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Ace Attorney - Trials and Tribulations


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Ace Attorney - Trials and Tribulations - Review vom 06.11.2008

Früher, vor vielen Jahren waren so genannte „Freundschafts-Bücher” unter Grundschülern absolut angesagt und nicht selten bestimmte der Besitz eines solchen Heftleins, ob man „in” oder „out” war (neben anderen Faktoren wie dem Besitz bestimmter Spielzeuge und Süßigkeiten). Besagte Bücher wurden dann unter Freunden herumgereicht und jeder durfte sich samt persönlichem Profil (Vorlieben, Abneigungen, Lieblingsserien usw...) dort eintragen. War das Freundschaftsbuch prall mit Einträgen gefüllt, ließen sich interessante Statistiken erheben - wie beispielsweise über die Berufswünsche der kleinen Mini-Tyrannen. Ganz oben rangierte nicht selten der ominöse Beruf des Rechtsanwaltes und zwar in den dubiosesten Schreibweisen wie „Rächtsanwald”, welche nicht selten die mangelnden Rechtschreibkenntnisse des Freundeskreises preisgaben und an einem tatsächlichen Erreichen des Traumberufes zweifeln ließen.

Gut zehn Jahre später traf man sich erneut in heiterer Runde und schnell stellte sich heraus, dass die damaligen Rechtsliebhaber sich nun stattdessen mit einem Politologie-, Informatik- oder gar Medizin-Studium herumschlugen. Wer schon immer das Gefühl hatte der geborene Rechtsanwalt zu sein, doch nie über das erste Semester des Jura-Studiums hinaus kam, bekommt nun im dritten Teil der „Phoenix Wright“-Serie namens „Trials and Tribulations“ die Chance, zumindest im virtuellen Gerichtssaal für (Un-)Recht und Ver/Ent-Wirrung zu sorgen. Ob das Spiel so staubtrocken wie das Bundesgesetzbuch ist oder spannende Gerichtssaal-Dramatik bietet, erfahrt ihr im Test...

Beistand aus dem Jenseits
Ihr schlüpft in die Rolle des mehr oder minder gesetzestreuen Anwalt Phoenix Wright und nehmt im Spielverlauf fünf spannende Fälle unter die Lupe, verhört Zeugen, sammelt Beweise und spürt im Kreuzverhör schließlich widersprüchliche Zeugenaussagen auf - mit dem Ziel, den Kopf des eigenen Mandanten aus der richterlichen Schlinge zu ziehen. Eure Werkzeuge auf dem Weg zu einem glorreichen Freispruch sind gesammelte Beweise, Zeugenaussagen, Profile und natürlich euer messerscharfer Verstand. Die einzelnen Fälle glänzen durch eine spannende Präsentation und stattlichen Umfang. Lesemuffel seien gewarnt, denn Adventure-typisch gibt es in „Trials and Tribulations“ sehr viel Text. Eine eurer Hauptaufgaben ist es, euch durch facettenreiche Dialoge zu hangeln, die trotz ihrer Fülle stets interessant sind und euch geschickt von einer Spur zur nächsten dirigieren. Je nach Komplexität des Falles gibt es jeweils ein oder mehrere Spurensicherungs- und Gerichtsabschnitte. Gelegentlich -wie beispielsweise im ersten und vierten Fall- entfällt die Spurensicherung auch mal ganz.

Im Laufe der Ermittlungen trifft man auf allerhand schräge Charaktere - manche davon sind unterhaltsam und wieder anderen würde man am liebsten den Hals umdrehen... Mitunter eilt euch in scheinbar hoffnungslosen Situationen eure verstorbene Mentorin Mia Fey zur Seite und hilft euch das Blatt doch noch zu wenden.

Kenner der beiden vorherigen Serienteile werden beim Anblick von „Trials and Tribulations“ entweder eine wohlige Vertrautheit oder ein genervtes „Nicht-schon-wieder-die-gleichen-Leute” empfinden, denn diverse Figuren der Vorgänger haben auch im dritten Spross den ein oder anderen Auftritt. Nicht nur das richterliche Gesicht ist bekannt wie ein bunter Hund - auch ehemalige Mandanten wie Maggie Byrde sind wieder mit von der Partie und vertrauen erneut auf eure Fähigkeiten als Anwalt.

