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Civilization Revolution


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Civilization Revolution - Review vom 20.11.2008

Ihr seid Mannschaftskapitän im örtlichen Fußballverein? Leitet eure jüngeren Geschwister darin an, wer welche Hausarbeit zu erledigen hat? Entscheidet in der Clique stets, in welchen Kinofilm ihr als nächstes geht? Nicht schlecht. Nun wird euer Führungspotential aber auf eine ganz neue Probe gestellt. Denn als Herrscher eines ganzen Volkes kann man nicht mehr bloß auf seinem Sofa sitzen und Brezeln essen, sondern muss mit eiserner Hand seine Nation zu Erfolg und Ruhm führen. Mit „Civilization Revolution“ auf dem Nintendo DS findet sprichwörtlich die doppeldeutige Zeitreise in die Vergangenheit statt: Einerseits begleitet man sein eigenes Volk aus der Steinzeit bis in die Moderne, andererseits erinnert das Spiel doch sehr stark an seinen Vorgänger aus den 90ern. Damals rief Sid Meier die ersten Versionen der ruhmreichen Aufbaustrategie ins Leben und etablierte auf diese Weise seine Fanbasis.

Der damals noch recht unbekannte Entwickler aus Detroit hat es geschafft, mehr als 2,5 Millionen Exemplare des Spiels an den Mann und die Frau zu bringen. Ein Argument mehr, nun auch DS-Begeisterten den Klassiker im Hosentaschenformat ans Herz zu legen. Wir haben den Diplomaten gespielt, uns als Heerführer aufgeführt und verraten euch, ob „Civilization“ auf dem DS noch immer aus dem gleichen Erfolgs-Holz geschnitzt ist, wie damals.

Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage!
„Civilization“ auf dem DS kehrt zurück zu den Anfängen der Serie und kommt zusätzlich mit ein paar Neuerungen daher – bis hierher hätte man also eine noch überaus zweckmäßige Grafik, gepaart mit recht komplexen Funktionen und einem tiefgründigen Gameplay. Doch wie schafft man es nun, ein derartig umfangreiches und miteinander versponnenes Konzept in die Hosentasche zu verbannen, ohne dabei den inhaltlichen Kern zu beschädigen?

Das Spiel beginnt genauso wie auf dem üblichen Computerbildschirm. Man sucht sich ein Szenario aus, wählt ein Volk und schließlich den Schwierigkeitsgrad. Jeder Führer, ob Bismark, Napoleon, Lincoln oder Alexander der Große, hat besondere Fähigkeiten, die sich durch alle Epochen ziehen und geschickt ausgewählt werden sollten. Denn als kleines Urzeit-Dörfchen gilt es nun mit allen Mitteln der Forschung, Diplomatie, Kriegskunst, Bevölkerung und ein bisschen Glück, sich als stärkste Nation durchzusetzen und den Gesamt-Sieg zu erringen. Dies kann auf verschiedene Weise vonstatten gehen. Zunächst könntet ihr den rustikalen Kriegsgott spielen und einfach alle Gegner ausrotten. Wem das zu gewalttätig ist, kann auch versuchen alles diplomatisch zu regeln und in der Zukunft wertungstechnisch besser dazustehen als die Konkurrenz. Oder ihr versucht womöglich, als friedlicher Forscher als Erstes eine Kolonie im Weltraum zu gründen und somit Herrscher einer eigenen neuen Welt zu werden. Hat definitiv alles seine Reize! Unterschieden wird in Kultursieg, Herrschaftssieg, Wirtschaftsieg und Technologiesieg. Welches Ziel man wählt und wann man dies tut, ist dem Spieler frei überlassen - bis zu diesem „kritischen“ Punkt kann jedenfalls eine ganze Weile vergehen.

