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Dragon Quest IX: Hüter des Himmels


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Dragon Quest IX: Hüter des Himmels - Review vom 21.07.2010

Es scheint ein Kampf für die Ewigkeit zu sein. Ein Kampf Gut gegen Böse. Licht gegen Dunkelheit. Doch Dragon Quest ist noch viel mehr als das ständige Kräftemessen der Urgewalten. Mit Hüter des Himmels, der 9. Fassung der Serie erscheint exklusiv für den Nintendo DS ein neues Epos, das die Karten neu mischen soll. Mit über 4,2 Millionen verkauften Modulen in Japan bricht Dragon Quest IX wiedereinmal alle Rekorde und reiht sich in die Erfolgsgeschichte ein. Das Gespann rund um die Produzenten Yuji Hori, Akihiro Honi und dem Dragon Ball-Zeichner Akira Toriyama hat den nächsten potentiellen Hit ausgespuckt und in unserem aktuellen Testbericht verraten wir euch, warum westliche Elemente Dragon Quest IX noch etwas bunter machen und für welche Zielgruppe hierzulande sich das Spiel eignet. Also wetzt die Schwerter und rein in das Abenteuer voller Mystik, Magie und Gemeinschaft.

Gibt es im Himmel einen Himmel?
Die Story von Dragon Quest IX mag für den einen oder anderen Glaubensanhänger echte Kopfschmerzen bereiten. Und selbst manch' Atheist beginnt hier mit Stirnrunzeln, dann diese neue Meta-Religion schlägt sogar dem heiligen Weinfass den Boden aus. Aber zum Glück nehmen wir das nicht so ernst und erfreuen uns einfach an den Ideen der Geschichtenschreiberlinge:

Das Observatorium ist die himmlische Stätte des mächtigen Weltenbaums Yggdrasil und die Legende besagt, dass die himmlischen Herrscher - engelsgleiche Wesen, die die Sterblichen schützen - ins Reich des Allmächtigen aufsteigen werden, sobald der Weltenbaum seine Früchte trägt. Um die Blüte des heiligen Baumes herbeizuführen wird schon seit Ewigkeiten Benefiz gesammelt, was nichts anderes ist als kristalline Dankbarkeit der Menschen. Doch als der Baum in voller Blühte erstrahlt passiert etwas schreckliches und die engelsgleichen Schützer wissen nicht, ob es sich um einen Trick der Dämonen handelt oder das Schicksal des Allmächtigen mit ihnen Streiche spielt....

Genau hier springt der Spieler ins Geschehen ein und muss als ehemaliger Hüter des Himmels nun herausfinden was passiert ist. Er hat seine Flügel verloren, kann kein Benefiz mehr sehen und er sieht menschlicher aus als er es jemals war. Dennoch kann er mit den verstorbenen sprechen und trifft auf eine seltsame Fee namens Stella, die ihn auf seinem Weg durch das Abenteuer begleitet.

Der persönliche Schutzengel
Beginnt man ein neues Abenteuer geht es zunächst einmal daran, seinen Protagonisten nach Herzenslust zu gestalten. Gerade Dragon Ball-Fans werden hier ihre Freude haben, denn der zeichnerische Schöpfer war auch bei Draqon Quest am Werk und so kann man den Helden des Spiels auch optisch anpassen. Und nicht nur dieser wird selbst erstellt, sondern auch seine tapferen Recken, die ihm mutig bei Seite stehen. Zur Wahl stehen Klassen wie Krieger, Priester, Zauberer, Kampfkünstler, Dieb und Barde und hat man im späteren Verlauf sein Dreamteam zusammengestellt, kann es auch richtig los gehen.

Leider hat diese Freiheit aus seinen Preis. Denn das eigentlich besondere an der Dragon Quest-Reihe ist, dass die Helden eine ganz persönliche Geschichte haben, die im Laufe des Abenteuers erzählt wird und den Grund dafür liefern, dass man ein Stückweit mit der Truppe zusammenwächst und sich emotional an das Abenteuer bindet. Bei Dragon Quest IX fehlt dieses Element gänzlich und die Charaktere fühlen sich an wie leere Hüllen, wie das nächste Quartett an Pantomimen, die an der Straßenecke stehen und darauf warten, schweigend eine unsichtbare Leiter heraufzuklettern. Einzig und allein die NPC-Charaktere kommen mit etwas „Geist“ daher und lockern hier und da das eher karge Geschehen auf. Hey, aber immerhin hat der Held meine Frisur! Ha!

