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City Life DS


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City Life DS - Review vom 16.09.2008

Einmal Bürgermeister sein und das Sagen in der Stadt haben – wer will das nicht? Doch mit einer solchen Position hagelt es natürlich auch ordentlich Pflichten und Verantwortung. Wer nicht gleich aufs Ganze gehen möchte und seine Nerven lieber schont, statt sie dem hektischen Wahlkampf ums heiß begehrte Bürgermeister-Amt auszusetzen, kann seiner kreativen Energie in virtuellen Städten freien Lauf lassen. Platzhirsch war in dieser Hinsicht bisher der PC: Kids wagen erste Schritte als Stadthalter in Maxis kinderfreundlichem Sim Town, während die Älteren zur traditionsreichen Sim City – Serie greifen. Rom-Fetischisten errichten wahlweise in CivCity: Rome oder Caesar IV ein kleines Imperium und Pharao-Fans bauen in Impressions gleichnamigen Spiel fröhlich am Rande des Nils. Doch was ist, wenn einem unterwegs die Lust am Städtebau überkommt? EA hat uns mit Sim City DS bereits einen möglichen Kandidaten für virtuelle Bürgermeister in spé geliefert. Doch die alteingesessene Sim City-Marke bekommt Konkurrenz: Entwickler Monte Cristo schickt mit City Life DS einen weiteren Genrevertreter ins Rennen. Wie dieser sich schlägt, erfahrt ihr im folgenden Test...

Der Aha-Effekt!
Bei manchen Titeln braucht man einfach etwas länger, um mit ihnen warm zu werden. City Life DS ist so ein potenzieller Kandidat: Zu Beginn wird man erschlagen von merkwürdigen Statistiken, ist überfordert mit dem Gejammer der Bürger und regt sich bei jeder neuen Kampagne über den dämlichen Bürgermeister auf, der euch mal wieder vertrauensvoll eine total verbaute Stadt übergibt, welche man am liebsten erstmal mit dem Bulldozer platt machen würde. Doch sobald sich der chronisch faule Stadthalter zu seinem immens wichtigen Bowling-Turnier begibt, hat die Stunde des Praktikantens – das ist eure Wenigkeit – geschlagen. Nun ist es an euch, das Kind aus dem Brunnen zu fischen. Glücklicherweise ruht die Last, die Stadt vor dem Untergang zu retten, nicht ausschließlich auf euren Schultern: Unterstützung erhält man von zwei mehr oder minder kompetenten Beratern, deren Streitigkeiten untereinander das ein oder andere Mal Anlass zu einem Grinsen geben. Die Dame - verantwortlich für Soziales - ist eine Spirituelle Schreckschraube wie aus dem Lehrbuch, während euer Wirtschaftsberater gelegentlich von cholerischen Anfällen geplagt wird, dabei jedoch stets das Wohl der Stadt (und deren Bilanz) im Sinn hat.

Bei City Life DS handelt es sich um eine leicht abgewandelte Umsetzung des großen PC-Bruders. Komplexere Features wie beispielsweise Rassen-Konflikte und schwere Volksunruhen wurden zugunsten einfacherer Zugänglichkeit auf dem DS entfernt. Allerdings bieten Klassenunterschiede und -differenzen noch genug Planungs- und Strukturierungsbedarf.

Insgesamt gibt es drei Spielmodi: In der Kampagne wird man in das grundlegende Spielprinzip sowie weitergehende Themen eingeführt und erledigt fortan immer komplexere Aufgaben. Im Herausforderungs-Modus gilt es in insgesamt 15 verschiedenen Etappen bestimmte Ziele wie etwa ein Bevölkerungsminimum oder eine niedrige Arbeitslosenquote zu erreichen. Zu guter Letzt haben wir noch das Freie Spiel – ein Sandkastenmodus, in dem man ohne jedwede Schranken und Auflagen seine Traumstadt bastelt. Dieser Modus bietet sich besonders an, um Taktiken und Aufbaustrategien für die Kampagne und den Herausforderungs-Modus zu entwickeln.

Städtebauer in spé, die es vermeiden wollen, gleich zu Beginn baden zu gehen, sollten sich zuerst mit den grundlegenden Spielmechanismen vertraut machen. Hierzu gehören insbesondere die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sowie das Informationsmenü. Von Ersteren gibt es insgesamt sechs: Tagelöhner, Hippies, Arbeiter, Trendsetter, Schlipsträger und Reiche. Während Tagelöhner geringe Ansprüche stellen, im Gegenzug aber auch nur wenig Steuern zahlen, spülen Trendsetter schon etwas mehr Geld in die Kassen, sind aber auch wesentlich anspruchsvoller im Hinblick auf ihre Bedürfnisse und verlangen unter anderem nach Schulen, Polizeistationen und Krankenhäusern.