Leute, die im dritten Teil der Saga einsteigen, seien gewarnt: Phoenix Wright erzählt eine mehr oder minder fortlaufende Geschichte, auch wenn die einzelnen Fälle nur selten die anderen beiden Teile referenzieren. Wer die komplette Geschichte rund um Phoenix Wright erleben und verstehen möchte, sollte beim ersten Teil beginnen und sich bis zum finalen Dritten vorarbeiten. Doch auch wer bisher noch keinen Phoenix Wright-Ableger in den Fingern hatte und das Genre liebt, wird mit „Trials und Tribulations“ seinen Spaß haben, wenngleich er einige Wissenslücken im Hinblick auf Wright und seine Freunde in Kauf nehmen muss.

Konfetti im Gerichtssaal
Im Zuge der Spurensicherung reist man von einem Ort -etwa der Kanzlei- zum Tatort oder zu anderen, für den aktuellen Fall relevanten Örtlichkeiten. Auf eurer unermüdlichen Suche nach Hinweisen gilt es auch, den ein oder anderen (teils widerwilligen) Zeugen auszuquetschen. Gelegentlich werdet ihr bei Vernehmungen mit „Psychischen Blockaden” konfrontiert. In solch einem Fall ist Fingerspitzengefühl gefragt: Solche Blockaden werden Schritt für Schritt unter Einsatz passender Beweismittel gelöst, um der entsprechenden Person schlussendlich eine zuvor verborgene Aussage zu entlocken.

Während ihr beim „Angreifen” der Zeugenaussagen in der Regel ganz nach Belieben herumstochern dürft, verhält es sich mit den „Einsprüchen” etwas anders: Erfolgt ein Einspruch grundlos oder mit den falschen Beweisen an der falschen Stelle, so erntet ihr nicht nur schmachvolles Gelächter vom Staatsanwalt, sondern auch eine Rüge vom Richter. Sobald euer „Lebensbalken“ komplett leert ist, ist Schicht im Schacht - dann hilft also nur, den zuletzt gespeicherten Spielstand zu laden. Leider gibt es Momente, in denen nicht ganz klar ist, welches Beweismittel der Richter, beziehungsweise die Person im Zeugenstand nun präsentiert bekommen möchte, damit es vorangeht. Das ist insbesondere dann ärgerlich, wenn ihr des Rätsels Lösung bereits kennt und nur nicht den rechten Beweis findet, um dies zu belegen.

Wo wir gerade dabei sind - die Speicher-Systematik ist ausgezeichnet: Es lässt sich quasi jederzeit speichern und nur in Ausnahmefällen (wenn man beispielsweise einen Beweis vorbringen muss, um die Handlung voranzutreiben) ist die Sicherungsfunktion blockiert. Folglich eignet sich „Trials and Tribulations“ ausgezeichnet für mobile Spielesessions. Sind alle Hürden überwunden, steht dann dem Freispruch eures Mandanten nichts mehr im Wege - eine saftige Portion Konfetti im Gerichtssaal lässt euch mit dem wohligen Gefühl des verdienten Erfolges zurück.

Statt Blut und Brutalitäten bietet Capcoms Adventure allerhand Kopfnüsse und ein cleveres Spielkonzept. Gelegentlich sind die Fälle etwas zu vorhersehbar - dann gilt es sich zu bremsen und trotz allem Schritt für Schritt Beweise vorzulegen und die anderen Personen erst einmal über die Spielmechanismen auf den Wissensstand zu hieven, den man selbst unter Umständen bereits hat. Capcom-typisch wurde auf größere Innovationen gegenüber den Prequels verzichtet und sich komplett auf die „Tried-and-True”-Formel verlassen. Schade, denn ein paar Schliffe an Gameplay und Optik hätten der Neuauflage des Titels (Erstveröffentlichung auf dem GBA vor knapp 4 Jahren) durchaus gut getan.

Steuerung:
Die clever organisierte Steuerung ermöglicht es quasi das komplette Spiel wahlweise mittels Stylus oder Steuerkreuz zu bedienen. Die Verwendung von Digi-Pad und Buttons macht besonders dann Sinn, wenn es mal etwas hektischer zugeht - beispielsweise in der U-Bahn. Da möchte man nicht riskieren, den Stlyus im Gedränge fallen zu lassen. Doch auch der Touch-Pen eignet sich hervorragend um das dezente und übersichtlich strukturierte Interface zu navigieren.

