Naruto: Ninja Destiny 2 - European Version
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Naruto: Ninja Destiny 2 - European Version -
Review vom 29.04.2009
Es soll Leute geben, die tatsächlich noch nicht genug von diesem einen Ninja im orangenen Anzug haben. Das Phänomen Naruto hinterlässt weiterhin riesige Fußstapfen in der Videospielwelt, denn die Entwickler und Publisher schicken ein Spiel nach dem anderen ins Rennen. Und warum nicht noch ein Beat’em up? Schließlich zeigten die „Gekitou Ninja Taisen“- bzw. „Clash of Ninja“- und „Narutimate Hero“- (aka „Ultimate Ninja“)-Spiele auf GameCube und PlayStation 2, dass auch durchaus unterhaltsame Titel unter dem Namen der Manga- und Anime-Lizenz erscheinen können.
Der erste DS-Versuch, der auf die Bezeichnung „Ninja Destiny“ hört, stellte sich dabei allerdings als nicht wirklich glorreich heraus. Mit dem zweiten Teil, der im Vergleich zum japanischen Original „Shinobi Retsuden 2“ um seine „Shippuden“-Wurzeln erleichtert wurde und stattdessen mit Charakteren der ersten großen Naruto“-Runde aufwartet, hofft man nun, die Schwächen des Vorgänger auszumerzen. Ob „Naruto: Ninja Destiny 2 - European Version“ dabei aber auch Erfolg hat oder wie schon Teil 1 kläglich an den hoffentlich vorhandenen Ambitionen scheitert - nun gut, manch einer wird sich die Antwort schon denken können, aber im Detail erfahrt ihr sie in unserem Test.
Fill me up, Scotty! Das Naruto-Aufmunterungs-Programm!
Zugegeben, wer in einem Prügelspiel nach einer epischen Story sucht, der sollte sich eventuell fragen, ob er nicht das falsche Genre spielt. Angesichts der Vorlage dürfte man aber doch einiges mehr erwarten, als „Ninja Destiny 2“ tatsächlich präsentiert. Nachdem Sasuke Uchiha am Ende der ersten Naruto-Serie verschwunden ist, sitzt unser aufgeweckter Held mit leuchtend-auffälliger Kampfkleidung schmollend in der Ecke. Um seinen Kampfgeist zu wecken, schickt ihn Hokage Tsunade auf eine scheinbar einfache Mission: Irgendwer hat im Dort und Umgebung Schriftrollen verloren und Naruto soll sie ausfindig machen. Nach diesem Sammelauftrag darf er noch in einer geheimen Höhle trainieren. Sobald das Ende der Höhle erreicht worden ist, endet auch ebenso der Story-Modus. Natürlich erwarten euch an einigen Stellen Duelle mit anderen Hauptdarstellern der Serie, doch unterm Strich bleibt der Story Mode viel zu kurz und die dazugehörige Geschichte ist auch alles andere als Material für den Literaturnobelpreis.
Mit dem Abschluss der Handlung endet der Spaß für den geneigten Einzelspieler aber keineswegs. Im Laufe der Geschichte begibt sich Naruto in einen kleinen zufallsgenerierten 3D-Dungeon. Wer davon nicht genug bekommen hat, darf sich im nach dem Story-Modus freigelegten Quest-Modus noch einmal so richtig austoben. Hier gilt es, in über 30 Ebenen in einem 3D-Kerker den Ausgang zu finden. Dabei können jederzeit zufällig Gegner der Marke „08/15 Bandit Nr. 245908“ auftauchen und alle zehn Ebenen erwartet euch ein kleiner Bosskampf gegen einen Star der Serie. Was in der Theorie vielleicht ganz spaßig klingt, erweist sich in der Praxis als eine eher zähe Angelegenheit. Nicht nur unterscheiden sich die Zufallsgegner wirklich nur durch andere Texturen minimal voneinander, auch kämpft man sich alle 30 Etagen durch dieselben grauen Höhlengrafiken. Wer jedoch plant, alle Charaktere freizuschalten, muss sich wohl oder übel mit allen zehn in diesem Modus verfügbaren Charakteren durchbeißen.
Konflikt-Lösung auf Ninja-Art! Die fünffache B-Bombe!
Zu diesen beiden Eigenheiten gesellen sich drei klassische Beat’em Up-Modi: Der Survival-Modus sowie ein VS.-Modus gegen die K.I. oder gegen einen menschlichen Kontrahenten. Und nachdem wir das ganze Drumherum geklärt haben, kommen wir somit zur Hauptattraktion eines jeden Vertreters dieses Genres: dem Kampf mano a mano. Dieser wird in 3D-Arenen ausgetragen, die vom Stil her (unendliche Weiten mit 2D-Bild im Hintergrund) an „Tekken Advance“ und Konsorten erinnern. Für die Offensive stehen zwei verschiedene Angriffsvarianten und -sofern der eigene Chakrabalken, der sich durch ausgeteilte und eingesteckte Treffer auflädt, voll ist- ein Special Move pro Charakter zur Verfügung. Natürlich kann man auch springen, blocken und das patentierte Jutsu des Tausches zum Zwecke des Ausweichens anwenden, letzten Endes kommt man aber eigentlich auf ein- und dieselbe Tastenkombination zurück: B, B, B, B, B. Es ist die simpelste Kombo, allerdings auch eine effektive. Zwar bieten die Figuren durchaus verschiedene Kombos, da man aber sowohl im Handbuch als auch im eigentlichen Spiel auf eine komplette Move-Liste verzichtet hat, bleibt einem nichts anderes übrig, als irgendwelche wilden Button-Kombinationen auszuprobieren. Und wenn man nicht gerade die experimentierfreudigste und geduldigste Person auf Erden ist, lässt man das wahrscheinlich eher bleiben und greift auf die Standard-Kombo zurück.
