PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
Nicht angemeldet!     Neu Registrieren   Loginname  Passwort:     Passwort?

Might & Magic - Clash of Heroes


  • Testbericht
  • Bilder (7)
  • News & Videos (12)
  • User (13)
  • Spiel Kaufen
Might & Magic - Clash of Heroes - Review vom 01.05.2010

Wie gewohnt: Der in seiner Sofakuhle sitzende Fantasy-Onkel erzählt wieder ein Kriegsmärchen von edlen Elfen, den natürlich habgierigen Menschen und irgendwelchen monströsen Störenfrieden. In der Tat wirkt „Might & Magic - Clash of Heroes“ nicht wie das kreativste Szenario, in dem der Spieler sein kleines Heerchen in epische Schlachten führt - Ubisoft ließ es sich also nicht nehmen, die M&M-Reihe (wir sprechen NICHT von diesen zuckrigen Smartie-Geschwistern, Gott bewahre!) auf dem DS mit einigen stereotypischen Figuren auszustatten. Der Ersteindruck vom Lande Ashan und dem coolen Kampfprinzip verdrängte alle Skepsis jedoch, als wir 2009 die Previewfassung anspielen durften - wie gut ist nun Ubisofts Vollversion? Wir haben uns für längere Streitzüge gewappnet und genug Lemba-Brote geschmiert, um diesmal auch mit den übrigen Helden-Kindern den Dämonenspuren nachzugehen.

Vorhang auf! Eine kleine große Familientragödie
Dreh- und Angelpunkt der Kampagnen-Handlung sind die fünf Kinder, dessen Rolle wir Kapitel für Kapitel übernehmen und somit der teuflischen Verschwörung nachgehen, die im Prolog beginnt: Dämonen überfallen in den Wäldern Irollans ein friedliches Dorf und töten kaltblütig die Eltern der Jünglinge. Bei der Flucht durch ein magisches Portal verschlägt es Godric, Fiona, Aidan und Nadia in alle Himmelsrichtungen, während Anwen (die gleichzeitig Auftaktfigur für das Abenteuer ist) in den Waldregionen zurückbleibt. Als mächtiges Artefakt gibt es hier keinen goldenen Ring, welchen die Hauptcharaktere in einen bebenden Schicksalsberg werfen müssen, sondern die „Klinge des Bindens“ - die in den falschen Händen Schrägstrich Klauen aber ebenfalls mächtiges Unheil anrichten kann.

Nach einigen grundlegenden Kampfübungen im Prolog ist euch mehr Freiraum geboten: Spaziert mit eurem Heldenknirps über eine Oberwelt, sprecht mit Händlern oder Personen, übernehmt Mini-Jobs als Kopfgeldjäger und öffnet Schatztruhen - alles keine innovativen Spielelemente, aber durch die hübsche Inszenierung angenehm aufbereitet. Habt ihr eine Figur heil durch den jeweiligen Handlungsabschnitt manövriert, fangt ihr mit dem nächsten kindlichen Hauptcharakter gewissermaßen wieder bei Null an, was euer eigenes Level und die Vielfalt bzw. Stärke eurer Einheiten angeht – ähnlich der Kapiteleinteilung in „Spellforce“ beispielsweise.

Super Clash Brothers
Wir haben es schon durchschimmern lassen: Der Hauptaspekt des Strategie-Rollenspiels liegt in den zahlreichen Schlachten, die Anleihen im Puzzle-Sektor weiterentwickeln und ungemeines Suchtpotential bergen. Ein typischer Kampf ohne Sonderbedingungen ist einfach zu skizzieren, aber auch nicht außerordentlich abwechslungsreich - und zielt im Normalfall darauf ab, die feindlichen Angriffs- und Verteidigungslinien zu durchbrechen sowie die gegnerische Lebensanzeige bis zum Ultimo zu senken. Vorher legt man drei Arten von Basiseinheiten fest, die mitkämpfen dürfen. Des Weiteren müssen sich Meister- (mächtig, aber schwieriger zu beschwören und langsamer) und Eliteeinheiten (stärker als Basiseinheiten, oftmals mit Spezialfähigkeiten gesegnet) um die zwei übrigen freien Plätze schlagen, damit sie auf dem Spielfeld erscheinen.

