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James Bond - Ein Quantum Trost


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James Bond - Ein Quantum Trost - Review vom 19.02.2009

Mit dem Film „Casino Royal“ bewegte sich die beliebte James Bond-Filmreihe im Jahre 2006 weg vom comichaften Actionstreifen mit einem sprücheklopfenden Salonlöwen hin zum ernsteren Thriller - diese Tendenz wurde im letzten Jahr mit „James Bond - Ein Quantum Trost“ fortgesetzt. Vicarious Visions hat es auf sich genommen, den Titel auch für unseren Doppelbildschirmer umzusetzen. Ob der Superspion in der Hosentaschenversion eine ähnlich gute Figur macht, wie auf der Leinwand? Ihr erfahrt es -wer hätt’s gedacht- in unserem Review.

„Erwarten Sie von mir, dass ich rede?“ - „Nein, Mr. Bond. Ich erwarte, dass Sie sterben!“ (Goldfinger)
Videospiel-Umsetzungen des James Bond-Franchises lassen sich nicht so einfach über einen Kamm scheren. Veteranen denken an einige große Spielmomente zurück (wie die N64-Umsetzung von Rare), oder an ein paar jämmerliche Gurken (kennt noch jemand „James Bond 007“ für den Gameboy?). Auch der DS kann bereits seine erste Umsetzung aufweisen: EAs „GoldenEye: Rogue Agent“ war zwar ein solides Spiel, insgesamt aber ein (zu) kurzer Spaß. Man durfte also gespannt sein, ob sich Vicarious Visions mit einer blutleeren Lizenzversoftung begnügen oder sich wirklich Gedanken machen, wie die Atmosphäre des Films am besten ins Kleinformat zu übertragen wäre.

„Ein hübsches Gewehr für eine Frau.“ - „Sie kennen sich mit Gewehren aus?“ - „Nein, aber mit Frauen.“ (Thunderball)
Eins sei gleich gesagt: Offensichtlich hat man sich Gedanken gemacht, ja. Zum Spielen wird der DS Kawashima-artig hochkant gehalten; auf dem linken Bildschirm (ehemals dem Topscreen) ist wahlweise eine stylische Umgebungskarte oder das Agenteninventar zu sehen. Auf dem rechten Screen spielt die Action, die in einer Third-Person-3D-Perspektive gezeigt wird. Nach einem Intensiv-Training in den heiligen Hallen des MI-6 wird der (neuerdings) Blondschopf auf die Welt losgelassen. Sein Weg führt ihn dabei unter anderem auf die Dächer des italienischen Siena, zu den Bregenzer Festspielen und ins verdurstende Bolivien. Während er dort Bösewichter verkloppt oder niederballert, können nebenher Casino-Jetons eingesammelt werden, mit denen sich zwischen den Levels Status-Upgrades wie besseres Zielvermögen, mehr Lebensenergie und ähnliches erwerben lassen. Manche Schurken lassen gar Spielkarten fallen - wenn diese im Inventarbildschirm richtig angeordnet werden, also als Full House, Flush, Straight etc., hat das wiederum positive Auswirkungen auf den Status des Helden. Auf diese Weise kommt also ein gewisses strategisches Element ins ansonsten eher actionlastige Spiel.

„Ein hübsches kleines Nichts, das Sie da beinahe anhaben. Gefällt mir.“ (Diamantenfieber)
Steuerung:
„Ein Quantum Trost“ wird vor allem per Touchscreen gespielt - eine der Tasten (egal, welche) dient allerdings zusätzlich als Anvisier-Knopf zum Schießen oder Faustkampf. Diese Steuerung ist es schließlich, die einen der großen Negativpunkte des Lizenz-Titels ausmacht. Funktioniert es in ruhigen Szenarien noch ganz gut, Bond durch ein Touchpen-Tippen von Punkt A nach B laufen und C untersuchen zu lassen, wirkt sich das im Gefechtsfalle schnell frustrierend aus. Man hat die Wahl zwischen dem Angriff per Waffe oder den guten alten Fäusten. Beide Kampfmethoden haben ihre Nachteile - beide fußen vor allem auf der hakeligen Steuerung.

Im Fernkampf kommt erschwerend hinzu, dass viele Gegner unseren Spion schon beschießen, bevor sie überhaupt im Bild erschienen sind. Was das fürs Zielen per Touchscreen bedeutet, liegt auf der Hand: Entweder man schießt in die grobe Richtung, in die der Feind stehen muss und verschwendet dadurch eine Menge Munition, oder man versucht auf ihn zuzulaufen. Wäre dies mit einer anständigen Button-Steuerung noch machbar, ist die Touchscreen-Alternative hier wenig hilfreich. Zum einen reagiert Bond für Touchscreensteuerungs-Verhältnisse zwar ordentlich, für eine Knopfsteuerung jedoch recht träge und unzuverlässig - zum anderen macht die Art der Kontrolle Manöver wie Ausweichen oder gar strafen so gut wie unmöglich. Bond trabt also üblicherweise in einer geraden Linie auf den Gegner zu, während der selbstverständlich nichts besseres zu tun hat, als unseren Geheimagenten weiterhin mit Kugeln zu durchsieben. Ist der Bösewicht im Bildschirm sichtbar, funktioniert das Zielen per Waffe allerdings recht ordentlich. Die Notwendigkeit, zum Schießen nahe am Gegner stehen zu müssen, macht das Konzept eines Fernkampfes allerdings ziemlich sinnlos.

