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Phantasy Star Zero


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Phantasy Star Zero - Review vom 24.02.2010

Schimmernde Lichtschwerter, spitze Elfenohren, Roboter mit Emotionen, ein einzigartiger Anime-Stil und jede Menge Team-Echtzeitkämpfe: So gestaltet sich seit jeher das Phantasy Star-Universum. Jene anmaßende Mischung aus Science Fiction und mystischer Fabelwelt sorgt dafür, dass sich Fans beider Lager mit der Serie anfreunden können - egal ob typischer Trekkie oder getreuer Tolkien-Sympathisant. Und wie sagte Albert Einstein einst so schön: „Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.“

Mit mehr als 20 Lenzen auf dem Buckel, hat Sega sich entschlossen, den Staub von der Mottenkiste zu wischen und den Zauber von Fantasie und Rollenspiel wieder im Handheldsektor aufblühen zu lassen. Den Anfang machte „Phantasy Star Portable“ für Sonys Breitbild-Handheld. Nun folgte mit „Phantasy Star Zero“ für den Nintendo DS der nächste Ableger. Wir lassen es uns nicht nehmen, rechtzeitig einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und haben die Saga auf Herz und Nieren geprüft.

Die Phantasie aber ist das eigentlich Individuelle und Besondere eines jeden.
Phantasy Star mag zwar nicht für jeden Alltagszocker ein Begriff sein, doch die Serie ist ein wahrlich alter Hase unter den Rollenspielen. 1987 erblickte der erste Teil der Saga das Licht der Welt und durfte sich seine ersten Fans auf dem japanischen Sega Master System angeln. Ein Jahr später zog die Auflevel-Suchtwelle weiter und erreichte die USA. Bis heute zeigt sich Phantasy Star als das Vorzeige-Rollenspiel aus dem Hause Sega und erschien auf nahezu jeder Konsole. Wirkliche Maßstäbe wurden im Jahre 2000 gesetzt, als man mit „Phantasy Star Online“ das erste Mal auch global mit Begleitern aller Herren Länder spielen konnte. Das Online-Spiel wurde ursprünglich auf der Dreamcast veröffentlicht. Aber nach dem stillen Tod der Konsole erschien es auch für die Xbox, Nintendo GameCube und PC.

Der ein oder andere Nintendo-Anhänger wird eventuell noch heute fluchen, warum er sich nur für dieses Spiel den Netzwerkadapter für Nintendos Spielewürfel gekauft hat. Denn die Bandbreite an Onlinespielen war zu dieser Zeit noch sehr schmal im Konsolensektor. Mit „Phantasy Star Universe“ setzte man sechs Jahre später eins drauf. Breit angelegte Online-Rollenspiele rund um die SEED-Kriege erfreuten sich enormer Beliebtheit.

Chronologisch setzt „Phantasy Star Zero“ 200 Jahre nach dem Fall einer alternativen Erde ein. Nach einem Krieg namens „The Great Blank“ wurde eine einst glorreiche Rasse nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Die überlebenden Menschen streben nun danach, friedvoll zu leben und die Städte wieder aufzubauen. Viele streifen als „Hunter“ durch die Lande und jagen riesige Monster, um für Nahrung und Geld zu sorgen. Alles ist friedlich, bis sie eines Tages bemerken, dass mehr hinter dem großen Krieg steckte und eine noch größere Bedrohung auf die Menschheit lauert...

Hier ist irgendwas Lebendiges drin! - Ja, deine Fantasie!
Was die Handlungsebene betrifft, erfindet man das Rad nicht neu und auch sonst sollte man nicht zu viel erwarten. Nicht umsonst haben die Story-Autoren mit ihren geistigen Ergüssen dieser Serie noch nie einen Preis gewonnen. Die Geschichte bleibt eine Randerscheinung, die sich hinter zahlreichen Sammelobjekten und unzählbaren Echtzeitkämpfen versteckt. Denn das Filetstück des Spiels ist das stetige Streben nach immer besseren Gegenständen. Außerdem will man seinen Charakter nach und nach von einem verweichlichten Amateur zu einem universellen Kämpfertalent entwickeln. Bevor es jedoch soweit ist, gilt es einen langen und beschwerlichen Weg zu bestreiten, der damit beginnt, dass man seinen Protagonisten erstmal auswählt und nach eigenem Belieben personalisiert.

