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Sonic Chronicles: Die dunkle Bruderschaft


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Sonic Chronicles: Die dunkle Bruderschaft - Review vom 25.09.2008

Erinnern wir uns zurück an die Zeit, als Nintendo und Sega noch die unangefochtenen Könige der Kinderzimmer waren. Über die Frage, ob nun Mario oder Sonic besser sei, sind damals ganze Freundschaften zerbrochen. Nintendos Klempner gegen Segas schnellen Igel, das war eine Glaubensfrage. Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt, Sega produziert keine Konsolen mehr und Mario tritt hauptsächlich in diversen Sportspielen auf - jüngst sogar zusammen mit Sonic. Dieser ist mittlerweile etwas heruntergekommen - zu viele schlechte Spiele und vor allem der Wechsel in die dritte Dimension haben ihm nicht gut bekommen. Sonic Chronicles: Die dunkle Bruderschaft ist daher ein kleiner Neuanfang: Es ist nämlich kein Jump'n'Run, sondern ein ausgewachsenes Rollenspiel. Für die Umsetzung hat Sega Bioware angeheuert, die immerhin für Baldur's Gate, Neverwinter Nights, Knights of the old Republic und Mass Effect verantwortlich sind. Sonic Chronicles ist gleichzeitig das erste Nintendo DS-Spiel der Softwareschmiede. Kann bei so viel Erfahrung etwas schief gehen? Unser Test wird es zeigen!

Sonic Chronicles muss sich natürlich automatisch mit dem Rollenspiel des Erzrivalen Mario messen lassen: Die Idee, aus dem Jump'n'Run ein Rollenspiel zu machen, hatte Nintendo nämlich schon etwas früher und mit Super Mario RPG und den beiden Mario & Luigi-Teilen sehr gute Spiele geschaffen. Kern des Spielwitzes war dort der Humor, denn die Spiele nahmen sich nicht wirklich ernst, alberten herum und spielten geschickt mit den Charakteren.
Chronicles will hingegen ein richtiges und "reifes" Rollenspiel sein. Diese Entscheidung tut dem Spiel nicht sehr gut, denn wenn wir ehrlich sind, ist die Hintergrundgeschichte von Sonic nicht unbedingt literaturnobelpreisverdächtig. Diesmal sind die Chaos Emeralds verschwunden, Knuckles wurde entführt und Sonic muss versuchen, den ganzen Schlammassel zu lösen. Die grundlegende Geschichte ist also eher kindgerecht und simpel gestrickt. Trotzdem nimmt das Spiel sich ernst: Humor muss man hier mit der Lupe suchen. Die Story wird zwar in bunten Bildern erzählt und ab und an wird auch mal ein witziger Spruch gerissen, aber generell geht es doch bitterernst zu.

Unser Igel rennt also zusammen mit seinen Freunden über die Oberwelt, die wirklich liebevoll gestaltet ist. Auf dieser Oberwelt gibt es diverse Missionen zu erfüllen und vor allem auch einiges zu erkunden - überall gibt es z.B. die typischen Ringe, die im Spiel als Währung fungieren. Wer also viel erkundet, der kann sich mehr Gegenstände kaufen oder die Ringe auch nutzen, um Tipps zu den Rätseln zu erhalten. Wichtiger sind aber die Chaos, kleine Wesen, deren Eier man unterwegs immer wieder findet. Sind diese dann geschlüpft, stärken sie unsere Charaktere. Das Erkunden der Karte funktioniert auch wunderbar, der Hauptkritikpunkt sind die Missionen: Diese sind leider viel zu einfallslos und bestehen hauptsächlich aus Aufgaben wie "Gehe dorthin", "Finde den und den" oder "Suche das und das". Dabei schreckt Bioware auch nicht davor zurück, dem Spieler die dümmsten Aufgaben vorzusetzen. Eine Mission besteht z.B. daraus, für einen alten Mann Holz zu hacken. Das ist zwar sehr löblich, aber trotzdem langweilig. Auch andere Designsünden wurden eingesetzt: So entwickelt Tails z.B. einen Detektor für Dr. Eggmans Technik. Um ihn also aufzuspüren, zwingt einen das Spiel, noch einmal durch alle bereits erkundeten drei Welten zu spurten. Gerade am Anfang wirkt das Spiel daher recht trocken, nach ein paar Stunden nimmt es aber etwas an Fahrt auf.

