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Viewtiful Joe: Double Trouble


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Viewtiful Joe: Double Trouble - Review vom 31.03.2006

Für Entwickler ist es nicht schwer einen Softwareklon oder Nachfolger eines erfolgreichen Spiels zu produzieren. Meist ähneln sich diese bis aufs Polygon genau, mangels Alternativen werden sie oft dennoch aus den Händlerregalen gerissen wie ein Schnäppchen aus dem Grabbeltisch des einstigen Schlussverkaufs. Vor einigen Jahren, genauer gesagt anno 2003, als der GameCube noch am Beginn seiner Ära stand, kündigte der bekannte japanische Publisher Capcom einige Exklusivtitel an. Das Besondere hierbei war die Unterschiedlichkeit dieser Titel. Viele Neuproduktionen überraschten durch ihren interessanten Look. Killer 7, P.N.O3 oder auch das von „Clover“ entwickelte Viewtiful Joe. Es sollte zeitlich als erstes erscheinen und eroberte die Fachpresse im Sturm. Die einzigartige Cel-Shading Grafik, gepaart mit dem innovativen Gameplay ließen das Game in unerwartet hohe Wertungsregionen vorstoßen. Leider wurde dem ersten Auftritt des Helden Joe von den Endverbrauchern nicht übermäßig viel Aufmerksamkeit gewidmet. Es schien, als wäre die nächste Top-Serie für den Gang zum Friedhof der am meisten unterschätzten Games bereit, doch dem war nicht so. Teil Zwei wurde veröffentlicht und führte den Erstling konsequent fort, nun auch auf der PlayStation 2. Viewtiful Joe gewann mehr und mehr an Popularität. Vor ein paar Wochen erschienen in Europa die zwei neusten Episoden des verrückten Beat´em Ups für Nintendo DS und Gamecube. Mit einem der Beiden beschäftigen wir uns jetzt. Ist Viewtiful Joe: Double Trouble hieb- und stichfest?

Filme sind und waren Inspiration für die mittlerweile etablierte Viewtiful Joe Reihe. Bereits im ersten Teil erwies sich Joe als tapferer, aber leicht schräger Superheld. Auf der Suche nach seiner Freundin Silvia stellt sich heraus, dass die fiesen Filmschurken drauf und dran sind, die Weltherrschaft an sich zu reissen. Selbstverständlich ging hier, genauso wie in der zweiten Episode, die Geschichte positiv aus und alle lebten glücklich bis an ihr Lebensende - zumindest fast. Jetzt gibt es erneut Ärger und zwar doppelt so viel. Die pinke Packung peiseite gelegt und ab ins Spiel. Sofort begegnet einem das altbekannte, einfach gestaltete Startmenü: „Neues Spiel“, „Laden“ und „Optionen“ stehen hier zur Wahl. Stylus in die Hand, auf Punkt Eins geklickt, Schwierigkeitsgrad ausgewählt und los geht’s.


In einem kleinen Intro wird dem noch unwissenden Spieler die Handlung erklärt. Der Schauplatz der folgenden Ereignisse, sowie der nachfolgenden Stunden, ist das „Movieland“, ein großer Freizeitpark mit originalen Filmsets. Während der Dreharbeiten zu einem Streifen über Joe´s einstigen Mentor und Superhelden „Captain Blue“ erscheinen wie aus dem Nichts die hinterhältigen Madow und entwenden den Film. Grund genug für unseren tapferen Filmfan und Superhelden Joe die Verbrecher zu fangen und dingfest zu machen. Spannung versprüht dieser Anfang keinesfalls, mit der Zeit entfaltet sich die Story aber und auch das gesamte Spiel entfesselt einen schönen Humor und parodiert alle möglichen Serien, Filme und auch Spiele - Fortsetzung folgt.

Die ersten Minuten des „Spielfilms“ beginnen mit den üblichen Einführungserklärungen bezüglich der Grundsteuerung, denn momentan fehlt unserem Helden noch das Viewtiful vor dem Joe. Ganz nett ist hierbei, dass die Idee, Filmszenen einzeln hintereinander abzuspielen, was über ein quasi “Bandeinlegen“ mit Hilfe des Touchscreens erfolgt, zu einer netten Atmospähre führt, die sich auch über das gesamte Spiel aufrecht erhält. Genug gelabert, auf geht es in den Kampf. Das Genre der Viewtiful Serie zu bestimmen ist gar nicht so einfach. Bilder erwecken oft den Eindruck eines schrägen Prügelspiels. Die DS Version zeigt aber viel stärker als alle anderen, bisher erschienenen Teile, die Adventure-Abschnitte dieses Action -Adventures.

