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Henry Hatsworth in the Puzzling Adventure


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Henry Hatsworth in the Puzzling Adventure - Review vom 29.09.2009

Genres sind merkwürdige Gestalten - eigentlich weiß man immer, zu welchem Gattung ein Spiel gehört. Sei es der Egoshooter, in dem man sich wild ballernd durch die Kanalisation kämpft, das Strategiespiel, in dem man seine Truppen souverän kommandiert oder das Puzzlespiel, in dem man Klötzchen verschiebt. Schaut man aber genauer hin, wird die Unterscheidung immer schwieriger. Plötzlich finden sich Jump'n'Run-Passagen im Egoshooter. Die Einheiten im Strategiespiel gewinnen Erfahrungslevel. Der Held muss auch in einem Action-Adventure Puzzles lösen - je näher man hinschaut, desto stärker verwischen die Grenzen zwischen den Genres. Der neuste Trend besteht darin, Genres zu kombinieren, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und die auch eigentlich nicht zusammenpassen. Puzzle Quest hat mit seiner cleveren und süchtig machenden Kombination aus klassischem Rollenspiel und Puzzleelementen die Richtung vorgegeben und genau das versucht Electronic Arts jetzt ebenfalls: Henry Hatsworth in the puzzling Adventure kombiniert ein Jump'n'Run mit einem - richtig geraten - klassischen Puzzlespiel.

Wie funktioniert das Ganze? Der Nintendo DS hat bekannterweise ja zwei Bildschirme und so darf sich der titelgebende britische Aristokrat auf dem oberen Bildschirm durch ein typisches Jump'n'Run hüpfen. Dieser befindet sich als führender Abenteurer des Pompous Adventurers' Club zu Beginn des Spieles im tiefen Dschungel auf der Suche nach einem legendären goldenen Hut. Dummerweise kommt ihm sein Rivale Weasleby dabei in die Quere, der leider nur der zweitbeste Abenteurer des Clubs ist und diesen Status natürlich ändern will.

Der Jump'n'Run-Teil des Spieles ist herzlich konservativ und besticht durch keine großen Neuerungen: Der gute Henry besitzt einen Säbel sowie ein Gewehr und nutzt diese dazu, sich diverser Gegner zu erwehren während er sich durch diverse Level schlägt.

Aber da war ja noch was - genau - Henry Hatsworth kombiniert das Gehüpfe mit einem reinrassigen Puzzlespiel, das auf dem unteren Bildschirm stattfindet. Besiegte Gegner sind nicht besiegt, sondern werden als Puzzlesteine auf dem unteren Bildschirm wiedergeboren. Schafft man es, die Gegner rechtzeitig wegzupuzzlen, bevor sie den oberen Bildschirmrand erreicht haben, ist alles gut. Ansonsten erstehen sie wieder auf und nerven uns während unserer Jump'n'Run-Abenteuer. Das grundliegende Puzzleprinzip kennen wir bereits aus Puzzle League DS - es geht darum, verschiedenfarbige Klötzchen nach rechts oder links so zu verschieben, so dass sich drei gleichfarbige berühren. Gelingt dies, verschwinden sie. Dadurch entstehen Lücken, die das Puzzlen erleichtern.

Der Spieler muss also immer zwischen diesen beiden getrennten Spielelementen wechseln. Konzentriert er sich zu stark auf den Jump'n'Run-Teil, wird er immer wieder von den gegnerischen Monstern heimgesucht und ein Zeitlimit verhindert zu langes Verweilen im Puzzlemodus.
Die wirkliche Frage ist, ob die Kombination funktioniert. Die Frage kann man nur mit einem klaren Jein beantworten. Einerseits funktioniert der Wechsel zwischen den beiden Elementen ohne Probleme und bietet etwas Abwechslung vom reinen Gehüpfe. Andererseits sind beide Spielelemente streng voneinander getrennt und so reißt einen der Wechsel immer aus der aktuellen Spielsituation. Man muss immer wieder in den Puzzlemodus wechseln, damit die Gegner nicht wieder auferstehen. Und die Zeitbegrenzung im Puzzlemodus verstärkt die ständige Hektik des Wechsels. Das große Problem hierbei ist die fehlende Zusammengehörigkeit der beiden Modi - nur der Monsteraustausch verbindet Puzzle mit Jump'n'Run und das ist doch etwas wenig.

