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Band Hero


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Band Hero - Review vom 23.04.2010

Was wäre die Menschheit ohne Musik? Ein ziemlich stilles und trostloses Volk, immerhin begleiten uns Melodien durch unser gesamtes Leben. Seit dem Erscheinen des MP3 Formates erlangte die Musik dabei einen ganz neuen Stellenwert in der Gesellschaft. Auch die Videospielindustrie durchzog diesen Wandel. War Musik damals höchstens als Begleiter in Spielen vertreten, wurde sie durch die Geburt des Rhythm-Genres unverzichtbar. Im Jahre 2005 wurde dieses Genre durch Guitar Hero neu definiert. Musste man zuvor noch Tasten auf dem Gamepad oder der Tanzmatte im richtigen Rhythmus drücken, sorgte Activision durch seinen Gitarren Controller für ein weitaus authentischeres Spielgefühl. Aufgrund des enormen Erfolges der Reihe, durfte man sich wenig später auch als Sänger oder Schlagzeuger beweisen und so seine eigene Band gründen. Um auch unterwegs ordentlich zu rocken, kam unlängst eine Guitar Hero Version für den DS heraus, natürlich inklusive angepasstem Gitarren Controller. Nun folgt das Komplettpaket für die Hosentasche. Band Hero vereint Gitarre, Schlagzeug und Mikrofon in einem Spiel. Sorgt man hier gekonnt für Abwechslung in der Serie oder hat man dem kleinen Handheld zu viel zugemutet?

Karrierestart ohne Karriere
Durch die Steuermethodik kommt Band Hero in einer auffällig großen Verpackung daher. Kein Wunder, immerhin bedarf es neben dem bekannten Guitar Grip-Controller aus den Vorgängern diesmal gleich eines ganzes Band Arsenal. Allerdings wurde dem Spiel nur das Schlagzeug beigelegt, ein Mikrofon sucht man vergebens. Hier hat man sich für die integrierte Version des DS entschieden. Doch bevor es in die Details der verschiedenen Musikinstrumente geht, gilt es erst einmal seine Band zusammenzustellen. Vier Gruppenmitglieder werden benötigt: Ein Sänger, ein Gitarist, ein Bassist und ein Schlagzeuger. Noch schnell einen passenden Namen ausdenken und schon kann es mit der Karriere losgehen...sollte man zumindest annehmen. Doch schnell wird man eines besseren belehrt, denn auf einen Karriere Modus wurde komplett verzichtet. Etwas unverständlich wenn man bedenkt das dies für Solisten schon immer das Herzstück der „-Hero“ Reihe gewesen ist. Des weiteren sind alle Titel über die Songauswahl direkt verfügbar, ein Freischalten neuer Lieder fällt damit ebenfalls weg.

Um den Spielspaß trotz fehlendem Karriere-Modus etwas anzuheben, bekommt man für erreichte Ziele stets Belohnungen. Für reichlich Motivation soll dabei der Umfang der Aufgaben sorgen, vergleichbar mit der Trophäen Wand aus Smash Bros Brawl. Doch was auf den ersten Blick sehr reizvoll klingt, motiviert im Spiel nur bedingt. Bei Aufgaben wie „Verliere einen Song“ oder „Ziehe deinem Sänger einen Hut an“ kommt nicht gerade das Gefühl auf als hätte man wirklich etwas erreicht. Natürlich gibt es auch richtig schwere Herausforderungen, das Problem ist nur, dass die Belohnungen kaum der Rede Wert sind. Neben Ausrüstung und Klamotten für die Band erhält man größtenteils Geld für seine Bemühungen mit denen wiederum nur neue Ausrüstungen und Klamotten gekauft werden können – Ein wahres Paradoxon!

Und täglich grüßt der Fingerkrampf
Ihr benötigt zwingend einen DS-Lite um den vollen Umfang des Spiels zu nutzen. Theoretisch läuft Band Hero auf allen Versionen des Handhelds, jedoch ist der Ur-DS zu groß und dem DSi fehlt der GBA Slot, welcher als Anschluss für die Gitarre fungiert. Auch die Schlagzeug-Verkleidung ist exakt an den Lite angepasst.Nur gesungen werden darf ohne Einschränkungen auf allen Systemen. Ein eher zweifelhaftes Vergnügen, denn das winzige Mic des DS ist nicht wirklich ein adäquater Ersatz für ein „richtiges“ Mikrofon. Mit unterschiedlich starkem Pusten erreicht man meist mehr als mit dem tatsächlichen Gesang. Außerdem ist der ideale Abstand teilweise schwer zu finden. Bewegt man sich ein paar Zentimeter vom Bildschirm weg, erkennt das Spiel die Stimme plötzlich nicht mehr richtig an. Ärgerlich...

Die Gitarre sorgt, wie schon bei den Vorgängern, bereits nach kurzer Spielzeit für Unbehagen in den Gelenken. Nicht umsonst bekommt man am Anfang diverse Bildschirmanzeigen präsentiert, die regelmäßige Pausen empfehlen und vor allzu langem Gebrauch warnen. Außerdem kann es schon mal passieren, dass man beim intensiven Spielen den Kontakt zum Controller unterbricht und das ganze Spiel neu starten muss. Hier wäre eine „Lock“-Funktion zum befestigen des Controllers sinnvoll gewesen. Aber hinter diesen Mängeln verbirgt sich eine durchaus durchdachte, sehr genaue Steuerung, die auch eine Menge Spielspaß in sich birgt. Würde das schmerzende Handgelenk einen nicht immer wieder daran erinnern, wie lange man schon spielt, könnten die Stunden wie im Fluge vergehen.

Für Überraschung sorgt das Schlagzeug, welches Anfangs nur ein Stirnrunzeln verlocken lässt. Eine Art Gummiüberzug, vom Material vergleichbar mit dem Gummischutz der Wiimote, wird über den unteren Teil eures Lite gestülpt. Die Standard-Tasten sind komplett verdeckt, sie werden an beiden Seiten durch jeweils zwei große Tasten ersetzt. Diese vier „Trommeln“ müssen mit den Daumen bearbeitet werden. Was sich in der Theorie sehr konstruiert und wenig spaßig anhört, entwickelt sich in der Praxis bereits nach wenigen Minuten zum Spaßgarant. Die Tasten reagieren sehr präzise auf jede Eingabe und bieten mit Abstand die komfortabelste Steuermethode. Hier kann es euch tatsächlich passieren, dass ihr absolut die Zeit vergesst, um euren Highscore weiter in die Höhe zu treiben.

Don’t call it Rock!
Gerade der fordernde Schwierigkeitsgrad verlangt einiges von einem ab, das berühmte „Nur noch ein Lied“-Gefühl kommt auch bei Band Hero hoch, durch die genannten Mängel allerdings nicht in dem Ausmaß, wie man es erwarten würde. Die Track Auswahl dürfte ebenfalls nicht Jedermanns Sache sein. Die meisten Lieder gehen stark in Richtung Mainstream/Pop. Richtige Rock-Legenden für hitzige Gitarrensolos sucht man vergebens. Stattdessen gibt es Robbie, Pink und Avril Lavigne. Da schaut man schon etwas neidisch auf die Konsolen Versionen, die teilweise einer Band sogar ein komplettes Spiel spendiert haben. Immerhin wird man nicht mit Cover Songs abserviert, sondern spielt zu dem Gesang der originalen Interpreten.

Während eines Liedes gibt es an gewissen, fest vorgegebenen Stellen die Möglichkeit einen sogenannten Bühnen-Stunt zu starten. In diesen Minispielen müsst ihr euer Geschick mit dem Stylus unter Beweis stellen, indem ihr z.B. eine Gitarre zerschlagt oder euch von euren Fans auf Händen tragen lasst. Während diesen Geschicklichkeitsspielchen läuft das Lied im Hintergrund weiter und trifft automatisch jeden Ton. Für Anfänger kann dies praktisch sein um schwierige Stellen zu überspringen, mit der Zeit nerven die kleinen Spielchen aber, da sie den kompletten Spielfluss unterbrechen. Hinzu kommt, das man beim Schlagzeug nicht mit dem Stylus spielt, womit man diesen umständlich zwischenlagern muss damit er griffbereit ist. Zum Glück ist es nicht zwingend notwendig diese Bühnen-Stunts zu aktivieren, weswegen gerade fortgeschrittene Spieler dieses Feature vollkommen ignorieren werden.

Steuerung:
An dieser Stelle müsste man eigentlich drei separate Wertungen verteilen, denn je nachdem für welches Instrument man sich entscheidet, verändert sich auch das Spielgefühl komplett. Das Mikrofon bildet ganz klar das Schlusslicht, denn die Stimmerkennung ist ein Witz und motiviert überhaupt nicht. Mit der Gitarre hat man erheblich mehr Spaß, nur wird man (gerade mit großen Händen) durch Schmerzen immer wieder zu einer Zwangspause verdonnert. Das Schlagzeug ist sowohl angenehm in der Handhabung, als auch in der Reaktion, dafür aber auch nicht so dynamisch vom Handling wie die Gitarre.