Die zweite Methode der Auseinandersetzung ist die zünftige Prügelei. Auch hier fährt Vicarious Visions eine ursprünglich gute Idee wegen der mangelhaften Anwendung gegen die Wand. Für die Kämpfe wird nämlich in Bonds Rücken gezoomt, und die Schläge, Blocks und Combos werden durch richtiges Bestreichen des Touchscreens durchgeführt. Hört sich gut an, und die Combos sehen auch ziemlich cool aus, nur reagiert Bond recht unzuverlässig auf eure Stylus-Befehle. Vor allem beim Blocken stockt die Erkennung, weshalb er des Öfteren unverschuldet ordentlich eins in die heldenhafte Visage bekommt - zusammen mit der oben beschriebenen Schwierigkeit, sich dem Feind überhaupt zu nähern, ist die Klopperei also auch keine saubere Alternative.

Das Fass zum Überlaufen bringen schließlich diverse Umweltfaktoren - so kann es sein, dass Bond um eine Ecke schießen will, aber den Feind nicht trifft, während dieser keine Probleme hat, den Helden mit Blei vollzupumpen. Ein missglücktes Autojump-Feature tut das Übrige, um zur allgemeinen Steuerungs-Konfusion beizutragen. Tritt Bond nämlich auf spezielle Pfeile, springt er automatisch über Hindernisse. Betritt man nun im Eifer des Gefechts ein solches Feld, springt Bond zwar galant, aber hochgradig sinnlos über irgendwelche Kisten oder Häuserschluchten. Eine solche schwammige, unzuverlässige Steuerung ist für ein Actionspiel natürlich der Super-GAU.

Grafik:
Optisch kommt „Ein Quantum Trost“ durchaus passabel rüber; die Animationen der Charaktere sind meist sauber und die Locations abwechslungsreich gestaltet. Ärgerlich ist in diesem Zusammenhang aber die Perspektive. Zum einen ist -wie oben beschrieben- die Kamera oft genug zu nah am Geschehen, sodass Gegner von außerhalb hemmungslos auf den halbblinden Bond ballern, zum anderen kann es vorkommen, dass Objekte wie Säulen und Wände den Blick auf die Action versperren. Ein definitives Minus.

Sound:
Die Musik von des neusten Bond-Spiels orientiert sich am Film-Soundtrack und ist qualitativ ordentlich auf den DS übertragen worden. Auch an den Soundeffekten gibt es nichts zu bekritteln. Löblich ist die enthaltene deutsche Sprachausgabe: Zwischen den Missionen unterhalten sich Bond, M und diverse Nebencharaktere mit den Stimmen der Original-Synchronsprecher über die aktuelle Lage. Irritierend ist hier nur, dass Sprachausgabe und die Untertitel offensichtlich von verschiedenen Personen ins Deutsche übertragen wurden. Wenn Bond sagt: „Alles klar.“ und im Untertitel steht: „Mach ich.“, wirkt das eher verwirrend.

Features:
Bis auf die augenfälligen Diskrepanzen zwischen gesprochenem und geschriebenem Text ist die Eindeutschung qualitativ in Ordnung und weitestgehend schnitzerfrei. Auch die Möglichkeit, bereits erledigte Missionen für eine bessere Wertung (und mehr Jetons) nochmals zu spielen, ist uns sehr willkommen. Daumen runter allerdings für die Spielanleitung: Auf mageren vier Seiten werden hier die groben Grundzüge des Spiels runtergebetet. Natürlich, es gibt ein Ingame-Tutorial, doch eine ordentlich gestaltete, ausführliche Anleitung wäre schön gewesen.

Fazit:
Die Anzahl der an sich guten DS-Spiele, denen lediglich dadurch das Genick gebrochen wurde, dass die Entwickler unbedingt eine Touchscreen-Steuerung hineinstopfen mussten, geht mittlerweile sicher in die Tausende. „Ein Quantum Trost“ ist eines davon. Zwar ist die Idee originell, zwar ist das Upgrade-System ausgefeilt, zwar sind Sound und Grafik durchaus ordentlich - doch ohne eine Steuerung, auf die man sich auch im heißen Gefecht verlassen kann, ist das alles wenig wert. Dankbarerweise kann man die Missionen unendlich oft wiederholen, so könnten verbissene Hobby-Geheimagenten, die sich von gelegentlichen spielerischen Kontrollverlusten nicht aus der Ruhe bringen lassen, durchaus eine Weile Spaß an dieser digitalen Bond-Inkarnation haben. Jammerschade trotzdem, denn mit einem Quantum mehr Spielbarkeit hätte aus dieser Umsetzung wirklich etwas werden können.

Lässt die Walther PPK heute mal im Schrank: Christian Luscher [Sagat] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
69%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Im Gefechtsfall unzuverlässige Touchscreen-Kontrolle. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Recht missglückte Touchscreen-Steuerung ohne Besonderheiten.
Grafik

Ordentliche, flüssige Optik, mit perspektivischen Mängeln.
Sound

Authentische Klänge und deutsche Sprachausgabe - prima!
Spielspaß

Von einigen Kontrollmängeln getrübte Movie-Action.








Details
Spielname:
James Bond - Ein Quantum Trost

Publisher:
Activision

Developer:
Vicarious Visions

Genre:
Shooter

Release:
30.10.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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