Grafik:
Mit der Grafik ist das so eine Sache - Kenner der Vorgänger werden das ein oder andere Déjà-vu erleben, da einige der Grafik-Sets recycelt wurden. Statt 3D-Gruselkabinett gibt es Comic-Optik im Anime-Stil, welcher die schrulligen Eigenarten der einzelnen Beteiligten wunderbar visualisiert. Insbesondere die simplen Flip-Book-Animationen tragen einen wesentlichen Teil zur gelungenen Atmosphäre des Spiels bei - Staatsanwalt Godot kippt eine Tasse nach der anderen hinter, während die Haare des Angeklagten Ron DeLite Amok laufen - herrlich! Jede Person verfügt über ein Arsenal von Gesichtsausdrücken, welche je nach Situation Panik, Wut, Freude oder auch Überraschung ausdrücken.

Sound:
Ein großes Lob verdient die gute Übersetzung, sprachliche Schnitzer muss man mit der Lupe suchen. Neben der Hauptsprache Deutsch lässt sich alternativ auch Französisch auswählen. Die spielbegleitende Musik ist wie schon in den Vorgängern ausgezeichnet, was zum Teil auch daran liegt, dass im musikalischen Bereich ebenfalls recycelt wurde. Jede Person verfügt über einen eigenen Theme-Song, der ausgezeichnet auf den jeweiligen Charakter zugeschnitten ist. Für einen zusätzlichen Atmosphäre-Boost sorgen passende Musikstücke: So ertönen dramatische Klänge, wenn die Spannung im Gerichtssaal zum Zerreißen gespannt ist.

Fazit:
„Trials and Tribulations“ ist eine Soap-Opera par excellence mit unerwarteten Wendungen und überraschenden Verbindungen zwischen den einzelnen Fällen. Auf dem Weg zum Freispruch erwarten einen vielschichtige Charaktere, die nicht selten ein Geheimnis verbergen. Spieler die bereits ausgiebige Erfahrungen im virtuellen Gerichtssaal mit früheren „Ace Attorney”-Titeln gemacht haben, erwartet leider -von ein paar unverbrauchten Gesichtern und fünf spannenden Fällen abgesehen- nichts Neues. Doch sowohl Veteranen als auch Neulinge werden ihre Freude daran haben, in Wrights Anzug zu schlüpfen und kniffelige Kriminalfälle zu lösen. Die Spieldauer beträgt für Phoenix Wright-Neulinge gut über 10 Stunden, alte Hasen meistern die fünf Fälle voraussichtlich etwas schneller. Der Anteil an sinnlosem Herumgelatsche (in Adventures gern mal als Spielzeitausdehnung genutzt) tendiert dank Quick-Travel-Funktion gegen Null. Leider gibt es keinen Anreiz, erfolgreich absolvierte Fälle erneut anzugehen, da man aufgrund des äußerst linearen Spielverlaufs bereits im ersten Durchlauf alles gesehen hat. In der Endkonsequenz ist „Trials and Tribulations“ auf jeden Fall seinen hohen Namen wert, mangels Wiederspielwert sollte man statt einem Kauf aber eventuell einen Verleih in Erwägung ziehen.

Hat ihren kindheitlichen Berufswunsch nun endlich verwirklicht: Franzisca Mannan [AbdSabour] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
80%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Intuitive Bedienung wahlweise mittels Touchpad oder Steuerkreuz und Buttons. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Technisch wäre mehr drin gewesen - insbesondere im Hinblick aufs Touchpad (welches hier ausschließlich zur Navigation dient) und Mikro.
Grafik

Comic-Optik auf solidem Niveau - leider zu einem großen Teil recycelt.
Sound

Knackiger Soundtrack, der hervorragend zu den spannenden Fällen passt.
Spielspaß

Innovatives Spielprinzip in der dritten Generation: Unterhaltsame, teils knifflige, aber stets faire Fälle halten euch bis zum letzten Richterspruch bei der Stange.








Details
Spielname:
Ace Attorney - Trials and Tribulations

Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Adventure

Release:
30.10.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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