PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
Nicht angemeldet!     Neu Registrieren   Loginname  Passwort:     Passwort?

Mein Vital-Coach


  • Testbericht
  • Bilder (5)
  • News & Videos (1)
  • User (2)
  • Spiel Kaufen
Mein Vital-Coach - Review vom 30.09.2008

Ein Virus greift um sich, welcher vornehmlich Wohlstandsgesellschaften befällt - Amerika ist bereits seit längerem kontaminiert und auch in Deutschland gibt es immer mehr Infizierte, die unter dem hochgradig ansteckenden Parasiten leiden: Diätenwahn! Die Industrie hat schnell reagiert und auf Teufel komm raus Produkte auf den Markt geworfen, die stets mit dem gleichen Wort beginnen: „fettfrei“. So schlichen sich fettfreie Donuts, kalorienreduzierte Wurstsorten und -ein Namensparadoxon- „Extra Light Dickmanns“ in die Regale unbedarfter Lebensmittelketten. Ein Problem unserer Gesellschaft -Bewegungsarmut- wird nicht etwa mit sportlichen Aktivitäten kompensiert, sondern mit Light-Produkten, die den Kalorienhaushalt wieder ins Lot bringen sollen. Auch wenn wir vom amerikanischen Gewichtsstandard noch ein gutes Stück entfernt sind, scheinen die Zeichen für einen schwergewichtigen Trend zu sprechen: Kiddies stopfen sich in den Pausen mit Snickers voll und bekommen von Mama ein paar Euros für den Bäcker, wo neben einem triefenden Eclair auch gleich noch eine saftige Streuselschnecke das schwache Kinderherz lockt. Daheim hockt man sich dann für den Rest des Tages vor die Videospielkonsole und langt nebenbei ein paar Mal in die Chipstüte. Sicher ist die hier beschriebene Situation kein Regelfall, doch sie droht zu einem zu werden.

Ubisoft reicht mit dem „Vital Coach“ allen die nach einem gesünderen Lifestyle streben eine helfende und vor allem motivierende Hand. Ob uns das Modul vom Couch-Potato zum Fitness-Junkie konvertierte? Lasst euch überraschen...

Pika-Pika Ped-o-Meter
Einigen Anhängern des gelben Pocket-Monsters ist vielleicht noch das 1999 hierzulande erschienene Pokémon Pikachu Ped-o-Meter im Gedächtnis, welches man sich an den Hosenbund klemmte, nur um fortan keinen Schritt mehr tun zu können, ohne das dieser gezählt wurde. Die erlaufenen Punkte investierte man in kleine Geschenke für das fröhlich vor sich hin lebende, digitale Pikachu. Etwas klobiger und einen Tick empfindlicher kommt Ubisofts Schrittzähler, welcher dem Spiel beiliegt, daher. Glücklicherweise hat das zusätzliche Gadget keinen Einfluss auf den Preis und sogar ein Satz Batterien wird gesponsort. Mittels Clip lässt sich das Ped-o-Meter an Hose, Tasche oder Jacke befestigen und zeigt mittels eines LCD-Screens stets an, wie viele Schritte man bereits zurückgelegt hat. Peinlich: Bei jeder Bewegung gibt das Ped-o-Meter ein hörbares Klick-Geräusch von sich. Über merkwürdige Blicke von Passanten sollte man sich folglich nicht wundern. Prinzipiell macht es Sinn, den täglichen Durchschnittswert an Schritten durch ein etwa einwöchiges Tragen des Ped-o-Meters zu ermitteln, um später die erlaufenen Schritte nicht durch das Verbinden des Schrittzählers mit dem DS einzupflegen, sondern durch die alternative, manuelle Eingabe.

Schaltet ihr das erste Mal den DS samt Modul ein, begrüßt euch ein witzig animiertes Strichmännchen mit einem kleinen Sack voll Fragen. Habt ihr euer aktuelles Gewicht sowie Größe und Geschlecht offenbart, kann es losgehen. Weiblichen Nutzern wird ein weibliches Strichmännchen zur Seite gestellt (erkennbar an der Haarschleife) - Männer müssen (dürfen?) mit der männlichen Variante Vorlieb nehmen.