Klassenkampf
Das Herz des Spiels bildet die Kampagne, welche im Gegensatz zum PC-Pendant deutlich zielorientierter ist: In jedem Level des Tutorials muss man mit einer neuen, teils sehr verbauten Stadt beginnen. Während man die ersten paar Kampagnenabschnitte noch einfach das vorhandene Chaos abreißen kann, um auf der grünen Wiese zu beginnen, gestaltet sich dies später schwierig, da die euch anvertrauten Städte immer größer werden. Folglich muss man sich mit der Unordnung abfinden und durch Umstrukturierung und kleinere Abrissaktionen das Beste daraus machen.
Die Missionen sind recht abwechslungsreich gestaltet: Während ihr zu Beginn lediglich ein paar Tagelöhner ansiedeln sollt, gilt es später auch Hippies und deren Gewerbe zu etablieren, Trendsetter auszubilden oder Touristen in die Stadt zu locken. Letztere wollen ihre kostbare Freizeit natürlich nicht in einer von Unruhen zerrütteten Gegend verbringen, weshalb es auch immer notwendig ist, ein Auge auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zu haben, um so Klassenkämpfe mit genügend Polizeistationen und Frieden stiftenden Gebäuden in Schach zu halten. Besser ist natürlich, wenn man von vornherein genau plant, wo man welche Bevölkerungsgruppen ansiedelt, was selbst erfahrenen Städtebauern einiges an Geschick abverlangt. Gruppen, die sich im Bevölkerungssechseck gegenüber liegen, können sich auf den Tod nicht leiden und werden fröhlichen Nachbarschaftsterror betreiben. Benachbarte Bevölkerungsgruppen kommen hingegen gut miteinander aus und leben in friedlicher Eintracht. Industriegebäude, Hotels sowie alle nicht bewohnbaren Gebäude lassen sich zusätzlich als Agressionspuffer zwischen rivalisierenden Bevölkerungsschichten platzieren. Hat man das Beherrschen der Gruppen erstmal gemeistert, läuft der Rest praktisch wie von selbst und – ganz wichtig: konfliktfrei.

Doch wie lockt man nun willige Arbeiter und konservative Schlipsträger in die eigene Stadt? Prinzipiell ganz einfach: Man muss die Lebensbedingungen für die jeweilige Bevölkerungsgruppe einfach attraktiv genug gestalten, indem man entsprechende Freizeiteinrichtungen errichtet, und die jeweiligen Bedürfnisse wie Sicherheit, Bildung oder Gesundheit abdeckt. Etwas umständlich: Um festzustellen, wie ein Gebiet bei den Gruppen abschneidet, muss man zuerst ein Wohnhaus dort bauen und anhand dessen Statistik lässt sich schließlich erkennen, wer hier gern wohnen würde und wer lieber das Weite sucht – Geldverschwendung par excellence.

Mit steigenden Bevölkerungszahlen stehen euch auch immer mehr Gebäude zur Verfügung: Baut man anfänglich nur kleine 1-Mann Hütten, darf man ab 8000 Einwohnern klobige Wolkenkratzer aus dem Boden stampfen, die bis zu vier virtuelle Männchen beherbergen. Leider resultiert dieses ständige, schrittweise Freischalten effektiverer Gebäude oft darin, dass man damit beschäftigt ist, reihenweise Häuser abzureißen, nur um sie anschließend durch die verbesserten Varianten zu ersetzen. Sinnvoller wäre es gewesen, wenn sich die Behausungen unter bestimmten Voraussetzungen weiter entwickeln und so mehr Personen fassen.

Dienstleistungsgebäude wie Krankenhäuser, Polizeistationen oder Kohlekraftwerke benötigen zwar Arbeiter, wodurch die Arbeitslosenzahlen sinken und die Zufriedenheit steigt, sind für die Stadt allerdings ein nicht unwesentlicher Kostenfaktor. Daher sollte man entsprechende Bauten so platzieren, dass ihr Wirkungsradius einen möglichst großen Teil der Stadt abdeckt. Um etwas Cash in die gebeutelten Stadtkassen zu spülen, ist es folglich notwendig, ausreichend Unternehmen zu errichten, die zum einen Jobs bieten, Profit erzielen und zum anderen ein probates Mittel sind, um bestimmte Bevölkerungsgruppen anzulocken, die sich mangels Arbeitsplätze sonst gar nicht erst in eurer Stadt niederlassen würden.

