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Nintendo präsentiert Style Boutique


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Nintendo präsentiert Style Boutique - Review vom 05.02.2010

Wir erinnern uns mit Sicherheit an die Pressekonferenz von Nintendo zur E3 2009. Zahlreiche Zocker folgten gebannt dem Geschehen per Livestream, hofften auf eine Granatenankündigung nach der anderen... Und Nintendo zeigt „Style Savvy“. Gut, natürlich gab es auch für die firmeigene Fankurve reichlich Futter, doch wie „WiiMusic“ im Vorjahr – wenn auch nicht ganz so dramatisch – sollte die Präsentation dieses einen Titels den Gesamteindruck der Pressekonferenz auf Ewig trüben. Aber hinter „Nintendo präsentiert Style Boutique“, wie das Spiel im deutschsprachigen Raum heißt, steckt noch eine wesentlich interessantere Geschichte, als man als selbst ernannter Hardcode-Gamer eingangs vermutet. Entwickler syn Sophia war mal unter dem Namen AKI unterwegs. Und unter diesem Firmenbanner wurde ursprünglich an Wrestling-Spielen gearbeitet. Grund genug um uns zu fragen, ob dieser Face-Heel-Turn, wie ihn die enttäuschten Gesichter der Pressekonferenz sehen würden, vielleicht in einer typischen Casual-Katastrophe geendet ist oder ob hinter der banalen Fashion-Message doch mehr Substanz steckt, als der Schuh auf dem Cover verrät. Wie sagt es das Intro des Spiels so schön? „Willkommen in der Welt der Mode!“

Vom Neuling zur Filialleiterin in fünf Minuten
Wie es für Titel dieser Gattung – Wirtschaftssimulationen, um genau zu sein – üblich ist, braucht es eigentlich gar keine richtige Story. „Style Boutique“ bietet zwar eine, wirklich mehr als euch in die groben Spielmechanismen einzuführen tut sie jedoch nicht. Ihr fangt als neue Mitarbeiterin in der Mode-Boutique einer Dame namens Lydia an. Hier erlernt ihr kurz und bündig, wie ihr Kunden bedienen und euer Lager mit Ware füllen könnt. Dabei wird ein unglaubliches Gespür für Mode bei euch festgestellt, der Gönner der Filiale meldet sich (eine von insgesamt zwei männlichen Figuren des Spiels und, wenn man eurer virtuellen Arbeitskollegin glauben darf, unglaublich attraktiv) und nach wenigen Minuten habt ihr dann eure eigene Filiale am Wickel, die ihr zusammen mit eurer Kollegin Denise als Zwei-Frau-Team betreuen müsst. Zu guter letzt lernt ihr nach und nach noch weitere Institutionen der Stadt kennen und dann hat es sich auch schon wieder mit der Story. Klar, da ist nicht viel dran, dann wiederum macht sie auch nicht den Hauptreiz des Spiels aus. Die eigentlichen Stars sind natürlich die unzähligen Klamo... äh, die erfolgreiche Leitung eurer Filiale und der Ausblick auf Reichtum und Ruhm in der Modebranche.

Obwohl ihr theoretisch mit einer Kameradin den Laden schmeißt, bleibt nahezu alle Arbeit an euch hängen. Ein Blick in den Laden zeigt in einem aufgeräumten Menü sämtliche potentiellen Kundinnen. Mit einem Klick auf das entsprechende Porträt erfahrt ihr ein paar Details wie etwa das aktuelle Budget und einer Kurzbeschreibung der Besucherin. Nun könnt ihr euch entscheiden, ob ihr der Dame bei ihrer Shopping-Tour aushelfen oder doch lieber nach einer anderen hilfbedürftigen Person schauen wollt. Da hier im „Style Boutique“-Land aber niemand selbstständig einkaufen kann oder die Einnahmen mysteriöserweise im Portemonnaie eurer werten Kollegin verschwinden, müsst ihr die Fäden zwangsweise selbst in die Hand nehmen, um über kurz oder lang Profit aus der Sache zu schlagen. Doch das ist eine Angelegenheit von wenigen Minuten: Eure Kundin gibt euch einen Stilwunsch an – der von einer exakten Beschreibung bis zur Entscheidung nach eurem Ermessen reichen kann – ihr sucht im Lager eures Ladens nach den Klamotten und präsentiert diese. Dabei könnt ihr, solltet ihr euch von vornherein sicher sein, dass ihr die richtige Wahl getroffen habt, sie sofort zur Umkleide schicken oder bis zu drei Mal nachfragen, ob die Kleidung auch gefällt. Und selbst wenn ihr mal nicht die ideale Ware auf Lager habt: Per Multiple-Choice-Verfahren könnt ihr die Kundin trotzdem zum Kauf überzeugen – vorausgesetzt, eure Auswahl widerspricht nicht zu sehr ihrem Stil.