Rundenbasiert darf nun abwechselnd jeder der beiden Kontrahenten seine Truppen verschieben - drei gleichfarbige Basiseinheiten untereinander bilden hierbei einen Angriff, drei horizontal verbundene Einheiten der gleichen Art und Farbe erzeugen einen Verteidigungswall. Für ihre Attacke benötigt jede Einheit allerdings einige Runden Ladezeit, was strategisches Vorausdenken erfordert. Schnell ist jedenfalls ersichtlich, dass sich faszinierende Kombos ergeben, wenn man bestimmte Einheiten entfernt und die anderen nachrücken lässt - und PUFF!, sind wir im süchtigmachenden Puzzle-Gameplay angekommen.

Neben dieser Grundidee gefallen die Spezialfähigkeiten der Eliteeinheiten, die während ihrer Ladezeiten z.B. den Helden heilen, anderen Truppen zu schnelleren Angriffen verhelfen oder Wälle überspringen können. Erwartungsgemäß räumen die Meistereinheiten mit giftiger Säure oder zerstörerischen Steinschlägen am ordentlichsten auf, brauchen jedoch auch die längste Vorbereitungszeit - und können ebenso wie Eliteeinheiten sterben, wenn sie willentlich entfernt oder von gegnerischen Angriffen vernichtet werden. In diesem Fall müsst ihr Kämpfer-Nachschub an vorgefertigten Runen auf der jeweiligen Weltkarte besorgen, was logischerweise mit Rohstoff- und Geldkosten verbunden ist. Das ganze Kampfprinzip klingt erstmal kompliziert (vor allem, wenn wir an dieser Stelle noch Fusionen und Bindungen erklären würden!), funktioniert aber nach den ersten Spielstunden komplett routiniert und bringt unheimlichen Spielspaß.

Auffällig ist jedoch, dass sich zahlreiche Gegner als ausgesprochen zähe Brocken erweisen und dass somit auch Frustrationen nicht ausgeschlossen sind - weshalb vorher ordentlich trainiert werden sollte! Erwähnt seien am Schluss noch die Spezialkämpfe, die oftmals für die Haupthandlung relevant sind und beispielsweise verlangen, einzelne Personen zu beschützen, Schalter in der richtigen Reihenfolge zu treffen oder gegnerische Schlüsselfiguren auszumerzen.

Steuerung:
Das tolle Kampfprinzip lebt auch von der Übersichtlichkeit der zwei DS-Bildschirme und der intuitiven Steuerung via Touchpen - ihr zieht die gewünschte Einheit weg und setzt sie einfach an einer anderen Spalte ab, damit neue Angriffe formiert werden können. Das Entfernen von nutzlosen Truppen macht sich hingegen mit dem B-Knopf besser, sodass sich beide Mechaniken gut ergänzen. Auf der Oberwelt und in den Dialogen wird zumeist die Bequemlichkeit siegen und euer Steuerkreuz dazu genötigt werden, um den Pixel-Helden den rechten Weg zu weisen. Insgesamt wagt die Stylus-Befehlsführung also keine Experimente, dient aber als nahezu makelloses Bedienelement - einzig bei zu übereifrigem Vorhaben im Gefecht kann es passieren, dass man versehentlich die falsche Einheit entfernt oder eine Spezialattacke in der falschen Spalte startet. Vorsicht ist hier die Mutter der Porzellankiste!

Grafik:
In den zauberhaft gestalteten Märchenwelten kann man sich gut und gerne verlieren - auch wenn die begehbaren Welten größentechnisch längst nicht mit einem „Zelda: Link's Awakening“ mithalten können. Wir erleben dabei die feurigen Gruften der Dämonenwelt Sheogh ebenso wie den verträumten Wald von Irollan, und treffen überall auf winzige 2D-Figürchen, die wie unsere spielbaren Charaktere selbst aussehen. Auch im Kampf werden keine Effektfeuerwerke abgebrannt, die konkurrenzlos im Genre wären - sämtliche Kämpferlein sind mit eher schemenhaften Pixel-Ansammlungen dargestellt und sogar die wirkungsvollen Spezialattacken sehen nicht umwerfend aus. Trotzdem funktionieren sie natürlich gut in Ubisofts atmosphärischer Welt, ebenso wie die simplen Standbilder im Anime-Stil, welche die einzelnen Kapitel einleiten.