Grafik:
Der grafische Aufbau eines „-Hero“ Spiels hat sich seit Beginn der Serie nicht wirklich verändert. Auch Band Hero macht da keine Ausnahme. Während sich auf dem unteren Bildschirm die Noten in Form von farbigen Kreisen von oben nach unten bewegen, betrachtet ihr auf dem oberen Screen eure Band auf der Bühne, inklusive tanzenden Fans. Die Charaktere wirken bei genauem Betrachten ziemlich pixelig, allerdings hat man eh wenig Zeit sich auf den oberen Bildschirm zu konzentrieren. Somit fallen die etwas groben Pixel nicht so stark ins Gewicht. Insgesamt betrachtet passt sich die bunte Grafik gut dem Spielgeschehen an, grafische Höchstleistungen sollte man allerdings nicht erwarten.

Sound:
Viel wichtiger als die optische Darstellung ist natürlich die klangliche Qualität des Titels. Aufgrund des begrenzten Speicherplatzes des DS-Moduls müssen hier einige Abstriche gemacht werden. Die Musikauswahl ist im Vergleich zum großen Bruder auf den heimischen Konsolen etwas ernüchternd. Gerade einmal 30 Titel haben es in die Trackliste geschafft. Zum Vergleich: DJ Hero bietet mehr als dreimal so viele Titel, Band Hero immerhin noch über 40 Songs. Dies scheint aber tatsächlich die Grenze zu sein, denn teilweise hören sich manche Lieder jetzt schon etwas blechern und dumpf an. Allgemein gilt: Kopfhörer sind Pflicht! Während die normalen DS Boxen viel zu leise sind, ist auch der Anschluss an die Anlage wenig ratsam, da man so sehr deutlich die qualitativen Abstriche heraushört.

Multiplayer:
Bis zu vier Spieler können gemeinsam oder gegeneinander antreten, sofern jeder von ihnen ein Modul besitzt, ein Einzelkartenmodus gibt es nämlich nicht. Ebenso wenig könnt ihr euch online duellieren, dafür gibt es die Möglichkeit den DS mit der Wii Version des Spiels zu verbinden um einen spaßigen Modus freizuschalten. Hier greift sich ein Spieler die Gitarre und versucht die Noten zu treffen, während der andere am DS alles daran setzt genau das zu verhindern.

Fazit:
Weniger ist manchmal doch mehr. Band Hero ist ein gutes Beispiel dafür. Zwar bietet das Spiel mit seinen drei Steuer-Varianten einen ordentlichen Umfang, doch keine dieser Steuerungen wirkt wirklich ausgereift. Während die Stimme beim Singen zu ungenau erkannt wird, sorgt der Guitar Grip-Controller nach kurzer Spielzeit immer noch für Gelenkschmerzen. Überaschenderweise hat man mit dem Gummi-Schlagzeug-Überzug noch den meisten Spaß, da er sowohl genau als auch angenehm in der Handhabung ist, dafür aber auch etwas abwechslungsarm daherkommt. Das Fehlen eines Karrieremodus und die etwas eintönige, auf den Massengeschmack abgestimmte, Musikauswahl sorgen ebenfalls nicht bei allen für Euphorie. Trotz all dieser Mängel ist Band Hero aber kein Totalausfall, denn abgesehen vom Mic macht es sowohl mit Gitarre als auch dem Schlagzeug wirklich Spaß auf Punktejagd zu gehen. Letztendlich bieten die Konsolenversionen aber immer noch erheblich mehr Spielspaß, womit Band Hero für den DS abgeschlagen im Mittelfeld verweilt und nur begrenzt zu empfehlen ist.

Rockt mit seiner Gruppe „PPP - Die portablen Punk Proleten“ alles weg: Marcel Gelhar für PlanetDs.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


WERTUNG:
65%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Präzise Steuerung, zumindest bei den Instrumenten. Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Sowohl Gitarre als auch Schlagzeug sind sehr innovativ umgesetzt.
Grafik

Erfüllt ihren Zweck, teilweise aber arg pixelig.
Sound

Ziemlich leise und teilweise blechern und dumpf.
Spielspaß

Zu viele Mängel dämpfen den Spielspaß ein.








Details
Spielname:
Band Hero

Publisher:
Activision

Developer:
Vicarious Visions

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
06.11.2009 (erschienen)

Multiplayer:
2-4

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (12)

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