Natürlich bleibt das nicht eure einzige Beschäftigung in der Boutique. Ihr könnt auch in eurem Schaufenster komplette Kleidungssets anbieten, die ihr an Mannequins vorbereitet. Dabei ist jedoch stets zu beachten, dass eure Schöpfung zur Saison passt. Logisch, wer will schon im Winter mit kurzem Hemd und Minirock rumlaufen? Ihr solltet ebenfalls ständig euer Sortiment im Blick behalten. Ohne Ware lässt sich schließlich schlecht ein Betrieb am Laufen halten. Also habt ihr in gesunder Regelmäßigkeit die Modemesse zu besuchen, wo ihr mit eurem Shop-Budget Klamotten verschiedenster fiktiver Marken kaufen könnt. Dabei könnt ihr prinzipiell zwar ein breit gefächertes Sortiment erstellen, es ist jedoch ratsam, sich auf wenige Marken (und damit auch Stile) gleichzeitig zu konzentrieren. Euer Lagerplatz ist nämlich begrenzt und lässt sich erst nach und nach erweitern. Außerdem gilt es, eure momentane Ladenausstattung bei der Entscheidung in Betracht zu ziehen. Je nach Stil eurer Boutique zieht ihr mehr Kunden auf der Suche nach einer bestimmten Marke an Land.

Fashion-Showdown auf dem Catwalk
Jetzt läuft also euer Modepalast halbwegs anständig und auch die Kleiderbügel sind stets mit dem feinsten Klamotten ausgestattet. Doch wie zieht man die richtig großen Menschenmassen in den Laden? Das Zauberwort heißt Publicity und lässt sich auf zwei Arten besonders gut erreichen. Solltet ihr genug Geld zur Verfügung haben, lohnt sich die Investition in Newsletter. Dadurch sorgt ihr dafür, dass eure Boutique in diversen Modezeitschriften kräftig beworben wird. Die spannendere und auch interaktivere Variante ist jedoch die Teilnahme an einem Modewettbewerb. Hier dürft ihr beweisen, dass ihr da sbeste Gespür für Mode im „Style Boutique“-Universum habt. Nachdem ihr euch für eine Wettbewerbsstufe entschieden habt, bekommt ihr ein Thema gestellt und müsst dann das euch zur Verfügung gestellte Model passend einkleiden. Sollte der Jury eure Zusammenstellung gefallen, werdet ihr mit Geld, spezieller Kleidung und natürlich einem großen Artikel in Modezeitschriften geehrt. Dieser Ruhm will aber hart erarbeitet werden. Zu Beginn mag noch ein schlichtes Outfit gefordert sein, doch ähnlich wie die Kundenwünsche werden auch die Wettbewerbsanforderungen laufend komplexer.

Haben wir noch etwas vergessen? Ach ja, die virtuelle Repräsentation eurer selbst! Im Laufe der Einleitungsphase könnt ihr die Gesichtszüge sowie das Start-Styling eures weiblichen Avatars festlegen. Das heißt aber selbstverständlich nicht, dass ihr diese Entscheidungen später nicht mehr ändern könnt. Mit dem Gesicht müsst ihr zwar weiterhin leben – Schönheits-OPs gibt es hier nicht – beim örtlichen Friseur und im Kosmetikstudio dürft ihr aber euren Haarschnitt und das Make-Up jederzeit anpassen. Vorausgesetzt, euer Taschengeld reicht aus. Abgesehen davon steht euch ein gut gefüllter Kleiderschrank zur Verfügung, der sämtliche Klamotten enthält, die ihr je im Spiel für euren Laden gekauft oder erhalten habt.

Steuerung:
Die Arbeit in der Modebranche erfordert außerordentlich viel Menüarbeit. Dabei werden alle Aktionen über den Touchscreen ausgeführt. Egal ob Kleidungsauswahl, Kundengespräch oder Lageraufstockung: Mit dem Stylus habt ihr in nullkommanix alles im Griff. Große Kritikpunkte an der Kontrolle gibt es eigentlich keine – sofern ihr Rechtshänder seid. Anscheinend haben die Macher keine Linkshänderinnen in der Zielgruppe mit einberechnet, einen speziellen Steuerungsmodus für diese gibt es nämlich nicht. Und da man den DS seitlich halten muss, spielt sich „Style Boutique“ für Linkshänder ziemlich unkomfortabel.

