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Pokémon Mystery Dungeon: Erkundungsteam Himmel


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Pokémon Mystery Dungeon: Erkundungsteam Himmel - Review vom 08.02.2010

Einmal ein Pokémon sein – diesen Wunsch scheinen auf unserer sonderbaren Welt diverse Kinder zu haben. Wie sonst lässt sich erklären, dass Nintendo in Zusammenarbeit mit Chunsoft die Pokémon Mystery Dungeon-Reihe auf den Weg gebracht hat, in der dem Spieler genau dies ermöglicht wird. Das erste Spiel entpuppte sich als handwerklich solider, aber nicht gerade bahnbrechender Dungeon Crawler, der seinen Reiz vor allem durch die Tatsache bekam, dass man beim Spielen ständig dachte „OMFG, ich bin ein Pokémon! Ich bin ein echtes Pokémon!“ Beim Nachfolger auf dem DS war der Reiz des Neuen dann allerdings schon ziemlich verflogen. Vor allem auch deshalb, weil in puncto Grafik, Sound und Gameplay zum Vorgänger nichts großartig geändert worden war – was bitter ist, schließlich war der Vorgänger im Grunde nur die Umsetzung eines GBA-Spiels.

Haben Sie manchmal Déjà-Vus? - Haben Sie mich das nicht gerade schon mal gefragt?
Mit Erkundungsteam Himmel kommt nun aber endlich ein neues Spiel der Serie auf den M… ätsch, doch nicht. Denn Erkundungsteam Himmel ist gar kein neuer Teil, sondern eine Art erweiterte Version von Erkundungsteam Zeit/Dunkelheit. Es handelt sich im Grunde um ein etwas erweitertes Remake, zu dem noch ein paar andere Pokémon hinzugeworfen und ein paar Sidequests hinzugefügt worden sind. Über die Sinnhaftigkeit des Ganzen lässt sich natürlich streiten. Ich meine – es ist gar nicht so lange her, seit das erste Rettungsteam-Spiel, auch noch in zwei kaum voneinander abweichenden Versionen, auf den Markt geworfen wurde. Was bringt die Entwickler von Pokémon-Spielen nur dazu, ein altes Spiel geringfügig verändert als neue Errungenschaft auszugeben? (Na schön, es gibt Leute, die sagen, die gesamte Pokémon-Spieleserie sei nur ein einziges Spiel, das immer wieder geringfügig verändert neu herausgebracht wird, aber das tut nichts zur Sache.) Wie schwer, fragen wir uns, kann es sein, eine neue Fortsetzung der Mystery-Dungeon-Serie rauszubringen? Eine neue Story, ein paar neue Pokémon, die Dungeons sind sowieso zufallsgeneriert… fertig! Es wäre doch so einfach!

Wer hatte die Idee zu diesem Remake? Bestimmt Gary Eich...
Nun, genug geschimpft. Schauen wir uns das Spielchen mal an. Wie gewohnt beginnt der Spaß mit einem kleinen Persönlichkeitstest, den der Spieler zu absolvieren hat und in dem das Pokémon bestimmt wird, in dessen Haut er fortan schlüpfen soll. Es stehen einige vorher nicht wählbare Pokémon zur Verfügung, dafür sind mehrere andere gestrichen worden. Ist das eigene Alter Ego gefunden, sucht man sich einen treuen Begleiter aus und ab geht die Pelipper-Post. Ihr tretet mit eurem weinerlichen Pokéfreund in die Knuddeluff-Gilde ein, eine Organisation von Pokémon, die sich die Aufgabe gesetzt haben, ihren Artgenossen zu helfen, wo sie nur können. Dazu bilden sie sogenannte „Rettungsteams“, also Grüppchen aus zwei oder mehr Pokémon, die von der Leitung der Gilde verschiedenste Jobs ausgehändigt bekommen. Seltsamerweise laufen sämtliche Aufgaben, die es in der Welt gibt, auf das Durchqueren von sogenannten Mystery Dungeons heraus, also monsterverseuchten mehrstöckigen Verliesen. Möchte ein Pokémon ein bestimmtes Item haben, findet es sich todsicher auf einer Ebene einer tiefen Höhle. Hat ein Pokémon seinen Kumpel verloren, findet er sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im obersten Stockwerk eines Verlieses. Und so weiter.

Meine Mutter sagte immer: Das Leben ist ein Dungeon.
Das gesamte Gameplay läuft ab wie folgt: Man latscht mit seinem Begleiter (und eventuell ein paar anderen Pokémon) durch ein zufallsgeneriertes Labyrinth, um die Treppe zum nächsten Stockwerk zu finden, um wiederum die nächste Treppe zu finden… um schließlich den Dungeon durchquert oder die Aufgabe gelöst zu haben. Nichts gegen Dungeoncrawler, dieses Spielprinzip ist schließlich so alt wie Videospiele selbst. Dennoch kann es für Spieler, die Abwechslung und Nonstop-Action gewohnt sind, schnell langweilig werden – noch viel, viel schlimmer ist es für treue Pokémon-Fans, die bereits einen der Vorgänger (oder gar die erste Version dieses Spiels) gezockt haben.