Ein weiteres Problem offenbart sich in der Qualität der zwei Elemente. Der Jump'n'Run-Teil ist trotz des coolen Szenarios und netter Gags wie der "Tea Time" nicht gerade abwechslungsreich und gut gestaltet. Gerade das elementar wichtige Leveldesign kann nicht überzeugen. Hier wechseln sich leider die immer gleichen, einfallslosen 08/15-Szenarien mit langweiligen Gegnertypen ab. Eine weitere unangenehme Eigenschaft des Spieles ist es, den Spieler regelmäßig mit einer Monsterflut zu nerven. Die Monster erscheinen dann in Horden auf beiden Seiten des Bildschirmes und müssen natürlich besiegt und danach weggepuzzlet werden. Wirklich gutes Leveldesign sieht anders aus. Auch der Puzzlemodus kann nicht durch besondere Feinfühligkeit bestechen: Durch die Zeitbeschränkung besteht die beste Strategie schlicht und einfach darin, ein tiefes Loch zu bauen und gleichfarbige Steine hineinzuschaufeln.


Grafik:
Henry Hatsworths Grafik ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist das Szenario sehr cool umgesetzt, die Charakterzeichnungen wissen zu gefallen und sind in feinstem 2D gezeichnet. Auch das leicht schräge, abgehobene Design des Spiels ist super. (Wann sind Monokel eigentlich aus der Mode gekommen? Es wird Zeit für ein Revival!)
Andererseits zeigt sich eine enorme Einfallslosigkeit beim Leveldesign. Die dort verwendeten Grafiken wirken häufig wie aus dem Baukasten und nutzen nicht die volle Leistung des Nintendo DS aus.

Steuerung:
Am besten steuert sich Henry Hatsworth über die Buttons, dann gibt es nämlich nichts zu meckern. Steuerungsprobleme sucht man hier vergebens. Die Buttonsteuerung ist übrigens auch für den Puzzleteil empfehlenswert, denn ansonsten reißt einen der häufige Wechsel zwischen Stylus und Buttons aus dem Spielfluss.

Sound:
Der Soundtrack schwankt stilistisch zwar recht stark, kann aber durchaus überzeugen. Je nach Level untermalen Dschungelklänge, pompöse Abenteurermusik im Stile des Indiana Jones-Soundtracks oder andere Klänge die Action. Und gerade die Musikuntermalung bei den Bosskämpfen ist stellenweise einfach nur grandios.
Leider gilt dies nicht für die Soundeffekte, die einfach nur aus den üblichen Standardklängen aus irgendeiner Sounddatenbank bestehen. Hier wäre sicherlich etwas mehr möglich gewesen.

Features:
Henry Hatsworth bietet außer dem Storymodus keine weiteren Modi, dafür spricht es den Sammler- und Sucherinstinkt an. Es gibt eine Menge zu entdecken und die von den Gegnern hinterlassenen Schätze lassen sich in einem Laden gegen nette Upgrades für unseren aristokratischen Abenteurer eintauschen.

Fazit:
Henry Hatsworth in the puzzling Adventure besitzt das wohl coolste Setting der letzten Zeit. Der britische abenteuernde Aristokrat begeistert mit seiner schrägen Art, seinem Humor und dem sehr, sehr coolen Design. Leider kann das eigentliche Spiel etwas weniger überzeugen als die Aufmachung: Hier gibt es Schwächen im Leveldesign und vor allem im Zusammenspiel zwischen dem Jump'n'Run- und dem Puzzlemodus. Trotzdem darf jeder, der ein herausforderndes Jump'n'Run für den Nintendo DS sucht, einen Blick auf Henry Hatsworth werfen.

Nicht ganz so cool wie abenteuernde Aristokraten, dafür aber Redakteur bei PlanetDS: Michael Schmalenstroer

WERTUNG:
79%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Der Stylus hat hier Urlaub Innovationsfaktor:
-----  (0 von 5 Sternen)
Interessante, aber konservative Genrekombination
Grafik

Lieblose Grafik, aber cooles Szenario
Sound

Musik top, Effekte mau
Spielspaß

Nette Kombination








Details
Spielname:
Henry Hatsworth in the Puzzling Adventure

Publisher:
Electronic Arts

Developer:
Tiburon

Genre:
Jump 'n Run

Release:
noch nicht bekannt

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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