Jäger oder Sammler?
Aber warum ist es so? Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass Yuji Hori sich wohl dachte, dass die Hauptzielgruppe der Nintendo DS-Besitzer tagein und tagaus sich mit den Pokémon beschäftigt. Dragon Quest IX entpuppt sich weniger als das klassisch, knackige Rollenspiel, das man von den vorherigen Remake-DS-Titeln her kennt, sondern eher als freudiges Familiensammel- und Multiplayermetzelspiel.

Sprichwörtlich „nichtssagende“ Charaktere sind halt nur die Platzhalter für Freunde mit Dragon Quest IX, die an einem müden Nachmittag vorbeischauen und mit ihrem persönlichen Held am fremden Abenteuer teilhaben wollen. Lokaler Multiplayer, dafür ist Dragon Quest IX optimal ausgelegt und zeigt auch seine Stärken. Wer drei weitere Freunde mit dem Titel in der Umgebung hat, wird das bunte Abenteuer etwas frischer erleben können und bekommt auch typische Elemente, die Veteranen aus Titeln wie der Phantasy Star-Serie kennen sollten. Sammeln, Tauschen und Entdecken werden im Dragon Quest-Neuling größer geschrieben als ein knackiger Schwierigkeitsgrad und eine überraschende Story. Selbst das bekannte Alchemieelement der Serie ist wieder mit von der Partie, mit der man diverse Waffen, Rüstungen und Gegenstände zusammenbraut, wenn man die über die Weltkarte verstreuten Gegenstände entdeckt. Getreu dem Motto: „Und Joe, wie viele Drachen hast du heute so erledigt?“

Barbies Supermarkt-Abenteuer?! Das habe ich schon dreimal durchgezockt!
Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Schwierigkeitsgrad von Dragon Quest IX schier unterirdisch ist, gerade im Vergleich mit seinen Vorgängern. Die ständige Jagd nach dem nächsten Monster, die Suche nach den Metallschleimen und das Hochleveln vor Endgegnern ist scheinbar gar nicht mehr nötig... Wer sich stets mit aktuellen Rüstungen und Waffen eindeckt, wird das Spiel ohne größere Mühen durchschreiten können und auch nur wenig Probleme mit den sonst so kniffligen Bossgegnern haben. Was ist hier los? Wer hat den Drachen aus deinem Quest geklaut? Ok, ganz hartnäckige Fans werden jetzt sagen können: Klar ist Dragon Quest IX ein schwieriges Spiel, versuche es mal nur mit dem Hauptcharakter durchzuzocken ohne weitere Computer-Kumpanen. Wer sich an „dieses“ Abenteuer wagt, wird sicher auch an seine Grenzen kommen, aber das ist eigentlich nicht Sinn der Sache.

Tiefgang wird man somit nicht in Sachen Kampfsystem oder ähnlichem erwarten können. Wer mag, kann auf der Weltkarte einfach den Feinden ausweichen, sich vorbeischleichen und so manchen Kampf aus dem Wege gehen. An der nächsten Metallschleimbrutstätte wird dann aufgetankt. Die seltenen und fluchtfreudigen Metalschleime sind dafür bekannt, dass sie überproportional viele Erfahrungspunkte abwerfen. Oftmals reichten ein oder zwei Exemplare dieser Art dafür, dass ein ganzes Team hochgelevelt wird. Somit vermisst man den bekannten Reiz der taktischen Kämpfe gegen finstere Bosse, bei dem es nötig war seine Helden durch Zaubersprüche zu stärken, Ablenkungsgegenstände zu werfen oder zu taktieren. Dadurch, dass alles so einfach geworden ist, werden Buttonmascher, die gerne auf dem A-Knopf einprügeln, ebenso gut vorankommen.

