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Kung Fu Panda


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Kung Fu Panda - Review vom 04.11.2008

Animationsfilme scheinen an einer bislang unbekannten Krankheit zu leiden: Tiersucht! Vorgarten-Igel und -Waschbären kriechen „Ab durch die Hecke“, prähistorische Fellbündel erleben im ewigen „Ice Age“ irrwitzige Geschichten und Zoo-Insassen entledigen sich ihrer Ketten, um nach „Madagascar“ aufzubrechen. Komisch, zu klassischen Walt Disney-Zeiten haben’s griechische Helden, Dschungel-Menschen und „ungeschliffene Diamanten“ doch auch getan. Oder etwa nicht?

DreamWorks versuchen nach ihrer nicht mehr ganz so tierischen „Shrek“-Serie, den animalischen Filmstars zumindest menschliche Eigenarten zuzuordnen: nämlich den Kung-Fu-Kampf. Wer sich den Film „Kung Fu Panda“ mit dem pelzigen Gesellen im Lichtspielhaus seines Vertrauens angesehen hat, der weiß, dass es nicht nur höchstgradig amüsant sein kann, wenn Jack Black in Natura auf der Leinwand zu sehen ist. Denn der Schauspieler leiht dem Hauptakteur des Films abgesehen von seiner Statur (Scherz.) auch seine Stimme und bringt so selbst (s)eine gute Prise Humor in die auch so schon sehr komische Handlung:

Der Kung-Fu-begeisterte Po -ein ganz gewöhnlicher Pandabär von Welt-, hat einen Enterich als Vater und ein Nudelrestaurant als Arbeitsplatz. Eines Tages schlittert er unbeabsichtigt auf den Tempelvorplatz, während dort der „legendäre Drachenkrieger“ ernannt werden soll. Meister Oogway - eine anscheinend ehrwürdige Kung-Fu-Schildkröte - zeigt auf den verdutzten Panda und bringt damit eine schicksalhafte Wendung ins Leben des gemütlichen Bären, der von nun an selber das Kung-Fu erlernen soll. Und ganz nebenbei sein Dorf vor einer Katastrophe bewahren muss. Ihr merkt, das Adjektiv „komisch“ hat bei diesem Film ausnahmsweise eine doppeldeutige Bedeutung. Wir haben das Spiel zum Film unter unsere Fittiche genommen und verraten euch nachfolgend, wie sich Activisions „Kung Fu Panda DS“ im Praxistest anstellt.

Everypanda was Kung Fu Fighting...
Erfahrungsgemäß lehnt sich der Handlungsrahmen an die Filmvorlage an. Wer den Kinogang vermieden bzw. verpasst hat: Die bestialische Miezekatze Tai Lung, unverstanden, ungeliebt und ungewaschen, bricht eines schönen Tages aus ihrem Gefängnis aus. Sie sinnt auf Rache, was sich unter anderem in ihrer Zerstörungswut äußert. Gut, wir fassen zusammen: Ein übermächtiger Krieger mit finsteren Gedanken, dem kein Mitglied der Furiosen Fünf (die trainierten Kung-Fu-Schüler von Meister Shifu) gewachsen ist, und der die Ländereien in Schutt und Asche legt - logisch, was also des Jump’n Runs übergeordnetes Ziel ist. Bevor ihr Muskelpotz Tai Lung aber im Duell gegenübersteht, müsst ihr Po durch die fließend ineinander übergehenden Level steuern und die Furiosen Fünf befreien. Befreien!? DIE erfahrenen Ikonen aus dem Jadepalast? Anscheinend, denn als sich Shifus Schützlinge zu Spielbeginn Tai Lungs Truppen und natürlich ihm selbst entgegenstellten, wurden sie hinterrücks überfallen und entführt. Grandios. Bevor nicht Monkey, Tigress, Mantis, Crane und Viper wieder heil im Tempel angelangt sind, darf Po auch die legendäre Drachenrolle, die jeden Kämpfer zum vollendeten Kung-Fu-Küstler macht, nicht lesen.

Fast die gesamte erste Hälfte des Kinofilms vertretend, wird man mit einem kleinen Tutorial gefüttert - jetzt aber erstmal genug mit verwirrenden Story-Wirrungen, kommen wir zum Spielerischen: die kombinierte Eingabe via Stylus-Kung-Fu und horizontaler Richtungsweisung geht schnell ins Blut über, und ihr lernt die Grundkenntnisse des Kampfstils. Es dürfen auch direkt einige Banditen niedergeschlagen werden, die soeben das Dorf überfielen - auffällig ist dabei, dass sich eure Gegner zwar mit stetigem Fortschritt mit Schilden ausrüsten oder zum Wurfspeer greifen, was künstliche Intelligenz und Bewegungsabläufe angeht aber kaum unterscheiden. Egal, ob euch Krokodile, Nashörner oder andere Schurken ans Leder wollen.

Als wahrer Kung-Fu-Meister müsst ihr auch einstecken können, logisch. Eure Lebensanzeige ist eingeteilt in eine grünliche Chi-Anzeige und mehrere rote Energie-Medaillons, von denen unterwegs weitere Einheiten auffindbar sind. Wird Po getroffen, sinkt zuerst der Chi-Balken, bevor die eigentliche Energie angezapft wird - fallt ihr hingegen in einen Abgrund, muss sofort der jeweilige Abschnitt wiederholt werden. Um es vorwegzunehmen: Bis auf einige knifflige Jump’n Run-Passagen, die manchmal noch einem Zeitlimit unterliegen oder mit einem Schalterrätsel aufwarten, ist der Schwierigkeitsgrad (vielleicht auch wegen der eher küngeren Zielgruppe?) nicht zu hoch angesetzt worden. Wie bereits erwähnt, startet ihr nach Pos Ableben immer im zuvor gescheiterten Raum und habt unendlich Versuche - auch die Endbosse sind keineswegs hartnäckige Mega-Viecher, an denen man sich die Beißerchen ausbeißen muss. Mit der richtigen Vorgehensweise habt ihr auch ihnen im Handumdrehen die Leviten gelesen. Insgesamt rechnet sich die Spielzeit auf rund fünf Stunden, da sich aufgrund der mehr oder weniger freien Welt oftmals Laufwege ansammeln. „Frei“ im Sinne von nicht in Mario-typische Levels (1-1, 1-2 etc.) eingeteilte Abschnitte - denn eigentlich gibt es nur vorgegebene Pfade in horizontaler Richtung, die die mögliche Spannung leider etwas mildern.

Wie man der legendäre Drachenkrieger wird. Schritt 1.
Tritte und Schläge, war das schon der ganze Zirkus? Eher nicht, wenn wir stattdessen unseren bärigen Hauptcharakter zeitweise in andere Tiere transformieren können. Klingt gut, oder? Das Salz in der Suppe und damit einen erhöhten Spaß-Faktor machen diese legendären Kung-Fu-Techniken aus, die Po in Form von Schriftrollen gelehrt bekommt - von verschiedenen Einzelkämpfern der Furiosen Fünf erhält man z.B. die Gottesanbeterzorn-Technik, um Wurfobjekten mehr Durchschlagskraft zu verleihen und an vorigen Sackgassen im Spiel weiterzukommen. Meistens natürlich nach einem bewältigten Zwischengegner. Cleverer und übrigens auch nicht immer logisch-realistischer Einsatz dieser Spezialfertigkeiten hilft außerdem, bestimmte Widersacher zu besiegen oder über Schluchten zu gelangen. Kranich Meister Crane verwandelt euch für einige Augenblicke in einen flügellosen Luftakrobaten, Tigress packt die Eisenkrallen-Technik aus und Viper bringt uns bei, Rüstungen zu zerquetschten. Von Zeit zu Zeit bestehen zwar Schwierigkeiten der Befehls-Erkennung via Touchscreen, meistens gehen die Stylus-basierenden Aktionen aber ihren vorgeschriebenen Weg.

Obwohl der Schwerpunkt in „Kung Fu Panda DS“ eindeutig auf dem Action-Anteil liegt und ihr ständig irgendwelche Banditen in die Flucht schlagen müsst, sind auch einige Rätsel-Elemente eingebaut worden: Da müssen betäubte Gegner als Wurfgeschosse herhalten, Fässer über Hängebrücken getragen und Schalter in der richtigen Reihenfolge bedient werden - stets ist der Lösungsweg jedoch leicht erkennbar und mit gewissen Geschicklichkeitsanforderungen verbunden. Diese sind übrigens auch der einzige Grund, weswegen wirklicher Frust oder zeitweise Entmutigung auftreten könnte - meistens muss man an dieser Stelle aber nur eine Weile üben.

Steuerung:
Je nachdem, ob ihr als Links- oder Rechtshänder geboren wurdet, dienen die Buttons oder das Steuerkreuz als Richtungs- und Sprung-Betätigung. Noch komfortabler spielen sich aber die Sprungpassagen, wenn ihr die Konsole -ganz klassisch nach „New Super Mario Bros.“- an beiden Seiten anfasst. Mit der freien Hand benutzt ihr dann den DS-Stift, um auf dem Touchscreen Angriffslinien gegen fiese Schurken zu ziehen oder Spezialtechniken anzuwenden, die ebenfalls mit einfachen Berührungen vonstatten gehen, manchmal jedoch nicht ganz so gut vom Spiel unterschieden werden. Hier ist Routine und teilweise auch Glück gefragt. Dafür intelligent gelöst: Um hektischem und kompliziertem Stylus-Gewirr bei den Kung-Fu-Techniken zu entgehen, friert das Geschehen ein, solange ihr das Touchpad berührt haltet.

Grafik:
So sehr unser Heimatdorf einen Hauch des asiatischen Kirschblütenfestes versprüht, so ungemütlich und abstoßend wirken die verdunkelten Kerker des Chor-Gom-Gefängnisses. Die Programmierer bedienen sich stets am optischen Glanze der Filmvorlage und verwendeten in jedem Spielabschnitt charakteristische Hintergründe. Gefällt und schafft Atmoshäre. Weniger gefallen dagegen die Animationen aller Bösewichte, die sich teils abgehakt bewegen und nicht gerade vor Individualität strotzen. Pos Attacken, seine lustigen Gesten und Posen zwischendurch machen dafür wieder einen richtig runden Eindruck. Wer übrigens nach Filmausschnitten sucht, wird enttäuscht - keine der rasanten Kampfszenen lockern die Ingame-Grafik auf, abgesehen von einigen Standbildern zu Spielbeginn und -Ende. Schade, wäre eine nette Dreingabe gewesen.

Sound:
Künstlerische Komponisten braucht das Land! Im Gegensatz zu Pixars verträumten und trotzdem überragenden Animationsfilmen (jüngstes Beispiel: „Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf“) traut sich die melodische Gestaltung in den Zeichentrickfilmen von DreamWorks Animation selten aus ihrer Ecke der Belanglosigkeit heraus. Ohne Höhepunkte und Aufwand zieht sich folglich auch der Software-Soundtrack durch die actiongeladenen Level. Gut, man versucht immerhin einen asiatischen Grundcharakter aufzubauen - bis auf den mitreißenden Showdown bleibt’s aber beim besagten Versuch. Wesentlich schmackhafter ist uns da die Sprachausgabe gemacht worden, die (teilweise?) mit den originalen Synchron-Sprechern besetzt ist. Zwar gibt’s natürlich bei weitem nicht soviel Text wie in einem epischen Rollenspiel, dafür wurde jeder vorhandene Dialog bzw. Monolog in charismatischer Machart vertont. Die witzigen, aber leider seltenen Einwürfe des Panda-Kämpfers versetzen Filmkenner zurück in die 90-minütige Kino-Vorstellung zwischen Popcorn und lachenden Kindern.