Aufgefrischt wird das Ganze mit einer flott erzählten Story um einen Räuber, der aus verschiedenen Heiligtümern der Welt die sogenannten Zahnräder der Zeit stiehlt. Zwar kann man mit der Geschichte kein Snubbull hinterm Ofen vorlocken, dennoch bietet sie genug hübsche Twists, um all die Spieler bei der Stange zu halten, die noch nicht vom repetitiven Dungeon-Design abgeschreckt worden sind. Besonders liebenswert erscheinen die Mitstreiter der Knuddeluff-Gilde – vom tapsig-tumben Bidiza über den wichtigtuerischen Plaudagei bis zum fast furchteinflößend psychotischen Knuddeluff. In Erkundungsteam Himmel wird das Potential der Nebencharaktere etwas mehr ausgenutzt; im Laufe des Spiels lassen sich Bonusmissionen freischalten, die über das Startmenü angewählt werden können. In diesen Episoden ist jeweils einer der Charaktere die Hauptfigur und erlebt eigene Abenteuer, die sich – wer hätt’s gedacht – letztendlich im Durchqueren von Dungeons erschöpfen.

Steuerung:
Die gute alte Knopfsteuerung ist, wie schon im Vorgänger, das Mittel der Wahl, um das eigene Pokémon durch die Welt zu navigieren. Das geht mühelos von der Hand – was vor allem daran liegen dürfte, dass die Kämpfe pseudo-rundenbasiert ablaufen, man daher niemals in große Zeitnot kommt. Nur die Menüführung wirkt ab und an etwas haklig. Wenn man, um eine Attacke zu wechseln, sich erst durch drei Menüs klicken muss, stört das den Spielfluss doch merklich. He, Entwickler, ihr programmiert nicht mehr für den GBA! Der DS hat viele schöne Knöpfe! Nutzt die doch mal aus!

Grafik:
Wenigstens die hätten sie ein bisschen generalüberholen können. So bleibt es jedoch, wie beim Vorgänger, bei einem Look, der gerade man so über GBA-Niveau angesiedelt ist. Das ist zwar seinerseits nicht ohne Charme, aber definitiv unter par.

Sound:
Was wäre ein Pokémon-Spiel ohne seinen nervzehrenden Trallalla-Sound? Antwort: Ein besseres Spiel. Wie mit den anderen Unzulänglichkeiten des Vorgängers hielt man es auch bei der Musik: Sie wurde ganz und gar beibehalten – in all ihrer hirnerweichenden Düdeligkeit. Die Soundeffekte selbst gehen kaum über ein gelegentliches Plumpsen, Scharren und Quieken der Mons hinaus.

Multiplayer:
Auch hier wurde alles beibehalten: Wer in einem Dungeon umkommt, kann einen Hilferuf an einen befreundeten Dungeon-Spieler absetzen, der ihm dann zur Rettung eilen kann. Außerdem können Jobs und Items getauscht werden. Alles schön und gut, aber überlegt euch mal: Wie wäre es, wenn die Entwickler in dieser Neuauflage einen Coop-Modus eingebaut hätten? Mit seinen Kumpels in Echtzeit durch die Verliese unserer Heimat trapsen – das wäre allerdings ein Kaufargument gewesen – und viel wichtiger: ein Argument, ein ohnehin mittelprächtiges Spiel nochmals auf den Markt zu schmeißen. Aber was haben wir wieder für Vorstellungen…

Features:
In aller Fairness: Ein paar nette, spielerleichternde Features wurden eingebaut; so ist es jetzt einfacher zu speichern, es gibt einen zusätzlichen Laden in der Stadt mit neuen Funktionen, und ein paar andere Überraschungen sind im Spiel verteckt worden, die aber eher von kleinerem Ausmaß sind.

Fazit:
Selbst jemandem, der die Mystery-Dungeon-Reihe nicht von vornherein schlecht findet, stellt sich bei diesem Release die Frage: Warum? Die erfolgten Ergänzungen sind minimal und zumeist irrelevant für Story und Spielerfahrung – warum musste man dieses Spiel erneut, wenig verbessert, herausbringen? Dass man wegweisende Kunstwerke wie Chrono Trigger neu rausbringt, ist völlig gerechtfertigt – nur war Erkundungsteam Dunkelheit ein solches nie im Leben. Nun, grundsätzlich ist Erkundungsteam Himmel mit Sicherheit kein schlechtes Spiel – wer auf Dungeon-Crawler steht und Pokémon mag, dem könnte die Reise tatsächlich eine ganze Weile Spaß bereiten – wer allerdings den „Vorgänger“ Erkundungsteam Dunkelheit/Zeit schon besitzt, für den ist der Kauf von Himmel definitiv rausgeschmissenes Geld. Miauz, genau.

Versucht, durch Kreuzung von Leguanen und Seerosen echte Bisasams zu erschaffen: Christian Luscher [Sagat] für PlanetDS.de!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
67%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Umständliche Menüführung. Innovationsfaktor:
-----  (0 von 5 Sternen)
Neuversion mit Alibi-Veränderungen. Nicht gerade innovativ…
Grafik

Hangelt KNAPP über GBA-Niveau…
Sound

Pokémon-Musik. Man liebt sie oder hasst sie.
Spielspaß

Solides, aber überraschungsloses Dungeoncrawler-Remake.








Details
Spielname:
Pokémon Mystery Dungeon: Erkundungsteam Himmel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Chunsoft

Genre:
Action Adventure

Release:
20.11.2009 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (13)

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