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Grand Theft Auto: Chinatown Wars


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Grand Theft Auto: Chinatown Wars - Review vom 23.03.2009

Nach dem Amoklauf in Winnenden ist momentan wieder die unsägliche Killerspieldebatte hochgekocht. Politiker aller Parteien, unser alter Freund Christian Pfeiffer und diverse Plauderrunden im Fernsehen fordern mal wieder ein Verbot dieser gruseligen Spiele, die ja bekanntermaßen unsere armen Kinder alle zu brutalen Amokläufern und seelenlosen Rüpeln machen. Dabei ist schon alleine der Begriff "Killerspiel" eine übele Propaganda und führt zu keiner sachlichen Debatte, denn in den wenigsten Spielen darf man wirklich einen Killer spielen, der rücksichtslos durch die Gegend mordet. Die meisten Spiele bestrafen den Spieler sogar dafür, wenn er Unschuldige tötet und einen richtigen Auftragskiller spielt man in den wenigsten.

Passend zur Debatte bringt Rockstar jetzt Grand Theft Auto: Chinatown Wars auf den Markt und schauen wir mal, ob irgendwer sich über das Spiel aufregt. Hier spielt man nämlich einen brutalen Gangster, der auch gnadenlos Zivilisten abknallen darf, Leute auf der Straße überfährt und auch diverse Auftragsmorde erfüllt. Und das auf dem Nintendo DS, dem Handheld, der bisher vor allem durch bunte Spiele für Kinder bekannt wurde! Schock! Horror! Wir werden alle sterben!

Da wir bei PlanetDS aber nicht nebenberuflich bei der Bild-Zeitung oder als Lakaie Ursula von der Leyens arbeiten, interessiert uns diese Debatte nur am Rande. Chinatown Wars ist ab 18 Jahren freigegeben und darf daher eh nicht an Kinder verkauft werden. Erwachsene dürfen nicht nur zur Bundeswehr, sondern auch gemütlich am Handheld ballern.

Ballerhit im Hosentaschen-Format
Auch Chinatown Wars beginnt, wie jedes zünftige GTA beginnen muss: Unser Antiheld Huang Lee, Sohn eines Triadenbosses, kommt nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters nach Liberty City und gleich am Flughafen wird ihm das wichtige Familienerbstück geklaut, das er eigentlich seinem Onkel übergeben sollte. Folglich steckt unser Charakter in der Patsche und muss sich im folgenden Spiel durch diverse Missionen fahren, schießen und prügeln.

Unser kleiner Nintendo DS kann natürlich technisch nicht mit der Playstation 2 mithalten und daher hat Rockstar auch gar nicht versucht, das von der Heimkonsole oder der Playstation Portable bekannte Spielprinzip umzusetzen. Stattdessen orientierten die Entwickler sich an den Wurzeln der Serie und griffen auf eine 2D-Ansicht aus der Vogelperspektive zurück. Auch bei den Zwischensequenzen wurde gespart. An die Stelle von animierten Sequenzen mit Sprachausgabe treten hier Text und Standbilder. Das ist natürlich der begrenzten Größe der DS-Module geschuldet und ist sicherlich zu verschmerzen.

Schade ist hingegen, dass die Story dann doch sehr platt ist und eindeutig die Klasse der Hip Hop-Parodie San Andreas vermissen lässt. Auch die Nebencharaktere erreichen einfach nicht die Klasse der vorherigen Titel, sondern wirken merkwürdig platt. Das kann auch an der deutschen Übersetzung liegen, aber so wird aus einem kleinen Flirt am Rande eine unglaublich platte Abfolge von sexuellen Anzüglichkeiten und ich wage es zu bezweifeln, dass Triadenmitglieder ihrem Boss einfach mal ein "Fick dich doch" entgegen schleudern. Hier wäre mit etwas besserem Schreibstil einiges mehr drin gewesen.

Aber egal, kommen wir zum Wesentlichen: Rockstar hat es geschafft, ein komplettes Grand Theft Auto auf den kleinen Handheld von Nintendo zu packen. Liberty City steckt voller Missionen und Überraschungen und fühlt sich an, wie eine richtige, lebendige Stadt. Schon allein die Größe ist für einen Handheld beeindruckend und es gibt jede Menge Leben. Es macht Spaß, einfach so durch die Stadt zu fahren, Dinge zu entdecken und natürlich auch die Missionen zu erledigen. Die 58 Hauptmissionen und 18 Nebenmissionen lassen es nicht an Abwechslung und dem GTA-typischen Fiesheitsgrad mangeln: Mal darf man Schutzgeld erpressen, mal einen Tanklaster in ein Spielcasino lenken, ein anderes Mal entschärft man Autobomben und so weiter. Alles in allem kann man sich lange in Liberty City aufhalten und es wird einem auf keinen Fall langweilig - vor allem, wenn einem die Polizei auf den Fersen ist. Für die DS-Version hat Rockstar ein neues Verfolgungssystem gebastelt: Jetzt reicht es nicht mehr aus, der Polizei einfach nur eine Weile davonzufahren - nein, man muss erst einmal je nach Fahndungslevel diverse Polizeiwagen spektakulär crashen lassen, ansonsten bleiben die Ordnungshüter auf der Suche. Das System funktioniert sehr gut und macht die Verfolgungsjagden zum einen länger und zum anderen spektakulärer.

