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Dementium - Die Anstalt


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Dementium - Die Anstalt - Review vom 12.08.2009

Du wachst auf - in einem vermoderten, heruntergekommenen Krankenhauszimmer. Unter dämmerndem Licht schweifen deine benommenen Augen umher und erblicken blutüberströmte Wände, verrostetes Inventar und es scheint, als ob nichts da ist, wo es sein sollte. Dunkelheit und Chaos beherrschen dein Umfeld. Die Luft steht und der stickige Geruch schlägt auf deinen Magen. Schmerzerfüllt hievst du dich aus dem Krankenbett, deine Beine sind schwer und du hast nur noch schemenhafte Erinnerungen im Kopf. Was ist geschehen? Wo bist du? Antworten auf diese Fragen finden sich nicht in deinem lückenhaften Gedächtnis. Deine Gedanken konzentrieren sich nur auf ein Ziel: Du musst hier raus…

Was ist mit Zimmer 237?
…doch die Horrorgeschichte aus der Feder von Entwicklerschmiede Renegade Kid hört noch lange nicht auf. „Demenitum - The Ward“ nennt sich das neueste „Angst! Rette sich wer kann!“-Spiel auf dem Nintendo DS. Der Begriff „neu“ ist dabei relativ zu betrachten, denn in den USA erschien diese Kreuzung aus Doom, Silent Hill und Resident Evil schon im Oktober 2007. Nun hat man sich dazu durchgerungen, „Dementium“ auch in Deutschland zu veröffentlichen und es stellt sich die Frage - kann das Spiel noch immer mithalten oder hat der Zahn der Zeit zu sehr daran genagt? Im aktuellen Test verraten wir euch, ob bei uns Gänsehautstimmung aufkommen konnte oder wir nur noch ein müdes Grinsen aufsetzten, angesichts dieses gewollten Horror-Flairs.

„Dementium“ ist Horror-Survival in Reinkultur. Nach der ersten Schockminute geht es raus auf den Flur des Schauer-Sanatoriums und auch dort stellt sich schnell heraus, dass etwas nicht stimmt. Die Dunkelheit wird nur durch das Flackern einiger Lichter erhellt. Das Dahinsiechen der Elektrizität kann bloß durch die Notstromaggregate aufgehalten werden. Man erblickt einen Kadaver nach dem nächsten. Glück im Unglück: Eine alte, flackernde Taschenlampe erhellt zumindest notdürftig den Weg. Doch als die ehemaligen Patienten anfangen, von den Toten aufzuerstehen und einen Heißhunger auf warmes Fleisch verspüren, ist alles vorbei und der Überlebenskampf beginnt. Bei Zombies hört es auch nicht auf, denn es kreucht und fleucht so allerlei Unnatürliches umher und wenn ein Fleischermesser schwingender Kadaver-Kloß anfängt, mit seinem Beil nach einem zu schwingen, bedarf es auch mehr als einem Polizeiknüppel oder einer Kleinkaliberpistole.

In insgesamt 16 Kapiteln gilt es, sich durch diverse Gänge zu schleichen, stets mit der Taschenlampe im Schlepptau und sobald sich im Dunkeln etwas regt, die Waffe zu zücken und wild umherzuballern. Denn leider fand sich in diesem Krankenhaus keine MP5 mit integrierter Scheinwerferfunktion und so tappt man stets sprichwörtlich im Dunkeln.

Dann umfing mich die Dunkelheit. Ich irrte umher ohne Gedanken ohne Zeitgefühl.
Was anfänglich sehr schön in Szene gesetzt ist und mehr als atmosphärisch daherkommt, baut jedoch später ab. Das Leveldesign wird von Kapitel zu Kapitel ähnlicher und der Korridor-Klau fällt beim dritten oder vierten Mal negativ ins Auge. Natürlich sieht ein Krankenhaus auf jeder Etage recht ähnlich aus, doch wünscht man sich als Spieler zumindest etwas mehr als Blut an den Wänden und 101 verschlossene Türen. Für Abwechslung sorgen die diversen Rätsel, die immer mal wieder in den Raum geworfen werden. So gilt es beispielsweise Zahlenkombinationen zu knacken, indem man diverse Denkaufgaben meistert oder es müssen Schlüssel und andere Gegenstände aufgestöbert werden, um das Vorankommen zu gewährleisten.

Der Schwierigkeitsgrad ist recht flexibel und abhängig von den Gegenständen, die man findet. Sollte man beispielsweise im späteren Spielverlauf ohne Kettensägen-Surrogat durch die Hallen schleichen, wird man oft mit leeren Waffen dastehen und fluchend vor schleimigen Wurmhorden im Facehugger-Stil fliehen müssen. Besonders ärgerlich ist diese Tatsache, da die Gegner stets wieder auftauchen, auch wenn sie erledigt wurden, sobald man einen Raum verlässt. Munition und Gesundheit hingegen werden aufgenommen und sind dann permanent in den Besitz des Spielers übergegangen.