Grafik:
Im Prinzip klickt ihr euch hauptsächlich durch schlichte Menüs, die durch 2D-Bilder der Spielumgebungen ergänzt werden. Richtig Farbe ins Spiel kommt durch den riesigen Kleidungskatalog. Hier finden sich zwar auch Instanzen von gleichen Stücken mit anderer Farbe, dennoch warten die Klamotten mit einem wahrhaft abwechslungsreichen Sortiment an Mustern und Formen auf – so, wie sich das auch gehört. Die 3D-Modelle der verschiedenen Figuren sind in Ordnung, wirken nur teils ein wenig nachlässig animiert. So verharren die Hände beispielsweise fast dauernd in einer starren, puppenhaften Position.

Sound:
Freundliche, ruhige Klänge, das obligatorische Gemurmel im Hintergrund... Wirklich großartige Errungenschaften bietet „Style Boutique“ zwar nicht und man verpasst auch nichts, wenn man die Lautstärke runterdreht, aber ebensowenig wirkt sie störend auf dem Spieler.

Multiplayer:
„Style Boutique“ lässt euch nicht nur isoliert für euch selbst spielen, sondern gibt euch auch noch die Möglichkeit, mit anderen Boutique-Besitzern in Kontakt zu treten. Etwa, indem ihr einen Flyer entwerft und das Spiel in den Promo-Modus schaltet. Begebt ihr euch dann in die Nähe eines Spielers, der sein Spiel ebenfalls in den Promo-Modus geschaltet hat, tauscht ihr auf diese Art und Weise Flyer aus. Auf diese Weise könnt ihr andere Leute auf euren Online-Laden aufmerksam machen. Denn genau dafür prangt das große „Nintendo Wi-Fi Connection“-Symbol auf der Box: In der so genannten Modestadt habt ihr die Möglichkeit, ihr eine kleine Zweigstelle eröffnen, über die ihr eure Zusammenstellungen an andere Spieler verkaufen könnt. Ebenso könnt ihr natürlich euch auch selbst mit den Outfits anderer eindecken. Dies könnt ihr übrigens auch im lokalen Mehrspieler-Modus machen. Exklusiv für die lokale Zusammenkunft steht der Fashion-Contest zur Verfügung, der ähnlich abläuft wie die Variante im Hauptspiel.

Fazit:
Wir wissen, es mag schwer zu glauben sein... Aber „Nintendo präsentiert Style Boutique“ ist ein gar nicht mal so schlechtes Spiel. Klar ist es noch einiges davon entfernt, zu einem Pflichtkauf zu werden – dafür ist der Titel noch etwas zu simpel gestrickt und mit zu wenig Einstellungsmöglichkeiten ausgestattet – und auch die Glorifikation der Modeindustrie darf zweifelnd betrachtet werden. Doch hinter der Fassade steckt eine kurzweilige und überraschend spaßige Wirtschaftssimulation, die durch Einsteiger-freundlichkeit und Experimentiermöglichkeiten in Sachen Outfit-Erstellung glänzt. Wir können es euch nicht verübeln, wenn das Spiel nicht euren Geschmack trifft – wir sagen allerdings: Gebt „Style Boutique“ ruhig mal eine Chance. Es besteht die Möglichkeit, dass ihr eine angenehme Überraschung erlebt!

Entdeckt seine weibliche Seite: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
72%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Eingängige Stylus-Steuerung ohne große Mängel – bis auf das Fehlen eines Linkshändermodus'. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Mit großartigen Innovationen hält sich „Style Boutique“ zurück, leidet darunter aber auch nicht.
Grafik

Schlichte Menüs, vielfältige Kleidung und 3D-Figuren, die ein paar Animationen mehr verdient hätten.
Sound

Man verpasst nichts, wenn man abschaltet.
Spielspaß

Wenn man hinter die oberflächliche Message blickt und sich darauf einlässt, kann die Leitung der Boutique viel Spaß bereiten.








Details
Spielname:
Nintendo präsentiert Style Boutique

Publisher:
Nintendo

Developer:
syn Sophia

Genre:
Simulation

Release:
23.10.2009 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 offline, 1-2 online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (23)

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