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Assassin's Creed 2: Discovery


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Assassin's Creed 2: Discovery - Review vom 30.11.2009

Vor zwei Jahren wollte Ubisoft den Action-Adventure-Markt auf Heimkonsolen revolutionieren. „Assassin's Creed“ war geboren und ob das Vorhaben letztenendes gelungen ist oder unter dem großen Hype das fertige Produkt zu leiden hatte, bleibt der Interpretation des einzelnen Spielers vorbehalten. Doch trotz aller kleinen Fehlerchen hatte sich der Titel anständig genug verkauft, um einen zweiten Teil finanzieren zu können – auch auf dem DS. „Altaïr's Chronicles“ kam zwar nicht an die Faszination des größeren Geschwisterchens heran, wuchs aber zu einem mehr als passablen Action-Adventure heran. Nun wird Altheld Altaïr abgelöst durch den italienischen Ezio Auditore da Firenze, der Hauptfigur von „Assassin's Creed 2: Discovery“. Ob die DS-Umsetzung der Assassinen-Saga auch in der zweiten Runde zu unterhalten weiß, werden wir in unserem wissenschaftlichen Report klären. Wie wir hoffentlich alle wissen: Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.

Rache-Engel in Weiß – Mit kleineren roten Flecken
Man könnte meinen, dass Ezio Auditore als Angehöriger des Adels ein schönes Leben führen darf. Doch wie es das Schicksal so möchte, ist genau dies nicht der Fall. Seine Familie wird ermordet und er sinnt nach Rache. Mit der Assassinen-Ausrüstung seines Vaters nimmt er die Verfolgung auf und landet flugs auf der Fährte eines Spaniers, der sich mit Assassinen anlegt. Ezios Aufgabe ist es nun, den Spanier in seine Schranken zu weisen. Zwar wird diese Geschichte für DS-Verhältnisse anständig präsentiert, komplett mit kleinen Zwischensequenzen in Spielgrafik und Sprachausgabe, irgendwie fehlt es ihr jedoch an Spannung und Relevanz. Wahre Highlights bleiben aus und sich mit den verschiedenen Figuren der Erzählung anzufreunden erweist sich als ein wenig schwierig – das aber eher aus Gründen, zu denen wir später noch kommen.

Jedenfalls scheucht uns nun die Story durch Spanien und Italien, wo wir mit verschiedenen Kurzaufträgen konfrontiert werden. Diese lassen sich in drei grobe Kategorien einteilen. Bei einer Schleichmission müsst ihr dafür Sorge tragen, dass ihr möglichst unbemerkt ans Ziel kommt. Ihr könnt dabei freilich auch eventuelle Wachleute umlegen, so lange sie euch dabei nicht ertappen. Werdet ihr nämlich viermal erwischt, geht es zurück zum letzten Checkpoint. Dieses Handicap besteht in einer freien Mission nicht. Hier dürft ihr euch nach Herzenslust austoben und euch auch mit dem Wachpersonal im offenen Kampf anlegen, sofern gewünscht. Nicht zuletzt warten noch diverse Fluchtaufträge auf ihre Erfüllung. Diese fordern von euch lediglich, dass ihr so schnell wie möglich euren Zielpunkt erreicht. In der Regel habt ihr dabei zwar kein richtiges Zeitlimit im Nacken, der Pfeilhagel, der euch dabei verfolgt, sollte jedoch Ansporn genug sein.

Mein Name ist Ezio. Ezio Auditore – The Hedgehog!
„Altaïr's Chronicles“ hatten zumindest noch in Bruchteilen etwas mit dem Gameplay der Heimkonsolen-Variante zu tun. Zwar war das Spiel wesentlich linearer aufgebaut, aber man hat sich noch immer in einem dreidimensionalen Raum bewegt und sich zwischen Passanten und Wachen durchgemogelt – notfalls über die Dächer. „Assassin's Creed 2: Discovery“ ist wesentlich simpler gestrickt. Ezio bewegt sich, trotz aller 3D-Grafik, lediglich auf einer 2D-Ebene durch die Landschaft. Die Zivilbevölkerung, wenn überhaupt vorhanden, führt ihr Leben lediglich im Hintergrund und Wachen gibt es auf den interessanten Pfaden reichlich. So flitzt man dann in der Gestalt des Assassinen durch die Straßen, über die Dächer und durch die Landschaft. Und wenn wir „flitzt“ sagen, dann meinen wir das auch so. Im Gegensatz zu Kollege Altaïr hat Ezio nämlich deutlich an Tempo zugelegt. Das Spiel ist auch vollständig darauf ausgelegt, dass ihr eure Aufträge schnell erledigt. Am Ende eines jeden Abschnitts werdet ihr, je nach Missionstypus, in verschiedenen Kategorien bewertet. Einer davon ist immer die Abschlusszeit, die sich in der Regel bei Werten um die vier bis sechs Minuten aufhält.

Der Fokus auf Geschwindigkeit birgt einige Vorteile, aber leider auch Nachteile. Gravierendster Vorteil ist, dass die Sprünge über die Dächer unter dem Tempo für richtig viel Spaß sorgen können. Agil rast Ezio durch die Straßen, rennt eines „Naruto“-Ninjas gleich die Wand hoch, nur um sich dann flugs an der Kante hochzuziehen, mächtig Anlauf zu nehmen und dann mit enormer Geschwindigkeit einen riesigen Abgrund hinter sich zu bringen. Abgesehen von ein paar leicht frustigen Stellen gegen Ende von „Discovery“ ist stets ein guter Spielfluss gewährt. Nur mit den Schleichmissionen verträgt sich die Schnelligkeit des Helden nicht so ganz. Natürlich bietet das Spiel eben für diesen Zweck eine Schleich-Taste an. Auf offenem Gelände jedoch kommt es nicht selten vor, dass die Wachposten sehr weit auseinander stehen. Und wenn ihr euch langsam voran bewegt, merkt ihr erst, wie lang manch Level ausfallen kann. Allerdings könnt ihr auch getrost auf alle Heimlichkeit pfeifen, an euren Feind heranstürmen und ihm aus vollen Lauf Ezios versteckte Klingen spüren lassen – dies setzt jedoch voraus, dass ihr A) den Gegner rechtzeitig erkennt (was trotz Radar auf dem Touchscreen manchmal etwas schwierig ausfällt, vor allem aus vollem Lauf) und B) er mit dem Rücken zu euch steht. Sonst ertappt er euch und ihr habt einen Alarm verspielt.

Damit ihr euch aber trotz all der Hochgeschwindigkeits-Raserei auch mal Zeit nehmt, die Level mit ihren verschiedenen Pfaden zu erkunden, haben die Entwickler überall kleine Extras verteilt. So findet ihr an manchen Wänden Steckbriefe, die heruntergerissen werden können. 10 davon gewähren euch einen Lebensenergie-Schub. Auch lassen sich an manchen Ecken Kartenstücke finden. Davon gibt es insgesamt 10 und jedes schaltet eine kleine Bonusherausforderung frei, die ihr nach Abschluss des Hauptabenteuers noch angehen könnt.

Steuerung:
Wo sich noch der Vorgänger auf kleine Touchscreen-Minispielchen verlassen hatte, fährt „Discovery“ mit einem reinen Tasten-Kontrollschema auf. Ezio wird per Steuerkreuz durch die Gegend gescheucht, mit B zum Sprung veranlasst, haut mit Y zu und agiert per X-Taste mit der Umgebung. Per L-Taste schaltet der Assassine in den Schleichgang und mit R werden feindliche Angriffe geblockt. Apropos Blocken: Wie es fast schon Tradition der Reihe zu sein scheint, werdet ihr dies sehr häufig tun. Denn die Konterangriffe, die ein Blockmanöver voraussetzen und manchmal ein wenig schwer zu timen sind, werden schnell zu eurem einzig verlässlichen Kampfmanöver, wenn ihr nicht mit falsch platzierten Schlägen Schwerthiebe kassieren wollt. Das führt leider dazu, dass sich die Kämpfe manchmal etwas zäh spielen – wenn auch noch lange nicht so zäh wie bei „Altaïr's Chronicles“.

Grafik:
Man merkt, dass der DS in Sachen 3D-Grafik endlich ein gewisses Qualitätsniveau erreicht hat. Wie schon der Vorgänger bietet auch „Discovery“ atmosphärische Umgebungen, die mit kleinen Details übersät sind. Vor allem die Figuren sehen schick aus, auch wenn technisch bedingt natürlich leichte Verpixelungen in Sachen Texturen in Kauf zu nehmen sind. Diese fallen jedoch nicht so sehr ins Gewicht, wie die unauffälligen Passanten im Hintergrund. Denen hat man in der Regel nämlich lediglich einen Pappaufsteller-Auftritt gewährt. Aber andererseits: Warum auch Programmieraufwand in eine Nebensache stecken, die kein Mensch bei dem Tempo des Spiels bemerken wird?

Sound:
Es darf natürlich keine Bombast-Soundkulisse erwartet werden. Die Songs, die sich auf der DS-Karte eingefunden haben, sind allerdings durchaus passabel. Auch einige Melodien aus dem Vorgängerspiel finden sich wieder. Was uns jedoch überrascht hat, ist die Verwendung englischer Sprachausgabe. Jeder Dialog von „Assassin's Creed 2: Discovery“ ist in brauchbarer Qualität vertont worden. Das könnte jedoch auch damit zusammenhängen, dass das Spiel eher kurz ist und man daher den verfügbaren Platz füllen wollte.

Features:
Die insgesamt acht Kapitel des Spiels sind alles andere als umfangreich. Wie schon erwähnt, sind fast alle Abschnitte mit Idealzeiten zwischen vier und sechs Minuten versehen. Insgesamt werden geübte Spieler daher wohl nur drei bis maximal fünf Stunden brauchen, um Ezio erfolgreich durch das Abenteuer zu geleiten. Danach gibt es lediglich noch die Herausforderungen, die erst einmal gefunden werden möchten und verschiedene Cheats, mit denen ihr euch zum Beispiel andere Kostüme verpassen könnt. Wer einen DSi sein Eigen nennt, darf sogar die im Spiel verteilten Steckbriefe mit seinem Antlitz versehen.

Fazit:
Auch wenn „Assassin's Creed 2: Discovery“ natürlich nicht an seine Geschwister auf den Heimkonsolen heranreicht, hat Ubisoft es dennoch geschafft, ein äußerst nettes Assassinen-Abenteuer auf die Beine zu stellen, welches auf den Stärken des DS-Vorgängers konsequent aufbaut. Akrobatische Geschicklichkeitseinlagen, in denen ihr euch mit gezielten Sprüngen sauber von Punkt zu Punkt hangelt, waren schon das Highlight des ersten Teils und „Discovery“ bietet aufgrund seines erhöhten Spieltempos noch viel mehr derartige Momente. Allerdings solltet ihr nicht davon ausgehen, dass ihr das selbe Open-World-Action-Adventure-Erlebnis präsentiert bekommt wie auf Xbox 360 und PlayStation 3, sondern eben „nur“ einen linearen Action-Plattformer, der leider etwas kurz geraten ist. Einen kleinen Blick wert ist Ezios Sidequest aber auf jeden Fall.

Pfeift auf die Gesetze der Schwerkraft: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
71%
Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Geschmeidig wird Ezio über die Dächer gescheucht – nur der Kampf ist immer noch so eine Sache. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
DSi-Besitzer dürfen ihr Gesicht auf die Steckbriefe legen – nettes Gimmick, spielerisch aber irrelevant.
Grafik

Schöne Umgebungen, saubere Animationen und viele kleine Details.
Sound

Atmosphärische Musik und englische Sprachausgabe schmeicheln die Ohren.
Spielspaß

Flotter Rausch durch das 14. Jahrhundert, der leider ein wenig kurz ausfällt.








Details
Spielname:
Assassin's Creed 2: Discovery

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Griptonite Games

Genre:
Action Jump 'n Run

Release:
20.11.2009 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (12)

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