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Sherlock Holmes DS: Das Geheimnis der Mumie


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Sherlock Holmes DS: Das Geheimnis der Mumie - Review vom 29.07.2009

Vor kurzem, in unserem Review des neuesten Indiana-Jones-DS-Abenteuers, beklagten wir tränenreich, dass das goldene Zeitalter der Point-&-Click-Abenteuer längst vergangen ist. Wie es der Zufall will, wollen wir uns heute ein Spiel ansehen, das genau in diesem ersehnten Genre angesiedelt ist: Sherlock Holmes DS: Das Geheimnis der Mumie. Ja, ganz recht, der berühmteste Detektiv aller Zeiten, Sherlock Holmes, gibt sich die Ehre. Das kokain-, morphium- und nikotinsüchtige Superhirn will, nachdem es etliche Fälle gelöst, bei den Schweizer Reichenbachfällen umgekommen und irgendwie wieder auferstanden ist, seinen nächsten Fall mit Hilfe des Spielers auf unserem Doppelbildschirmer bestreiten. Nun, irgendwie jedenfalls. Das Geheimnis der Mumie ist technisch gesehen das Remake eines PC-Spiels, das schon etliche Jährchen auf dem Buckel hat. Schauen wir uns diesen Fall doch einmal näher an.

„Trauen Sie niemals allgemeinen Eindrücken, mein Junge, sondern konzentrieren Sie sich auf Einzelheiten."
Der Ägyptologe Lord Montcalfe ist unter äußerst rätselhaften Umständen spurlos verschwunden. Seine Tochter Elisabeth glaubt, er sei noch am Leben und möchte gerne den Verbleib des Lords herausfinden. Wie praktisch, dass ihr Cousin der beste Superdetektiv ist, den die Welt je gesehen hat, nämlich – Trommelwirbel – Sherlock Holmes. Dieser tut seinem Cousinchen den Gefallen und fährt in das riesige Herrenhaus des Lords, um durch akribisches Sammeln von Hinweisen und kluges Kombinieren dieses Geheimnis zu lösen.

Und hier kommt ihr ins Spiel. Aus der Perspektive des Detektivs navigiert ihr euch durch das gruselige Gemäuer und sucht die Räumlichkeiten ab, findet Gegenstände, kombiniert sie, lest verstreute Schriftstücke, entschärft Fallen und kommt so der Lösung des Falles immer näher.

Steuerung:
Man merkt schnell, dass das Spiel ursprünglich auf Maus-Steuerung ausgelegt war und diese 1:1 auf Stylus und Touchscreen übertragen wurde. Während dies an sich nichts Verwerfliches ist, bereitet es in der Praxis doch einige Probleme: Nach wenigen Minuten schon ertappt sich der Spieler dabei, mit dem Stylus ziellos über den Touchscreen zu schubbern, um zufälligerweise auf einen nutzbaren Gegenstand zu treffen. Denn die Hintergrundgrafiken bieten kaum Interaktionsmöglichkeiten. Was mit Maus-Steuerung weniger problematisch ist – man fährt einfach hierhin und dorthin - ist per Touchpen, mit dem man ständig im Bild rumschubbert, etwas umständlicher. Wie hätte man Abhilfe schaffen können? Nun, einerseits hätte man sehr viel, wenn nicht sogar alles in den Räumlichkeiten anklickbar und interaktiv machen können, sodass man nicht mehr nach mückengroßen Gegenständen suchen muss, die zu allem Überfluss nur aus bestimmten Perspektiven anklickbar sind. Oder aber man hätte eben jene Gegenstände so markieren können, dass sie ein wenig aus dem Hintergrund herausstechen, ein sogenannter „Flashing Arrow“ also. Allerdings würde damit die ohnehin ziemlich knappe Spielzeit noch weiter verkürzt, da der arme Detektiv tatsächlich die meiste Arbeit damit verbringen muss, die Hintergrundbilder abzutouchen. Das ganze wird noch dadurch erschwert, dass Mr. Holmes geruht, jedes Mal, wenn man einem der Bildschirmränder zu nahe kommt, sich in diese Richtung zu wenden. Auch dies scheint der Umsetzung auf den kleineren Bildschirm geschuldet zu sein, da der Stylus, machen wir uns nichts vor, im Vergleich etwas ungelenker zu bedienen ist als ein Mauszeiger und man bei einem solchen kleinen Bildschirm leicht mal dem Rand zu nahe kommt. Vielleicht aber war es auch der Grobmotorik des Rezensenten geschuldet, dass alle Naselang der schlaueste Detektiv der Welt sinnlos seinen Kopf nach oben warf und an die Decke stierte, nur weil der Stylus etwas zu nah an den oberen Bildschirmrand gelangt war.

