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Shin Megami Tensei: Strange Journey


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Shin Megami Tensei: Strange Journey - Review vom 22.07.2010

Das ewige Liedchen vom Weltuntergang. Ein großes Thema in vielen RPGs, wo größenwahnsinnige Antagonisten entweder totale Weltbeherrschung oder die Entfesselung einer uralten wie auch unheimlich tödlichen Macht anstreben. Aber nur weniger Rollenspiele lassen es auch tatsächlich zu dieser Situation kommen. In Atlus‘ „Shin Megami Tensei“-Reihe ist das Ende der Welt tatsächlich kein fremdes Konzept – und schon lange nicht das Ende des Spiels. Und nach dem Strategie-RPG-Einstand in Form von „Devil Survivor“ dürfen wir nun erneut Pakte mit Dämonen abschließen und den Bestand der Menschheit sichern. Zumindest in Amerika und Japan, wo „Shin Megami Tensei: Strange Journey“ bereits erschienen ist. Das hat uns jedoch nicht daran gehindert, einen Blick in Reise zum Südpol zu werfen, um den dortigen Gestalten Guten Tag zu sagen und herauszufinden, ob sich der Ausflug auch wirklich lohnt. Was euch bei diesem Trip erwartet, verraten wir euch in unserem ausführlichen Import-Test.

Von schwarzer Materie in eisigen Regionen und dem Ende der Welt
Es scheint, als sei die Erde alles andere als einverstanden mit der Art, wie die Menschen ihr Leben auf diesem Planeten verbringen. Eines Tages nämlich entstand am Südpol ein riesiges, schwarzes Gebilde, das sich kontinuierlich ausbreitet. Da bisherige unbemannte Forschungsdronen nur widersprüchliches Bildmaterial aus den Tiefen der so genannten Schwarzwelt zu Tage förderten, entschloss man sich, ein Team von Forschern und Soldaten in die geheimnisvolle Leere zu schicken. Und wie man unschwer erraten kann, ist der namenlose Protagonist dieses Spiels, den ihr verkörpert, Teil dieser Truppe. Doch der Einsatz verläuft nicht nach Plan, unbekannte Kräfte reißen die vier Fahrzeuge der Einheit in die Tiefe – sie sind gestrandet in einer Welt, die mit gefährlichen Dämonen nur so zugepflastert ist. Und um wieder einen Weg hinaus aus dieser Misere zu finden, müssen sich die überlebenden des Teams tiefer in die Schwarzwelt begeben.

Das geschieht nach klassischer First Person Dungeon Crawler-Manier, wie man es etwa von den früheren „Megami Tensei“-Spielen oder „Etrian Odyssey“ her kennt. Nachdem ihr euch für den zu erkundenden Sektor der Schwarzwelt entschieden habt, bewegt ihr euch durch die Labyrinth-artigen Strukturen, begegnet hin und wieder anderen Mitgliedern der Kampftruppe und legt euch natürlich auch mit den zahlreichen Unterweltlern an, die diese Dimension ihr Zuhause nennen. Dabei habt ihr in der Regel immer eine Hauptmission, der ihr nachgehen müsst. Das können simple Erkundungsaufträge sein, aber auch Rettungseinsätze, bei denen vermisste Truppenmitglieder ausfindig gemacht werden müssen. Abseits der Story könnt ihr aber in verschiedenen Winkeln der finsteren Welt auf andere Dämonen treffen, die euch um einen kleinen Gefallen bitten. Solltet ihr der Bitte nachkommen, werdet ihr für eure Mühen mit einem kleinen Bonus-Gegenstand oder ähnlichem belohnt.

Der Mann in der modifizierbaren eisernen Maske
Eines der Kernelemente von „Strange Journey“ und euer größter Helfer auf eurer Reise ist der so genannte Demonica Suit. Der Anzug schützt den Protagonisten nicht nur handlungstechnisch vor den Einflüssen der Schwarzwelt, sondern kann auch noch auf verschiedene Arten und Weisen aufgerüstet werden. Dafür werden Rohstoffe benötigt, Forma genannt, die ihr entweder von Monstern erbeuten oder per Suit-Upgrade in der Umgebung verstreut finden könnt. Die Upgrades selber lassen sich noch einmal in zwei Kategorien aufteilen: Main Apps, die für das Voranschreiten wichtig sind und euch zum Beispiel die Fähigkeit verleihen, verschlossene Türen zu öffnen oder versteckte zu finden, und Sub Apps, die euch mit Sonderfähigkeiten wie HP-Regeneration den Erkunder-Alltag erleichtern. Die Forma benötigt ihr aber nicht nur für diese Anzug-Erweiterungen, auch Gegenstände wie Medikamente oder Waffen müssen aus ihnen gewonnen werden. Nur wer fleißig sammelt, hat also später eine Chance, in der feindlich gesinnten Welt zu überleben.

