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Age of Empires: Mythologies


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Age of Empires: Mythologies - Review vom 16.03.2009

Es gibt Mythen, geschichtliche Streitpunkte und altertümliche Zeichnungen, deren Wahrheitsgehalt wohl nie hundert prozentig nachgewiesen oder abgestritten werden kann... Sicher ist aber, dass 1997 ein epochaler Augenblick für Sternengucker am Strategie-Himmel war - seinerzeit erschien das erste „Age of Empires“ auf dem PC und zog viele Möchtegern-Kriegsherren in seinen Bann: Anfangs pflückte man als spärlich gekleideter Urmensch noch Beeren, einige Spielstunden später errichtete man schon Fischerhäfen, befehligte eine riesige Armee und schraubte schließlich sogar an seinem eigenen, virtuellen Weltwunder. Die Karriere von Microsofts vielleicht bekanntester Produktion reicht nun schon über Jahre hinweg und seine Existenzberechtigung wird auch in unserem Zeitalter bestimmt nicht zum letzten Mal bestätigt.

Die nächste Epoche der Serie hat nun begonnen und ein flammender Phoenix, der Totenschakal Anubis und Götterfigur Herakles als symbolische Spielmerkmale lassen es vermuten: „Age of Empires - Mythologies“ für den DS ist in der Sagenwelt der Griechen und Ägypter angesiedelt. Wir haben uns den Schlangenkopf aufgesetzt und uns unter die Mythenfiguren gemischt, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Als Legenden nicht im Fernsehen, sondern noch in der endlosen Wüste entstanden...
Nicht etwa ritterliche Feldherren, weise Könige oder riesige Bauten ferner Nationen dekorieren das Hauptmenü, welches man vom klassischen Age of Empires-Spektakel in seinen Grundzügen gewohnt war. Stattdessen grinsen euch Fabelwesen und Fantasiekreaturen an, die geradewegs einem JRR Tolkien-Roman, beziehungsweise einem Gruselkabinett entsprungen scheinen. Diese Feuerskelette und Zyklopen deuten dezent an, dass sich in „Mythologies“ auch höhere (oder niedere?) Wesen als der Homo Sapiens im Völkerkampf austoben dürfen. Sagenhaft - im wahrsten Sinne des Wortes! Im Hauptmodus verstecken sich drei Einzelspieler-Modi, in denen wir Speere schwangen und Soldaten herumkommandierten, eine Kampagne, ein Szenario mit vorgefertigten Missionen sowie eine Art „Kennenlern“-Modus, mit kleineren Missionen und bruchstückhaftem Tutorial. Hier wird man vom gesprächigen Orakel -verkörpert durch einen Glatzkopf- über die vier Nationen und grundlegende Spielkniffe unterrichtet, wie etwa das Erbauen, das Kämpfen oder das Erreichen weiterer Zeitalter.

Jedes der drei spielbaren Völker hat unterschiedliche Eigenschaften, welche man kennen und sich zu Nutzen machen sollte, um gegen seine Feinde zu bestehen: Die alten Ägypter laben sich an strömender „Favor“-Energie (wird benötigt, um Fabelwesen zu beschwören oder göttliche Spezialfertigkeiten einzusetzen) aus ihren Obelisken, und setzen auf eine stabile Verteidigung. Zudem glänzen zwei Fernkampf-Profitrupps in ihren Reihen, die gleichzeitig vorrücken und angreifen - ein recht flexibles Einsatzgebiet ist ihnen damit garantiert, denn ihren Widersachern bleibt dieser Vorteil verwehrt. Weniger vorsichtig und auf Absicherung bedacht, dafür aber mit unerbittlichem Kampfeswillen in ihrer Brust, ist das Volk der Norse (= Wikinger) gesegnet. Favor ziehen die Norse dementsprechend auch nicht aus irgendwelchen herumlungernden Statuen, sondern aus erfolgreicher Kriegsführung: Jeder ausgeteilte Schaden wird in Favor umgewandelt. Am ausgeglichensten ist die griechische Kultur, die aber natürlich auch über einige Finessen verfügt: So können sie als einziges Volk zwei Helden (stärkere Einheit, die über so genannte Helden-Power verfügt) gleichzeitig kontrollieren, was besonders im Kampf gegen Myth-Einheiten (das besagte Gruselkabinett-Gesindel aus der griechischen Sagenwelt) von Vorteil ist. Ihren Favor-Vorrat schöpfen die Griechen aus Tempelbauten und Schreinen. Als vierte Nation präsentiert uns THQ die Herrscher des Reiches der Finsternis -die Unterweltler- vor, die als düstere Gegenspieler daherkommen...