Sound:
Was über die optischen Qualitäten gesagt wurde, lässt sich beim Spielesoundtrack weiterführen: Gerade während der unzähligen Gefechte gibt es wenige Tracks zu hören, die alsbald auch nerven können. Zum größten Teil bekommen eure verwöhnten Ohren jedoch stimmige und eigenständige Hintergrundlieder zu hören, die außerdem mit realistischem Vogelgesang oder bedrückenden Tropfgeräuschen in Verliesen verziert werden. Keine Ohrwurmgefahr, aber dennoch nette Kompositionen.

Features:
Wer sich nicht in die Story fuchsen möchte, kann immerhin im Einzelkampf-Modus eine schnelle Schlacht führen. Im normalen Singleplayer gibt sich „Clash of Heroes“ aber ein wenig zickig mit Eingriffsmöglichkeiten und großzügigem Freiraum beim Ausbau seiner Mannschaft - ihr bestreitet lediglich die fürs Überleben notwendigen Kämpfe, sammelt ein paar Artefakte ein und knöpft euch dann den Endboss vor. Ebenfalls limitiert: Nur ein Artefakt kann sich der aktuelle Held umhängen, einige findet man mehrfach. Die Nebenmissionen sind ziemlich einfallslos - auch wenn die sogenannten Rätselkämpfe (alle Einheiten in einem Spielzug vernichten) teilweise echte Kopfnüsse darstellen. Außerdem dürft ihr selten an Statuswerten herumspielen oder taktische Großmanöver planen. Und nebst zwei Speicherständen für das Abenteuer und dem Multiplayer-Modus gibt es kaum eine Möglichkeit, über den Tellerrand hinauszublicken.

Multiplayer:
Von den langwierigen Ladezeiten einmal abgesehen, ist der Duellmodus eine willkommene Gelegenheit, um angeeignete Fähigkeiten gegen einen real existierenden Freund zu erproben. Besitzt euer Gegenüber kein eigenes DS-Modul, lässt sich ein spontaner Kampf mit zufällig zugeteilten Charakteren und Truppen einleiten, der ebenfalls schnellen Spielspaß gestattet - allerdings sind Veteranen mit ihrem Wissen über Spezialattacken und Vorteilen der jeweiligen Helden natürlich besser dran. Nett: Der Mehrspielerbereich lässt euch ein paar Charaktere aus Nebenhandlungen steuern, die im Kampagnen-Modus nicht mitsamt eigenen Attacken und Sonderfunktionen auszuwählen sind.

Fazit:
Ubisoft hat das angebrochene DS-Jahr mit „Might & Magic - Clash of Heroes“ gebührend eingeläutet. Unsere Angespielt-Eindrücke bezeugten der Umsetzung (einer auf Handhelds bislang unpopulären Marke) schon ausgezeichnete Spielbarkeit - und die Vollversion führt endlich auch die übrigen Heldenkinder zu ihrem eigenen Erlebnis in Ashan. Dabei dominiert das spaßige Puzzle-Kampfprinzip nahezu alles, womit auch Ermüdungserscheinungen zu späteren Zeitpunkten auftreten können. Es gibt relativ wenige Eingriffsmöglichkeiten und wenige Einheiten, und die einzelnen Kapitel laufen nach dem gleichen Muster ab. Dennoch kann man sich nur schwer davon losreißen, seine Truppen aufzuleveln und die Handlung voranzutreiben. Wer also schon immer eine Vorliebe zum „Puzzle Chronicles“-Flair und „Children of Mana“-Grafik hatte, den wird „Clash of Heroes“ ebenfalls gut bis zu den nächsten RPG- und Strategie-Highlights bringen.

Fragt sich, ob als nächstes die Tetris-Kriege anstehen: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
84%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Touchscreen und Tasten bilden optimales Teamwork beim Dämonenkampf. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Vorbildliche Bildschirm- und Stylus-Nutzung - das coole Puzzle-Gameplay im Kampf punktet weiterhin.
Grafik

2D-Szenarien fangen den Charme der jeweiligen Welt wunderbar ein, wohingegen die Kampfdarstellung oft ernüchtert.
Sound

Treffend komponierte Hintergrundmusik - schlaucht jedoch in den Schlachten etwas.
Spielspaß

Begeisterndes Gameplay, das die relative Eintönigkeit und Routiniertheit des Fantasy-Titels vergessen lässt.








Details
Spielname:
Might & Magic - Clash of Heroes

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Capybara Games

Genre:
Strategie

Release:
14.01.2010 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop