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WarioWare D.I.Y. - Do It Yourself


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WarioWare D.I.Y. - Do It Yourself - Review vom 04.05.2010

Was nicht passt, wird passend gemacht! Und da wir schon bei blümeranten Baumarktslogans sind: Selbst der Titel des heutigen Test-Spiels klingt, als wollte man zum Handwerken anregen. Wario Ware D.I.Y. - Do it Yourself ist Nintendos Antwort für alle Spiele-Heimwerker auf dem Nintendo DS. Denn diesmal gilt es nicht maßgeblich sich selbst von einem Haufen Minispielen berieseln zu lassen, sondern die kreative Ader raushängen zu lassen und sich als echter Entwickler der beliebten 8-Sekünder zu behaupten. Doch hat Nintendo es geschafft, die komplexen Anforderungen eines Entwicklers so zu vereinfachen und auf ein Maß herunterzuschrauben, dass auch Max Mustermann seine eigenen Minispiele gekonnt hervorbringen kann?

In Warios neuestem Stück heißt es anpacken und selber bauen, denn wer erwartet, sich gemütlich zurückzulehnen und die neuesten 1001 Minispiele auf einem Silbertablett präsentiert zu bekommen, der irrt sich. Diesmal heißt es Hirnschmalz nutzen, um sein eigenes Dreamteam an Minispielen zu entwerfen und da einem diese Gabe nicht einfach so in die Wiege gelegt wurde, gilt es sich zunächst durch einen Haufen von Tutorials zu kämpfen.

Wie zeichne ich Objekte? Wie erstelle ich Musik? Was muss ich tun, damit sich Objekte miteinander interagieren können? Fragen über Fragen, die sich ein Entwickler jeden Tag stellen muss und einem Alltagsspieler eventuell gar nicht so klar waren, werden aufgetischt, geklärt und bis ins Detail verständlich nahegelegt. Schon nach gut einer Stunde Einarbeitungszeit hat man sein erste eigenständiges Mini-Spiel entwickelt und darf sich stolz auf die Schulter klopfen. Doch wie funktioniert das Ganze eigentlich?

Mario Paint trifft auf Flip Note Studio.
Konsole mit Maus. Diesen Wunsch erfüllte Nintendo schon 1992 mit dem erscheinen von Mario Paint auf dem SNES. Und wenn man es genauer betrachtet ist das Musik- und Malprogramm aus den frühen 90ern stark verwandt zu seinem DS-Cousin Wario Ware D.I.Y. und anstelle einer Maus zeichnet man heutzutage mit dem Touchpen. Und der Retro-Fan wird es merken: Selbst manche Stempel, Instrumente und Klänge sind 1-zu-1 aus dem indirekten Vorgänger übernommen worden. Als Bonus obendrein gibt es ein lustiges Feature, welches die Verwandtschaft der beiden Titel unterstreicht: Gibt man als Spielnamen „Mario Paint“ ein, so ertönt die Zaunstreicher-Musik aus den 90ern als Hintergrundmelodie beim Entwickeln seiner Minispiel-Konzepte.

Und gerade die Zeichenkünste sind am Anfang gefragt, denn um ein Mini-Spiel zu entwickeln, gilt es folgende Schritte einzuhalten:

1. Zeichne einen Hintergrund
2. Zeichne die diversen Objekte des Spiels
3. Füge Musik hinzu
4. Erstelle die notwendige KI der Objekte
5. Definiere die Siegesbedingung
Und letztendlich: Veröffentlichen und fertig!

Schritt 1 bis 3 kennt auch noch jeder Mario Paint-Künstler, denn hier gilt es sich mittels diversen Hilfsmitteln künstlerisch zu entfalten. Die typischen Tools stehen dabei zur Verfügung, wie Stifte, Sprühdosen, Formen, Stempel, Muster, Farbpaletten und Co. Je nachdem, ob man sich also verausgaben möchte oder einfach schnell ein paar Stempel setzt, hat man seinen Hintergrund und die diversen animierten Objekte fertiggestellt. Freunde des DSiWare Titels Flip Note Studio werden die ein oder anderen Tricks auch hier wieder verwenden können.

