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Guitar Hero: On Tour - Decades


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Guitar Hero: On Tour - Decades - Review vom 11.12.2008

Vor wenigen Monaten hätte man es sich nicht einmal erträumen lassen, dass es Guitar Hero jemals auf eine mobile Konsole schafft, nun kann man bereits zwei Teile des legendären Gitarrenspiels auf dem Nintendo DS erblicken. So neuartig der erste DS-Ableger der Guitar-Hero-Reihe auch war, so altbacken kann man bereits den zweiten Teil Guitar Hero On Tour: Decades anpreisen. Warum? – Nun, bis auf ein paar neue Tracks, Kostüme und Gitarren gibt es nichts wirklich wesentlich anderes, was nicht schon so im Handheld-Erstling vorzufinden war. Vielmehr hat man es mit einer Art Add-On zutun. Wer trotzdem einen Blick auf den Nachfolger wagen will oder wer noch komplett neu im Genre ist, der darf einen kleinen Blick in das heutige Review wagen.

Wiedersehen mit alten Freunden: Das ewige Leiden mit dem Zusatzmodul.
Da dieser Titel, wie bereits erwähnt, nicht wirklich mit bahnbrechenden Neuerungen aufwarten kann, gelten wie bereits im Vorgängerteil folgende Passagen unseres letzten Reviews: Wer Guitar Hero DS auspackt staunt nicht schlecht. Ein Adapter für den GBA-Slot des Nintendo DS, welcher aussieht wie irgendeine Miniaturversion des Power Glove, soll als Eingabegerät fungieren. Der DS wird vertikal im Stile von Dr. Kawashima gehalten und der Adapter in den GBA-Slot gesteckt. Die linke Hand wandert dann auf die Rückseite des Nintendo DS, wo sie sich durch eine stufenlos einstellbare Halteschnalle windet und anschließend mit den Fingern auf den vier Knöpfen des Adapters aufliegt, welche den Druckknöpfen einer echten Guitar Hero-Plastikgitarre entsprechen. Der Touchscreen wird mit einem beigelegten Spezial-Plektrum zum Anschlagsknopf (im Original „Strum Bar“ genannt) und dient zum Anschlagen der Noten. Der Adapter ist sauber verarbeitet und bietet sogar eine abnehmbare Außenhülle aus transparentem Plastik, hinter der sich Skin-Plates zur Verschönerung der Optik einsetzen lassen (ein zusätzlicher, mitgelieferter Skin im „Guitar Hero Decades“-Look glänzt dabei neben dem normal erhältlichen „Guitar Hero“-Skin). Zwei Nachteile drängen sich jedoch auf: Zum einen wird der Adapter nicht am DS befestigt und kann bei exzessivem Spielen leicht rausrutschen, was mit einer Meldung wie: „Du rockst offenbar zu stark. Stecke den Guitar Grip wieder ein und starte deinen Nintendo DS neu.“ quittiert wird. Zum Zweiten macht das Gesamtbild von DS und Adapter eine beknackte Figur. Mit so etwas in der Straßenbahn beobachtet werden? Never! Und so komfortabel wie eine Plastikgitarre im Maßstab 1:3 ist die Gerätschaft beim bloßen In-Der-Hand-Halten auch nicht. Bleibt zu erörtern, wie sich dies in der Spielbarkeit niederschlägt...

Konsolenenspielspaß im Handheldformat?
Guitar Hero On Tour: Decades prescht wie bereits sein Vorgänger in eine Marktlücke: Neben dem experimentellen Elektroplankton und dem bald kommenden Rythm Heaven fallen einem kaum weitere Musikspiele ein. Leider schafft Guitar Hero es trotzdem zu scheitern. Warum genau, dazu gleich mehr, zunächst etwas Generelles zum Titel. Guitar Hero selbst hat inzwischen wohl jeder schon einmal gespielt und das Prinzip sollte hinlänglich bekannt sein: Passend zum aktuell spielenden Lied kommen verschiedenfarbige Kreise auf auch zu und ihr müsst im richtigen Moment den oder die gleichfarbigen Knopf bzw. Knöpfe am Gitarrenhals drücken und zur selben Zeit mit der rechten Hand die „Strum Bar“ anschlagen. Überträgt man dieses Handling nun in reduzierter Form auf den DS, kann man sich in etwa vorstellen, wie das Gameplay letztendlich aussieht. Natürlich fehlt bei Guitar Hero On Tour: Decades der Coolness-Faktor – schließlich spielt man ohne Plastikgitarre. Da es sich um ein Musikspiel handelt, ist die Tracklist natürlich das A und O: 25 Songs werden geboten, was ganz okay ist – angesichts des limitierten Speicherplatzes auf einem DS-Modul. Neben Guitar Hero-Dauergästen gibt es einige Premieren für die Serie sowie einige Songs, die man bereits aus anderen Titeln der Serie kennt. Zusätzlich geben lokal bekannte Künstler wie die Beatsteaks („Monster“) der Trackauswahl eine recht würzige Note, Tokio Hotel („Ready, Set, Go“) sorgen jedoch im Umkehrschluss dafür, dass hartgesockene Spieler den Entwicklern Platzverschwendung vorwerfen. Sei es drum, Mainstream sells. Hier bekommt ihr noch mal die komplette Musikliste zum Mitschreiben:


* Fall Out Boys - The Take Over, The Brakes Over
* Finley - Diventerai Una Star
* Pereza - Estrella Polar
* Tokio Hotel - Ready, Set, Go!
* Foo Fighters - The Pretender
* Linkin Park - One Step Closer
* Phoenix - Everything Is Everything
* Jimmy Eat World - The Middle
* Guano Apes - You Can’t Stop Me
* Red Hot Chili Peppers - Can’t Stop
* Weezer - Buddy Holly
* Lenny Kravitz - Are You Gonna Go My Way
* Blind Melon - No Rain
* Oasis - Some Might Say
* Stone Temple Pilots - Down
* Survivor - Eye Of The Tiger
* R.E.M. - The One I Love
* Los Lobos - La Bamba
* Bon Jovi - You Give Love A Bad Name
* Joe Satriani - Satch Boogie
* Queen - We Are The Champions
* Free - All Right Now
* Blondie - One Way Or Another
* Edgar Winter Group - Free Ride
* Lynyrd Skynyrd - Sweet Home Alabama

Guitar Hero On Tour definiert sich wie jedes andere Musikspiel abseits eines funktionierenden Gameplays ausschließlich durch seine Lieder und einige spannende Features. Während die Tracklist für Mainstream-Käufer wohl ziemlich perfekt sein sollte, dürften Hardcore-Fans von Guitar Hero eher enttäuscht sein. Das einzige nennenswerte Feature, welches Spielern geboten wird, ist die schlichte Tatsache, dass man Guitar Hero nun endlich auf dem DS zocken darf. Das Spiel bietet kein Online-Spiel für die WiFi-Connection sondern lediglich einen drahtloser Multiplayer für zwei Spieler. Der Einzelspieler-Part besteht aus einem klassischen Karrieremodus, der so genannten „Gitarrenschlacht“ sowie „Schnellspiel“, „Übung“ und einem Tutorial zu den Kniffen des Spiels wie beispielsweise Star-Power oder generelle Spieltipps. Klingt alles ganz super, scheitert nur an einer Sache, die verdammt hart klingt und den einen oder anderen ziemlich verblüfft: Das Spiel funktioniert nicht: Guitar Hero On Tour: Decades kommt viel zu ambitioniert daher, woran das Gameplay letztendlich gnadenlos scheitert.

Das Problem liegt an zwei wesentlichen Dingen: Zum einen ist der Guitar Grip sehr unhandlich. Er wird nicht an dem DS befestigt, sondern nur in den Modulschacht geschoben. Exzessives Spielen kann schon einmal dazu führen, dass der Grip rausrutscht. Je höher ihr im Schwierigkeitsgrad landet, desto schlimmer wird es. Auf den Graden „Leicht“ und „Mittel“ funktioniert das Spiel, bietet aber kaum eine Herausforderung. Auf „Schwer“ und „Profi“ hingegen ist es dank der oben genannten Probleme unspielbar. Eure Finger liegen quasi immer am Guitar Grip auf und man kann zum drücken der Knöpfe lediglich die Fingerkuppen bewegen. Ein beim Gitarre spielen gewöhnliches „Umgreifen“ ist nicht machbar, jeder Finger hat seinen festen Platz und seinen eigenen Knopf. Das sorgt selbst bei ambitionierten Rockern für einen schwierigen Einstieg und eine lange Eingewöhnungszeit.

Steuerung:
Das zweite Problem liegt darin, dass ihr die zu spielenden Noten via Touchscreen anschlagt, indem ihr pro Note eine Wischbewegung mit dem Touchscreen-Plektrum ausführt, welches dem Spiel beiliegt. Die Krux: Je nach Schnelligkeit der Noten seid ihr auf das aus dem Konsolenvorbild bekannte „Alternative Strumming“ angewiesen, welches auf dem DS nur durch schnelles hin- und herwischen zu realisieren ist. Wird der Song dann wieder langsamer, müsst ihr euch wieder umstellen um angenehm spielen zu können. Zudem ist der Touch-Screen deutlich empfindlicher als eine Plastikgitarre. So wird aus den Wischen bei schnellen Songs ganz klammheimlich ein Tipp, was das Spiel selbstredend nicht akzeptiert und dazu führt, dass man Noten verpasst. Auch der Gitarrenschlacht-Modus scheitert daran. Im K.O.-Kampf gegen den Computer werden Items, die dem Gegner das Spielen erschweren sollen, ebenfalls via Touchscreen ausgelöst. Ungünstig, da ihr ja parallel auch eure Noten auf dem Touchscreen spielen müsst.

