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Overlord Minions


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Overlord Minions - Review vom 03.08.2009

Wer wollte nicht schon einmal gern den dunklen Herrscher mimen? Denjenigen, der das Volk unterjocht, mit eiserner Hand regiert und ungehorsame Untertanen natürlich entsprechend bestraft. Es ist eine Fantasie, mit der auch Videospiel-Programmierer gern arbeiten. Spiele wie „Overlord“ für PC, Xbox 360 und PlayStation 3 sind dann das Ergebnis derartiger Überlegungen. Und da dieses Spiel ein nicht zu unterschätzender Erfolg war, überrascht es wohl niemanden, dass Codemasters nun zwei Jahre später kräftig nachlegt – mit gleich drei neuen Titeln des Franchises. Einer davon ist „Overlord Minions“ für den DS. Wer jetzt allerdings einen (eventuell lang herbeigewünschten) ordentlichen „Pikmin“-Ersatz erwartet, der wird beim Spielstart auf jeden Fall schon mal eine Enttäuschung davontragen. Doch was bietet uns die „Minions“-Ausgabe von „Overlord“ stattdessen? Wie kommen wir in der portablen Ausgabe unseren Weltherrschaftsambitionen nach? Lasst uns in die schwere Rüstung des Overlords schlüpfen und auf der Suche nach Antworten eine Spur der Verwüstung hinterlassen!

Das megalomanische Minion-Quartett, zu Ihren Diensten!
Es war einmal ein Fantasy-Königreich... Der mächtige Overlord, ein in Ganzkörperrüstung versunkenes Wesen mit den leuchtenden Augen eines richtig üblen Bösewichts, entspannt sich gerade in seinem Schloss, als ein etwas zu groß geratener Kobold höheren Alters das Anwesen betritt. Der Kauz mit der krächzenden Stimme ist Gnarl, der Schergenmeister – eine Figur, die Kennern des Original-„Overlord“ schon bekannt sein dürfte. Gnarl informiert seinen Meister über ein paar seltsame Kreaturen, die das friedlich-böse Leben des alles beherrschenden Overlords bedrohen. Doch anstatt nun die Axt des Rüstungsträgers herbeizutragen, schlägt der Schergenmeister eine andere Methode vor: Ein Elite-Trupp, bestehend aus vier Schergen, wartet gespannt auf ihren ersten richtigen Einsatz. Wäre doch ideal, die Einheit auf die Reise zu schicken, nicht? Und so beginnt das Abenteuer von Gunther, Brutus, Stinker und Sepp.

Anderorts, 17 Jahre zuvor: Blizzard Entertainment, damals noch unter anderem Namen, veröffentlicht den Puzzle-Plattformer „The Lost Vikings“ und liefert damit die Vorlage der Grundidee von „Overlord Minions“. Denn wie ihr euch sicher denken könnt: Ihr seid nicht ohne Grund mit einem Team aus exakt vier Schergen auf Achse. Die farbcodierten Minions haben alle ihre eigenen speziellen Fähigkeiten und, zumindest in den Cutscenes, auch ihre eigenen Persönlichkeiten.

Da hätten wir als Erstes Gunther, den braunen Schergen für alle Kraftakte des Spiels. Er ist eine Kämpfernatur und liebt es, Sachen zu zerschlagen. Außerdem lässt sich Gunther nicht so leicht vom Wind wegpusten und kann die allseits beliebten Kistenschiebe-Rätsel lösen. Der rotgefärbte Brutus hingegen zählt mehr zu den Fernkämpfern. Er schmeißt mit Feuerbällen um sich und erfreut sich an allem, was entflammbar ist. Grün steht für Gift, hin und wieder auf für giftige Gase. Und wer trägt einen passenden Namen dafür? Klar, Stinker! Dieser Minion ist der Assassine der Gruppe, was übersetzt bedeutet: Steckt etwas weniger Treffer weg als Gunther, kann dafür aber auch einen Tick schöner austeilen. Außerdem kann er sich unsichtbar machen, sofern er sich nur langsam bewegt. Stinker hinterlässt nach Genuss einer gewissen Frucht eine Straße aus grünen Wölkchen, die wiederum von Brutus angezündet werden können. Last but not least wäre da noch Sepp, der Älteste im Bunde, ausgestattet mit einem deutlichen Blauton auf der Haut. Zwar deutet dies nicht auf ein Trink-Problem des vergleichsweise vernünftigsten Minions hin, dafür kann er aber schwimmen und so die immer wieder auftauchenden Wasser-Abschnitte meistern. Nicht zuletzt hat Sepp als einziger eine Ghostbuster-Lizenz und kann damit Geister angreifen, ist aber eigentlich weniger Kämpfer sondern mehr der Sanitäter der Gang.