Nun werdet ihr Schritt für Schritt an das Programm und dessen mögliche Einsatzbereiche herangeführt. In der ausführlichen Einleitung wird auch das Ped-o-Meter selbst sowie dessen Verwendung erläutert und ein tägliches Soll an Schritten festgelegt, welches ihr wenn möglich erreichen sollt. Der erste Schock kommt spätestens dann, wenn sich herausstellt, dass man es täglich auf gerade mal 4000 Schritte bringt - 2000 weniger als ein durchschnittlicher Amerikaner (laut Spiel)! Womit wir gleich beim nächsten Thema wären: Die Software ist sehr auf Amerika und die Gewohnheiten der dortigen Bevölkerung ausgelegt. Verschmerzbar, angesichts der Tatsache, dass die ernährungstechnischen Empfehlungen universell gültig sind.

Meilen- und Mühlensteine auf dem Weg zur Traumfigur
Im Wesentlichen teilt sich das Programm in zwei Bereiche: Den „Rucksack“ und die „Täglichen Sitzungen“. Unter Letzteren findet ihr eure jeweiligen Tagesziele wie das Erreichen einer bestimmten Anzahl an Schritten, dem Festhalten eurer sportlichen Aktivitäten und den eingenommenen Nahrungsmitteln sowie ein Minimum an Herausforderungen. Für jedes erreichte Ziel gibt es einen Kilometer-Bonus, den euer Avatar abwatschelt. Nach einigen Kilometern Fußmarsch erreicht ihr einen so genannten Meilenstein, wie etwa den Mount Everest oder den Olympischen Marathon. Als zusätzlichen Motivationsschub findet sich in eurem Fotoalbum dann ein Bild eures Avatars vor dem entsprechenden Meilenstein.

Ein weiteres Tagesziel ist die Balance von Bewegung und der aufgenommenen Nahrungsmenge. Gemessen an eurem Ideal-BMI erhaltet ihr eine tägliche Menge an verfügbaren Punkten. Am Tagesende folgt dann eine Abrechnung. Die über den Tag verspeisten Lebensmittel und deren zugehörige Nahrungspunkte erfasst ihr, indem ihr euren Coach mit den entsprechenden Dingen wie Brot, Obst oder ähnlichem füttert. Die Auswahl an Lebensmitteln ist recht umfangreich und wer wenig Zeit hat, kann alternativ auch vom „Quick Mode“ Gebrauch machen, bei dem man durch die Mahlzeiten geführt wird und jeweils zwischen einem leichten, mittleren oder schwergewichtigen Gericht, beziehungsweise einem komplett leeren Teller wählt. Für das Erfassen von Aktivitäten (ebenfalls im Quick-Mode möglich) erhaltet ihr zusätzliche Punkte, welche ihr wiederum in die Nahrungsaufnahme investieren dürft. Ähnlich wie bei Weight Watchers wird anhand des Punkte-Systems eine Balance zwischen Bewegung und Essen angestrebt, die euch das Abnehmen erleichtern soll.

Von den eingangs erwähnten täglichen Aufgaben lassen sich pro Tag maximal sechs in Angriff nehmen. Je nach Challenge handelt es sich hierbei um eine Ein-Minuten- oder eine 24-Stunden-Aufgabe. Erstere sind meist schnell erledigt: 10 Sit-Ups, die Zutatenliste einer Lebensmittelpackung in eurem Kühlschrank lesen oder schmutziges Geschirr abwaschen. Die ganztägigen Aufgaben sind meist etwas umfangreicher: Einkaufen mit einem Familienmitglied, Tuppa-Büchsen inventarisieren, ein Spaziergang nach dem Abendessen und so weiter. Die Art der verfügbaren Aufgaben wird bei der Auswertung von Beratungs-Sessions festgelegt. Insgesamt zehn dieser Coachings lassen sich wiederum durch das Erledigen von Aufgaben freischalten.
Beratungs-Sitzungen laufen stets ähnlich ab: Das Thema, beispielsweise „Kampf dem kleinen Hunger“, wird kurz von eurem Coach vorgestellt, worauf eine Serie von zehn Fragen folgt, in dem eure Angewohnheiten ausgelotet werden und ihr anschließend einem von drei Stereotypen zugeordnet werdet. Je nachdem mit welchem Profil ihr übereinstimmt, folgen nun ein paar Tipps um das aktuelle Verhalten noch weiter zu verbessern. Allerdings ähneln sich die Hinweise für die drei Typen - teilweise wurde hier einfach etwas umformuliert. Beim Durchgehen der Tipps wird auch gefragt, ob ihr eine Herausforderung auf deren Basis erhalten wollt oder nicht.