Grafik:
Grafisch präsentiert sich Guitar Hero in übersichtlichen Menüs und einer sehr schicken 3D-Grafik. Während ihr die Songs spielt, seht ihr im Hintergrund eure Band in der jeweiligen Lokalität spielen. Fürwahr sehen die Grafikelemente im Detail nicht sonderlich spannend aus, das Gesamtkonzept stimmt aber zweifelsfrei, alles läuft flüssig und das Wichtigste – nämlich die Noten – sind gut sichtbar und mit netten Effekten in Szene gesetzt. Auch Charakter- und Gitarrenmodelle, die ihr in der Menüauswahl seht, schauen vernünftig aus, somit punktet der Titel zumindest in Sachen Optik.

Sound:
Leider sieht es mit dem Sound etwas anders aus. Abseits der vernünftigen Tracklist muss man dem Spiel ankreiden, das die Tonqualität selbst mit hochwertigen Kopfhörern zu wünschen übrig lässt und recht komprimiert klingt. Dabei bietet das Spiel nicht einmal einen speziellen Kopfhörer-Modus und liegt qualitativ somit verhältnismäßig hinter Spielen wie Metroid Fusion für den GBA, welches seiner Zeit eigene Audiomodi und einen Wahnsinns-Sound bot. Nervig sind die akustischen Effekte, wenn man sich bei einem Song verspielt – hier muss erst in den Optionen nachjustiert werden um diese abzustellen. Ebenfalls nachteilig ist die Tatsache, dass der Ton etwas zu leise ist. Seid ihr nicht gerade in einem halbwegs ruhigen Raum untergebracht, versucht gar nicht erst das Spiel ohne Kopfhörer zu spielen.

Multiplayer:
Wie bereits erwähnt gibt es in Sachen Multiplayer keine Onlinefeatures zu vermelden - lediglich ein lokales one-on-one wahlweise in Form eines normalen Spiels oder einer \\\"Gitarrenschlacht\\\" ist möglich. Hierbei benötigen beide Spieler jeweils ein eigenes Modul samt Guitar Grip. Die von Activision verwendete Auf- und Abwärtskompatibilität ermöglicht Mehrspielerpartien zwischen Guitar Hero On Tour und Nachfolger Guitar Hero On Tour Decades. Im Falle eines Duells schickt der Spieler gegebenenfalls den Song über die Drahtlosverbindung zu seinem Gegner, sofern er diesen in seiner On Tour-Version nicht besitzt – das bedeutet, Songs des alten On Tour-Spieles können ebenfalls bei der Decades-Version gedaddelt werden. Spielerisch scheitert man jedoch auch hier an der Steuerung, denn das Gameplay ist unverändert zum Einspielermodus.

Fazit:
“Aus alt mach neu!“ Guitar Hero On Tour: Decades ist quasi fast eine 1:1 Umsetzung seines Vorgängers, welches zwar mit neuen Liedern aufwarten kann, jedoch genau dieselben Probleme beim Spielen mit sich bringt wie GH: On Tour. In höheren Schwierigkeitsgraden ist es fast unmöglich, ohne Krämpfe in Hand und Fingern zu Zocken und insgesamt bleibt es somit nur hart gesonnenen Zockern der Guitar Hero-Reihe zu empfehlen.

Mögen es lieber ohne Handkrämpfe zu spielen: Elisabeth Grunert [Liese] und Lars Peterke [Samus Aran] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
67%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Kämpft mit denselben Schwächen des Vorgängers. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Im Vergleich zum Vorgänger nichts Neues. Dieselbe Spieltechnik, dieselben Macken.
Grafik

In Anbetracht anderer Mankos wirkt die grafische Untermalung noch am ausgefeiltesten.
Sound

25 Songs, wenn auch in sehr komprimierter Form vorzufinden. Nervige Effektgeräusche.
Spielspaß

Durch das schlechte Gameplay kommt leider außer Krämpfen nicht viel auf – vor allem kein Spielspaß.








Details
Spielname:
Guitar Hero: On Tour - Decades

Publisher:
Activision

Developer:
Vicarious Visions

Genre:
Sonstiges

Release:
14.11.2008 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

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