Funktionalität der Kriminalität
Praktisch sind die neuen Speicherfunktionen. War es noch in den GTAs auf der Playstation Portable immer nötig, nach einer Mission zum Versteck zu fahren, dort zu speichern und dann wieder zurück zum Auftraggeber zu fahren, speichert Chinatown Wars nach jeder Mission automatisch und der Spieler kann direkt weiterzocken. Praktisch sind auch die Funktionen, falls man eine Mission verbockt: Dann genügt ein simpler Klick auf Select und man steht nicht mehr vor der Polizeiwache oder dem Krankenhaus, sondern direkt am Missionsanfang. Einige Missionen bieten dem Spieler auch an, bei einer Wiederholung längere Fahrstrecken zu überspringen.

Ebenfalls sehr praktisch ist der bequem mit dem Touchscreen zu bedienende PDA, der einige Funktionen bietet: So bekommt der Spieler immer wieder E-Mails mit Aufträgen, man kann sich Waffen bequem per Onlineshop direkt nach Hause liefern lassen und es gibt endlich ein Navigationsgerät. Mit wenigen Klicks hat man den gewünschten Zielort ausgewählt und schon berechnet das Spiel die Route. Wahlweise wird diese unten auf dem Touchscreen eingeblendet oder direkt auf der Karte - Verfahren gehört also endlich der Vergangenheit an!

Die ersten Screenshots haben es bereits angedeutet und es ist auch im fertigen Spiel: Der Drogenhandel. In diversen Hinterhöfen stehen Dealer, die einem die gesamte Palette von Marihuana bis Heroin verkaufen. Kapitalisten wissen hier natürlich, was zu tun ist: Billig kaufen, teuer verkaufen. Diese Nebenaufgabe macht erstaunlich viel Spaß und man legt gerne zwischen den Missionen eine kleine Drogentour ein. Wer den Test bis jetzt gelesen hat, wird es sicherlich schon bemerkt haben: Gewalt, moralisch fragwürdige Missionen, Drogenhandel und ähnliches sind nichts für kleine Kinder. Vorne auf der Verpackung prangt ein übergroßes USK-Siegel in knallrot, das anzeigt, dass dieses Spiel für Kinder unter 18 Jahren nicht geeignet ist. Da stimmen wir von PlanetDS eindeutig zu. Selbst wenn der junge Quälgeist noch so meckert, sollten Eltern ihn nicht Grand Theft Auto spielen lassen.

Steuerung:
Die Steuerung verwendet alle Features des Nintendo DS. Auf dem oberen Bildschirm findet die Action statt, der Touchscreen dient als Karte und Statusanzeige. In der Spielwelt bewegt man sich mit dem D-Pad und Buttons. Dies funktioniert problemlos. Die Fahrzeuge lassen sich (nach kurzer Eingewöhnungsphase, die allerdings einige Spieler vor kleinere Probleme stellen wird) ohne Mucken kontrollieren und man rennt zu Fuß immer dahin, wo man auch hin will.

Kameraprobleme gibt es aufgrund der Perspektive auch kaum. Ab und an kann es allerdings passieren, dass die umliegenden Gebäude die Sicht auf unseren Protagonisten verdecken. Im Gefecht mit anderen Gangstern werden natürlich auch jede Menge Feuerwaffen verwendet, die erfreulich einfach zu bedienen sind. Durch das Drücken der rechten Schultertaste werden die Schurken anvisiert und können dann unter Beschuss genommen werden. Hier gibt es dank der 2D-Perspektive keinen Knoten in den Fingern und selbst heftige Feuergefechte mit mehreren Gegnern sind leicht zu beherrschen. Nur die Molotovcocktails sind etwas schwieriger zu werfen, da hier der Touchscreen genutzt wird. Dabei kann es durchaus passieren, dass man sich selbst in Brand setzt.