Doch was wäre der bestausgerüstete Mann ohne seine tapfere Crew, die Seite an Seite mit ihm kämpft? Richtig, ganz schnell am Boden. Ihr lenkt bei „Shin Megami Tensei“ natürlich keine Ein-Mann-Armee durch die Gänge. Allerdings werdet ihr auch nicht aktiv von anderen Mitgliedern der Schwarzwelt Investigation Unit unterstützt. Stattdessen könnt ihr per Demon-Summoning-Program-Erweiterung eures Demonica Suits feindliche Dämonen auf eure Seite ziehen und dann für euch kämpfen lassen. Doch nur die wenigsten Schergen schließen sich euch aus freien Stücken an – in der Regel müsst ihr erst im Dialog ihr Vertrauen gewinnen und anschließend mit ihnen verhandeln. Bei der Diskussion müsst ihr besonders darauf achten, mit was für einer Art von Dämon ihr es zu tun habt. Je nachdem, wie euer Gesprächspartner gelaunt ist, müssen eure Reaktionen auf dessen Fragen stimmen. Scheitert das Gespräch, riskiert ihr ein schwereres Folgegefecht oder gar einen verschwendeten Zug. Vertraut euch euer Gegenüber, könnt ihr jedoch zur Verhandlung ansetzen und entweder Geld, einen Gegenstand oder eben seine Partnerschaft fordern. Finanzielle oder materielle Dienstleistungen werden euch sofort gewährt. Solltet ihr es allerdings auf die Gesellschaft des Dämonen abgesehen haben, wird dieser von seiner Seite aus Forderungen aufstellen – Geld, gewisse Gegenstände oder einen Teil eurer HP bzw. MP. Erst, wenn ihr allen Bedürfnissen nachgekommen seid, wird euer Gesprächspartner sich erkenntlich zeigen. Und je nachdem, womit ihr es zu tun habt, müsst ihr euch die Frage stellen: Lohnt es sich, den Forderungen nachzugeben und so eventuell einen mächtigen Verbündeten zu gewinnen? Oder sollte ich mir meine Kraft lieber für die noch anstehenden Kämpfe aufsparen?

Der kleine Dämonen-Baukasten
Es gibt aber noch eine Möglichkeit, um an mächtigere Gefährten zu kommen: Der „Shin Megami Tensei“-Standard der Dämonen-Fusion. Hierbei lassen sich zwei oder mehr Gesellen zu einem neuen Wesen verschmelzen – vorausgesetzt, ihr seid vom Erfahrungslevel her auch mächtig genug, um den Zögling zu kontrollieren. Zusätzlich könnt ihr bei der Fusion euer Geschöpf auch mit einer Demon Source ausstatten, um ihm Bonus-Fertigkeiten zu verleihen. Insgesamt steht euch ein Katalog aus gut 300 Kreaturen zur Verfügung, den ihr nach und nach vervollständigt – denn gegen eine gewisse Gebühr könnt ihr ohne großen Aufwand jeden beliebigen Dämonen, der bereits an eurer Seite gekämpft hat, erneut heraufbeschwören. Ideal für vielfältige Fusionsexeperimente oder eine Teamneubildung in einem kniffligen Gebiet. Und glaubt uns: Leicht ist diese Reise bei weitem nicht! Wer das Abenteuer zu einem Abschluss bringen möchte, muss einiges an Frustresistenz und Geduld mitbringen.

Steuerung:
Lasst den Stylus stecken, Rekruten! Die Schwarzwelt wird vollständig per Steuer- und Tastenkreuz erkundet. An Bord eurer mobilen Basis schlagt ihr euch über Menüs zur Krankenstation oder zur Kommandozentrale durch, in der feindseligen Umgebung selbst bewegt ihr euch aus der Ego-Perspektive durch die schachbrettartig aufgebauten Gänge. Die strikt rundenbasierten Kämpfe werden selbstverständlich auch über Menüs ausgefochten. Das Kartenzeichnen, wie man es aus „Etrian Odyssey“ kennt, entfällt hier übrigens. Stattdessen waren die Entwickler gnädig genug, die Erstellung eines Ebenenplans komplett zu automatisieren.

