Invasion nicht verschont. Ubisoft hat erkannt, dass zwei Bildschirme und ein Touchscreen ideal sind, um das Konzept umzusetzen. Es liegt also nahe, dass auch beim zweiten Teil der Quiz-Show Fragen auf dem Touchscreen angewählt werden können, während der obere Bildschirm für Videosequenzen oder andere Spielereien genutzt wird. Doch abgesehen davon, was hat sich noch verändert?
Selbst der Weg zur virtuellen Million ist steinig und schwer. Einmal Platz genommen auf dem „heißen Stuhl“, geht es ruck zuck los und man wird mit 15 entscheidungsträchtigen Fragen konfrontiert. Jede richtig beantworte Frage sorgt dafür, dass der Spieler um ein paar (virtuelle) Euronen reicher wird. Wer bei einer Frage ins Stottern kommt, hat auch jederzeit die Möglichkeit die Fragestunde vorzeitig zu beenden und den bis dato gewonnenen Geldbetrag mit nach Hause zu nehmen. Nur die mutigsten und geistreichsten Zocker werden es wohl schaffen, auf dem heißen Stuhl cool zu bleiben und mit einer Million in der Tasche dem Luxusleben entgegenzueifern. Gefragt wird immer nach dem gleichen Schema-F und so bekommt der Spieler neben der eigentlichen Fragestellung auch noch gleich vier Alternativantworten auf dem silbernen Tablett serviert. Ein Zeitlimit für die Antworten gibt es -wie im Original- nicht, man kann also getrost auch zwei-dreimal über die Frage nachdenken, oder sich bei Oma Ratschläge erbitten. Glänzt der Spieler mit Nichtwissen, gibt es die Möglichkeit einen von drei einmalig nutzbaren Jokern einzusetzen. Wann man diese Extra-Funktionen benutzen will, ist einem natürlich selbst überlassen - bei geistiger Umnachtung können übrigens auch alle Joker für eine einzelne Frage verpfeffert werden. In der Übersicht gibt es folgende Rettungsmaßnahmen:
Joker Nummer 1 ist der altbekannte 50:50 Joker. Zwei falsche Antworten werden von den vier Auswahlmöglichkeiten gestrichen, sodass die Entscheidung meist leichter fällt.
Joker Nummer 2 ist der Telefon-Joker: Virtuell wird ein Bekannter angerufen und um dessen Rat gebeten. Seine Antwort kann dann auf dem Monitor abgelesen werden.
Der 3. und letzte Joker ist der Publikums-Joker. Das virtuelle Studiopublikum beantwortet hier die Frage per Abstimmung. Ein Übersichtsdiagramm mit den prozentualen Antworten der Zuschauer soll die Auswahl der Antwort erleichtern.
Das Publikum, das ist ein Mann, der alles weiß und gar nichts kann.
In der Theorie hört sich das natürlich ganz einfach an, eben mal 15 Fragen beantworten und mit einer Million nach Hause gehen. Doch der Schwierigkeitsgrad der Fragen steigt von Antwort zu Antwort kontinuierlich an. So beginnt es anfangs sehr harmlos und kinderleichte Fragen sorgen dafür, dass man sich zunächst spielend eingewöhnen kann. Mit etwas Glück schafft man es dann auch zur ersten Sicherheitsstufe. Diese Hürden sind bei Geldbeträgen von 500€ und 16.000€ zu finden. Hat man eine solche Sicherheitsstufengrenze erreicht, kann diese gewonnene Summe nicht mehr verloren gehen. Um euch nicht wie Ochs vorm Berg stehen zu lassen, nennen wir euch zumindest eine Frage mit ihren Antwortmöglichkeiten, um eine kleine Grübelstunde einzuläuten:
„Welcher Gruppe von Schriftstellern gehörte Franz Kafka an?“ A: Wiener Quadrat, B: Krakauer Dreieck, C: Prager Kreis oder D: Berliner Trapez. Dann mal viel Spaß beim Raten - und: Enzyklopädie-Nutzer sind Schummler!
Steuerung:
Bei „Wer wird Millionär“ kann man in Sachen Steuerung nur richtig tippen, egal ob mit D-Pad oder Touchscreen. Korrekte Frage anklicken und weiterkommen, falsche Frage anklicken und rausfliegen. Ansonsten werden die Joker genauso angewählt, wenn die grauen Zellen mal das enzyklopädische Wissen nicht gepachtet haben. Das war’s!
