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Avatar - Der Herr der Elemente: Pfad des Feuers


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Avatar - Der Herr der Elemente: Pfad des Feuers - Review vom 10.02.2009

Die mit einem Emmy ausgezeichnete amerikanische Trickfilmserie „Avatar – The Last Airbender“ erfreut sich noch immer großer Beliebtheit – so groß, dass es der Regisseur M. Night Shyamalan persönlich auf sich genommen hat, ab 2010 eine Realfilm-Trilogie des Stoffes auf die Leinwand zu bringen. Auch auf dem DS existieren bereits zwei Avatar-Ableger, die die ersten beiden Staffeln der Serie abdecken. Mit Avatar – Der Herr der Elemente: Der Pfad des Feuers wird nun das letzte Kapitel des Epos um den jungen Aang und seine Kumpanen in Spielform veröffentlicht und natürlich prompt von uns getestet. So sind wir halt.

Wer dem Handlungsverlauf der Serie nicht gefolgt ist oder nicht wenigstens die Vorgängerspiele kennt, wird sich am Anfang von Avatar – Der Herr der Elemente: Der Pfad des Feuers vorkommen wie das neue Kind in einer Schulklasse. Die Entwickler haben sich nämlich nicht dazu herabgelassen, Neulingen nahezubringen, was bisher geschah. Das Spiel scheint sich also entweder an Hardcore-Avatar-Aficionados zu richten – oder an Menschen, denen es schnurz ist, warum hier gerade wer wem die Birne einschlägt. Dabei wäre es so einfach gewesen. Die Entwickler hätten lediglich ein paar erklärende Sätze wie diese einbauen müssen: „Der zwölfjährige Aang, der dazu ausersehen ist, die vier Elemente Wind, Erde, Wasser und Feuer zu vereinigen und damit die Welt ins Gleichgewicht zu bringen, hat es nach vielen Strapazen geschafft, sämtliche Elemente bis auf Feuer zu bändigen und befindet sich nun mit seinen Freunden auf dem Weg in die Feuernation, um das letzte Element zu erlangen und den Weltfrieden wiederherzustellen.“ Boing. Das war´s. Tut doch gar nicht weh.

Doch auch Fans, die sämtliche DS-Vorgänger durchgezockt haben, werden sich nicht auf Anhieb in Avatar – Der Herr der Elemente: Der Pfad des Feuers zurechtfinden, denn das Gameplay wurde komplett umgekrempelt. Erstmals bewegen sich die Figuren in dreidimensionalen Umgebungen, und erstmals sind sie das, was der Experte „super-deformed“ nennt, also kleinwüchsige Kerlchen mit großen Köpfen. Jeweils zwei der Protagonisten haben nun gleichzeitig die Levels zu bewältigen und ihre elementaren Spezialfähigkeiten zu kombinieren, um sich so bis ans Ende des jeweiligen Dungeons durchzuschlagen. Klingt nicht nur bekannt, ist es auch – in den Mario & Luigi-Sagas oder bei den unvergessenen Lost Vikings gab es ähnliche Kombinationen.

Elementar, mein lieber Watson.
Eines der Probleme von Avatar – Der Herr der Elemente: Der Pfad des Feuers ist wohl, dass das Spielprinzip fast ausschließlich aus diesem Bäumchen-wechsel-dich-Rätsellösen besteht. Ist es am Anfang noch lustig, sich von Aangs Wirbelwinden über Schluchten schießen zu lassen, per Touchscreen Kataras Eisbrücken über Wassergräben zu ziehen oder mit Topher Lehmsäulen herumzuschieben, wiederholen sich die Rätsel recht bald und wirken wie Füllmaterial, um die Dauer der Levels auszudehnen. Gäbe es außer den obligatorischen Münzen noch verschiedenste Items und Schlüssel einzusammeln und einzusetzen (wie bei oben erwähnten Lost Vikings) oder umfangreiche Interaktionen mit anderen Charakteren und eine Oberwelt (wie bei oben erwähntem Mario & Luigi), gewänne das Gameplay beträchtlich an Tiefe, so allerdings wirken die Aufgaben spätestens nach einer halben Stunde recht dröge. Freude kommt nur dann auf, wenn sich im nächsten Level die Figurenkonstellation ändert und man herauszufinden hat, wie die Spezialfähigkeiten der Neuzugänge einzusetzen sind. Sobald man aber hier den Bogen raus hat, geht die Motivation erneut in die Knie. Das Argument, das Spiel sei eben für jüngere Spieler und deshalb einfacher gehalten, lassen wir wie immer nicht gelten. Denn erstens existieren auch auf dem DS genug Games für eine jüngere Zielgruppe, die trotzdem Tiefe und Unterhaltung bieten, zweitens werden gerade unsere Jüngsten schnell die Geduld verlieren, wenn sie in verschiedenen Variationen die immer gleichen Rätsel vorgesetzt bekommen.

Eine der wenigen Abwechslungen sind die vereinzelt auftretenden Feinde, die die Charaktere zu verkloppen haben, bevor es weitergeht. Während es immer eine gute Idee ist, Feindeverkloppen in Spiele zu integrieren, haben auch hier die Entwickler, vermutlich aus Unverstand, den Spaßfaktor gehörig beeinträchtigt.

Zum einen besitzt Avatar – Der Herr der Elemente: Der Pfad des Feuers ein äußerst zweifelhaftes Leben-System. Wird man von einem Gegner getroffen, fällt man in Lava oder wird anderweitig verletzt, färbt sich einer der Bildschirmränder orange. Geschieht das noch dreimal, sind also alle vier Bildschirmkanten eingefärbt, heißt es „Game Over“ und man kann sich mit einem bestimmten Betrag der gesammelten Münzen eine neue Chance erkaufen. Wartet man aber lange genug, wenn man Schaden genommen hat, regeneriert sich der Charakter von selbst. Diese Selbstheilung ist zwar insofern praktisch, als das Spiel keine gesundheitsauffüllenden Items benötigt, verflacht das Spiel andererseits aber noch mehr: Schließlich wird ein schlauer Spieler, der genug Schaden genommen hat, einfach eine Weile vor den Gegnern fliehen, bis sich die Gesundheit von selbst regeneriert hat – was der feige Gladiator im Leben des Brian kann, wird für den Herrn der Elemente doch wohl nicht schlecht sein. Zum anderen leiden sowohl die Feindkontakte, als auch das ganze Spiel unter der unausgegorenen…

Steuerung:
Avatar – Der Herr der Elemente: Der Pfad des Feuers nutzt zum Bewegen seiner Charaktere den Touchscreen in bewährter Weise. Ein Tippen in die gewünschte Richtung, und der Charakter läuft hin. Auch die Elementarfähigkeiten und Wechsel der Figurenreihenfolge lassen sich per Stylus auslösen. Dankbarerweise wurden für letztere auch Tasten-Shortcuts eingebaut. Meistens geht Aangs Agieren recht problemlos vonstatten, doch gerade, wenn einem die Zeit oder ein Gegner im Nacken sitzt, machen sich die Schwächen der Steuerung bemerkbar. So gilt es zum Beispiel einmal, unter Zeitdruck fünf Hebel nacheinander umzulegen, um damit fünf hintereinander liegende Tore zu öffnen, die man zu durchqueren hat, bevor sie sich wieder schließen. Hört sich unproblematisch an, ist es aber nicht, da ein Antippen des Touchscreens zuweilen als Schlag, als Signal, sich in eine andere Richtung zu drehen oder gar als Aufforderung loszulaufen missverstanden wird. Das Frustpotential allein dieser Szene ist immens und hat den Tester in regelrechte Schreikrämpfe ausbrechen lassen: Da steht man also vor den Hebeln, legt einen um, möchte zum nächsten gehen, der direkt daneben liegt, aber die Spielfigur versteht das als Aufforderung, erneut denselben Hebel umzulegen. Wenn man es nach vielen Fehlversuchen endlich geschafft hat, den ersten Hebel zu betätigen und sich zum zweiten zu drehen, trifft der Schlag dann sowohl den zweiten Hebel, als auch den ersten, der sich daraufhin wieder in die Ausgangsposition zurückversetzt – und so weiter. Gerade in späteren Levels gibt es derartige Frustszenen häufiger, als man sich wünschen könnte.

Wie oben bereits angedeutet, wird diese mangelnde Präzision auch beim Feindkontakt deutlich. Während man einen Gegner beim Antippen desselben normalerweise schlägt, geschieht es zuweilen, dass die Figur – unter freundlicher Mithilfe einer mangelhaften Kollisionsabfrage – mitten in den Feind hineinläuft und, so grotesk es klingt, aus ihm heraus an ihm vorbei schlägt. Die Alternative, mittels Telekinese herumliegende Gesteinsbrocken oder Wassertropfen aufzuheben und den Gegner damit zu malträtieren, funktioniert, so verlockend sie klingt, auch nicht zuverlässig, da aus unerklärlichen Gründen die Waffen zeitweise ohne Anlass „aus der Hand“ fallen und die Spielfigur prompt beginnt, auf die angetippte Stelle zuzurennen – welche naturgemäß meistens der Gegner ist.

Kurz gesagt, obwohl sie in weniger hektischen Spielphasen funktioniert, weist die Steuerung gerade dann, wenn man es am wenigsten braucht, all die Mängel auf, die seit Anbeginn der Touchscreensteuerung schlecht durchdachte Spiele plagen.

Grafik:
Die super-deformierten Kopffüßler sind sehr nett animiert und ziehen in den Zwischenszenen lustige Grimassen. Die Level selbst sind eher zweckmäßig gestaltet, und das ist nicht einmal schlecht – unübersichtliche Dungeons zusätzlich zur ungenauen Steuerung sind schließlich menschenrechtlich höchst bedenklich.

Sound:
Nichts besonderes gibt es von der akustischen Front zu vermelden: Die Soundeffekte sind ausreichend, Sprachausgabe gibt’s keine und die Musik schwankt zwischen nervigem Geleiere und asiatisch angehauchter Orchestralmucke.

Features:
Avatar – Der Herr der Elemente: Der Pfad des Feuers bietet deutschen Bildschirmtext, der, soweit wir das beurteilen können, ganz ordentlich ausgeführt wurde.

Multiplayer:
Als kleinen Bonus haben uns die Entwickler einen Multiplayer-Modus spendiert, in dem mit im Singleplayer freigespielten Charakteren und Kostümen gegen menschliche Gegner Beach-Volleyball gespielt werden kann. Eine nette kleine Dreingabe.

Fazit:
„Avatar – Der Herr der Elemente: Der Pfad des Feuers“ richtet sich an Hardcore-Fans des „Avatar“-Franchises; Leute denen es egal ist, wenn sich in linearen Levels die Rätsel auf die Dauer immerfort wiederholen; Leute, die es wegstecken können, zuweilen an einfachsten Aufgaben hängen zu bleiben, weil die Steuerung nicht so will, wie sie soll – kurz: Leute, deren einziger Anspruch es ist, mit ihren lieb gewonnenen Helden ihre lieb gewonnene Zeichentrickserie nochmals zu durchleben. Während das natürlich legitim ist, hätten wir uns von Seiten der Entwickler etwas mehr Spieltiefe und ideenreichere Levels gewünscht – denn dann wäre vielleicht ein Spiel daraus geworden, das wir auch allen anderen Zockern empfehlen könnten. Aber so…

Musste beim Spielen häufig das Frust-Element bändigen: Christian Luscher [Sagat] für PlanetDS.de

Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
61%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Zuweilen unzuverlässig und frustrierend. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Touchscreensteuerung und Multiplayer-Volleyball.
Grafik

Ordentlich, aber nicht wegweisend.
Sound

Pflichtprogramm - gerade man so.
Spielspaß

Schnell ermüdendes Rätsellösen.








Details
Spielname:
Avatar - Der Herr der Elemente: Pfad des Feuers

Publisher:
THQ

Developer:
Halfbrick

Genre:
Action Adventure

Release:
07.11.2008 (erschienen)

Multiplayer:
ja

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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