Insgesamt stehen drei verschiedene Spielertypen zur Auswahl. Die Humans, auch besser bekannt als der 08/15-Mensch, mit recht ausgeglichenen Werten und Attributen. Die Newmans, eine elfenartige Spezies mit schnelleren Reflexen als die Menschen. Sie haben aber auch eine schlechtere physische Kondition - das macht sie zu idealen Schützen. Und last but not least, die Casts, die künstliche Lebensformen voller Kraft und logischer Raffinesse sind.

Hier beginnt die erste große Wahl. Danach geht es direkt weiter mit der Klassenwahl, denn die Startklassen eines Guardians sind Hunter, Ranger und Force. Je nachdem für welche Art man sich entscheidet, werden andere Waffen genutzt oder Zauberkräfte in den Vordergrund gestellt. Ein Ranger beispielsweise ist ein Meister am Gewehr, der zahlreiche Kombinationen aus Laser-Schusswaffen verwenden können wird. Der Hunter ist stärker im Nahkampf und am Bogen, und der Force-Begabte schließlich wird mit mächtigen Zauber-Techniken umzugehen wissen. Klassen können im Laufe des Spiels noch gewechselt werden, Rassen hingegen bleiben permanent bestehen. Erst mit dem Neuanfang des Spiels kann auch hier ein Wechsel stattfinden. Löblicherweise gibt es mehrere Speicherstände zur Auswahl.

Dürfte ich wohl darum bitten, sich aller Schusswaffen zu entledigen!
Fakt ist, dass gerade die Waffenvielfalt und auch Upgrade-Kombinationen von „Phantasy Star Zero“ das Non-Plus-Ultra sind. Als Spieler wird man sich öfter vor dem Schirm gefesselt finden, um nur noch eine kleine Runde zu spielen, da am anderen Ende des Levels die nächste S-Rang-Waffe wartet. Bis man seinen Charakter voll aufgepowert hat, können gut und gerne zahlreiche Stunden ins Land gehen.

Und wenn man mal nicht seine Waffen und Rüstungen verbessert, kann man auch seinen MAG, einen roboterartigen Begleiter aufwerten, damit Zauber gesprochen werden können und dieser sich selbstständig wehrt - das Zwiespältige an der Sache ist, dass er sich von Heilgegenständen ernährt... Darum sollte man stets wachsam sein, was man ihn in den Futtertrog steckt. Die magische 20 Stunden-Grenze ist bei diesem Titel übrigens keine Hürde. Das Spielkonzept basiert rein auf dem Multiplayermodus. Sprich, wer keine Freunde im Schlepptau hat, wird sehr schnell müde werden, denn das Spielprinzip ist sehr monoton mit drei KI-Kumpels als Möchtegern-Mithelfer. 99% aller Missionen verlaufen nach dem gleichen Schema F: Finde den Ausgang, löse diverse Schalterrätsel und besiege den großen fliegenden Drachen-Endboss zum Schluss.

„Phantasy Star Zero“ kommt jedoch mit einem Online-Multiplayermodus daher, damit man auch ohne Freunde in den Genuss des Massenspiels kommen kann. Schade nur, dass der Nintendo DS schon immer eine Art Einöde im Onlinesektor war - wer nicht gerade Mario Kart DS spielt, wird immer wieder vor das Problem gestellt, dass nur wenige Personen außerhalb der Spitzenzeiten sich in Online-Lobbies tummeln...

Steuerung:
Alles in allem steuert sich „Phantasy Star Zero“ sehr schwammig. Die Kamera lässt sich zwar frei justieren, aber eigentlich nie so wie man es will. Dafür ist die Schnellauswahl der Waffen eine echte Erleichterung im Kampf - denn während der Kampfphase einfach mal ins Menü schauen, könnte verehrend sein. Man merkt, dass alle Aspekte des Spiels auf den Multiplayer zielen, denn wenn das Geschehen während des Menü-Herumfuchtelns weiterläuft, können die Partner in Ruhe die Gegner ausschalten ohne pausieren zu müssen.

Einzig und allein die Endgegner können richtig nervig sein, denn jeder zweite Obermotz ist ein fliegender Drache oder etwas ähnliches, der nur darauf wartet sich in die Lüfte zu schwingen und von schwindelerregender Höhe aus anzugreifen. Ohne Fernkampfwaffen ist das vergebene Liebesmüh' und auch die KI-Mitstreiter zeigen in dieser Situation oftmals, dass sie wahre No-Brainer sind... In dieser Situation schwenkt die Kamera um, man sieht nur noch die Füße des Protagonisten und wenn Häuptling böser Drache sich doch noch entscheidet, auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren, ist das Schwert oftmals nicht schnell genug zur Stelle. Dazu eine mäßige Kameraführung = nervtötend...!

