Cooking Mama 2: Alle zu Tisch
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Cooking Mama 2: Alle zu Tisch -
Review vom 01.01.2009
Wenn der Begriff „Casual Games“ fällt, denken viele zwangsläufig an die Unmengen von dahingeschluderten Software-Versatzstücken, die zurzeit den Markt geradezu überfluten. Dass es inmitten dieses Meers aus durchschnittlicher Massenware auch noch kleine Perlen gab, bewies unter anderem „Cooking Mama“. Wenn auch kein großartiges Spiel, wusste die zum Releasedatum noch relativ frische Idee zu überzeugen und über einige Zeit an den DS zu fesseln. Die Truppe von Office Create hat nach einem kurzen Exkurs auf die Wii nun einen zweiten Teil für den DS fertig gestellt. Ob sich der zweite Lehrgang in Mamas virtueller Küche lohnt oder sich die Macher am Nachfolger „Cooking Mama 2: Alle zu Tisch“ die Finger verbrannt haben, klären wir in unserem Test.
Willkommen zurück in Mamas Küche - Hoffentlich stört euch der neue Anstrich nicht!
Während Konkurrent „Sophies Freunde: Kochspaß“ noch mit einer passenden Pseudo-Story auffuhr, verzichtet „Cooking Mama 2“ auf Geschichts-Elemente. Man braucht ja schließlich auch keine großartige Motivation, um zu kochen - abgesehen von einem knurrenden Magen. Dementsprechend unkompliziert präsentiert sich dann auch das Hauptmenü. Drei große Spielmodi gibt es hier zur Auswahl: „Kochen mit Mama“, „Lass uns kochen“ und „Kochwettbewerb“. Darüber hinaus dürfen wir noch kleine Details an unserer digitalen Küche verändern (etwa die Farbe der Gerätschaften oder das Hintergrundbild des Top-Screens) und haben Zugriff auf ein Tagebuch.
Zu Beginn des Spiels stehen zwölf verschiedene Rezepte zur Verfügung. Durch erfolgreichen Abschluss dieser schaltet man im „Kochen mit Mama“-Modus dann nach und nach neue frei, bis man irgendwann den Katalog mit insgesamt 80 Speisen vervollständigt hat. Um uns an das entsprechende Gericht zu wagen, wählen wir es einfach aus dem Menü aus und gehen die einzelnen Arbeitsschritte nacheinander durch. Vor jedem dieser Schritte erklärt uns Mama, was wir überhaupt zu tun haben. So müssen wir etwa Zwiebeln klein schneiden, Teig kneten, am Grill Fleisch anbraten, Zutaten mischen… Im Kochstudio der „Cooking Mama“ gibt es definitiv reichlich zu tun. Darüber hinaus ist Eile angesagt: Die in der Regel recht kurzen Aufgaben gilt es nämlich auch noch innerhalb eines kleinen Zeitlimits zu absolvieren. Je nachdem, wie sauber und zeitig ihr die Schritte erledigt habt, gibt es entweder eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille. Am Ende des Rezepts erhaltet ihr auf Basis dieser Zwischenergebnisse eine Gesamtwertung sowie eine passende Abschlussmedaille. Ehrgeizigen Köchen ist also Motivation zur Perfektion gegeben.
Habt ihr euch die nötigen Fähigkeiten angeeignet, darf man sich am „Lass uns kochen“-Modus versuchen. Hier erwarten euch bis zu zehn Leute aus dem noch im Aufbau befindlichen und daher recht kompakten „Cooking Mama“-Universum, die alle ihre eigenen Lieblingsgerichte haben, welche der Spieler ihnen nun kochen darf. Prinzipiell läuft alles also so wie im Hauptmodus ab - wären da nicht die verschärften Regeln. Es werden nämlich sämtliche Schritte ohne Pausen oder Erklärungen zwischendurch abgearbeitet. Man sollte sich deswegen darüber im Klaren sein, was zu tun ist. Nicht zuletzt, weil eine Bronzemedaille in diesem Modus quasi ein „Game Over“ ist. Vergeigt ihr einen Arbeitsschritt, bekommt ihr statt einer köstlichen Mahlzeit lediglich die verunstaltete Küche zu sehen. Aufgrund dieser kleinen Gemeinheiten ist dieser Modus nicht nur fordernder als „Kochen mit Mama“, sondern auch zu einem gewissen Grad spaßiger. Außerdem erhaltet ihr durch gekonntes Bekochen der Personen neue Objekte, mit denen ihr Mama einkleiden könnt, wie etwa einen Kimono und ein Monokel.
