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Elite Forces: Unit 77


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Elite Forces: Unit 77 - Review vom 16.06.2009

„Mr. President, Sir?“ – „Was ist denn?“ – „Terroristen haben die berühmtesten Persönlichkeiten dieser Welt entführt und halten sie an den entlegensten Orten der Erde fest.“ – „Gütiger Gott, was nun?“ – „Ich habe mir erlaubt, Sir, Ihnen eine Akte mitzubringen.“ – „Aha. Was sind das für Leute?“ – „Das ist unsere geheime Elite-Einheit 77. Wenn jemand die Terroristen ausschalten kann, sind sie es.“ – „Wer ist dieser Gorilla?“ – „Das ist Dag Hammer, Sir. Maschinengewehr- und Bazooka-Spezialist.“- „Und dieser Kerl?“ – „T. K. Richter. Sprengstoff-Experte.“ – „Oho, wer ist diese Braut?“ – „Ähm, das ist Kendra Chase. Ex-Olympionikin. Jetzt arbeitet sie für uns als Scharfschützin.“ – „Nette… Kanonen.“ – „*rrräusper* - Mr. President…“ – „Und wer ist das schmächtige Bürschchen da?“ – „Bill Matic. Hacker-Legende. Es gibt keinen Computer, den er nicht knacken kann.“ – „Und das sind sie?“ – „Das ist sie, die Elite Unit 77. Erteilen Sie den Befehl, dass sie sich um die Sache kümmern?“ – „Befehl erteilt.“

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für einen actionfilmgestählten Möchtegern-Untergrundkämpfer ist dieses kitschige Achtziger-Szenario sicher der ideale Ausgangspunkt für ein gutes Ballerspiel. Aber, wie sagt man so schön: Was zählt, ist auf dem Platz. Wie schlägt sich Elite Forces: Unit 77 spielerisch?

Wir erledigen das nach der alten Seemanns-Methode. Wer zuerst tot ist, hat verloren.
Wie man sich denken kann, steuert man die Elite-Einheit 77 in verschiedenen Szenarien über die ganze Welt verteilt, um, die individuellen Fähigkeiten der Mitglieder nutzend, die bösen Terroristen zusammenzuschießen und die armen gefangenen Promis zu befreien. Dabei trifft man z.B. auf Minenfelder, die nur der mitgebrachte Sprengstoffexperte erkennen und entschärfen kann. Auch Scharfschützen kreuzen euren Weg, die scheinbar nur die mitgebrachte Quoten-Frau abzuknallen imstande sind. Außerdem Tore und Computersysteme, die nur durch den arroganten Hacker geknackt werden können und Selbstschussanlagen, Helikopter und ähnliches, welches nur unser Bazooka-Kerl zu Klump ballern kann. Die Levels sind so aufgebaut, dass man zum optimalen Durchmarsch durch die feindlichen Reihen die Spielfigur mehrmals wechseln muss, um zum Ziel zu gelangen. Dieser Wechsel geht durch ein Antippen der Seitenleiste problemlos vonstatten. Die restlichen Teammitglieder können mit einem Klick auf den „Gruppieren“-Button zu kleineren Teams zusammengestellt werden, begleiten dann die spielergesteuerte Figur und schießen auf auftauchende Gegner.

Jetzt müssen wir hin um die Männer zu holen, die hin mussten um die Männer zu holen, die hin mussten um die Männer zu holen.
Die künstliche Intelligenz eurer Mitstreiter ist dabei so lala. Während sie in übersichtlichen Situationen durchaus ihren Mann (oder Frau) stehen können, verhalten sie sich, wenn es hektisch wird, zuweilen recht bescheuert. Dann bleiben sie unter feindlichem Beschuss stehen, stolpern über versteckte Minen, die sie auslösen und so dem ganzen Team Schaden zufügen und so weiter. Glücklicherweise sind die Gegenspieler ebenfalls alles andere als Genies, sind aber von den Entwicklern wenigstens halbwegs strategisch platziert worden. Dies heißt leider auch, dass man schon bald weiß, aus welchem Gebüsch ein Überraschungsgegner hervorspringt und wo die Wachen üblicherweise stehen. Auf billige Weise wird der Schwierigkeitsgrad dadurch angehoben, dass die Gegner automatisch respawnen, also ständig neue Terroristen, so dumm sie auch sind, auf euch zulaufen. Hier wird erst schmerzlich bewusst, dass die Speicherpunkte bei Elite Force: Unit 77 furchtbar spärlich über die Levels verteilt sind. Wer nach seinem mehr oder weniger selbst verschuldeten Ableben den halben Level nochmals durchschleichen muss, kann durchaus ein klein wenig frustriert werden. Denn zusätzlich zu den erwähnten Mängeln kommt noch die grottige…

Steuerung:
Wann werden sie es endlich lernen? Wann-wer-den-sie-es-end-lich-lern-en? Wann lernen die Entwickler endlich, dass eine Touchscreen-Only-Steuerung nicht automatisch die beste Lösung für DS-Spiele ist? Ist sie gut ausgeführt, kann es durchaus gut gehen, ungenügend umgesetzt geht die Sache aber oft entsetzlich schief. Leider reiht sich Elite Forces eher in zweitere Kategorie ein.