Features:
„Kung Fu Panda DS“ hat die Lizenz zum abwechslungsreichen Action-Jump’n Run in einer großen Welt, nutzt sie aber höchstens im Glückskeks-Format: Ob von links nach rechts oder andersherum, ihr müsst stets geradlinige und recht vorhersehbare Pfade beschreiten. Jeder hoffnungsvoll aufkeimende Gedanke an eine Abkürzung oder einen Geheim-Abschnitt wird spätestens dann gehemmt, wenn man die spielführende Notwendigkeit dieses vorher als „Geheimgang“ betitelten Weges erkennt. Über den gesamten Abenteuer-Verlauf hinweg sind aber die Tenchu-Seelen verstreut, die Po beim versehentlichen Zerbrechen einer mystischen Vase freigelassen hat - sammelt ihr unterwegs alle 100 Stück ein, gibt’s eine kleine Überraschung. Neben Medaillon-Teilen für eure Lebensenergie sind auch die „limitierten Furiosen Fünf-Actionfiguren“ ihr unterwegs zu finden, die aber teilweise nur mit frisch erlernten Kung-Fu-Techniken zu bekommen sind. Spielbare Nebenfiguren oder Multiplayer-Optionen fehlen, hier müssen Fans möglicherweise noch bis zum bereits angekündigten Nachfolge-Plattformer für DS und Wii warten.

Fazit:
Filmfans der flippigen DreamWorks-Produktion müssen einfach schmunzeln, wenn der virtuelle Po Meister Shifus Lehrsätze ins Lächerliche zieht und sich erkundigt: „Ist der nächste Raum die Küche? Ich hab Hunger.“ Trotz dieses Charmes, der besonders auch von den ansehnlichen Hintergründen und der (leider zu seltenen) Sprachausgabe ausgeht, hat Activisions Versoftung mit den typischen Problemen zu kämpfen, die bisher von noch keinem DS-Lizenz-Titel wirklichen überwunden werden konnten. Dem Action-Jump’n Run fehlt es an Tiefgang und eigenen Ideen, um inhaltlich stärker fesseln zu können. Ist der Umfang auch an die Zielgruppe angepasst, nicht länger als einige wenige spaßige Stunden zu investieren - insgesamt gesehen ist das etwas ZU wenig. Aufgrund der milden Schwierigkeit und dem überschaubaren Verlauf ist diese Zeit aber auch tatsächlich eine Investition wert, wenn ihr kämpfende Urwald-Tiere und das DS-Genre liebt. Übrigens: Videospiel und auch Kinofilm bekommen eine Fortsetzung spendiert. Vielleicht wird es dann ja der große Panda-Spaß, so ist der Titel „nur“ gehobener Durchschnitt.

Sammelt und tauscht Chi wie andere Ü-Ei-Figuren: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
75%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Typisches Genre-Angebot, das auch den Touchscreen einigermaßen glücklich bedient. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Stylus-Striche ziehen, um mit Po ordentlich zuzuhauen - zu simpel, um echte Neuartigkeit zu beweisen.
Grafik

Atmosphärisch gestaltete Umgebungen mit Wiedererkennungswert.
Sound

Sprachsamples versüßen das Abenteuer, der gezwungene Soundtrack hinterlässt jedoch einen faden Nachgeschmack.
Spielspaß

Witziger Kung-Fu-Hüpfer im unübersichtlichen Lizenzspiel-Korb, der dem Animationsfilm gerecht wird.








Details
Spielname:
Kung Fu Panda

Publisher:
Activision

Developer:
Vicarious Visions

Genre:
Action Jump 'n Run

Release:
26.07.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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