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, gib ihm Macht.
Also beginnt man sein eigenes Reich aufzubauen. Zunächst sollte versucht werden, mit einigen Siedlern kleinere Dörfchen aufzubauen und die Forschungen voranzutreiben. Nach und nach lernt man so neue Techniken, die das Leben ein wenig leichter machen: Ob nun Sachen wie die Mathematik, Elektrizität, Kriegskünste oder Regierungsformen gewählt werden, ist ebenfalls komplett dem Spieler überlassen. Erst allerdings, wenn man einen bestimmten Forschungsstand hat, kann auch eine weitere Technologie oder Regierungsform gebraucht werden. Eine sinnvolle Auflistungsoption der verschiedenen Effekte und Nutzfaktoren hilft dem Spieler weiter, ebenso wie ein Berater, der vor jedem neuen Forschungsstrang eine Empfehlung ausspricht. Während der Reise auf der Weltkarte kann es passieren, dass man kleine braune Hütten findet. Hier geschehen Zufallsereignisse, die dem Volk einen gewissen Vorsprung verschaffen können, wenn man die dort hausenden Barbaren erledigen kann. Was genau passiert, ob man ein Gratis-Dorf gründen kann, einen neuen Fortschritt findet oder von Barbaren niedergemäht wird, ist reine Glückssache - oder wird aber mit roher Waffengewalt festgestellt.

Je höher die Population ist, desto mehr Einkünfte erhält man und desto schneller kann man Forschen - logischerweise geht dann das exponentielle Wachstum immer schneller voran. Doch von Zeit zu Zeit solltet ihr Vorsicht walten lassen, denn je weiter man sich auf der Karte ausbreitet, desto wahrscheinlicher ist es, dass man auf andere, feindselige Völker trifft. Diese können natürlich auch friedlich gestimmt sein und einen diplomatischen Nutzen bringen. So lassen sich Technologien austauschen, Allianzen bilden etc.. Dennoch solltet ihr stets auf einen Überraschungsangriff vorbereitet sein. Planungen, wie man sein Volk vergrößert, als auch militärisch verteidigt, gehören somit zur Tagesordnung.

Ich kam, sah und siegte.
Hat man einen gewissen Stand der Forschung erreicht, kommen so genannte „Weltwunder“ mit ins Spiel. Diese können nur einmal gebaut werden - hier heißt es, seinen Kontrahenten einen Schritt voraus zu sein und die Vorteile zu nutzen. Jedes Weltwunder, von den hängenden Gärten über die Große Mauer bis hin zu den Vereinten Nationen, sorgt ein Stück weit für den Erhalt der Machtverhältnisse. Sollte jedoch ein Dorf oder eine Stadt durch einen kriegerischen Akt verloren gehen, können auch die Weltwunder erobert bzw. zerstört werden. Auch wichtig im Spiel sind die bedeutenden Persönlichkeiten, die erscheinen, wenn die Kultur und Wirtschaft blüht. Denn wenn gewisse Größen wie Isaac Newton oder Albert Einstein in eine Stadt ziehen, bringen sie dauerhafte Boni mit sich. Sollte man ihre Anwesenheit nicht erwünschen, so kann man diese Personen oftmals „investieren“, um teilweise einen noch größeren Sofortbonus zu erhalten.

Die Spannung im Spiel wird vor allem damit aufrechtgehalten, dass man durch die gesamten Epochen bis hin zu Zukunftsszenarien gelangen, sein Volk leiten und frei entscheiden kann, wie man dies tut. Sowohl jene Fans des gepflegten Mittelalter-Szenarios, die gerne Schilde und Schwerter zücken, oder aber SciFi-Genossen, die lieber mit nuklearen Waffen spielen - jeder bekommt ein Stück vom Kuchen ab und kann Gefallen an den taktischen Finessen des Spiels finden. Die Durchlaufzeit kann je nach Handlungen des Spielers variieren und da man sich auch jedes Mal ein völlig zufallsgeneriertes Terrain erstellen lassen kann, ist der Wiederspielbarkeitswert sehr hoch. Ihr werdet euch durchaus dabei ertappen, nach mehreren Niederlagen einen weiteren Versuch zu starten, um mit dem angeeigneten Wissen noch besser -und vor allem siegreich- zu sein. Zusätzlich gibt es jede Woche ein neues Online-Szenario, das auf den DS heruntergeladen werden kann.

Schade ist jedoch, dass einige kleine Mankos nicht umgangen worden sind... So gibt es keine permanente Highscoreliste und davongetragene Siege sind nur von kurzer Dauer. Wenn ihr nämlich später erneut spielt, dann geht auch die Highscorejagd wieder von Nullpunkt los. Auch wer sich gerne kriegerisch betätigt, wird mit Bedauern feststellen, dass nukleare Sprengköpfe Mangelware sind - immerhin, wer das Mannhatten-Projekt erforscht, bekommt einen besonders „großen Böller“, den man dann gezielt zünden sollte. Doch jeder sollte wissen, das Gewalt eigentlich keine Lösung ist…

Steuerung:
Nimmt man das Spiel das erste Mal in die Hand, wird man von der Komplexität und Vielfalt quasi erdrückt. Ein Blick in die Anleitung oder das Lesen der Hinweise kann weiterhelfen, dennoch braucht es einiges an Gewöhnungszeit, bis man sich vollends an die zahlreichen Möglichkeiten gewöhnt hat. Mit dem Stylus in der Hand fuchst ihr euch mit der Zeit durch die verschiedenen Menüs. Erst wenn man viele Städte erbaut hat, ist es sinnvoll auch auf die Tasten zurückzugreifen und sich eine Mischsteuerung aus D-Pad und Touchscreen anzueignen.

Grafik:
Optisch erinnert das Spiel an den ersten Teil, den schon so mancher Pentiumrechner zum Laufen brachte. Die Entwickler haben zwar an der Grafikengine ein wenig gefeilt und die Optik zumindest teilweise an die neuen Spiele der großen Konsolen angepasst - was insgesamt grafisch geboten wird, bleibt aber eindeutig im Bereich Mittelmaß zurück und erinnert an die (guten?) alten Tage vor dem 90er-Jahre-PC.

Sound:
„Civilization“ war schon früher kein Repräsentant der großen Töne. Zumindest nicht in dem Zeitalter, als man noch auf Speicherplatz und Ressourcen achten musste. Auch auf dem Nintendo DS darf man keine akustischen Wunder erwarten, dennoch bekommt man eine gelungene, unauffällige Mischung aus Kriegs-Sounds und schöner Hintergrundmusik geboten. Eigentlich nur Basics, die zum Glück aber nicht störend wirken.

Features:
Ein lang andauerndes und komplexes Spielprinzip mit zahlreichen Evolutionsphasen, Forschungsmöglichkeiten, Kriegseinheiten, etc. gebündelt mit zahlreichen Szenarios, zufallsgenerierten Levels und Ereignissen. Jedes neues Spiel ist komplett anders - demnach sind motivierte Kriegsführer mit diesem DS-Titel einige Zeit beschäftigt, sollte man Gefallen am eigentlichen Spielprinzip finden. Schön sind auch die Online-Features, wie wöchentlich herunterladbare Szenarios oder das Filetstück des Spiels, die Mehrspieler-Online-Matches. Ein Kampf der Machtgiganten macht am meisten Spaß, wenn man keine KI hinter den Geschicken der Völker hat, sondern echte Menschen.

Fazit:
Dass brauchen wir nicht erst auf dem Schlachtfeld auszuhandeln: „Civilization Revolution“ ist eine gelungene Umsetzung des ehrwürdigen Themas auf dem Nintendo DS. Das komplexe Spielkonzept ist vorhanden und funktionstüchtig, wobei einige Features leider nicht ganz ausgereift erscheinen und man wohl noch intensiver hätte feilen müssen... Warum nur? Gerade Nokia zeigte, dass man auf dem N-Gage einige ertragreiche Funktionen implementiert hatte, die jetzt bei der mobilen DS-Version fehlen. Dennoch ist die Steuerung über den sensitiven Touchscreen wirklich erhaben, die zusammen mit den ausgefallenen Online-Fähigkeiten mehr als eine Daseinsberechtigung der Strategie-Neuauflage ergeben. Ergo: Wer Gefallen am „Civilization“-Konzept gefunden hat, kann hiermit viel, viel Zeit vor den doppelten Bildschirmen seines Handhelden verbringen.

Verhalf vielen Völkern zu Reichtum und Macht: Christian Nork [Trunx] für PlanetDS.de

Vielen Dank an 2K Games für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
80%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Erstmals überwältigende Eingabe-Forderungen, dank Stylus schließlich aber alles im Griff. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Nicht viel Neues an der Touchscreen-Front, aber gelungene Online-Verwendung.
Grafik

Zweckmäßig und etwas altmodisch, doch annehmbar.
Sound

Klingende Schwerter-Sounds und durchschnittlich begeisternde Melodien - lieber nicht zuviel erwarten.
Spielspaß

Fordernd, recht komplex: Immer wieder ein neues Aufbauvergnügen!








Details
Spielname:
Civilization Revolution

Publisher:
2K Games

Developer:
Firaxis

Genre:
Strategie

Release:
10.11.2008 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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