Die steinige Reise der fünf vier Freunde
Nun kennen wir die Crew und deren Fähigkeiten, kommen wir zum eigentlichen Abenteuer! Jeder Abschnitt von „Overlord Minions“ besteht aus mehreren Teilgebieten, deren Erkundung in der Regel das Lösen von kleinen Schalterpuzzles und die Bekämpfung von feindlich gesinnten Gesellen erfordert. Klassisches Spielprinzip also. Und wie der Fähigkeiten-Katalog der Schergen schon andeutet, erfordern so ziemlich alle Rätsel den Einsatz eines bestimmten Unruhestifters. Die Puzzles fangen einfach (mit zum Beispiel einem Schalter am anderen Ufer eines Flusses) an, werden dann jedoch stetig komplexer mit etwa einer Kanone, die von Gunther bewegt und von Brutus angezündet werden muss. Das geht hin bis zu Knobeleien, die die Fertigkeiten aller vier Schergen ausnutzen. Am Ende eines jeden der sechs Kapitel wartet dann noch ein kleines Intermezzo mit einem Boss (welches in der Regel auch aus einem kleinen Rätsel anstelle eines Tests von roher Gewalt besteht) auf das Quartett.

Es gibt jedoch ein gewaltiges Problem mit den Leveln: Die Abschnitte dauern gute 10 bis 15 Minuten pro Stück und die eigene Performance wird zum Abschluss auch noch auf einer Skala von 1 bis 100 bewertet, wobei gesammelte Gegenstände, vernichtete Feinde und Objekte sowie gefallene Schergen in die Wertung hineingehen. Das angesprochene Problem bezieht sich auf die im Gefecht umgekommenen Minions: So lange noch einer am Leben ist, kann dieser an einer Brutgrube (markiert durch eine vierfarbige Platte) seine Kameraden wieder ins Spiel zurückholen. Gehen jedoch alle hops, darf man den gesamten Level noch einmal von vorne angehen – auf Checkpoints hat man nämlich verzichtet. Und wenn man dann noch bedenkt, dass gerade die letzten Level in der Regel genau am Ende noch einmal richtig gemein werden, kann genau dieser Umstand für mächtig Frust sorgen.

Steuerung:
„Overlord Minions“ legt die Tasten des DS beinahe vollständig beiseite und setzt komplett auf die Kontrolle per Touchscreen, ganz im Stil von etwa „Zelda: Phantom Hourglass“. Das heißt, ihr zeigt euren Handlangern per Touch-Befehl, wo sie hinzulatschen haben und gebt per Strich-Kommando den Aktionsbefehl – sei es Angriff eines Gegners oder Interaktion mit einem Schalter. Außerdem beherrscht jeder Scherge auch noch einen Special Move, der bei gefüllter Spezialanzeige per Doppelklick auf eben jenen Minion ausgeführt werden kann. Ausgewählt werden die bunten Kobolde übrigens über die Porträts am Bildschirmrand. Durch einfaches Anklicken wechselt ihr zu einem Gesellen, gedrückt halten eines Bildbuttons fügt den entsprechenden Günstling zur aktuellen Gruppe hinzu und das Ziehen einer Linie über alle Bilder lässt euch alle gleichzeitig kontrollieren.