Anders der „Kochwettbewerb“. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich nichts weiter als eine Art Highscore-Modus für bestimmte Arbeitsschritte. Wie viele Eier könnt ihr innerhalb des Zeitlimits aufschlagen? Wie viele Kartoffeln schälen? Einen vergleichbaren Modus bot zwar auch der Vorgänger, damals war aber auch eine notwendige Anzahl von erfolgreichen Durchführungen nötig, um am Ende wieder Gold für den Abschluss zu kassieren. Das fehlt bei „Cooking Mama 2“. Dennoch kann es sich auszahlen, die einzelnen Aufgaben zu trainieren. Schließt ihr diese in den beiden anderen Modi nämlich besonders schnell und gut ab, regnet es Bonuspunkte. Fünf davon schalten einen zufälligen neuen Sticker für euer Koch-Tagebuch frei, in welchem ihr Bilder von euren Erzeugnissen speichern und mit zusätzlichen Bildern versehen könnt. Da allerdings das Erscheinungsbild vieler Speisen im Ergebnisbildschirm schon vom Spiel festgelegt wird, zweifelt man doch ein wenig am Sinn dieser Option.
Steuerung:
Das gesamte Spiel wird komplett über den Touchscreen bedient. Egal, ob ihr im Optionsmenü Mama neue Klamotten verpasst, in der Küche den Ofen bedient, Sushi zubereitet oder Gemüse kleinhackt. In 90 Prozent der Fälle weiß die Steuerung auch vollends zu überzeugen, manchmal jedoch -wie zum Beispiel beim Schneiden einer Ananas- reagiert sie auch ein wenig zickig auf eure Eingaben. Auch sind die Stellen, bei denen etwas mehr Feingefühl bei euren Aktionen gefordert ist (etwa das Rollen einer Erdbeerrolle), nicht immer einfach zu bewältigen. Das Problem lässt sich aber meist durch ausreichend Übung lösen.
Grafik:
Wer schon den Vorgänger zu bunt fand, dem werden bei „Cooking Mama 2“ höchstwahrscheinlich die Augen wegbrennen. War nämlich Teil 1 noch trotz Comic-Optik recht seriös gestaltet, bekommt ihr es hier mit einer wirklichen Farbbombe zu tun. Dieser Umstand mag auf den ein oder anderen ein wenig abschreckend wirken, dem Spielspaß tut das aber keinen Abbruch. Schade ist auch, dass man seine Erzeugnisse nicht am Ende des Rezepts probieren kann: Die dazugehörigen Bilder lassen einen häufig das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Sound:
Auf musikalischer Ebene darf man natürlich kein Meisterwerk erwarten. Sämtliche Stücke erinnern mehr an die Hintergrundmusik von Kochsendungen im Fernsehen, keines sticht da sonderlich heraus - störend wirken sie allerdings auch nicht. Weitere Geräusche wie etwa das Brutzeln der Pfanne sorgen für die passende Küchenatmosphäre. Hinzu kommen „englische“ Sprachsamples nach jedem abgeschlossenen Schritt im „Kochen mit Mama“-Modus: Aufgrund des starken japanischen Akzents sind diese auf ihre eigene Art sehr unterhaltsam.
Features:
Über den Umfang auf der DS-Karte kann man nicht klagen: Satte 80 Rezepte warten auf willige Köche, nur ein kleiner Teil davon ist bereits aus dem Wii- bzw. DS-Vorgänger bekannt. Hinzu kommen zahlreiche neue Geräte und Verfeinerungen von einzelnen Aufgaben, die für ein wenig mehr Abwechslung sorgen. Der neue Mehrspielermodus hingegen entpuppt sich leider als Enttäuschung: Anders als bei der Wii-Version dürft ihr euch hier nicht um die Wette an den Speisen versuchen, sondern lediglich im „Kochwettbewerb“-Modus die einzelnen Schritte in einem Highscore-Wettkampf erledigen. Schade, aber immerhin braucht ihr dafür nur eine Karte für bis zu vier Spieler. Anders als der Erstling ist „Cooking Mama 2“ übrigens komplett auf Deutsch. Lobenswert, auch wenn sich an einigen Stellen kleine, aber keine gravierenden Rechtschreibfehler eingeschleust haben.
Fazit:
In Zeiten der undurchdachten „Casual Games“ ist „Cooking Mama 2: Alle zu Tisch“ ein schöner Lichtblick. Wie auch schon der Vorgänger verbirgt sich hinter dem niedlichen Äußeren eine ziemlich unterhaltsame Minispielsammlung mit Kochthema. Während Einsteiger durch die Erklärungen im „Kochen mit Mama“-Teil wunderbar an das Spiel herangeführt werden, erfreuen sich Veteranen an den zahlreichen neuen Rezepten sowie dem herausfordernden „Lass uns Kochen“-Modus. Wobei sich allerdings Kenner des ersten Teils auch fragen sollten, ob sie bereit sind, für diese Neuerungen erneut 40 Euro auf die Theke zu legen. Nichtsdestotrotz: Zwar ist noch etwas Raum für Verbesserungen vorhanden -ein ordentlicher Mehrspielermodus wäre zum Beispiel wünschenswert- aber Interessierte, die Lust auf ein lockeres Spiel für Zwischendurch haben, können mit „Cooking Mama 2“ definitiv nichts verkehrt machen.
Schwingt vergnügt den virtuellen Kochlöffel: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de
Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.
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Details
Spielname:
Cooking Mama 2: Alle zu Tisch
Publisher:
THQ
Developer:
505 Games
Genre:
Simulation
Release:
28.11.2008 (erschienen)
Multiplayer:
1-4 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
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