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Blue Dragon Plus


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Blue Dragon Plus - Review vom 20.06.2009

Blue Dragon Plus ist der Nachfolger des X-Box-360-Games Blue Dragon, das, von Final Fantasy-Macher Hironobu Sakaguchi erdacht, mit Figurendesigns von Super-Sayajin Akira Toriyama ausgestattet und Musik vom unerreichten Nobuo Uematsu unterlegt, recht ordentliche Rezensionen errang. Anders als der Vorgänger, ein recht konventionelles RPG, geht das von Brownie Brown entwickelte Blue Dragon Plus auf den ersten Blick allerdings eher in Richtung Echtzeit-Strategiespiel in der Art von Heroes of Mana und Revenant Wings. Hat der Prestige-Titel den Sprung auf den Doppelbildschirmer verkraftet?

“Nene lebt!“ – „Wer?“
Wer den Vorgänger nicht gespielt hat, wird sich in Blue Dragon Plus erst einmal etwas orientierungslos vorkommen. Die Story von Blue Dragon wird nämlich nur in klitzekleinen Häppchen nebenbei erwähnt, sodass der Spieler gezwungen ist, einen Großteil der bisherigen Geschichte, das Verhältnis der Figuren zueinander und überhaupt das Wesen der Fantasywelt irgendwie aus den Zusammenhängen zu erschließen. Sobald eine Figur aufkreuzt, die bereits im letzten Teil eine Rolle gespielt hat, wird durch eine kleine Texttafel in wenigen Sätzen beschrieben, wer das ist und welche Fähigkeiten diese Person im Kampf hat, und damit war es das auch. Hier hätte etwas mehr Hintergrundinfo gutgetan, da man ja nun wirklich nicht von jedem DS-Besitzer erwarten kann, dass er eine Xbox 360 besitzt und Blue Dragon durchgezockt hat.

Ganz grob gesagt, geht es um den jungen Shu und seine Freunde, die wohl im Vorgänger einen Typen namens Nene besiegt haben, jetzt im Dienste irgendeines Königs stehen und in seinem Auftrag diverse Forschungsreisen anstellen. Bei der Erkundung eines sonderbaren Würfels im All entdecken die Freunde aber, dass Nene alles andere als tot ist und natürlich nur Bosheiten im Sinne hat. Dies muss verhindert werden, also ziehen Shu und Co. mitsamt dem König los, um die Welt zu retten.

Werd nicht frech, sonst hol ich meinen Schatten raus!
Was bald auffällt, ist die beeindruckende Anzahl an sauber komprimierten FMV-Sequenzen, die alle Naselang abgespielt werden und dem Spiel somit ordentlich Atmosphäre verleihen. Die Umgebungen, in denen sich die Charaktere bei den Kämpfen bewegen, sind - wie im indirekten Vorgänger Heroes of Mana - 3-D-Arenen, die mit Hilfe der R- und L-Tasten rotiert werden können. Was dankbarerweise wegfällt, ist das unselige Ressourcenmanagement, das in Heroes of Mana schon furchtbar aufgesetzt wirkte. Man muss also keine Pogopuschel mehr Äpfel pflücken und Pilze im Bergwerk arbeiten lassen (oder so), sondern kann sich auf die regulären Truppen (die während des Spiels noch in kleinere Teams aufgesplittet werden) konzentrieren. Zuweilen gibt es im Level kleine Zusatzaufgaben oder Möglichkeiten, den Kampf leichter zu gestalten. Da müssen Schalter umgelegt, der Inhalt von Kisten sichergestellt und einiges mehr werden. Ohne die Ressourcerei und mit der Konzentration auf die Hauptcharaktere ist Blue Dragon Plus eher ein Echtzeit-Taktik-RPG als ein Echtzeit-Strategiespiel, das Heroes of Mana gern sein wollte.

Ein hübscher Kniff sind die Schatten-Monster, über die unsere Helden (und einige der Gegner) verfügen und die, sobald sie aktiviert sind, hinter ihnen emporwachsen, um verschiedene Zaubersprüche oder andere göttliche Fähigkeiten auszuführen. Sollte der Gegenspieler in diesem Moment ebenfalls sein Schattenmonster aktivieren, kommt es zu einer Art Wettstreit, wer sein Monster am schnellsten hochkriegt. Hier muss man möglichst schnell über den Screen reiben, damit sich der eigene Schatten schneller aufrichtet als der andere - hört sich das nur für mich irgendwie schweinisch an? - um, nach gewonnenem Kampf, Extra-Schaden zu verursachen.