Grafik:
Zweckmäßigkeit ist das Standardprogramm - und das ist nicht gerade überraschend. Auch im zweiten Teil des Spiels gibt es keine Videosequenzen des Quizmasters. Der Spieler muss sich mit einer Mischung aus Blautönen mit lilafarbenen Fragen anfreunden. Dennoch wird der Serienfan sich gleich heimisch fühlen und ein Gelegenheitsspieler braucht auch nicht wirklich mehr optische Reize, um die gewollte Genugtuung zu erfahren. In der UK-Variante, wartet der Original-Moderator darauf einige Fragen zu präsentieren. Schade, dass Herr Jauch sich wieder vor der Masse versteckt hat.
Sound:
Um sich das Lispeln abzugewöhnen, empfehlen wir dem Moderator täglich mit einem Kieselstein im Mund zu sprechen. Ein Besuch beim Logopäden ist sicherlich teurer… Man muss ja an die Lizenzgebühren denken - die armen, armen Lizenzgebühren. Die Sprachsamples des „Kommentatoren“ sind leider schlechterer Qualität als beim Vorgänger und der SCHprachfehler kann beim Vorlesen schon nerven. Natürlich dürfen die klassischen Jingles aus dem RTL-TV-Quiz nicht fehlen und sorgen zumindest für die Basisatmosphäre.
Features:
Hallooo? Herr Jauch? Wo sind Sie? Weg… geflüchtet…. Chris Tarrant, der britische Quiz-Star hat wohl den Lizenzgebern erneut ausgereicht. Naja nicht ganz, denn selbst die Franzosen haben ihren Jean-Pierre Foucault bekommen und nur wir Deutschen gehen wieder leer aus… Schade. Somit gibt es bei den deutschen Fragen leider keine Videos des Gastgebers, was die Atmosphäre des Spiels ein wenig drückt. Wer will, kann aber auch seine Sprachkenntnisse auf Zack bringen und sich kurzerhand die Fragen auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder Niederländisch umstellen. Und wer kann dem Akzent des fRRRanzösischen KommentatoRRRs schon wideRRRstehen?
Endlich haben die Entwickler aus ihren Fehlern gelernt und es gibt nun speicherbare Profile, Highscorelisten und sogar Minispiele. Wer bei „Wer wird Millionär?“ auf den Stuhl kommen will, muss zuvor eine Eingangsprüfung machen und meist bestimmte Objekte in eine Kategorie einordnen - auf Zeit, versteht sich. Dieses Minispiel ist also mit von der Partie. Ansonsten kann man noch zeigen, wie viele Fragen man in 60 Sekunden zu beantworten vermag.
Fazit:
Quiz-Master und Casual Gamer werden sich auch mit der zweiten Edition von „Wer wird Millionär?“ anfreunden können. Vorkenntnisse braucht man nicht, ihr dürft sofort losraten. Gerade dieses Konzept kann dennoch fesseln und man ertappt sich immer wieder dabei, eine Runde zu spielen und dabei sein Allgemeinwissen aufzuplustern. Mit 2000 neuen Fragen bekommt der RTL-Rätsel-Fan auch einiges an Abwechslung im Vergleich zum Vorgänger und die Neuerungen im Spiel sorgen dafür, dass man endlich ein gewisses Maß an Basisspiel hat. Mit den Highscores dürft ihr auch in der Familie zeigen, wer das Superhirn ist - und gerade das möchte die „Spiele für mich!“-Reihe ja erreichen. Einfache Konzepte für jedermann. Und Herr Jauch, wenn es heißt: „Alle guten Dinge sind Drei, dann kommen Sie doch zumindest auch auf dem DS vorbei? Oder wird weitergelispelt?“
Weiß, dass Zweifel der Schlüssel zum Wissen ist: Elisabeth Grunert [Liese] für PlanetDS.de
Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Details
Spielname:
Wer wird Millionär? 2. Edition
Publisher:
Ubisoft
Developer:
Ubisoft
Genre:
Denkspiel
Release:
noch nicht bekannt
Multiplayer:
2 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (6)
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