Leider funktioniert das nicht immer: Gelegentlich muss man den Bewohnern etwas auf die Sprünge helfen, wenn diese über Arbeitslosigkeit heulen, obwohl direkt neben ihnen eine Firma an Mitarbeitermangel zugrunde geht. Hierfür gibt es zwei mögliche Lösungsansätze: Der Erstere – geduldig abwarten – ist selten fruchtbar, weshalb man leicht genervt zur zweiten Methode greift: Wohnhaus abreißen und wieder neu bauen – nunja.... Hinzu kommen dann noch paradoxe Meldungen wie „Bauen sie mehr Wohnhäuser“ - angesichts obig beschriebener Situation würde das die Arbeitslosenzahlen aber keineswegs abbauen. Hilfreich ist in solchen Situationen die Funktion zum Lokalisieren von Arbeitslosen und offenen Stellen, damit man im Zweifelsfall zusätzliche Wohnhäuser neben unbesetzten Stellen oder neue Firmen neben Arbeitslosen Bürgern positionieren kann.

Die Missionen sind gelegentlich etwas unlogisch organisiert. Beispielsweise sollten wir in einer Mission mitten in der Pampa ein Kraftwerk sowie eine Müllhalde errichten. Zeit zum Bauen einer Straßenanbindung hatten wir schon gar nicht mehr (weshalb potenzielle Arbeitskräfte auch gar keinen Zugriff auf die gerade errichteten Fabriken hatten), denn unser Berater begann umgehend mit Lobesgesängen über unsere imposanten Einnahmen (Realitätscheck: Unsere Bilanz war zu dem Zeitpunkt deftig im Minus)... Glücklicherweise handelt es sich bei diesem Szenario um einen wenig ruhmreichen Einzelfall.

Steuerung:
Und wieder mal ein Paradebeispiel für Stylus-Zwang: Während das Navigieren der Stadtkarte mittels Touch-Pen noch nachvollziehbar und sogar komfortabel ist, wäre in den Menüs eine Steuerkreuz-Unterstützung angebracht gewesen. Ein Mordanschlag auf intuitive Kartennavigation ist die Funktionsbelegung des D-Pad: Statt die vier Richtungstasten zur Fortbewegung in die entsprechende Himmelsrichtung – quasi als Stylus-Alternative – zu nutzen, dreht ihr die Stadtkarte mit den horizontalen Pfeiltasten und nutzt die vertikalen Steuerkreuz-Tasten zum rein- und rauszoomen. Etwas frickelig wird es, wenn man Gebäude auswählen möchte um sich deren Statistiken zu Gemüte zu führen: Da wird trotz eindeutigem Klick auf eine Fabrik trotz größter Zoomstufe
schon mal die daneben liegende Straße selektiert. Mit dem Argument, City Life DS auch für Linkshänder spielbar machen zu wollen, wurde die D-Pad Steuerung einfach nochmal in identischer Form auf die vier Action-Buttons gemapped. Sicherlich nicht der cleverste Weg die Sache anzugehen, aber mit Sicherheit der einfachste.

Grafik
Während Anno 1701 für den DS noch mit Wuselcharme punkten konnte, ist das Einzige, was sich in City Life DS bewegt, der Polizeihubschrauber und die Ameisen-großen Autos, welche die Straßen Bevölkern. Zwar gibt es zwei verschiedene Zoom-Stufen sowie eine recht nutzlose Draufsicht, doch einen wirklichen Überblick erhält man kaum. Positiv fällt hingegen auf, dass die Behausungen der sechs Bevölkerungsgruppen sich an ihrem individuellen Stil erkennen lassen: Häuser der Tagelöhner sehen grau und abgewrackt aus, während Hippie-Gebäude in rot-braun-Tönen gehalten sind, Trendsetter-Wohnungen im knalligen Orange erstrahlen und die Residenzen der Reichen mit ihrem weiß-goldenen, neugotischen Stil das Städtebild verschönern. Leider ist selbst die höchste Zoomstufe zu weit vom Geschehen entfernt, als dass man Menschen oder nähere Gebäudedetails ausmachen könnte. Die Menüs basieren zum Großteil auf Icons – längere Texte zu Statistiken gibt es nicht. Das Design der in den Zwischensequenzen auftretenden Charaktere wie etwa euer Wirtschaftsberater Kevin oder die Esoterik-Tante Mira ist in einem recht lieblosen Cartoon-Stil gehalten, der den Eindruck erweckt, man hätte westliche und fernöstliche Zeichenstile in einen Fleischwolf geworfen, nur um am Ende einen merkwürdigen Zwitter-Stil zu produzieren, der weder den Charme japanischer Mangas, noch die Reife westlicher Comics besitzt.