Der Spielverlauf gestaltet sich meist so: Die verschiedenen Kapitel unterteilen sich in größere Untergruppen und kleinere Teile. Nach jeder Untergruppe besteht die Möglichkeit zu speichern oder seine Kampfeigenschaften und Widerstandskraft zu verbessern. Die kleineren Untergruppen stellen grundsätzlich einzelne und große Räume dar, die zu durchqueren sind. Rein in den Raum, Rätsel gelöst, Gegner geplättet und ab in den nächsten Raum und so weiter. Klingt auf Dauer recht eintönig, kann es auch werden, aber nicht aufgrund dieser Tatsache. Meist erwartet den Spieler eine vorgegebene Anzahl von Feinden, die nach kurzem Kameraüberflug des Levelabschnitts angezeigt wird. Ist diese Aufgabe erledigt, öffnet sich meistens eine Tür oder ein Rätsel wird gestartet. Hierbei, genauso wie bei den Kämpfen, sind die so genannten VFX-Kräfte für das Vorankommen im Spiel unerlässlich. Diese machten das Spiel bereits auf GameCube und Co. zu etwas Besonderem - auch auf dem DS sorgen diese Fähigkeiten durch neue Variationen für interessante Spielerlebnisse. Insgesamt gibt es fünf dieser Kräfte. „Zeitlupe“ verlangsamt das Geschehen. Diese Kraft wird während des Spiels zum Standart und ist permanent im Einsatz. In Kämpfen wird man stärker, Schläge, sowohl am Boden oder nach einem kräftigen Doppelsprung in der Luft, können präzise platziert und abgestimmt werden. Besonders schnelle Gegner sind nur mit dem Einsatz der Zeitlupenfunktion zu besiegen. Die zweite Spezialfähigkeit trägt den Namen „Scratch“ bzw. "Kratzen" (man erinnere sich an den einstigen Projektnamen des Spiels) und ermöglicht es Feinden oder großen Felsbrocken beispielsweise den Garaus zu machen. Einfach mit dem Finger auf dem Touchscreen über dem auserwählen Objekt kratzen und das Problem wäre gelöst. Mit „Rutsch“ können die Bildschirme vertauscht werden um Gegner „auszubremsen“ und weitere VFX Kräfte zu entfesseln. Die Funktion „Berühren“ ermöglicht es dem Spieler, Schalter selbst anzutippen oder Räder mit nur einem Finger zu drehen. Die interessanteste und neueste VFX Kraft ist aber das „Teilen“. Ein kleiner Fingertipp reicht schon und die obere Hälfte teilt sich entsprechend auf und verschiebt sich entweder nach rechts oder links. Besonders für Rätsel ist diese Fähigkeit sehr interessant.

Neben den Gegnern, die es in jedem Raum zu besiegen gilt, erwarten den Spieler auch diverse Aufgaben abseits des Prügelns. Harte Nüsse, die eine Alternative zum Gehirntraining darstellen, findet man hier aber nicht. Schöne, große und blinkende Wörter zeigen an jeder Stelle genau an, wo welche Kraft benutzt werden muss. Dadurch wird das Spiel leider auch in diesen Passagen recht einfach, was sich auch schon während den Kämpfen zeigt. Die Puzzles an sich sind gut gestaltet und schön in den jeweiligen Level eingepasst. So muss man Häuserwände verschieben, Felsbrocken zertrümmern oder teilweise auch mehrere Fähigkeiten kombinieren. Die Aufgaben wiederholen sich aber leider vom Grundsatz her zu oft, was in Kombination mit den Hilfen zu Unterforderung führt. Ob ich an einer Stelle ein Zahnrad drehe oder einen Schalter umlege, es läuft auf dasselbe hinaus. Schlecht sind sie aber keinesfalls, nur hätte mehr Abwechslung diesbezüglich sicherlich gut getan. Schade ist ebenfalls, dass es keine Side Scroller Shoot´em Up Flugmissionen mehr gibt. Diese sorgten schon auf dem Cube für Variation und viel Spaß.

Steuerung: Kontrolle ist bei einem Spiel alles und auch wenn es so aussehen mag, als wäre Viewtiful Joe ein reiner „Button Smasher“, es ist nicht so. Trotz der wilden Prügeleien hat man permanent die Kontrolle über Joe und steuert ihn andauernd nach eigenem Belieben. Buttons und Touchscreen werden hierbei wie folgt kombiniert: Das Steuerkreuz dient zum Laufen, Ducken und Ausweichen. Mit „B“ wird gesprungen, über „A“ und „X“ werden Tritte und Schläge verteilt. Die beiden Schultertasten sind zum Einsatz der VFX-Kräfte „Zeitlupe“ und „Kratzen“ da. Letztere wird mit „R“ aktiviert und muss über ein leichtes Rubbeln auf dem Gegner vollzogen werden. Wie bereits erwähnt ist die gewöhnliche Kampfsteuerung äußerst gelungen, der Wechsel zwischen Tasten und Touchscreen ist teilweise aber recht aufwendig und alles andere als intuitiv. Da man aufgrund der oft kurzen Zeit seine Pranken statt des Stylus zum Einsatz bringen muss, werden manche Eingaben ungenau und es kommt vor, dass das Spiel eine andere Aktion ausführt als es der Spieler wollte. Drei unterschiedliche Steuerungskonfigurationen sind zusätzlich anwählbar, selbst konfigurieren kann man diese aber leider nicht.