Grafik:
Optisch braucht sich „Phantasy Star Zero“ zwar nicht verstecken, hat aber trotzdem seine Tücken. Die 3D-Landschaften sind für DS-Verhältnisse gut gestaltet, es kommt aber ab und an zu Slow-Downs. Die Story wird in hübsch gemachten Anime-Zwischensequenzen erzählt und manchmal wartet eine kleine Standbildsequenz darauf, abgespielt zu werden. Was man der Nintendo DS-Fassung positiv gegenüberstellen sollte, ist dass man die frei begehbaren Städte des Spiels nicht wie in der PSP-Fassung wegrationalisiert und durch Menüoberflächen ersetzt hat. Das Herumwandern in funkelnder Sci-Fi-Umgebung macht einfach einen Teil des Spiels aus und sorgt auch in einer reduzierten Umgebung für Flair.

Sound:
Fetzige Beats und immer wieder monotone Kampfgeräusche, so kennt man das Phantasy Star-Universum. Entweder man kann sich mit der eigenwilligen „Musik“ anfreunden oder man sucht schnell den Lautstärkeregler. Großartig etwas dazwischen gibt es nicht.

Features und Besonderheiten:
Waffen in allen Farben und Formen: Scharfschützengewehre, Lichtschwerter, Kampfstäbe, Zauberstäbe, Projektilwaffen, Schrotflinten, Kampfbots und und und. Es gibt eigentlich nichts was es nicht gibt und zudem gibt es immer einen größeren Fisch ahh... größere Wumme natürlich! Bis man hier alles gesammelt hat, können Tage vergehen.

Multiplayer:
Der wirkliche Kritikpunkt am Spiel ist jedoch die mangelnde KI der Computer-Mitstreiter. Ausweichen? Gegenangriffe? Mitdenken? Fehlanzeige! Ohne echte Freunde als Helfer wird man schnell verzweifeln und auch im Online-Modus muss man meist länger suchen als einem lieb ist - außer ihr könnt auf ein paar Freundescodes zurückgreifen. Online gegen bzw. mit DS-Kumpanen spielen ist dagegen eine wahre Freude und der eigentliche Hauptaspekt von Segas DS-Titel. Hier kann man sogar à la Picto-Chat auch schnell Nachrichten einhämmern, um die Schlachten gegen finstere Endgegner besser zu koordinieren. Dennoch -das sollte jedem klar sein- ist Visual Chat kein Ersatz für Voice Chat. Für den lokalen Mehrspielerspaß braucht übrigens erwartungsgemäß jeder Teilnehmer ein Modul.

Fazit:
„Phatasy Star Zero“ ist eindeutig die bessere Fassung, wenn es um das klassische Phantasy Star-Gameplay auf einem Handheld geht. Im Vergleich zur früheren PSP-Version gibt es eine begehbare Stadt, einen Onlinemodus und eigentlich alle Inhalte, die man sich wünscht. Zwar werdet ihr optisch nicht die gleiche Raffinesse erhaschen, dafür aber ein besseres Gameplay aufgetischt bekommen - mit etwas wankender Kameraführung, muss man hinzufügen. Wenn man jedenfalls seine Freunde dazu überreden kann mitzukämpfen, lässt es sich mehrere Wochen lang auf Monsterjagd gehen. Man stört sich dann auch nicht mehr daran, dass stets ein großer Drache am anderen Ende des Tunnels wartet. Das Konzept leidet nur unter dem typischen Problem: Solospieler werden schon bald resignierend feststellen, dass man immer und immer wieder das gleiche monotone Spielverhalten durchläuft. Außer der Sammeltrieb hat einen gepackt - dann lässt einen „Phantasy Star Zero“ kaum mehr los, selbst wenn ihr nicht unbedingt im Grüppchen Abenteuer bestreitet.

Hat nun erstmal genug von fliegenden Drachen: Kevin Jensen [Iceman] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
80%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Hier gibt es Verbesserungsbedarf, vor allem bei der irritierenden Kameraführung. Punkteabzug! Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Online mit Freunden ist's eine echte Freude.
Grafik

Angenehme 3D-Optik mit gelegentlichen Tücken.
Sound

Eigenwillige Melodien und ständige Kampfgeräusche, wie man die Serie kennt.
Spielspaß

Online-Monsterschlacht mit großen Sammelfieber, die alleine recht schnell ausdünnt.








Details
Spielname:
Phantasy Star Zero

Publisher:
Sega

Developer:
Sonic Team

Genre:
Rollenspiel

Release:
19.02.2010 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (41)

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