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Blue Dragon: Awakened Shadow


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Blue Dragon: Awakened Shadow - Review vom 22.10.2010

Falls es einer von euch Nintendo-Nerds verpasst haben sollte: Final-Fantasy-Macher Hironobu Sakaguchi hat eine neue RPG-Serie gestartet – ausgerechnet auf der XBox 360. Doch selbst wenn es euch wirklich entgangen ist, ist das wohl nicht weiter tragisch. Das Spiel heimste nämlich ganz anständige, aber nicht gerade großartige Bewertungen ein. Beim nächsten Teil auf dem DS sollte daher vieles anders und alles richtig gemacht werden. Für Blue Dragon Plus sicherte man sich die Hilfe des Entwicklerstudios Brownie Brown, das zu jener Zeit gerade damit fertig geworden war, Squares Mana-Serie gegen die Wand zu fahren und nun nach neuen Herausforderungen suchte. Wie man sich hätte denken können, wurde auch Blue Dragon Plus wegen etlicher unausgereifter Spielelemente nicht gerade der Oberhammer, also stand für die DS-Fortsetzung ein erneuter Entwicklerwechsel an. Baten Kaitos-Co-Entwickler tri-Crescendo machte sich ans Werk, aus Blue Dragon: Awakened Shadow, den Hit zu machen, den die lahmende Serie dringend braucht. Ob das gelungen ist, erfahrt ihr hier!

Der dritte Blue Dragon-Teil spielt chronologisch zwischen dem ersten und zweiten, ist also ein Sequel zu Teil 1 und ein Prequel zu Teil 2. Ein Betweenquel? Oder doch eher Interquel? Nun, keine Ahnung. Wer in Blue Dragon Plus schon Schwierigkeiten hatte, in die Story zu finden, wird in diesem Teil endgültig meschugge. Glücklicherweise ist allzuviel Kenntnis des Vorgängers nicht vonnöten, da der Protagonist dieses Teils in den beiden anderen überhaupt nicht dabei war. Denn dieser Protagonist... seid ihr!

Hast du'n Schatten?
Ja, ihr habt richtig gehört. Für Blue Dragon: Awakened Shadow könnt ihr euch aus verschiedenen Körperteilen euren eigenen Spielcharakter zusammenbasteln. Was bei westlichen RPGs seit Jahren gang und gäbe ist, ist auf der Konsole reichlich unüblich und erst einmal eine wohltuende Abwechslung. Bis auf Geschlecht, Gesichtszüge, Frisur und Wappen könnt ihr bei eurem Helden allerdings nicht so viel verändern. An die Statuswerte etwa kommt ihr nicht ran. Dennoch bietet der optisch angepasste Hauptdarsteller für Neulinge ein besseres Identifikationspotential als der Heißsporn Shu im letzten DS-Teil, der ohne euer Beisein damals schon ein- bis zweimal das Universum gerettet hatte.

Der frischgebackene Held wacht in einem sonderbaren Labor auf. Er hat keine Erinnerung daran, wer er ist oder was mit ihm passiert ist. Sein einziges besonderes Merkmal ist das blaue Ungeheuer, das er aus seinem Schatten wachsen lassen kann. Aus den unterirdischen Hallen entkommen, findet er sich in einer Stadt wieder, deren Bewohner gerade in einer entsetzlichen Krise stecken. Es stellt sich heraus, dass bis vor kurzem jeder der Städter über ein solches Schattenwesen verfügte, das ihm bei Alltagstätigkeiten zur Hand ging, doch mit dem Erscheinen eines sonderbar leuchtenden Ostereis(?) am Himmel war es damit aus. Euer Held scheint also für den Moment der einzige Mensch der Welt mit einem Schattenmonster zu sein. Anstatt den sonderbaren Neuankömmling aber anständig zu lynchen, wie es sich seit jeher für ängstliche Stadtbewohner gehört, bürden die Leute eurem Helden allerlei Aufgaben auf, die sein Schattenmonster und er zu erledigen haben. Es tun sich also in der Stadt ein paar zünftige Quests auf, die es in alter Rollenspielmanier zu lösen gilt, und an deren Ende oftmals einer der Protagonisten des ersten Teils beschließt, der Party beizutreten. Später geht es sogar noch auf andere Himmelskörper, um dahinterzukommen, wer der Hauptcharakter eigentlich ist und welche böse Macht sich die Schattentiere aus welchem Grund unter den Nagel gerissen hat.

Nachtschattengewächse
Auf seinen Reisen wird der Held (oder die Heldin) von höchstens zwei weiteren Personen begleitet, die in seiner Gegenwart auch jeweils ein Schattenmonster verwenden können. Werden Erfahrungspunkte gesammelt, levelt nicht der Charakter, sondern das Monster auf. Das ist keine dumme Idee, so muss man nämlich nicht das gesamte Abenteuer mit denselben beiden Begleitern bestreiten, sondern kann sie nach Belieben durch andere spielbare Charaktere auswechseln und kann denen dann das bereits hochgelevelte Monster zustecken. Mit der Zeit steht eine ganze Menge von möglichen Partymitgliedern zur Verfügung, die an jedem Speicherwürfel recht unkompliziert ausgewechselt werden können. Auf das Gameplay wirkt es sich allerdings nicht großartig aus, mit welchen Charakteren ihr unterwegs seid. Einige können zwar nur spezielle Waffentypen nicht tragen, aber da die Ausrüstungen bei einem Wechsel sowieso automatisch aktualisiert werden, ist das auch Jacke wie Hose. Die künstliche Intelligenz der Mitstreiter lässt in den Kämpfen – erstmals in der Serie in Echtzeit – allerdings ernsthaft zu wünschen übrig. Dankbarerweise regenerieren sich HP und MP zwischen den Kämpfen automatisch und im Kampf gefallene Charaktere stehen nach einer Weile wieder quicklebendig auf. Wegen der Unbedarftheit eurer Begleiter beißen die öfter als einem lieb sein kann ins Gras – zumindest in der Anfangszeit des Spiels bleibt einem nichts anderes übrig als verzweifelt zu versuchen, gegen übermächtige Gegner am Leben zu bleiben, bis die Herrschaften wieder dazu imstande sind, weiter am Kampf teilzunehmen. Noch kitzliger ist es, wenn man selbst aus den Latschen gehauen wird und nur noch hoffen kann, dass mindestens einer der Begleiter bis zur eigenen Auferstehung am Leben bleibt... was leider selten geschieht. Ohne ihren menschlichen Anführer sind die geistig herausgeforderten Partymitglieder nämlich in den meisten Fällen hilflos wie Dreijährige.