Bevor wir uns aber dem blutigen Gemetzel widmen, einige Worte zum Ressourcen-Management und seiner Bedeutsamkeit. Es existieren vier wichtige Rohstoffe: Nahrung, Gold, die göttliche „Favor“-Energie, und -warum auch immer es als Rohstoff zählt- Population. Wie in sämtlichen Serien-Vorläufern fasst euer Volk auch diesmal lediglich eine begrenzte Anzahl an Einheiten bzw. Einwohnern. Dieses Maximum lässt sich allerdings durch die Errichtung eines zusätzlichen Stadtkerns sowie dem Voranschreiten in ein neues Zeitalter erhöhen. Meistens beginnt eine Partie im verschlafenen „Archaic Age“. Mit einem Stylus-Klick auf einen Schrein schreitet ihr in den Zeitaltern voran, genügend Rohstoffe und erforschte Technologien vorausgesetzt. Pro Zeitalter erhält ein Schrein außerdem neue Götterkräfte, Kenntnisse und zu produzierende Einheiten, bis man schließlich im Endstadium, dem „Mystic Age“ angelangt ist. Doch selbst dann sollte man sich nicht zurücklehnen und mit Wein und Ambrosia vergnügen, sondern rechtzeitig eine beachtliche und vor allem schlagkräftige Armee auf die Beine stellen. Wie das in der Vergangenheit eben so Gang und Gebe war, sind schützende Rüstungen und geschliffene Klingen die besseren Argumente und deutlich überzeugender als lange Reden und Verhandlungen.

Eine Schlägerei? Nichts wie hin!
Aus vier verschiedenen Typen stellt man sich seine Truppe zusammen: Leichte und schwere Nahkämpfer, Fernkampf-Einheiten, Kavallerie und Katapulte oder andere Zerstörungsmaschinen. Dabei gibt es zudem drei, in Stein-Schere-Papier-Relation zueinander stehende Oberklassen: Menschen, Myth-Einheiten und Helden. Ähnlich wie beispielsweise in „Fire Emblem“ spielt sich das Geschehen auf einer in Quadrate gegliederten Oberwelt ab, wobei man seine Umwelt taktisch miteinbeziehen darf: Das offene Meer oder eine Straße bieten keinerlei Deckung, während ein überwucherter Dschungel oder eine Hügellandschaft euren Truppen einen gewissen Schutz verleihen. Doch zurück ans Eingemachte: Eine jede Nahkampf- oder Kavallerie-Einheit darf sich eine bestimmte Anzahl an Feldern bewegen und anschließend gegnerische Soldaten, die sich in Reichweite befinden attackieren. Zu diesem Zweck öffnet sich nach dem Fortbewegen automatisch das Aktionsmenü, über welches Helden ihre Helden-Power freisetzen oder Normalo-Einheiten einfache Angriffe vom Stapel lassen. Habt ihr schließlich den Befehl zum Vorstürmen gegeben, zoomt das Geschehen in eine automatische Kampfsequenz, die jeweils eine Hand voll Einheiten zeigt. Die kleinen Scharmützel sind nett anzuschauen, lassen sich bei Zeitknappheit jedoch auch abbrechen. Auffällig ist hierbei, dass die Hintergründe dieser Szenarien nicht immer passen: Die Kartenlandschaft besteht eigentlich aus Einöde, eure Truppen sprinten jedoch durch frisches Grün... Seltsam.