Grafik: Grafisch ist Viewtiful Joe: Double Trouble über jeden Zweifel erhaben. Natürlich mussten im Vergleich zum Gamecube-Original Einschnitte in der Optik vorgenommen werden, grundsätzlich bewegt sich der Unterschied aber auf dem hohen Niveau wie bei Animal Crossing: Wild World zu Animal Crossing auf dem GameCube. Die Charaktere sind schön gestaltet, es passiert viel auf dem Screen beziehungsweise auf den Bildschirmen, denn das Geschehen passiert parallel und zeitgleich auf dem oberen und unteren Bildschirm. Dabei läuft das Spiel immer flüssig, außer man verlangsamt die Zeit selbst. Präsentationstechnisch wurde ebenfalls viel getan. Die Sequenzen sind nett geworden und vermitteln in Kombination mit der bunten und äußerst schönen Cel-Shading Grafik eine gute Atmosphäre. Details en masse, Gegner, die in kleine Einzelteile zerfallen und viele designtechnische Anspielungen sind wahrlich eine Wonne.

Sound: Auch hier gibt es wenig zu bemängeln. Die Musikstücke sind sehr abwechslungsreich und mit Tempo versehen. Sie passen perfekt zum Spiel und treiben den DSler zu Höchstleistungen an. Leider gibt es keine vollständige Sprachausgabe, wie wir es von den großen Versionen gewöhnt waren. Einzig kleinere Sprachsamples hauchen den Figuren ihren besonderen Charakter ein. Die Klangqualität ist gut, die Soundeffekte gelungen, eigentlich fast perfekt.

Features: Schade ist, dass „Double Trouble“ keinen Multiplayer Modus ähnlich dem der aktuellen GameCube oder kommenden PSP Version enthält. Zumindest ansatzweise wäre dies ganz nett gewesen, stattdessen wurde komplett auf dieses Feature verzichtet. Ganz nett und vergleichbar mit den Vorgängern ist das Speicher- und Upgradesystem. Die verschiedenen Level sind in kleinere Abschnitte oder Szenen unterteilt, an dessen Ende die Möglichkeit besteht zu speichern. Spielstände gibt es mehr als genug. Auch können aufgesammelte Münzen, welche in Kisten zu finden oder von besiegten Gegnern fallen gelassen werden, in sehr nützliche Upgrades eingetauscht werden, so gibt es weitere „Herzcontainer“, Attacken oder Gerätschaften, welche die Regeneration der VFX Kraft erhöhen…
Bewertungen der abgeschlossenen Teilabschnitte gibt es ebenfalls, am Ende fügen sich diese zu einer Gesamtwertung zusammen.
Unter der mit Herzen angezeigten Lebensenergie der Spielanzeige, ist der VFX Balken vorhanden. Überall in den Leveln sind spezielle VFX Münzen verteilt, welche den Balken, nach jeweils 50 eingesammelten, um einen Abschnitt erweitern. Jedes Level ermöglicht es den Balken komplett zu füllen, nach erfolgreichem Abschluss, fängt die Jagt allerdings erneut an. Im rechten oberen Bildrand wird der aktuelle Stand dieser Coins dargestellt.
Neben den zwei Schwierigkeitsgraden „Normal“ und „Schwer“, welche gleich zu Beginn anwählbar sind („Normal“ ist „sehr leicht“), gibt es unter den Optionen die Möglichkeit, die Bildschirmbeleuchtung selbst auf dem Standard - DS in zwei Stufen umzustellen.

Fazit:
Viewtiful Joe: Double Trouble ist eine sehr gelungene Fortsetzung der Konsolenteile. Das Spiel entwickelt die bekannten Innovationen mit den DS spezifischen Features weiter, auch, wenn es dabei teilweise leicht auf die Nase fällt – Innovation um jeden Preis? Die Touchscreenausnutzung ist grundsätzlich gut, teilweise aber auch recht umständlich zu handhaben. Auch die sehr kurze Spielzeit von nur wenigen Stunden ist bedauerlich, dennoch hat das Game durch die Jagd nach besseren Levelbewertungen und nach allen Extras durchaus einen hohen Wiederspielwert. Technisch gibt es nichts zu bemängeln, Spielspaß, Humor und Präsentation bereiten dem Spieler insgesamt eine Menge Freude. Actionfans und Viewtiful Joe - Veteranen können bedenkenlos zuschlagen aber auch Serienneulinge sollten einen Blick riskieren, es lohnt sich.

Marcus von Lüde (ProContraGamer) für PlanetDS.de

Herzlichen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
84%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (1)
Lesertests:
Lesen ( 1 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Joe selbst steuert sich absolut präzise, die VFX Kräfte eher nicht. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Für dieses Genre eine sehr gute Ausnutzung der DS-Features.
Grafik

Tolle Präsentation, viele Effekte und ein stimmiger Look, aber Geschmackssache.
Sound

Leider keine vollständige Sprachausgabe, dafür abwechslungsreiche und passende Musik.
Spielspaß

Kurz und knackig, immer für eine Partie gut.








Details
Spielname:
Viewtiful Joe: Double Trouble

Publisher:
Capcom/Nintendo

Developer:
Capcom

Genre:
Action Jump 'n Run

Release:
06.20.2402

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

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