Ein weiteres Utensil in eurem Rucksack sind Spiele & Tipps. Während Letztere lediglich der Information dienen, kann man durch erfolgreiches Absolvieren der folgenden Minispiele neue Aufgaben freischalten. Zudem ist es möglich nach jeder überstandenen Spielrunde die beantworteten Fragen erneut durchzugehen, was insbesondere dann sinnvoll ist, wenn man ein paar Mal daneben gelegen hat.

Klassisches Quiz:
Hier werden euch jeweils zehn Fragen gestellt, welche es unter Zeitdruck zu bearbeiten gilt. Falsche Antworten nagen an der verbleibenden Zeit. Einige der Fragestellungen sind nicht ganz eindeutig formuliert - so wird beispielsweise nach der Größe einer Saftpackung gefragt. Von den drei möglichen Antworten scheint keine so recht auf europäische Verhältnisse zu passen, weshalb man nach dem Trial-and-Error-Prinzip vorgehen muss. Das Groß der Fragen ist jedoch logisch und lässt sich meist -etwas Gesundheitswissen voraussetzt- ohne größere Probleme beantworten.

Kuckucksei:
Hierbei geht es darum von drei Lebensmitteln genau das zu finden, welches der Fragestellung entspricht. Wird beispielsweise gefragt, welches von den drei Nahrungsmitteln „Schokoriegel“, „Melone“ und „Croissant“ kein Fett enthält, so lautet die Antwort natürlich „Melone“. Ungeübte werden hier die ein oder andere Überraschung erleben. Beantwortet ihr fünf Fragen falsch, verliert ihr. Witzig: Bei jeder falschen Antwort verliert euer Avatar ein Körperteil -quasi das Gegenteil von Hangman- und versucht hektisch das Gleichgewicht zu halten.

Wahr/Falsch:
Da die Anzahl möglicher Antworten hier auf zwei -nämlich wahr oder falsch- beschränkt ist, dürften selbst Ernährungsmuffel eine gute Chance haben, dass Quiz heil zu überstehen. Insbesondere fällt einem auf, dass die Anzahl unterschiedlicher Fragen relativ gering ist und man folglich recht häufig die selben Fragestellungen vorgesetzt bekommt. Auch hier verliert euer Männchen allmählich wieder seine Körperteile... Tut etwas dagegen!

Rundenquiz:
Hierbei handelt es sich um ein sechs Runden andauerndes Quiz, in dem in jeder Runde eines der oben vorgestellten Spiele vorkommt. Um jeweils eine Runde erfolgreich zu beenden, gilt es drei Fragen richtig zu beantworten. Während des Spiels dürft ihr euch maximal drei Fehler leisten, ansonsten heißt es „Game Over“. Nach jeder Runde darf man zudem eine von drei verdeckten Karten wählen, welche euch mit Glück einen weiteren Fehltritt erlaubt oder einen zusätzlichen Punkt schenkt. Mit etwas Pech zieht ihr aber den „Zonk“ und geht folglich leer aus.

Tipps und Fakten:
Eine unsortierte Ansammlung von hilfreichen, zufällig ausgewählten Ernährungs- und Gesundheitstipps. Effizienter wäre es gewesen, diese nach Kategorien zu sortieren um im Bedarfsfall alte Tipps wieder rauszukramen.

Steuerung:
Das gesamte Programm lässt sich mittels des Touchpen navigieren. Buttons und Steuerkreuz sind damit zur Untätigkeit verdammt. Schade eigentlich, denn insbesondere da es viele Listen gibt, hätte der Einsatz von Digi-Pad und Buttons durchaus Sinn gemacht. Die gewählte Steuerung ist jedoch trotz Stylus-Zwang sehr intuitiv und leichtgängig.