Steuerung:
Der Held kann sowohl per Touchscreen als auch auf die altmodische Art per Knopfdruck gesteuert werden. Uns gefiel, gerade in den hektischen Kampfszenen, die Knopfkontrolle besser. Die Stylussteuerung leidet an den typischen Macken – erschwert dadurch, dass die Kamera nicht immer in die richtige Richtung zeigt. Mit den R- und L-Tasten kann das leicht behoben werden, und auch das Blocken und Ausweichen ist mit B-Knopf leichter als das Berühren und Herumzerren des Hauptcharakters auf dem Touchscreen. Was sehr geholfen hätte, wäre eine automatische Gegnerzentrierung wie bei den Zelda-Games auf den großen Konsolen – dann wären die Kämpfe vielleicht sogar mit Berührungssteuerung bewältigbar gewesen.

Grafik:
Optisch macht Blue Dragon: Awakened Shadow in den meisten Situationen einen sehr ordentlichen Eindruck. Ihr bewegt euch in einer sauber ausgeführten, lebendigen 3D-Welt; einige der Monster sehen – entworfen vom unfehlbaren Akira Toriyama – sehr imposant aus. Garniert wird das Ganze mit einer ordentlichen Anzahl von FMV-Sequenzen, die schon im DS-Vorgänger so manchen hartgesottenen Zocker vor Begeisterung unkontrolliert sabbern ließen. Einige der Dungeons allerdings sind reichlich dröge designt. Braun in Braun oder Grau in Grau sind da die vorherrschenden Töne.

Sound:
An der akustischen Front gibt es Positives zu vermelden. Wie in den bisherigen Teilen der Serie hat auch hier Final-Fantasy-Gottheit Nobuo Uematsu die Musik beigesteuert und sie ist – von einigen Trallalla-Einbrüchen in den Ortschaften mal abgesehen – äußerst zufriedenstellend. Auch an der Geräuschkulisse gibt es selten etwas auszusetzen. Blue Dragon: Awakened Shadow verfügt außerdem über (auf Englisch) gesprochene Dialoge. Diese sind ebenfalls in Ordnung – allerdings gingen einige der Sprachschnipsel in den Kämpfen dem Reviewer nach einer Weile doch schon ziemlich auf den S... äh, Keks.

Features:
Alte Waffen und Rüstgegenstände müssen in Blue Dragon: Awakened Shadow nicht weggeschmissen werden; mit Hilfe eines praktischen Item-Fusionssystems lassen sich daraus wieder brauchbare Items herstellen. Ein deutscher Bildschirmtext existiert und ist auch ganz ordentlich ausgeführt. Was nervt, sind einige ziemlich brachiale Abkürzungen, die den Lesefluss stören können.

Multiplayer:
Das Herzstück des Spiels ist allerdings der Mehrspielermodus, der sowohl über Wireless- als auch Wifi-Verbindung funktioniert. Hier kann man mit bis zu zwei menschlichen Kumpanen Monster vermöbeln, ohne auf die geistig herausgeforderte künstliche Intelligenz des Spiels angewiesen zu sein. Ein eindeutiger Pluspunkt und für einige sicher der Kaufgrund schlechthin. Und Recht haben sie. Es macht richtig Laune, im Team mit denkenden, fühlenden Menschenwesen auf böse Riesenmonster loszugehen.

Fazit:
Auch der dritte Teil der „Blue Dragon“-Serie ist kein Titel, von dem man in fünf Jahren noch sprechen wird. Dafür ist der Single-Player-Modus bei allem guten Willen einfach zu flach. Vor allem die grausige KI treibt den Frustfaktor zuweilen in ungeahnte Höhen. Das gelungene Item-Fusionssystem, die Grafik, der Sound und vor allem die Multiplayeroption sind es aber, die das Spiel doch noch aus der Mittelmäßigkeit (und die Gesamtwertung aus den mittleren Regionen) reißen können. Eingefleischte Einzelspieler bleiben besser bei den RPG-Referenztiteln des DS, Multiplayer-Fans sollten aber durchaus einen Blick riskieren!

Er ist der Schatten, der die Nacht durchflattert: Christian Luscher für PlanetDS.de


Vielen Dank an Marchsreiter Communications und Namco Bandai Partners für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
80%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Mit Tasten brauch-, mit Touchen unspielbar. Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Multiplayer-Monsterkloppen über Wifi? Wir sind dabei!
Grafik

Meistens ordentlich, aber dröge Dungeons.
Sound

Altmeister Uematsu gibt sich Mühe.
Spielspaß

Alleine okay, mit Kumpels genial!








Details
Spielname:
Blue Dragon: Awakened Shadow

Publisher:
NAMCO BANDAI Partners

Developer:
tri-Crescendo

Genre:
Rollenspiel

Release:
24.09.2010 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (12)

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