Das Problem dabei ist vor allem, dass sowohl das Schießen auf Gegner, als auch die Bewegung der Charaktere durch eine Berührung des Touchscreens umgesetzt wird. Was das bedeutet, kann man sich vorstellen. Und tatsächlich: Oft genug passiert es, dass man eigentlich auf einen Gegner schießen will, aber die eigene Eliteeinheit stattdessen wie der letzte Dorftrottel auf ihn zurennt. Gerade wenn es hektisch wird, kann das zu Szenen führen, die den Spieler vor Frust aufbrüllen lassen. Die eigene Einheit ist umzingelt von bösen Terroristen - jetzt heißt's kämpfen! Während sich die Begleiter im Dauerbeschuss eher schlecht als recht verteidigen, rennt der spielergesteuerte Charakter von Gegner zu Gegner, ohne auch nur einen Schuss abzugeben. Das Spiel nimmt nämlich hartnäckig das Antippen der Gegner nicht als Aufforderung zum Schießen wahr, sondern als Annäherungsversuch zu jenen feindlichen Truppen. Dass die eigene Truppe dabei in nullkommanichts aufgerieben wird, ist klar. Ebenfalls klar, dass sich die Motivation, daraufhin den Level wegen der seltenen Savepoints noch einmal spielen zu müssen, eher in Grenzen hält. Schade drum. Wirklich schade drum.

Grafik:
Das Spielgeschehen wird in einer Draufsicht dargeboten, die im Normalfall gut funktioniert. Die Umgebungen sind hübsch designt, wenngleich man des Öfteren über das Ziel hinausgeschossen ist. Stilvoll ins Bild hängende Dschungelblätter in allen Ehren, aber sobald sie das Spielgeschehen verdecken und man gezwungen ist, mehr auf die Karte auf dem Topscreen zu schauen als auf die tatsächliche Spielgrafik, dann ist das schon ein sehr fragwürdiges Ergebnis.

Sound:
Zumeist geht die akustische Untermalung in Ordnung. Für die sterbenden Soldaten hätten es zwar ruhig ein paar Sprachsamples mehr sein können, doch darüber wollen wir mal hinwegsehen - schließlich hat es auch seinen Reiz, wenn in guter alter Arcade-Tradition die abgeknallten Gegner abwechselnd „Aaah!“ und „Oooh!“ und wieder „Aaah!“ und erneut „Oooh!“ machen. Erinnert sich noch jemand an Sunset Riders? Musikalisch wechselt die Qualität von militärischen Rambo-Märschen bis zu düsterem Midi-Gerumple. Versetzt niemanden in Begeisterung, stört aber wenigstens nicht.

Features:
An den Features scheinen die Entwickler besonders gespart zu haben. Selbst die Spielanleitung besteht aus mickrigen vier Seiten in jeder Sprache. Daher nutzen wir den Platz, um zu erwähnen, dass Elite Forces: Unit 77 aus offensichtlichen Gründen von der USK ab 12, laut PEGI sogar ab 16 Jahren freigegeben ist. Fall ihr also daran denkt, mit Hilfe dieses Spiels euren fünfjährigen Neffen ans Terroristenmorden heranzuführen - vergesst es. Bitte.

Fazit:
Bei manchen Spielen sieht man die Zutaten und wünscht von ganzem Herzen, dass es Spaß macht - und ist dann umso mehr enttäuscht, wenn es scheitert. „Elite Forces: Unit 77“ ist solch ein Spiel. Mit einer Eliteeinheit durchs Unterholz kriechen und Terroristen abknallen, ist beileibe nicht die schlechteste Spielidee. Wegen der unzuverlässigen Steuerung und des bösartigen Level-Designs entwickelt sich das Game allerdings zu einem schlimmen Frustfeuerwerk. Vielleicht hätten die Entwickler, so hinterwäldlerisch es scheint, es doch mal mit Button-Steuerung probieren - oder das Spiel rundenbasiert gestalten sollen, wie „Jagged Alliance“. So jedoch bleibt es nur ein Abenteuer, das wir höchstens den frustresistentesten Actionveteranen empfehlen können. Wie gesagt: Schade drum!

Zieht sich ins Unterholz zurück: Christian Luscher [Sagat] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
61%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Die Crux des ganzen Spiels. Ungenau und unzuverlässig. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Recht missglückte Touchscreen-Steuerung ohne Besonderheiten.
Grafik

Ordentlich, aber manchmal störend.
Sound

Durchschnittlich, aber insgesamt passend.
Spielspaß

Mehr Savepoints, intelligentere Gegner, bessere Steuerung, und wir hätten ein besseres Spiel…








Details
Spielname:
Elite Forces: Unit 77

Publisher:
Koch Media

Developer:
Abylight

Genre:
Shooter

Release:
27.02.2009 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (10)

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