Eine alternative Knopfsteuerung gibt es, doch die ist noch träger und ungenauer als die Stylus-Bedienung. Hier hätte man sich ein Beispiel an der GBA(!)-Umsetzung von Baphomets Fluch nehmen können, die gezeigt hat, dass man, wenn man sich ein paar Gedanken macht, ein solch mauslastiges Spiel sogar komfortabel auf zwei Tasten und Steuerkreuz portieren kann. So aber fühlt sich die Steuerung Sherlocks hakelig und unintuitiv an.

Grafik:
Leider sieht man der Grafik ebenfalls ihre Herkunft an: Die gezeichneten Hintergründe wirken statisch, blass, unecht und leblos. Auch die Video-Zwischenszenen enttäuschen. Dass Sherlock und Konsorten recht klobig gerenderte Personen sind, die sich bewegen wie Relikte aus der Zeit, als die Programmierer dachten, Motion Capturing sei eine neuseeländische Extremsportart – geschenkt. Doch dass die Videos so lieblos konvertiert sind, dass sie gar in den Bewegungen ruckeln und der Hintergrundsound an manchen Stellen gar zu übersteuern scheint – das ist unverzeihlich und hätte, wie man an etlichen Konkurrenztiteln sieht, durchaus behoben werden können.

Sound:
Das Geheimnis der Mumie bietet ein bisschen Sprachausgabe. Diese ist, von den oben erwähnten akustischen Mängeln abgesehen, recht erträglich und die britischen Akzente passen auch - soweit wir das erkennen konnten. Die musikalische Untermalung während des Spielens hingegen ist reichlich dürftig. Hier werden meist pseudo-atmosphärische, charmlose Midistreicher in Endlosschleife präsentiert. Sorry, aber derartige Musikbegleitung wäre selbst in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts zum Gähnen gewesen.

Features:
Der gesamte Spieltext kann wahlweise auf Deutsch angezeigt werden. Etwas sonderbar fanden wir, dass gerade die Untertitelung der Sprachausgabe teilweise um einiges mehr vom eigentlich Gesagten abwich, als es hätte sein müssen. Im Hauptmenü ist eine Einführung in die Spielsteuerung wählbar. Diese wirkt mit ihren durchschaltbaren Texttafeln aber ebenfalls hoffnungslos veraltet. Schon mal was von Interaktivität gehört?

Vielleicht hatten die Entwickler bereits die vage Vermutung, dass das Durchforsten schlecht gezeichneter Räume nach versteckten Hinweisen zuweilen etwas frustrierend sein könnte, und haben aus diesem Grunde gleich einen Walkthrough ins Spiel integriert. Auf Wunsch bringt ein Druck auf die R-Taste eine Sektion zum Vorschein, in welcher haarklein beschrieben wird, was als nächstes zu tun ist. Und wir dachten, Nintendos frühere Praxis, ihren RPGs Spieleberater beizulegen, sei sonderbar…

Fazit:
Jaja, wir wissen es, man sollte eigentlich Respekt vor dem Alter haben. Leider sieht man „Sherlock Holmes DS: Das Geheimnis der Mumie“ fast durchgehend an, dass es aus einer Ära stammt, als es genügte, ein paar Bitmap-Bilder mit Hotspots zusammenzuschustern und mit einem Casio-Keyboard gruselig-synthetische Streichermelodien hervorzubringen, um ein Spiel zu produzieren. Doch letztendlich ist es nicht die offensichtliche Herkunft aus dem letzten Jahrhundert, die das Spiel so lahm macht. Schließlich gab es auch damals genug Abenteuer mit vergleichsweise schlechter Technik, die auch heute noch eine Top-Wertung absahnen würden. Nein, es ist das generell ideenlose Leveldesign, das, gepaart mit einer DS-Umsetzung, die wir versucht sind als schludrig zu bezeichnen, nur in seltenen, kurzen Momenten etwas wie wirkliche Detektivstimmung aufkommen lässt. Wir müssen Sherlock-Holmes-Fans also empfehlen, lieber eines der Bücher von Sir Arthur Conan Doyle zu lesen. Denn diese ollen Wälzer haben etwas, das „Sherlock Holmes DS: Das Geheimnis der Mumie“ fehlt: Charme. Und dieser ist leider ziemlich elementar, Watson.

Stopft sich jetzt ein Pfeifchen und spritzt sich Morphium: Christian Luscher für PlanetDS.de


Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
54%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Nerviges Stylussuchen und Blickfeld-Probleme Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Schlecht umgesetzte Touchscreen-Steuerung
Grafik

Statisch und blass
Sound

Lahmes Streichergedöns
Spielspaß

Recht charmeloses Hinweissuchen








Details
Spielname:
Sherlock Holmes DS: Das Geheimnis der Mumie

Publisher:
Koch Media

Developer:
Frogwares

Genre:
Adventure

Release:
30.04.2009 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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