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Der magische Stift


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Der magische Stift - Review vom 09.03.2010

Entwickler 5th Cell beehrte uns im Jahre 2009 doch tatsächlich nicht nur einmal mit dem Puzzle-Plattformer „Scribblenauts“, sondern schickte auch die „Drawn to Life“-Marke in eine zweite Runde. Getarnt unter dem deutschen Decknamen „Der magische Stift“ wird das zweite Kapitel um den Eigenbau-Helden, die Raposa und natürlich den Schöpfer -also dem Spieler- eingeläutet. Schon Teil 1 wusste durch seine soliden Plattform-Passagen, die interessante Handlung und natürlich nicht zuletzt durch das groß aufgespielte Zeichen-Feature zu überzeugen. Haben die Entwickler mit „The Next Chapter“, wie der Titel im englischen Original heißt, einen würdigen Nachfolger abgeliefert und den Erstling übertreffen können? Das Zeichenbrett wird uns zur Antwort führen.

Es war einmal... keine Farbe mehr da
Nach den dramatischen Ereignissen des ersten Teils kehrt wieder Frieden in die Fantasie-Welt von „Drawn to Life“ ein. Zumindest, bis ein Mädchen namens Heather auf eine mysteriöse Truhe stößt. Diese beinhaltet nichts geringeres als Wilfre, den Antagonisten des Vorgängers. Dieser ergreift Besitz von Heathers Körper und bedroht nun abermals die Welt, indem er ihr sämtliche Farbe entzieht. Die Flucht vor dem Farbverlust führt die tapferen Raposa (wie das Volk in „Drawn to Life“ genannt wird) auf ein vom Schöpfer (also euch) herbeigerufenes Schiff, von wo aus sie wieder einen von euch gezeichneten Helden beschwören und hinausfahren, um der Welt ihre Farbe zurückzugeben und Heather zu retten.

Und hier kommt ihr ins Spiel: In vier Kapiteln führt ihr nun euren selbstgemalten Charakter durch die anfangs farblosen, später bunten Reiche. Dazu legt ihr per Farbtupfer auf der Oberwelt neue Level frei, die ihr dann in klassischer 2D-Jump 'n'-Run-Manier zu absolvieren habt - und damit meinen wir wirklich „klassisch“. Euer Held kann hüpfen, eine der vier Waffen (Schwert, Yo-Yo, Schusswaffe und ein Rammangriff stehen zur Auswahl) im Kampf gegen die herumstreunenden Feinde einsetzen und sich im Laufe des Spiels in zwei andere Formen verwandeln. Während ihr bei der Auswahl eures Kriegsgeräts ganz nach euren Vorlieben handeln könnt, kommen die Verwandlungen selbstverständlich dann zum Einsatz, wenn es die Level von euch fordern. In Klecksgestalt ähnelt eure Figur einem Blob, der sich dank seiner Form ideal für enge Gänge eignet. Die Spinnenform lässt euch hingegen an Wänden und Decken entlangkrabbeln und Spinnennetze verschießen, die ihr entweder zum Fesseln der Feinde oder zum Herumschwingen in der Landschaft nutzen könnt.

O großer Schöpfer, gewähre uns einen neuen Weg!
Um ein wenig Abwechslung vom Hüpfspiel-Alltag zu bieten, stellt euch „Der magische Stift“ auch gerne mal Rätselräume in den Weg. Diese bestehen aus einem riesigen Raum, einer nicht weniger großen Schlucht oder einem vergleichbaren Hindernis und einem Ausgang. Ziel ist es hier nun, mit einer begrenzten Anzahl von Strichen einen begehbaren Weg für euren Helden zu zeichnen. Dürstet es euch nach mehr Abwechslung? In wenigen Levels dürft ihr euch hinter das Steuer eines Raumschiffs klemmen und eine Shoot'em-Up-mäßige Passage bestehen. Und natürlich steht am Ende einer jeden Welt ein herausfordernder Boss an, den es mit der richtigen Strategie zu bezwingen gilt.