Grafik:
Das riesige Korridor-System der Dämonenheimat erstrahlt vollständig in 3D – auch wenn die Weitsicht etwas eingeschränkt ist und Wände daher schon mal plötzlich ins Bild schießen können. Dafür bekommt ihr es auch mit optisch recht abwechslungsreichen Gebieten zu tun. Beginnt das Abenteuer noch in einer eisigen Höhle, steht ihr schon ein paar Ebenen weiter in einem flammenden Inferno oder Rotlichtdistrikt. Ebenso vielfältig gibt sich natürlich auch die umfangreiche Dämonenriege, allerdings hat man sowohl im Kampf als auch in den Dialogen mit Animationen gespart. Viele Kreaturen verfügen zwar über eine kleine Bewegungs-Dauerschleife, Attacken beschränken sich jedoch auf kurze Effekte. Gespräche hingegen werden entweder mit Charakterporträts oder starren Sprites auf dem Bildschirm geführt. Die teils recht detaillierten Beschreibungen geben euch zwar die Möglichkeit, Aktionsabläufe nachzuvollziehen, ein paar Animationen mehr wären aber dennoch wünschenswert gewesen.

Sound:
Ihr seid nahezu völlig auf euch allein gestellt… Und der Soundtrack lässt euch dieses auch wissen. Ruhige, bedrohliche Klänge begleiten euch auf eurer Reise, nur in den Gefechten melden sich vielleicht mal etwas pompösere Melodien. Auch die Dämonen geben kurze Geräuschfetzen von sich, anhand derer ihr zum Beispiel bei den Verhandlungen schon erkennen könnt, ob sich eure Antwort positiv oder negativ auf das Gespräch ausgewirkt hat. Insgesamt hält sich jedoch die Soundkulisse eindeutig zurück – was aber, wie schon erwähnt, zur einsamen Atmosphäre des Spiels gut passt.

Features:
Wie so gut wie jedes andere Rollenspiel der heutigen Zeit bietet auch „Strange Journey“ ein Gesinnungssystem. Je nachdem, wie ihr euch in den Gesprächen verhaltet, fühlt sich der Protagonist eher der rechtschaffenen, chaotischen oder neutralen Gesinnung zugehörig. Dadurch wird nicht nur beeinflusst, wie andere Team-Mitglieder auf euch reagieren, sondern auch, mit welchen Dämonen-Gattungen ihr schneller auf einen grünen Zweig kommt oder im Kampf gemeinsame Angriffe durchführen könnt. Ein einfacher Durchlauf kann schon mal gut 30 bis 40 Stunden verschlingen – wer wirklich alles sehen will, darf da aber aufgrund der Nebenaufgaben und zahlreichen rekrutierbaren Kreaturen noch einmal etliche Stunden dazurechnen.

Fazit:
Wie es der Titel vielleicht schon andeutet: „Shin Megami Tensei: Strange Journey“ ist definitiv nicht für jedermann geeignet. Der klassische Dungeon Crawler beginnt freundlich genug, zeigt aber schon sehr bald seine serientypisch erbarmungslose Seite. Wer nicht stetig seine Gruppe durch Kampf und Fusion stärkt, seine Ausrüstung auf den neuesten Stand hält und Forma sammelt, sieht sehr bald kein Land mehr. Doch genau das ist auch der Reiz des Spiels: Die Herausforderung, gepaart mit der bedrückenden Atmosphäre und spannenden Geschichte, die zu fesseln weiß. Das ist kein moderner „Shin Megami Tensei“-Ableger, wie westliche Spieler sie seit „Lucifer’s Call“ oder „Persona 3“ kennen – „Strange Journey“ ist ein RPG der alten Schule, wie es eigenwilliger und härter kaum sein könnte. Ein Fest für hartgesottene Rollenspielfans, die den Import nicht scheuen. Neulinge hingegen sollten vielleicht lieber auf einen anderen Titel ausweichen.

Verpflichtete Jack Frost zum Verfassen dieses Testberichts, Hee-Ho: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

WERTUNG:
80%
Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Eingängig und simpel – so muss es sein. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Zwar keine Innovationsgranate, aber ein erfrischend klassischer Ausflug in das „Shin Megami Tensei“-Universum.
Grafik

Abwechslungsreiche Gebiete, vielfältige Dämonen, jedoch mangelt es dem Spiel an Animationen.
Sound

Die etwas ruhigeren Klänge unterstützen die bedrückende Atmosphäre.
Spielspaß

Ein spannender und fordernder Trip in die Tiefen einer finsteren Welt.








Details
Spielname:
Shin Megami Tensei: Strange Journey

Publisher:
Atlus

Developer:
Atlus

Genre:
Rollenspiel

Release:
noch nicht bekannt

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:

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