Grafik:
Der Grafikstil ist ohne Frage gewöhnungsbedürftig, und ob dünne Strichmännchen nun die ideale Wahl für ein Fitness-Programm sind, sei dahingestellt. Eins muss man den Entwicklern jedoch lassen: Der Notizbuch-Stil wurde konsequent durchgezogen und wirkt in sich sehr stimmig. Die Strichmännchen passen hervorragend in das Schreibblock-artige Umfeld, ebenso wie die Figur- und Übergangsanimationen zwischen den einzelnen Menüs. Sowohl die Gesichtsausdrücke eures Coaches, als auch dessen Bewegungen sind sehr gelungen und verleihen dem Titel einiges an Dynamik.

Sound:
Die gute Nachricht zuerst: Die einzelnen Musikstücke sind wirklich gelungen und halten sich dezent im Hintergrund. Nach einiger Zeit verfielen wir allerdings beinah in eine Art entspannte Trance... Während dieser Zeit hätte uns unser Coach vom Pferd erzählen können und wir hätten leicht benebelt lächelnd auf „OK“ gedrückt. Was auch immer das Geheimnis hinter den akustischen Ergüssen sein mag - die Soundeffekte haben davon offenbar nicht viel abbekommen. Während Umblätter-Geräusche beim Menüwechsel durchaus passend sind, droht das Gequieke eures Coaches einen dauerhaften Tinnitus zu verursachen. Das Modul erscheint übrigens mit mehreren Sprachen, darunter englisch und deutsch. Qualitativ schneidet die Eindeutschung allerdings ein bisschen schlechter ab als das Original, was hauptsächlich an einigen merkwürdigen Übersetzungskonstrukten liegt. So wird „Feel daring today?“ (dt.: Lust auf eine wagemutige Aktion?) etwa mit „Geht es dir gut?“ übersetzt. Solch kleinere Patzer sind jedoch die Ausnahme und trüben das Fitness-Vergnügen keineswegs.

Fazit:
Potenziellen Käufern sollte eindeutig klar sein: Beim „Vital Coach“ handelt es sich nicht um ein Spiel, sondern um einen Lifestyle-Coach, der natürlich ein gewisses Maß an Eigeninitiative voraussetzt. Wer ein hoffnungsloses Faultier ist, den wird auch dieses Programm höchst wahrscheinlich nicht zum Fitness-Guru umpolen. Für willige Gesundheits-Jünger jedoch werden viele hilfreiche Tipps für einen gesunden Lebenswandel, interessante Beratungs-Sitzungen und unterhaltsame Minigames geboten. Allerdings ist neben Motivation auch ein gutes Maß an Ehrlichkeit erforderlich: Behauptet ihr, dass ihr gerade 30 Minuten gelaufen seid, so bleibt dem Coach nichts anderes übrig als euch zu glauben und entsprechend zu belohnen. Das etwas klobige, leicht klapprige Ped-o-Meter ist glücklicherweise nicht erforderlich zur Nutzung des Programms, wobei positiv zu bewerten ist, dass diese Hardware-Zugabe den Preis nicht negativ beeinflusst hat. Schade ist allerdings, dass sich lediglich ein Profil abspeichern lässt. Bei „Vital Coach“ handelt es sich summa summarum um eine interaktive Gesundheitsbroschüre, die deutlich unterhaltsamer als ein Buch daherkommt und willigen Kandidaten eine Möglichkeit gibt, ihre lang gefassten Vorsätze endlich einmal in die Tat umzusetzen.

Schüttelt gerissen grinsend ihr Ped-o-Meter: Franzisca Mannan [AbdSabour] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
keine
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Das Steuerkreuz samt Tastenanhang bleibt leider ungenutzt, ansonsten sehr gelungen und komfortabel. Innovationsfaktor:
++++-  (4 von 5 Sternen)
Dank Ped-o-Meter und dem Software-Aufbau gibt es auf jeden Fall einige Innovationsboni. Das Programm lässt sich komplett mit dem Stylus bedienen.
Grafik

Statt mit opulenter Grafik zu protzen, kommt die Optik funktionell und in einem charmanten Notizbuch-Look daher.
Sound

Sehr nett und unaufdringlich anzuhören, vom Piepsen eures Avatars mal abgesehen.
Spielspaß

Die Meilenjagd, Herausforderungen, Quiz-Spiele und Beratungssitzungen sind durchweg unterhaltsam und lehrreich.








Details
Spielname:
Mein Vital-Coach

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Ubisoft

Genre:
Sonstiges

Release:
24.08.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop