Zubo
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Zubo -
Review vom 12.08.2009
„Okay, Leute: Marketingsitzung! Wir haben uns in den Kopf gesetzt, ein brandneues Rollenspiel auf den Markt zu schmeißen. Und dabei wollen wir auf keine bekannte Marke zurückgreifen! Das kann ja jeder. Doch nicht nur das. Ebenso wünschen wir uns ein neuartiges Spielerlebnis dabei. Irgendetwas, das noch nie dagewesen ist. Ihr wisst schon, so ein Coup wie mit Puzzle Quest, welches zwei Genres durch den Mixer jagte!“
„Musikspiele sind doch momentan ganz groß im Trend. Wie wäre es mit einer Mischung aus Musik- und Rollenspiel?“
„...UND POKéMON!“
„Klingt gar nicht so schlecht, dieser Vorschlag. Gut, es wird ein Rhythm-RPG. Denkt euch schon mal eine passende Welt und dazugehörige Charaktere aus. Irgendwas musikbetontes. Und der Spieler... Ach, der tritt einfach irgendwie ins Geschehen. Völlig egal, haut in die Tasten und programmiert das Musik-Rollenspiel!“
„...MIT POKéMON!“
„Ja, von mir aus auch mit Pokémon!“
So in etwa dürfte es sich bei der Teambesprechung von Electronic Arts' „Zubo“ abgespielt haben. Obwohl, höchstwahrscheinlich nicht. Was nun aber diese wahnwitzige Idee für ein Ergebnis zu Tage gefördert hat, verraten wir euch in unserem Testbericht.
Music is our life, music is our very planet!
Nachdem ihr das Geschlecht eures Charakters festgelegt habt, was keinerlei Auswirkungen auf den eigentlichen Spielverlauf hat, setzt ihr euren ersten Fuß auf den Planeten Zubalon. Genauer gesagt, ihr fallt flugs vom Himmel. Schon bald begegnet ihr dann dem ersten Zubo, der euch von da an begleitet. Die Welt der kleinen an Spielzeuge erinnernden Wesen hat nämlich ein mächtiges Problem: Der böse Schlafkopf hat eine Armee von Zombos entsandt, um den Planeten zu erobern. Ihr als Spieler und automatisch natürlich auch der Auserwählte™ habt nun die Aufgabe, so viele Zubos wie möglich zu versammeln und Schlafkopf das Licht auszuknipsen – zumindest im ersten Fünftel des Spiels. Von da an geht es gegen den wenig überraschenden, weil auf der Verpackung angekündigten, Strippenzieher Großkopf in den Krieg.
Doch der Weg zum großen Bösewicht wird ganz RPG-typisch nicht ohne Umwege bestritten. Immer wieder ist euch der weitere Weg auf irgendeine Art und Weise versperrt. Sei es ein entlegener Schalter, an den ihr nicht so einfach herankommt, ein fehlender Schlüssel oder sogar Schlafgas, das den Pfad blockiert. Doch bringen diese Umleitungen nicht nur die erwünschten Quest-Objekte zu Tage: Ganz im „Pokémon“-Stil sammelt ihr nämlich ganz nebenher eine kleine Armee von Zubos an, mit denen ihr dann in den Kampf ziehen könnt. Insgesamt 55 dieser lustigen Gesellen hat EA verstreut.
Nase benutzt Karate Kick! Volltreffer! Es ist sehr effektiv!
Und wo wir schon mal beim Thema Kampf sind: Die Gefechte in „Zubo“ sind rundenbasierter Natur und werden 3 gegen 3 ausgetragen. Dabei solltet ihr darauf achten, dass euer Team möglichst ausgeglichen ist, denn jeder Zubo ist einer bestimmten Natur zugeordnet. Es gibt Kämpfer, Verteidiger und Akrobaten, die nach klassischem Dreiecks-Schema jeweils stark gegen eine Natur, aber schwach gegen die andere sind. Wer also eine sichere Nummer abziehen möchte, der nimmt sich am Besten einen Kumpan pro Natur ins Team. Ihr könnt nämlich bei Rundenbeginn ohne Zugverlust jederzeit den aktiven Kämpfer des Trios festlegen und euch in diesem Fall immer mit dem optimalen Zubo verteidigen.
Zudem beherrscht jeder Zubo bis zu vier Attacken, die wiederum je nach Durchschlagskraft eine bestimmte Anzahl Powerpillen voraussetzen. Wo ihr besagte Pillen herbekommt? Ganz einfach, durch den Einsatz von Grundangriffen, die zwar weniger Schaden anrichten, dafür aber kostenlos eingesetzt werden können. Habt ihr euch dann für einen Angriff entschieden, geht der eigentliche Spaß los. Anders als bei normalen Rollenspielen läuft die Angriffssequenz in Form eines kleinen Rhythmus-Spiels ab. Ganz nach „Elite Beat Agents“ nähert sich ein Ring den Umrissen eures Zubos. Hat besagter Ring euren Schützling erreicht, müsst ihr ihn nur noch antippen und ihr kassiert den Bonus für den Angriff. Je nachdem, wie gut ihr dabei abschneidet, steigt der Schaden eurer Attacke, eure Powerpillen-Ausbeute oder die Wirkungsdauer der gewünschen Statusveränderung (wie etwa Schlaf).
Wie es die klassiche Rollenspiel-Tradition möchte, sammelt euer Trupp natürlich mit jedem gewonnenen Kampf Erfahrungspunkte und steigt hin und wieder mal einen Level auf, was ihm hin und wieder Zugang zu neuen Angriffen gewährt. Gerade zu Anfang des Spiels besteht allerdings kein großartiger Bedarf am Aufleveln der Zubos, da ihr wirklich ständig einen neuen zugesteckt bekommt, der um ein paar Ecken stärker ist als die bisherige Kompanie. Zum Glück gleicht sich das mit steigender Spielzeit zumindest ein wenig aus.
Steuerung:
Sei es die Bewegung auf dem Spielfeld, die Bedienung der Menüs oder das Erteilen von Kampfanweisungen: Das Spiel verlässt sich vollkommen auf den Einsatz des Touchscreens. Das funktioniert auch ziemlich gut, nur marschiert euer Avatar leider ein klein wenig behäbig durch die Gegend, was den Spielfluss ein wenig stören kann.
Grafik:
Es wird wohl kaum jemand bestreiten, dass „Zubo“ eine gewissermaßen charmante Optik haben. Zumindest, wenn man sich nicht von den verpixelten Screenshots auf der Packungsrückseite abschrecken lässt. Die Zubos sind allesamt liebevoll animiert worden und viele der „Attacken“, die eigentlich mehr in die Richtung „Streiche“ gehen, können dem Spieler schon mal ein kleines Lächeln entlocken. Und sollte man letztenendes genug von den dann doch ziemlich langen Animationen haben, kann man diese zumindest bei der Runde des Gegners per Knopfdruck beschleunigen. Die einzige Kehrseite der Medallie: Manche Texturen wirken selbst auf dem DS-Bildschirm ziemlich pixelig. Ansonsten aber ist „Zubo“ optisch ein rundes Paket.
Sound:
Die Kategorie, mit der ein Musik-Spiel steht und fällt... Unser Kandidat hier fällt leider. Auf die Nase, um genau zu sein. Bei euren Streifzügen durch die Landschaft gibt es schon mal überhaupt keine Musik zu hören, sondern nur Umgebungsgeräusche und das ständige *quietsch-boing-trapp* eurer illustren Begleiter. Zumindest die Kämpfe, wo der musikalische Anteil essentiell ist, werden von Melodien begleitet – nur wirken die zum größten Teil eher uninspiriert und mit der Zeit öde. Nicht zuletzt fühlt es sich auch manchmal so an, als seien die Attacken und Antipp-Muster nicht immer auf den Takt des Liedes abgestimmt. Das, oder wir haben ein völlig anderes Taktgefühl als die Entwickler.
Features:
In Sachen Umfang ist man bei „Zubo“ eigentlich bestens bedient: Ganze fünf Welten warten auf ihre Erkundung, jede mit einem ganzen Satz Quests und Zubos zum Einsammeln. Und sollte man das Abenteuer dann hinter sich gebracht und Großkopf das Handwerk gelegt haben, wartet immer noch ein kleiner Duell-Modus für bis zu zwei Spieler auf die Retter Zubalons. Allerdings benötigen für diesen Modus beide Spieler eine DS-Karte, auf Download Play hat man leider verzichtet.
Fazit:
Hinter „Zubo“ verbirgt sich eigentlich eine ziemlich pfiffige Idee: Man nehme typische RPG-Elemente, statte das mit einem „Pokémon“-ähnlichen Sammelprinzip aus und baue die Kämpfe wie ein Musik-Spiel auf. Richtig durchgeführt könnte diese Cocktail auch munden, EA hat es allerdings leider nicht so ganz fertiggebracht. Schuld daran sind hauptsächlich Nachlässigkeiten bei der Musik. Die Stücke sind zum Großteil nicht der Rede wert und die Kampfanimationen dann auch noch nicht optimal auf den Takt abgestimmt. Schade eigentlich, denn abgesehen davon ist „Zubo“ ein wirklich charmantes und auch unterhaltsames Spiel, welches genug Potential für ein anständiges RPG hat. Vielleicht wird’s ja mit einem eventuellen Nachfolger etwas?
Retter von Zubalon, Zerstörer von Riesenschädeln: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de
Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
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Details
Spielname:
Zubo
Publisher:
EA
Developer:
EA
Genre:
Adventure
Release:
02.10.2008 (erschienen)
Multiplayer:
1-2 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (5)
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