Aufgelockert wird das Spiel durch diverse kleinere Einsätze des Touchscreens in Form von Minispielen, die immer wieder an verschiedenen Stellen auftauchen. So kann es beim Klauen eines Autos passieren, dass man zuerst mit einer kleinen Einlage kurzschließen muss. Teure Sportwagen muss man sogar per PDA hacken. An Tankstellen kann man Molotovcocktails basteln und muss darauf achten, nicht zuviel Benzin zu verschütten. Rubbellose müssen (natürlich) per Touchscreen freigerubbelt werden, an den Mautstationen muss man die Wegegebühr in den Aufnahmeschlitz schnippen und auch die Drogendeals erfolgen per Touchscreen. Ansonsten dient er zur Verwendung des praktischen PDAs, der Karte (inklusice Navigation) und der Menüs. Der häufige Touchscreeneinsatz birgt allerdings ein kleines Problem: Es muss zwischen Buttons und Stylus gewechselt werden. Einige Minispiele kann man problemlos mit dem Finger erledigen, die Navigation im PDA ist allerdings nur mit dem Stylus wirklich ideal. Folglich muss man den Stylus in Griffweite haben oder ihn jedes Mal aus dem Slot ziehen. Auch das häufig missachtete Mikrofon wird verwendet, allerdings nur in kleineren Dosen: So ist es z.B. möglich, sich durch Pfeifen ins Mikro ein Taxi zu rufen. Nett, aber nicht unbedingt ein Killerfeature, das einen vom Hocker reißt.

Grafik:
Wie schon erwähnt, verwendet Chinatown Wars die Vogelperspektive und Cel-Shading. Diese Grafik wirkt auf den Screenshots etwas öde, ist aber in Bewegung wirklich schick anzusehen. Besonders gelungen ist vor allem der Detailgrad: Auf den Straßen ist einiges los - Autos fahren, Fußgänger gehen, Mülltonnen, Laternen, Zeitungsständer, Straßenhändler und noch einiges mehr steht herum, auf der Hochbahn donnern die Züge über den Straßen vorbei, Krankenwagen holen Verletzte ab, die Polizei liefert sich nicht nur mit dem Spieler wilde Verfolgungsjagden und es gibt jede Menge zu entdecken. Auch an kleinere Details hat man gedacht: So schalten sich nachts die Scheinwerfer der Autos an und bei einem Unfall kann es vorkommen, dass man plötzlich nur noch mit einem Scheinwerfer unterwegs ist. Das Beste daran ist aber, dass es flüssig läuft. GTA Advance scheiterte an ständigen Rucklern, die sich in Chinatown Wars zum Glück nur in Ausnahmefällen einschleichen. Gut gemacht, Rockstar!

Sound:
Hier musste Rockstar einige Abstriche machen und bei der Musik merkt man die technischen Beschränkungen des Nintendo DS sehr deutlich: Statt mehrerer Radiosender, die Musik in MP3-Qualität und lustige Moderationen senden, kann Chinatown Wars leider nur das übliche Midigedudel bieten. Schade, aber technisch ging es wohl nicht anders. Dafür können die anderen Sounds punkten: Waffen klingen wie Waffen, Autos wie Autos und bei größeren Gefechten und Explosionen rummst es richtig.

Features:
Das wichtigste Feature ist die Missionswiederholung. Zum ersten Mal in einem Grand Theft Auto darf man endlich bestandene Missionen wiederholen. Wenn einem also eine Mission besonders gut gefallen hat, kann man sie einfach nochmal zocken. Top!

Multiplayer:
Rockstar nutzt die Nintendo WiFi-Connection nur für kleinere Spielereien: So kann man Drogen online dealen oder seine Highscores hochladen. Das ist nett, aber der wirkliche Spaß findet sich im lokalen Multiplayer. Hier kann man entweder gegen seine Freunde (oder Feinde) Rennen fahren, im Coop-Modus gegen den Computer kämpfen oder sich in Deathmatches austoben.

Fazit:
Grand Theft Auto: Chinatown Wars schafft es, das Feeling der großen GTAs auf den Nintendo DS zu übertragen, ist aber ein sehr eigenständiges Spiel und kein bloßer Abklatsch geworden. Liberty City fühlt sich auch auf unseren kleinen zwei Bildschirmen an wie eine richtige lebendige Stadt. Die Missionen sind spaßig, die Steuerung funktioniert und die Grafik kann auf ganzer Linie überzeugen - alles richtig gemacht, Rockstar! GTA ist und bleibt trotz der vielen Gewalt ein Massenphänomen, das einfach begeistert, wenn man sich darauf einlassen kann.

Dealt und düst noch ein paar Runden: Michael Schmalenstroer [Satan Claus] für PlanetDS.de

WERTUNG:
90%
Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Alles super, nur der Wechsel zwischen Buttons und Touchscreen nervt manchmal. Innovationsfaktor:
+++++  (5 von 5 Sternen)
Überragende Nutzung des Touchscreens und des zweiten Bildschirms.
Grafik

Besser kann man ein GTA nicht auf den DS bringen!
Sound

Leider keine richtigen Radiostationen.
Spielspaß

Echtes GTA - Gewalt, Kriminalität und Drogen!








Details
Spielname:
Grand Theft Auto: Chinatown Wars

Publisher:
Rockstar Games

Developer:
Rockstar Leeds

Genre:
Action Adventure

Release:
20.03.2009 (erschienen)

Multiplayer:
vorhanden, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (30)

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