Wozu ist all der Zauber da, wenn man damit nicht mal ein Einhorn retten kann?
Natürlich, Dragon Quest IX hat seine Schattenseiten. Es ist nicht das, was man als Serienkenner von dem Spiel erwartet. Es ist kein klassischer Aufguss des altbekannten System. Doch was ist es dann? Es ist noch immer ein sehr liebevoll gestaltetes Spiel, dass seinen Fokus nunmehr auf den Mehrspieler- und Sammelteil gelegt hat und für viele, viele Stunden zu unterhalten vermag. Gemeinsame Nachmittage mit Freunden verbringen. Eines der über 200 Side-Quests erledigen, auch wenn sie oftmals sehr salopper Natur sind. Seine Helden hochleveln, neueste Gegenstände finden oder erschaffen. Sammeln, tauschen, kämpfen. An sich kein unspannendes Konzept, dennoch wäre es umso schöner gewesen, wenn man auch online seine Partner aussuchen könnte und nicht auf lokale Treffen beschränkt ist. Ein MMORPG für zu Hause und ohne das Onlinekonzept, so könnte man Dragon Quest IX am ehesten beschreiben. Es hat seinen Charme, es hat seine typischen Reize und spielt sich auch wunderbar im Einzelspielermodus, aber dennoch ist es eben eines: „vercasualisiert“.

Steuerung:
Alles voll im Griff. Es ist schön zu sehen, dass die Leute von Square Enix sich Gedanken gemacht haben, wie man ein Menü und ein klassisches Kampfsystem übersichtlich und intuitiv auf einen Handheld bannt. Dragon Quest IX macht hier alles richtig und man hat die Wahl zwischen Touchscreen und Steuerkreuz. Wer The Legend of Zelda: Phantom Hourglass aufgrund der reinen Touchpensteuerung verflucht hat, wird wissen, was ich meine.

Grafik:
Dragon Quest IX: Hüter des Himmels ist eindeutig anders geartet als die Vorgänger, aber in Sachen Grafik braucht es sich nicht verstecken. Es ist eines der bis dato best-aussehenden Abenteuer auf dem Nintendo DS und zeigt einen unvergleichlichen Charme. Es mag zwar auf seine Weise etwas bunter sein, als man von Dragon Quest gewohnt ist, aber dennoch bekommt man es mit einer Grafikqualität 1. Güte zu tun. Dazu kommen noch liebevoll animierte Zwischensequenzen, die etwas zu selten für Atmosphäre sorgen. Fans von westlichen Rollenspielen wird der Fakt Freude bereiten, dass jede kleinste Veränderung der Ausrüstungsgegenstände direkt am Charakter sichtbar ist. Stringtanga für die brünette Zauberin? Kein Problem. Kräftige Ritterrüstung für den Protagonisten am Schwert? Auch kein Ding. Gerade die kleinen Details sorgen dafür, dass Dragon Quest IX sich von der Masse abhebt und eine optisch sehr gute Figur macht.

Sound:
Es ist und bleibt Dragon Quest. Mehr braucht man in diesem Sektor eigentlich nicht sagen. Die melodische Musik, die bekannten Klänge und die üblichen Sounds beispielsweise beim zu Bette gehen, wurden nicht vergessen und sorgen dafür, dass Fans sich heimisch fühlen.

Features:
Veränderungen haben ihren Preis. Denn man wird früh erkennen, dass die Helden auf müde, seelenlose Charaktere zurückgeschraubt wurden, die Story zwar ihren Charme hat, aber durch die Linearität nicht zu überraschen vermag und der Schwierigkeitsgrad an die Bedürfnisse von Casualspielern angepasst wurde. Während Fans einen Schrecken bekommen können und sich fühlen als ob man mit einem nass-kalten Waschlappen aus den Träumen geweckt wurde, erkennt man jedoch auch noch immer die positiven Elemente der Serie und den neuen Schwerpunkt des Teils. In Sachen Tiefgang wird man nicht enttäuscht sein. Die Spieldauer von 40 und mehr Stunden im Einzelspielermodus ist schwer zu unterbieten und selbst wenn man das Abenteuer durchgezockt hat, wird man mit neuen Downloadinhalten aus dem Internet belohnt. Sogar ein Jahr nach dem Kauf des Spiels wird man noch immer mit weiteren Missionen und Bonuselementen versorgt. Wenn das mal nicht löblich ist! Dazu kommt, dass Sammler und Perfektionisten bestimmt mehr als 100 Stunden in das Spiel investieren werden, bevor sie jede der mehr als 200 Side-Quests geschafft, alle Waffen und Gegenstände gefunden und jeden Gegner bezwungen haben.