Während man sich im verdächtigen Würfel bewegt, spazieren böse Bomber-Roboter durch die Gegend. Sobald eines deiner Teams auf sie trifft, kommt es unweigerlich zu einem Kampf. Gerade diese Robo-Fights können das Spiel jedoch ziemlich in die Länge ziehen und sind, ähnlich wie die herumwandernden Rivalengangs in Final Fantasy Tactics Advance, nach einer Weile nur noch lästig. Trotzdem muss jeder Einzelne von ihnen abgefangen werden - denn wehe, man verfehlt einen, sodass er durch das labyrinthartige Innere des Würfels bis in die obere Ebene vordringt. Dann gibt es nämlich flugs ein Game Over. Noch ärgerlicher, wenn das genau dann passiert, nachdem der obligatorische Speichervorgang nach dem Kampf ausgeführt wurde - wie es bei meinem Spiel geschehen ist. Dadurch kann der Spielstand zwar noch geladen werden, aber ohne dass man etwas dagegen unternehmen kann, klettert sofort der böse Roboter nach oben - Game Over. Damit sind bei mir 15 Stunden Gameplay unwiederbringlich futsch. Solche Situationen darf es natürlich nicht geben - bei keinem Spiel. Durch eine In-Game-Unachtsamkeit einen kompletten Spielstand unwiderruflich zu verlieren, ist nicht nur das Frustrierendste, was bei einem Rollenspiel passieren kann, nein, es ist auch ein Zeichen undurchdachter Entwicklung und/oder nachlässigen Debuggings - dafür muss Blue Dragon Plus leider einen saftigen Punktabzug hinnehmen.

Steuerung:
Die Echtzeit-Steuerung von Heroes of Mana wurde ebenfalls beibehalten. Man kann die Charaktere einzeln aktivieren und ihnen auf dem Spielfeld Aufgaben zuweisen, oder mit Hilfe eines praktischen Lasso-Tools um mehrere von ihnen eine Linie ziehen, woraufhin diese auf einmal ausgewählt sind. Leider lassen sich die Figuren nur anwählen, indem man sie sucht und die Sprites im Spielgeschehen aktiviert – die Option, einzelne der Mitstreiter zum Beispiel über eine Sidebar direkt anzuwählen, hätte das Gewusel in den Echtzeit-Kloppereien etwas entkrampft. Die künstliche Intelligenz ist im Vergleich zu Heroes… ein wenig aufgebrezelt worden; so laufen deine Kumpane etwas seltener ziellos im Kreis oder hängen hinter Hindernissen fest – auch wenn sie noch weit von tatsächlicher „Intelligenz“ entfernt sind und ihre Route oft genug nachkorrigiert werden muss, weil sie doch allzu umständlich durch allzu gefährliches Terrain scharwenzeln. Besonders, wenn deine Party richtig groß geworden ist, passiert es öfter als es einem lieb ist, dass man auf Versprengte aus den eigenen Reihen stößt, die in irgendeiner Ecke rumstehen, weil sie sich auf dem Weg verfranst haben, während die Genossen, die den Weg tatsächlich gefunden haben, nun in Unterzahl kämpfen müssen...

Grafik:
Hier hat sich im Vergleich zu Heroes of Mana eher wenig geändert. Die neuen Schattenmonster sind hübsch animiert, die später hinzukommenden Mecha-Robots machen ordentlich was her und die zahlreichen Videosequenzen sind direkt mitreißend. Die Sprite- und 3D-Umgebung macht hingegen eher einen zweckmäßigen, dabei aber nicht uncharmanten Eindruck.

Sound:
Die Musik - komponiert von Altmeister Uematsu, geheiligt werde sein Name – macht eine erwartungsgemäß gute Figur. Einige der Midi-Stücke mögen zwar technisch etwas altmodisch daherkommen, sind aber rein musikalisch hervorragend und passen zur Stimmung. Die Soundeffekte sind eher unauffällig, gehen aber qualitativ ebenfalls in Ordnung.

Features:
Etliche Ausrüstungsgegenstände, 16 Mecha-Robots, 20-30 Stunden Gameplay – so soll’s sein. Außerdem ist Blue Dragon Plus, anders als Heroes of Mana, komplett eingedeutscht. Die Übersetzung der Bildschirmtexte können wir ebenfalls durchgehen lassen.

Fazit:
Blue Dragon Plus ist sicherlich kein Spiel für die ewige Hall of Fame des DS. Dafür ist die Steuerung in der Hitze des Gefechts zu haklig und die AI der Mitstreiter doch noch zu dämlich. Dennoch bietet das Spiel eine sehr ordentliche Echtzeit-Rollenspiel-Atmosphäre mit netten Charakteren, interessanter Story, hübscher Präsentation, sehr annehmbarem Umfang und, vor allem in den späteren Levels, knackigem Schwierigkeitsgrad - sogar so knackig, dass eine Unachtsamkeit leicht einen kompletten Spielstand kosten kann. Für Fans von Heroes of Mana und Revenant Wings ist Blue Dragon Plus aber durchaus einen Blick wert.

Möchte sich auch einen Schattendrachen wachsen lassen: Christian Luscher für PlanetDS.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
76%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Solide Echtzeitsteuerung, zuweilen hakelig. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Die Masse an Videos in einer DS-Karte verdient Lob.
Grafik

Sauber animiert, mit schönen Videosequenzen.
Sound

Nette Uematsu-Mucke, technisch etwas veraltet.
Spielspaß

Motivierendes RPG-Abenteuer mit etwas dümmlicher AI.








Details
Spielname:
Blue Dragon Plus

Publisher:
Koch Media

Developer:
Mistwalker / Feel Plus

Genre:
Rollenspiel

Release:
25.03.2009 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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