Das klingt so weit alles schön und gut, nur erweist sich das in der Praxis als ein etwas überladenes Steuerungsschema. Es kann sich zum Beispiel schon mal als gar nicht so einfach erweisen, allein die Spezialaktionen auszuführen, weil ihr vielleicht den Schergen bei einem Klick leicht verfehlt und somit einen Bewegungsbefehl vorgebt oder im Gefecht der Doppelklick als Angriffs-Order interpretiert wird. Außerdem tendieren die Minions dazu, auch wenn ihr alle ausgewählt habt, mal gerne den Angriff zu verweigern, weil sie es nicht schaffen, im Pulk die passende Angriffsposition einzunehmen. Das kann in manchen Kämpfen mächtig nerven.

Grafik:
Ob finstere Wiesenflächen, dunkle Verließe oder ein Konstrukt aus Bäumen und schwebenden Plattformen: Die 3D-Engine von „Overlord Minions“ weiß zumindest halbwegs zu beeindrucken und liefert einige richtig schöne Landschaften. Andere wiederum wirken geradezu austauschbar und langweilig. Geschmacksfrage, vor allem für Anhänger der großen Versionen von „Overlord“, ist sicherlich der Comic-Stil der Zwischensequenzen. Die komplett in Standbilddialogen ablaufenden Szenen werden von leicht überzogen gezeichneten Artworks begleitet, die zwar die locker-flockige Atmosphäre des Spiels unterstreichen, hin und wieder aber doch den Wunsch nach mehr offen lassen.

Sound:
Es fängt schon mit dem mehr schlecht als recht konvertierten „Overlord“-Titelthema an, das im wahrsten Sinne des Wortes den Ton angibt. Die Hintergrundmusik dudelt leise vor sich hin, bietet keine großartigen Highlights und man kann sie im Großen und Ganzen vergessen. Auch die Soundeffekt-Abteilung hat sich nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert und liefert generisches Minion-Geschrei und Schlag-Soundeffekte. Bitte gehen Sie weiter! Hier gibt es nichts zu hören!

Features:
„Overlord Minions“ ist aufgeteilt in insgesamt sechs Kapitel mit je drei bzw. vier Abschnitten. Davon nimmt jeder (wie schon erwähnt) gut 10 bis 15 Minuten in Anspruch – wenn man ihn auf Anhieb erledigt. Im schnellsten Fall ist man also nach etwa sechs Stunden fertig. Perfektionisten finden dennoch etwas zur Beschäftigung, denn in den Leveln sind diverse Bonus-Truhen versteckt, mit denen man diverse Artworks in der Bonus-Sektion freischalten kann. Aber abgesehen davon und dem Punkte-System liefert „Minions“ eigentlich keinen großartigen Grund für eine zweite Runde.

Fazit:
Es ist ein Kreuz mit „Overlord Minions“... Einerseits macht der humorvolle Fantasy-Trip im „Lost Vikings“-Stil durchaus Laune. Die Rätsel haben einen angenehmen Schwierigkeitsgrad und die Dialoge in den Zwischensequenzen glänzen mit dem typischen „Overlord“-Humor. Auf der anderen Seite stehen aber die stellenweise ungenaue Steuerung und das gegen Ende immer stärker werdende Frustpotential im Weg. Das macht die „Minions“-Fassung zu einem recht schwierigen Kandidaten. Von einem Pflichtkauf ist der Titel auf jeden Fall noch einige Schritte entfernt. Solltet ihr aber einen leicht verdaulichen, wenn auch eben stellenweise frustigen „Lost Vikings“-Teamrätsel-Verschnitt für Unterwegs suchen, dürft ihr ruhig einen Blick auf „Overlord Minions“ riskieren.

Führt seine vier neuen Freunde Gassi: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Codemasters für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
68%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Ein klein wenig überladen und demzufolge ungenau im Ernstfall. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Schergen-Fernsteuerung komplett per Touchscreen, leider ein klein wenig suboptimal.
Grafik

Nette Comic-Szenen und relativ ansehnliche Gegenden, wenn auch mehr drin gewesen wäre.
Sound

Lautstärke aus...
Spielspaß

Hier geben sich Unterhaltung und Frust – gerade gegen Ende – die Klinke in die Hand.








Details
Spielname:
Overlord Minions

Publisher:
Codemaster

Developer:
Climax

Genre:
Action Adventure

Release:
25.06.2009 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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