In Sonic Chronicles gibt es zum Glück keine Zufallskämpfe. Alle Gegner sind auf der Oberwelt zu sehen und es kommt erst zum Kampf, wenn man einen berührt. Allerdings ist die Welt häufig so eng, dass man den Gegnern kaum ausweichen kann. Erschwerend kommt auch noch dazu, dass die Gegner wieder auftauchen, wenn man eine Zone verlassen hat. Die Kämpfe laufen rundenweise auf einem separaten Kampfbildschirm ab. Dort kann man seinen Charakteren die üblichen Befehle wie Angreifen, Verteidigen, Fliegen oder Gegenstand benutzen geben. Diese machen dann genau das, was sie auch sollen. Die POWER-Aktionen hingegen sind eine Erwähnung wert: Jeder Charakter hat mehrere Spezialattacken, die nicht einfach nur so ausgeführt werden. Damit die Attacken gelingen, muss der Spieler mittels Touchscreen eingreifen. Dies funktioniert ähnlich wie in Ouendan oder Elite Beat Agents - der Spieler muss die passenden Punkte auf dem Touchscreen zur passenden Zeit antippen oder einen Kreis verfolgen. Wer hätte gedacht, dass Ouendan zu einem der einflussreichsten Nintendo DS-Spiele werden würde...
Diese Attacken haben natürlich jeweils spezielle Auswirkungen wie besonderen Schaden, Massenwirkung oder Lähmung der Gegner, verbrauchen allerdings eine Spezialangriffsenergie.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Kampfmodus gut gelungen ist. Trotzdem hat das Spiel einige Macken im Gamedesign, die den Spielspaß schmälern. Es scheint sich eher an jüngere Spieler zu wenden, die noch nicht auf groß angelegte, epische Storys stehen und über gewisse Dinge hinwegsehen. Rollenspielveteranen, die von Bioware ein wirklich richtig gutes Handheld-RPG erwartet haben, dürften hingegen enttäuscht werden. Dafür sind die Missionen einfach zu schlecht und die Story zu kindisch - vor allem, wenn man sie mit anderen Bioware-Spielen wie Baldur's Gate vergleicht.

Steuerung:
Das Spiel wird komplett mit dem Stylus gesteuert. Das macht natürlich das Navigieren in den Menüs sehr komfortabel und dort gibt es dankenswerterweise auch keine Probleme. Im praktischen Menü in der linken unteren Ecke sind alle wichtigen Optionen wie Speichern, Statistiken, Missionen und so weiter problemlos zu erreichen, ohne dass diese beim Spielen im Weg sind. Auch die Kämpfe steuern sich so ohne Mucken. Es reicht, die passende Aktion auszuwählen und den gewünschten Gegner anzutippen.

Dafür ist das Gameplay auf der Oberwelt etwas hackelig – hier steuert man Sonic wie Link in Zelda: Phantom Hourglass indirekt, indem man ihm mit dem Stylus den Weg zeigt. Das führt in einigen engeren Passagen zu kleinen Problemen, viel gravierender ist allerdings, dass das für Sonic so typische Geschwindigkeitsgefühl dadurch verloren geht. Die Sprünge und andere Aktionen werden nämlich auch indirekt ausgelöst, indem man an der passenden Stelle ein Symbol anklickt oder die Schultertaste drückt. Eine direktere Steuerung hätte mehr Geschwindigkeit ermöglicht.

Grafik:
Die Grafik weiß zu gefallen. Die komplette Spielwelt wird isometrisch in feinstem 2D dargestellt. Schon ein Blick auf die Screenshots zeigt, dass hier wirklich gut gearbeitet wurde – das sieht aus wie eine Sonic-Welt, nur eben in isometrischer Perspektive.

Während der Kämpfe wird eine 3D-Engine benutzt. Diese ist natürlich nicht ganz so schön wie Oberweltengine, erledigt aber durchaus ihren Job. Sie gewinnt keine goldenen Grafikorden, ist aber auch nicht hässlich. Weiterhin gibt es auch in einigen Zwischensequenzen Videos zu sehen.

Sound:
Bioware remixt für Sonic Chronicles diverse Musikstücke, die wir aus anderen Teilen der Serie kennen. Dazu kommen unterschiedlichste Soundeffekte, die wir auch schon einmal gehört haben und natürlich immer noch lieben, wie z.B. das typische „Pling“ beim Einsammeln der Ringe oder Sonics Beschleunigungssound. Alles richtig gemacht, Bioware!

Multiplayer:
Die Multiplayeroptionen sind sehr limitiert. Es ist lediglich möglich, die gesammelten Chaos über lokales WiFi zu tauschen. Das ist die übliche Alibifunktion, die wir in der Redaktion jedenfalls noch nie genutzt haben.

Fazit:
Wir hätten uns mehr vom ersten Handheldrollenspiel von Bioware erhofft – „Sonic Chronicles“ ist leider nicht der ganz große Wurf geworden. Das zugrundeliegende Gameplay ist zwar sehr solide gelungen, aber leider wird der Spielspaß von der flachen Story und den langweiligen Missionen gesenkt. Hier wurde leider viel Potenzial verschenkt, denn die Grafik ist gut gelungen und die Spielmechanik funktioniert. So richtet sich „Sonic Chronicles“ vor allem an eine jüngere Zielgruppe, ältere Spieler werden schnell das Handtuch werfen.

Spurtet zum nächsten Muster in Höchstgeschwindigkeit: Michael Schmalenstroer [Satan Claus] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
78%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Alles per Touchscreen gesteuert, nur manchmal kleinere Probleme in der Oberwelt. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Im Kern ein altbackenes Rollenspiel mit einem vollkommen neuen Protagonisten.
Grafik

2D-Grafik vom allerfeinsten – so muss das aussehen.
Sound

Remixe bekannter Sonic-Musik können auch in diesem Titel gefallen.
Spielspaß

Hier hätte man sich mehr erhofft: platte Story und zum Teil langweilige Missionen.








Details
Spielname:
Sonic Chronicles: Die dunkle Bruderschaft

Publisher:
Sega

Developer:
BioWare

Genre:
Rollenspiel

Release:
26.09.2008 (erschienen)

Multiplayer:
vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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