Als nächstes, Herr Maestro, die Musik! Auch hier sind die Parallelen zu Mario Paint unverkennbar und findige Komponisten können sich Phrase für Phrase, Instrument für Instrument so richtig austoben und harmonische Klangbilder schaffen. Für alle ohne das perfekte Gehör gibt es aber eine Wunderwaffe: Den Maestro. Binnen von zwei, drei Klicks mit dem Stylus hat man vollautomatisch eine Melodie erstellt und wenn diese nicht auf Anhieb gefällt, lässt man den Automator einfach nochmals durchlaufen. Fertig.

Nahezu unbegrenztes Potenzial an authentischer Kreativität!
Das eigentliche Spielgeschehen zu gestalten ist etwas kniffliger und die Einführungshilfen von Nintendo sind an dieser Stelle unerlässlich. Denn es gibt diverse Wenn-Dann-Verknüpfungen, die man erstellen und beachten muss, damit sich auf dem Spielfeld etwas tummelt. Hat man die ersten Tricks raus, so gibt es im Entwicklungs-Dojo noch viele weitere Tipps, wie man seine Spiele perfektionieren kann. Aber ansonsten sind dem Ideenspielraum keine Grenzen gesetzt. Einziger Haken: Nintendo hat die Mini-Spiele auf einfaches Touchpen-Tippen reduziert. Es gibt keine Möglichkeit, das Mikrophon als Eingabe zu nutzen und auch das Steuerkreuz bleibt unangetastet. Somit bekommt man nicht ganz den spielerischen Abwechlsungsreichtum, den man von den ursprünglichen Wario Ware-Titeln auf dem Nintendo DS oder Game Boy Advance kannte. Im Gegensatz dazu ist man aber selbst der Schirmherr über die Minispiel-Welt. Und wer keine Lust hat, sich stets neue Spiele auszudenken, kann sich bei Wario einen Job suchen, zeichnet nach dem Malen-nach-Zahlen-Prinzip diverse Objekte und weitere Minispiele entstehen von selbst!

Aber welche Spiele haben wir beispielsweise während der Testphase entwickelt? Zum einen ein Super-Mario-Hüpf-Spiel bei dem man einfach über Gumbas und Koopas hinweg springen muss. Zum anderen einen klassischen 8-Bit-Pac-Man-Klon mit steuerbarem Pillenfresser, der sich durch ein vordefiniertes Labyrinth bewegt und nicht von den Geistern gefressen werden darf. Das sind aber nur reine Beispiele, denn nahezu alles was man sich vorstellen kann, kann man bei diesem Titel auch umsetzen.

Bei der reinen Spieleentwicklung hört es aber nicht auf. Insgesamt gibt es 90 Minispiele, die schon vorab integriert sind und man entweder als Vorlage für eigene Werke nutzen kann oder sich einfach entspannt und diese tatsächlich spielt. Des Weiteren ist es möglich, nicht nur kurze Hintergrundmelodien zu erstellen, sondern richtige Musikstücke zu komponieren, zu veröffentlichen und mit Freunden zu tauschen. Gleiches gilt für den Tatbestand der Comics. Auf vier Bildern, kann man seine eigenen Comics entwerfen und präsentieren.

Und bei so viel kreativem Erguss aus aller Welt hat es sich Nintendo natürlich nicht nehmen lassen, diese Werke auch auf dem Globus zu verteilen. So werden diverse Wettbewerbe angeboten, bei dem die Spieler via Nintendo Wi-Fi Connection ihre Werke zu Schau stellen können. Die jeweils besten Werke werden ausgewählt und können zum Ende des Wettbewerbs kostenlos heruntergeladen werden. Sprich: Nintendo hält es sich vor, zahlreiche, qualitativ hochwertige Wario Ware-Minispiele von Erstellern rund um den Globus als regelmäßig wiederkehrende Spielinhalte anzubieten. Wenn das nicht mal ein Grund ist, sich beim Minispiel-Werkeln anzustrengen! Schade ist nur, dass man keine eigenen Boss-Level bauen kann, die manchmal auch länger vonstatten gehen, als die üblichen 4 bis 10 Sekunden Spielzeit.

Steuerung:
Hat man die ersten Tutorials bestanden, kann man direkt loslegen und eigene Werke schaffen. Die Menüführung ist intuitiv und schnell erlernt und auch komplexe Objektbefehle kann man im Handumdrehen eingeben und nutzen. Wer schon mal Flip Note Studio, Mario Paint oder einfach nur ein Grafikbearbeitungsprogramm genutzt hat, wird sich sofort heimisch fühlen. Diverse Zoomfaktoren erleichtern auch das pixelgenaue Zeichnen von Figuren und Hintergründen.

Grafik:
Kunterbunte SNES-Grafik und durchgestylte Animationen wechseln sich mit simpelsten Strichmännchen, Kuriositäten und Grafik aus Game&Watch-Tagen ab. Gerade diese krassen Gegensätze, die im Sekundentakt auf euch prallen, machen einen großen Reiz der Wario Ware-Reihe aus, man kann nie wirklich sicher sein, was einen erwartet. Dazu kommt nun der Aspekt, dass man seine eigenen Zeichnungen als Inhalte für Spiele nutzt. Demnach kann wirklich alles passieren.

Sound:
So skurril wie die Mini-Spiele und Inhalte von Wario Ware D.I.Y. sind, so durchgedreht sind auch die Musikstücke und Töne. Während bei den 90 vorgegebenen Spielen euch besondere Momente erwarten, kann man in seinen eigenen Kreationen sich als echter Maestro beweisen und kultige Klänge nach basteln oder eigene Werke schaffen. Insgesamt wieder sehr stimmig zum eigentlichen Spielkonzept.

Features:
Über 90 Minispiele vorab, zahlreiche Job-Aufträge von Wario zum Erschaffen von weiteren Minispielen, Sound- und Comic-Studio, Importierfähigkeiten von Mini-Spielen aus aller Welt via Wi-Fi Connection und und und. Wario Ware D.I.Y. - Do It Yourself bietet zahlreiche Inhalte, die über eine lange Zeit fesseln können, gesetzt den Fall, man erfreut sich am regelmäßigen Minispiele-Bau. Und als besonders Schmankerl für alle Wii-Besitzer gibt es die Möglichkeit, seine eigens entwickelten Wario-Minis auch auf dem großen Bildschirm zu spielen. Kurzerhand die (800 Nintendo Points teuere) WiiWare Applikation WarioWare: D.I.Y. Showcase herunterladen und man kann gleich seine Werke auch auf der Wii ausprobieren. Damit sich der Preis lohnt, bekommt man auch 72 neue Minispiele geliefert, die man nach Herzenslust auch auf die DS-Version von D.I.Y. übertragen kann. Somit kann man seine Werke auch prima mit Freunden teilen, die keinen Nintendo DS besitzen und präsentieren, welch ein verrückter Erfinder man wirklich ist. Ein tolles, wenngleich auch recht kostspieliges, DS-Wii-Connectivity-Feature.

Fazit:
Wario Ware D.I.Y. - Do It Yourself definiert abermals das Mini-Spiel neu. Denn jetzt heißt es selbst Gehirnschmalz aufzuwenden und seine eigenen Werke zu schaffen. Dabei hat es Nintendo geschafft, den komplexen Schaffensgang auf ein sehr simples Interface herunter zu schrauben, so dass jedermann seine eigenen Ideen auch verwirklichen kann. Selbst wenn man kein begnadeter Zeichner ist und auch kein Gefühl für Musik hat, wird man mit D.I.Y. und ein paar Tricks geniale Konzepte entwerfen können. Wer sich nur aufs Spielen konzentrieren möchte und nicht der Selberbauer ist, der sollte zu den Vorgängertiteln greifen. Wer aber schon immer gehofft hatte, dass Mario Paint einen Nachfolger auf dem Nintendo DS bekommt, wird an dieser Stelle freudig auf und ab springen dürfen. Doch Wario Ware D.I.Y. ist mehr als ein Mal- und Musikprogramm, es ist wahrlich echte Schaffenskunst auf hohem Niveau.

Bringt Gumba das Laufen bei: Kevin Jensen für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
86%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Übersichtliche Menüs auch bei komplexer Schaffenskunst. Innovationsfaktor:
+++++  (5 von 5 Sternen)
Nintendos All-Round-Paket für potentielle Hobby-Künstler.
Grafik

Skurril, wirr und nach den eigenen Begabungen.
Sound

Auch in diesem Sektor, die typische Wario-Kuriosität.
Spielspaß

Wer Freude am Schaffen hat, kommt nie zu Ruhe.








Details
Spielname:
WarioWare D.I.Y. - Do It Yourself

Publisher:
Nintendo

Developer:
Intelligent Systems

Genre:
Sonstiges

Release:
30.04.2010 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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