Dennoch tut dies auf Dauer nichts zur Sache, denn ein geübter Spieler kann „Dementium“ in rund drei Stunden durchspielen. Zwar kommt es einem länger vor, denn das Ableben und neue Auftauchen wird nicht auf dem Zeitzähler gewertet, ebenso die Zwischensequenzen nicht, aber die Uhr am Ende spricht andere Zeichen. Aufgrund der Rätsel verringert sich auch die Wiederspielbarkeit, da -wenn diese einmal durchschaut sind- ein erneuter Rundgang wesentlich einfacher ausfällt.

Steuerung:
So butterweich, man mag glatt vermuten, der Nintendo DS sei dafür geschaffen. Es ist eigentlich verwunderlich, warum nur rund eine Hand voll guter Shooter bisher auf dem Doppelbildschirmer veröffentlicht wurden. Das Potential ist so groß und die Möglichkeit, die Steuerung auf dem Touchscreen als Navigationsmittel und den oberen Bildschirm als grafische Ausgabe zu nutzen, verlangen gerade danach. Die Realität sieht aber anders aus und so kann man bei diesem Spiel eigentlich nur sagen: Umsetzung gelungen, Patient gestorben… Wer ein paar Handgriffe an „Dementium“ gelegt hat, wird schnell alles durchschaut haben und problemlos mit der Taschenlampe in der Hand durch die Gänge schleichen. Wenn es raschelt im Karton, wird die Waffe gezückt und in die Dunkelheit gefeuert. Das kommt uns doch arg bekannt vor… „Doom III“ lässt grüßen.

Grafik:
Optisch betrachtet ist „Dementium“ ein Paradebeispiel, um zu zeigen, dass der Nintendo DS mehr auf dem Kasten hat, als man vermuten mag. Die 3D-Engine läuft äußerst geschmeidig und der düster-schaurige Look, gepaart mit passenden Videosequenzen kann sich sehen lassen. Der Taschenlampen-Effekt sorgt für das Übrige, wobei die Weitsicht ohne Lauflicht natürlich drastisch sinkt und man oft nicht mehr weiß, wo Hinten und Vorne ist. Das einzige grafische Manko liegt im Leveldesign, dass zu oft recycelt wird.

Sound:
Da rutscht das Herz sprichwörtlich in die Hose, denn bei jedem Schritt hört man sein Pumporgan aufpochen. Dies erzeugt zusammen mit der atmosphärischen Musik eine schöne düster-schaurige Stimmung. Dazu kommen die typischen Horrorelemente wie Schreie aus der Dunkelheit, weinende Kinder oder Schlürf- und Schmatzgeräusche. Auch hier also eine gelungene Mischung.

Features:
Warum hat man so lange gebraucht, um „Dementium“ auch in Deutschland zu veröffentlichen? Man wollte es richtig machen und hat das Spiel lokalisiert. Selbst die Ingame-Grafiken wurden an die hiesige Spracheigenschaften angepasst. So will man das und wer das Original will, kann seine Spracheinstellung auf Englisch belassen und sich an den Eigenarten der Anglizismen erfreuen. Ansonsten gibt es nicht viel zu vermelden im Sektor der Features. Es gibt zwei Speicherstände und ein relativ kurzes Einzelspieler-Horror-Abenteuer mit zahlreichen Rätseln. Multiplayer ist Fehlanzeige.

Fazit:
„Dementium - The Ward“ ist ein erstaunliches Stückchen Software für den Nintendo DS. Selbst fast zwei Jahre nach dem US-Release braucht es sich nicht vor anderen Spielen verstecken. Es hat zwar seine Macken mit kurzer Spieldauer und abschüssige Liebe im Leveldesign, doch wenn man dieses Spiel nachts unter der Bettdecke spielt, hat es genau den Effekt, den man sich von einem Horror-Survival-Titel wünscht. Renegade Kid haben mit ihrem Auftakt-Produkt ein kleine Perle geliefert, die noch etwas Feinschliff benötigt hätte. Aber mit „Moon“ und für DS haben sie schon ihre nächsten Projekt am Start und „Dementium II“ bereitet sich auch schon auf eine weitere Krankenhausvisite in den USA vor. Wem das Gerne gefällt und über kleinere Mankos hinweg sehen kann, bekommt ein klasse Spiel geboten. Aber vergesst nicht - das Grauen wartet in der Dunkelheit…

Versteckt sich nachts im Keller und erschreckt seinen Kater: Kevin Jensen für PlanetDS.de

Vielen Dank an TopWare Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
78%
Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Butterweiche Touchscreensteuerung. So soll es sein. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Touchscreengesteuerter Horror im Hosentaschenformat.
Grafik

Optische Gruselreize vom Feinsten.
Sound

Schaurig schallt es in die Dunkelheit.
Spielspaß

Gelungenes, aber kurzes Horror-Abenteuer.








Details
Spielname:
Dementium - Die Anstalt

Publisher:
TopWare Entertainment

Developer:
Renegade Kid

Genre:
Shooter

Release:
17.04.2009 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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