Sound:
Vom Hauptmenü aus ballert einem ein generischer Techno-Retro-Sound entgegen. Die Entwickler meinten wahrscheinlich, dass dieses ohrenbetäubende Gedudel genug wäre, um die empfindlichen Zocker-Ohren noch Stunden später klingeln zu lassen – anders lässt sich die fehlende musikalische Untermalung im Spiel selbst wohl nicht erklären. Statt orchestralem Soundtrack gibt es lediglich ein paar Soundeffekte: Empört aufjaulende Bürger, die mal wieder einen Aufstand planen, undefiniertes Hintergrundrauschen und der gelegentliche Klang einer Autohupe – das war’s. Wer das an der Hirnsubstanz zehrende Techno-Gebrabbel bei soviel Stille dann doch vermisst, braucht sich nur ins Informationsmenü seiner Stadt flüchten. Da man sich bei dem Gedudel dann aber kaum mehr auf die Statistiken konzentrieren kann, wird der Finger meist unweigerlich zur Lautstärke-Taste des DS wandern ... Um es kurz zu fassen: Der Sound ist unterstes Mittelmaß und die Anzahl verschiedener Tracks lassen sich locker an einer Hand abzählen.

Fazit:
Im Stadtbau-Simulations-Bereich gab es bereits ein paar Anläufe: „Sim City DS“, „Anno 1701“ und nun „City Life DS“.Letzteres lässt sich am ehesten mit „Sim City DS“ vergleichen – mit dem Unterschied, dass es ein bisschen weniger tiefgehend ist (angesichts der jüngeren Zielgruppe ja durchaus sinnvoll) und keine (sinnlosen) Minispiele mitbringt. Die komplexe Planung von Versorgungsnetzen entfällt – stattdessen hat jedes Gebäude einen Wirkungsradius. Dank einfach und übersichtlich gestalteten Informationsmenüs, hat man jederzeit einen guten Überblick über Arbeitslosigkeit, soziale Brennpunkte und andere Krisenherde, sodass man auch problemlos mal für eine Viertelstunde zocken kann, ohne sich langwierig in die aktuelle Stadtlage hineinfrickeln zu müssen. Mangels größerer Zoomstufen reißt man durch einen unbeholfenen Klick schon mal das falsche Gebäude ein oder braucht ein paar Anläufe um die Straße an die richtige Stelle zu pflastern. Hat man den Dreh mit den Bevölkerungsgruppen und deren Bedürfnissen erstmal raus, klappt der Stadtbau bald wie am Schnürchen und der Bürgermeister darf sich über pralle Kassen freuen. Die beiden mit Aufgaben gespickten Modi bieten einige Stunden an Spielspaß, das Freie Spiel jedoch verliert schnell an Reiz und dient eher dem Ausprobieren neuer Strategien. Wer „Sim City DS“ zu komplex fand und nach einer leichtgängigen Städtebau-Simulation sucht, ist mit „City Life DS“ gut beraten. Sucht man allerdings nach komplexen Missionen samt Erkundungstouren und Seeschlachten sowie Multiplayer-Partien, sollte man eher zum optisch und spielerisch überlegenen Anno 1701 für den DS greifen.

Plant den Bürgermeister beim nächsten Muschelangeln im See zu ertränken: Franzisca Mannan [AbdSabour] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Flashpoint für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
68%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Der Stylus-Einsatz hat so seine Tücken, in den Menüs wäre eine Navigation mittels Steuerkreuz wünschenswert gewesen. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Touchpen-Zwang ist nicht gerade innovativ – andere DS Features bleiben ungenutzt.
Grafik

Teils krümelig mit merkwürdigen Proportionen und gewöhnungsbedürftigem Charakterdesign.
Sound

Olle Techno-Mucke und zwar nur in den Menüs!
Spielspaß

Nach kurzer Eingewöhnungsphase findet man sich gut zurecht und fuchst sich motiviert durch die Missionen.








Details
Spielname:
City Life DS

Publisher:
Flashpoint AG

Developer:
Monte Cristo

Genre:
Sonstiges

Release:
19.09.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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