Multiplayer:
Gerade dieser Fokus gehört zum Filetstück des Spiels: Zusammen mit Freunden auf Entdeckungstour gehen. Das funktioniert erstaunlich gut, denn es wurden vielerlei Sachen für den Mehrspielermodus bedacht. Man kann zum Beispiel überall auf die berühmten Schatztruhen treffen, die dann mit Gold oder Gegenständen gefüllt sind. Doch ist man mit Freunden unterwegs, kann nicht jeder jede Kiste öffnen – so gibt es ein recht faires Verteilungssystem und wichtige Spielgegenstände können nicht „geklaut“ werden.

Selbst die Kämpfe wurden fein abgestimmt. Denn wenn man gerade mit befreundeten Mitstreitern verbunden ist, muss man nicht zwangsläufig mit ihnen gemeinsam einen Kampf bestreiten. Nur, wenn man innerhalb eines bestimmten Bereiches rund um den aktuellen Kampf ist, wird man zusammen hineingezogen. Sonst agiert zunächst jeder für sich alleine. Doch auch wenn man vor lauter Unvorsichtigkeit alleine in einen Kampf gezogen wurde, ist das kein Problem: Die Mitspieler können jederzeit dazustoßen, indem sie einfach in das Kampfgetümmel laufen. Sofort kann jeder für seine Spielfigur einen Kampfbefehl eingeben und sobald der letzte der bis zu vier Mann starken Party fertig ist, beginnt die Kampfrunde. Bei Endgegnern ist Teamplay gefragt: Wer ist für die Unterstützung wie Heilung oder Entgiftung zuständig, wer für den Schaden? Hier merkt man, warum der Schwierigkeitsgrad heruntergeschraubt wurde, denn beim Teamplay ist Taktik im Sinne von Kommunikationsfähigen gefragt. Währen hier vier Takt(ik)-Lose am Werk, würde ein Endboss die Truppe schnell erledigen, die Gruppe den Spaß verlieren und aufgeben. Die einfachste Lösung für Square Enix war das Schrauben am Härtegrad, um die Gruppenmotivation aufrecht zu erhalten.

Fazit:
Dragon Quest IX: Hüter des Himmels ist ein zweischneidiges Schwert der gefährlichen Sorte. Auf der einen Seite versprüht es noch immer den unverwechselbaren Charme der Dragon Quest-Serie. Auf der anderen Seite werden manche Hardcore-Fans bei den Änderungen nur noch mit den Kopf schütteln. Dazu kommen deftige Abzüge in der B-Note für einen fehlenden Online-Modus in einem auf Multiplayer-Abenteuer ausgelegten Spiel. Grobes Faul. Wer aber dennoch ein qualitativ hochwertiges Produkt mit seichter Story, einfachem Schwierigkeitsgrad und vielen Stunden Spielzeit sucht, dabei gerne sammelt und mit Freunden gemeinsam auf dem Sofa zockt, der wird eventuell sein neues Highlight auf dem Nintendo DS vor sich haben. Wer aber ein knackig-taktisches Rollenspiel in Old-School-Natur sucht, der wird womöglich bitter enttäuscht werden. Eines ist Fakt: Der neunte Teil der Dragon Quest-Reihe wurde exklusiv für den Nintendo DS entwickelt und man spürt auch die Einflüsse der Zielgruppe. Square Enix hat wohl genau das geschaffen, was sie versuchten: Ein massentaugliches Rollenspiel über Zielgruppen hinweg zu entwickeln und die Verkaufszahlen sprechen in diesem Fall Bände. Wer mit den Veränderungen an der Serie leben kann, wird seine Portion Spaß finden und wer sowieso neu in der Materie ist, bekommt einen guten Einstieg in die unterhaltsame Welt der Rollenspiele. Und was bist du?

Wird auch weiterhin seiner Sammelleidenschaft frönen: Kevin Jensen [Iceman] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
83%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Ob Touchscreen oder D-Pad, hier entscheidet der Spieler. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Ein neuer Klassiker für lokale Mehrspielerfreunde.
Grafik

Eine Optik, die bezaubert.
Sound

Melodische Klänge laden zum Mitsummen ein.
Spielspaß

Seichter und sammellastiger als das übliche Dragon Quest .








Details
Spielname:
Dragon Quest IX: Hüter des Himmels

Publisher:
Nintendo

Developer:
Level 5

Genre:
Rollenspiel

Release:
23.07.2010 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

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