Steuerung:
Wie es sich für ein Spiel dieses Genres gehört, wird der Löwenanteil der Arbeit mit den DS-Tasten erledigt. Euer Held steuert sich nahezu anstandslos, ihr habt zu so ziemlich in jeder Situation die volle Kontrolle. Wenn es allerdings ans Zeichenbrett geht, kommt natürlich der Stylus bevorzugt zum Einsatz - es sei denn, man möchte wirklich präzise arbeiten. Dann hilft trotz dreifacher Zoomstufen nur das Abklicken der Pixel per Steuerkreuz.

Grafik:
5th Cell hat sich bei „Der magische Stift“ vollständig auf einen mit dem Vorgänger vergleichbaren 2D-Stil verlassen. Das Ergebnis kann sich auch durchweg sehen lassen: Die Umgebungen sind fantasievoll gestaltet worden und die Figuren warten durch liebevolle und lebendige Animationen auf. Wie gut sich dieses Gesamtbild aber hält, hängt dank des großen Mal-Features sehr stark von den eigenen Zeichenkünsten am Touchscreen ab. Glücklicherweise bietet das Spiel für künstlerisch weniger begabte Leute in vielen Fällen auch vorgefertigte Schablonen, die sich nahtlos ins Gesamtbild einfügen.

Sound:
Generell bietet das zweite „Drawn to Life“-Kapitel einen schönen Pool an Melodien. Leider mangelt es diesen ein wenig an Abwechslung, sodass man häufig das Gefühl hat, ständig dasselbe zu hören. Dabei stechen höchstens zwei eingesungene Stücke sehr positiv heraus, von denen es aber eben nur diese zwei an bestimmten Stellen gibt. Besagte Melodien sind besonders hörenswert, ansonsten kann man auch ruhigen Gewissens die Lautsprecher des DS schonen.

Features:
Einen Großteil des mit etwa zehn Stunden recht kurzen Abenteuers verbringt ihr damit, Zwischensequenzen anzuschauen. Es ist schon ein wenig erschreckend, wie kurz die Level des Spiels -und damit auch die eigentliche Hauptattraktion eines Jump 'n' Runs- alle ausfallen. Das Positive daran ist, dass die Story dafür wenigstens zu fesseln weiß und ungewöhnlich komplex für das Genre ist. Ein bisschen mehr Plattforming hätte aber dennoch sein dürfen. Abseits des Hauptabenteuers gibt es nämlich, von einigen Bonus-Ebenen abgesehen, nicht viel zu sehen. Und über die drahtlose Datenübertragung könnt ihr lediglich Zeichnungen mit anderen Spielern tauschen.

Fazit:
Man ist fast schon versucht, „Der magische Stift“ das „Metal Gear Solid“ unter den DS-Jump 'n'-Runs zu nennen. Einfach nur, weil die Story einen so großen Teil des Spiels einnimmt und dabei die eigentlichen Hüpfpassagen viel zu kurz kommen. Doch von diesem Manko mal abgesehen bietet auch das zweite Kapitel der „Drawn to Life“-Saga immer noch solide Plattformer-Hausmannskost, gepaart mit dem einzigartigen Zeichen-Feature, mit dem ihr der Welt euren eigenen kreativen Touch verpassen könnt. Wer auf der Suche nach einem leicht verdaulichen, wenn auch geschichtstechnisch komplexen Jump 'n' Run ist, der ist bei „Der magische Stift“ sicherlich nicht an der falschen Adresse.

Retter der Raposa: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
75%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Solide Charakterkontrolle, nur die Touchscreen-Zeichnerei kann manchmal etwas frustig sein. Innovationsfaktor:
+++++  (5 von 5 Sternen)
Es ist nach wie vor faszinierend, seine eigenen Zeichnungen im Spiel lebendig werden zu lassen.
Grafik

Detailverliebte Gebiete und überzeugende Charakteranimationen - und eure kleinen Kunstwerke mittendrin.
Sound

Schöne, wenn auch wenige und mit der Zeit repetetive Melodien.
Spielspaß

Ein insgesamt kürzeres Abenteuer mit nicht minder kurzen Jump 'n' Run-Passagen und viel Story.








Details
Spielname:
Der magische Stift

Publisher:
THQ

Developer:
5th Cell

Genre:
Jump 'n Run

Release:
30.10.2009 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (12)

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