Steuerung:
Zugegeben, die Button-Belegung ist übersichtlich und eingängig: B und Y dienen für Schläge unterschiedlicher Stärke, mit X wird gehopst und über A werden die geheimen Jutsus entfesselt. Darüber hinaus kann man mit der R-Taste blocken und mit L auf das Jutsu des Tausches zurückgreifen. Doch was nützt einem die ganze Vielfalt, wenn man im eigentlichen Kampfgeschehen kaum mehr betätigt als L, B und A? Vor allem, weil das Jutsu des Tausches, anders als in den „Clash of Ninja“-Teilen für den GameCube, nicht nur in der Defensive als Ausweich-Move angewandt werden kann, sondern nun auch dank jederzeit möglicher Aktivierung (vorausgesetzt natürlich, man hat ausreichend Chakra) als Offensivtechnik Verwendung findet, werden die Kämpfe einerseits leicht und andererseits sehr schnell langweilig. Da muss man in der Regel nicht mal mehr auf die Items zurückgreifen, die auf dem Touchscreen Platz finden und durch Antippen aktiviert werden.
Grafik:
Während das Dorf Konoha-Gakure im Story-Modus und die 3D-Modelle der Charaktere wenigstens noch halbwegs in Ordnung gehen, lässt sich das nicht von den Arenen behaupten. Da es sich hierbei, wie schon erwähnt, um kaum mehr als eine texturierte Platte mit unterschiedlichen 2D-Hintergründen handelt, wirken diese in der Regel eher trist und abwechslungsarm. Auch manche Spezial-Jutsus wollen optisch nicht so ganz überzeugen. Entweder fehlt ein wenig der Wumms (Narutos Rasengan zum Beispiel wirkt in anderen Naruto-Spielen wesentlich imposanter), die unterstützenden und leicht verpixelten 2D-Pappaufsteller wollen nicht so ganz ins Bild passen (wie Kröte Gamabunta bei Jirayas geheimen Jutsu) oder sie wirken aufgrund kleiner Animationsdetails unfreiwillig komisch (die „Ninja Destiny“-Fassung von Nejis Orakel der 64 Handflächen-Technik sollte man mal gesehen haben!).
Sound:
Da hat man eine ganze Palette von Songs aus der Serie zur Auswahl und greift letzten Endes keinen einzigen davon auf… Die Hintergrund-Dudeleien, die man bei „Naruto: Ninja Destiny 2“ zu ertragen hat, lassen sich in der Regel als äußerst uninspiriert und öde beschreiben. Lediglich ein einziges Lied versprüht einen Hauch von Ohrwurmqualität. Großartig besser wird das Gesamtpaket dadurch allerdings auch nicht. Immerhin: Bei Aktivierung von Spezial-Jutsus und in der Charakterauswahl geben die Figuren ein kurzes Sprachsample von sich, gesprochen von den originalen japanischen Synchronsprechern.
Features:
Zugegeben, bis alle 25 Charaktere freigeschaltet sind, vergeht durchaus einiges an Zeit. Dabei stellen der unglaublich kurze Story-Modus und die 20 Kämpfe im Survival-Modus gar nicht mal die große Herausforderung dar. Eher zieht der Quest-Modus, der mit 10 Figuren absolviert werden möchte, alles in die Länge. Wer sich übrigens fragt, wie genau er die versteckten Kämpfer freischalten kann, braucht lediglich ins Handbuch zu schauen. Dort sind nämlich sämtliche Bedingungen für die zusätzlichen Charaktere notiert.
Multiplayer:
Natürlich kann man sich nach der ganzen Einzelspieler-Geschichte auch noch im Zweispieler-Duell die Zeit vertreiben. Mangels Download-Play und Online-Funktionen seid ihr allerdings auf Freunde angewiesen, die selbst ein Exemplar des Spiels ihr Eigen nennen - und das wird vermutlich nicht allzu oft vorkommen.
Fazit:
Wenn man einen Blick auf das Heimkonsolen-Lager mit „Naruto: Clash of Ninja“ und „Naruto: Ultimate Ninja“ wirft, fragt man sich, was zum Henker eigentlich bei „Ninja Destiny 2“ schief gelaufen ist. Ja, es handelt sich dabei auch um keine Top-Titel, aber sie sind wenigstens für ein paar unterhaltsame Runden unter Naruto-Fans zu gebrauchen. Dieses DS-Beat’em Up jedoch versagt aufgrund der miesen Präsentation, dem durchschnittlichen Kampfsystem und des unglaublich öden Quest-Modus'. Von der Pseudo-Geschichte wollen wir besser gar nicht weiter reden. Schade eigentlich, denn zumindest auf dem Papier stellen die wenigen Neuerungen Verbesserungen zum Vorgänger dar - auch wenn immer noch wirklich viel fehlt, um „Naruto: Ninja Destiny 2 - European Version“ wirklich empfehlenswert für Fans der Vorlage zu machen. Hier sollten sich wirklich nur beinharte Naruto-Sammler ohne ein vorheriges Probespiel heranwagen. Alle anderen verfolgen entweder weiterhin den Manga bzw. Anime oder hoffen, dass das nächste Spiel auf Basis der Lizenz nicht auch wieder so ein Reinfall wird.
Legt lieber noch einmal „Gekitou Ninja Taisen 4“ in seinen GameCube: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Details
Spielname:
Naruto: Ninja Destiny 2 - European Version
Publisher:
Nintendo
Developer:
Tomy
Genre:
Beat 'em Up - Sidescroller
Release:
06.03.2009 (erschienen)
Multiplayer:
1-2 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (19)
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