Vor jedem Schlagabtausch bietet ein überschaubarer Kontrollbildschirm die Möglichkeit, Angriffs- und Verteidigungspunkte beider Einheiten zu überprüfen und bei Bedarf doch lieber den Schwanz einzuziehen... Und wenn es der Schlachtplan mal nicht so hergibt, wie in der Theorie ausgeklügelt, treten zumeist die übermächtigen Heldenfiguren auf die Bühne - eine Neuheit in der Age of Empires-Serie. Jedes Volk verfügt diesbezüglich über eigene „Prominenz“, die namentlich benannt und mit überdurchschnittlichen Werten bestückt ist. Zusätzlich darf alle paar Runden ihre Helden-Power eingesetzt werden: Finsterlord Nahkt verwandelt sich beispielsweise in einen Raben, der geschwind das Terrain überquert, jedoch in dieser Gestalt an Kampfeskraft einbüßt. Der griechische Muskelprotz Herakles stößt seine Feinde zusätzlich zum ausgeteilten Schaden noch einige Felder zurück und Ramses reflektiert erhaltenen Schaden ganz frech auf seine Angreifer, während Gunnarrs legendärer Tarnhelm ihm einen Positionstausch mit anderen Einheiten erlaubt. Etwas ernüchternd fällt die optische Darbietung solcher Aktionen aus, da man mit effektvollen Farben beziehungsweise farbenfrohen Effekten ziemlich sparsam umgeht. Auf der Karte eroberte Reliquien verstärken die Fähigkeiten eurer Helden zusätzlich.

Sogar die Götter selbst erheben sich von Zeit zu Zeit aus ihren himmlischen Hängematten und greifen aktiv in die kontinentalen Schlachten ein: So dürft ihr Zeus bitten, einen treffsicheren Blitz ins feindliche Lager zu senden oder die gutmütige Athene eure verletzten Truppen heilen lassen. Logisch, dass derart spielentscheidende Aktionen auf einmaligen Einsatz innerhalb einer Partie beschränkt sind. An militärischen Gebäuden ist der Verteidigungsturm erwähnenswert, ebenfalls ein bekanntes „Gesicht“ unter altbewährten Age of Empires-Elementen. Während die ersten Missionen noch problemlos bewältigt werden können, sieht es in den späteren Schlachten manchmal gar nicht so rosig aus. Der taktisch versierte Spieler sollte sich genau überlegen, wie er seine Mannen durch die Landen schickt, damit sie auch die bevorstehenden Schlachten überstehen. Nicht immer eine leichte Aufgabe.

Steuerung:
Egal ob via Stylus oder über Tasten - man kann sich frei entscheiden, welches Steuerungskonzept man vorzieht. Mit etwas Eingewöhnungszeit kommt man auch dahinter, wie man die Kontrolleigenarten für sich nutzt, Gebäude baut, Einheiten platziert, Spezialfähigkeiten nutzt und eine richtige Schlacht schlägt. Dabei ist die Menüoberfläche sehr übersichtlich gestaltet und man findet sich schnell zurecht. Eine recht gelungene Lösung für Taktikfreunde.

Grafik:
Immerhin leichte grafische Fortschritte gab es im Vergleich zum DS-Bruder „Age of Empires: The Age of Kings“. Nennenswert sind hier die kurzen 3D-Kampfsequenzen oder die abwechslungsreiche Kartenlandschaft, welche beide wesentlich atmosphärischer inszeniert wurden als noch im DS-Debütanten.

Sound:
Auch der Soundtrack gefällt analog zu bisherigen Serienvertretern ganz gut, obwohl die Klang-Qualität nicht unbedingt einen Grammy erhalten wird... Die dahingeblubberten Sprachsamples beim Selektieren eurer Einheiten gibt es selbstredend auch im jüngsten AoE-Spross.

Features:
Zahlreiche Missionen warten drauf geschlagen zu werden und wer sich an den unterschiedlichen Einzelspielermodi satt gespielt hat, alle freischaltbaren Elemente entlocken konnte, der wird sich dann zusätzlich in den zahlreichen Mehrspielermodi austoben dürfen. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Multiplayer:
Keine Angst: Einen onlinefähiger Mehrspieler-Modus ist ebenfalls mit an Bord und sorgt dafür, dass man mythische Schlachten rund um den Globus ausführen kann. Und wer mit seinem DS nicht online gehen kann und auch sonst keine Freunde mit dem Modul in der Nähe hat, der darf auf den Hot-Seat-Modus zurückgreifen. Einmal rumgereicht und schon können Partien auch auf einem einzigen Nintendo DS durchgeführt werden. Hut ab, so soll es sein!

Fazit:
„Age of Empires - Mythologies“ ist ein gelungenes Scharmützel unter verfeindeten Ägyptern, Griechen, Wikingern und bewaffneten Halbgöttern. Dennoch: Wer das PC-Vorbild in Echtzeit kennt, wird definitiv nicht das geliefert bekommen was er erwartet. Die DS-Version erinnert vielmehr an typische Rundenstrategie. Zu den Vorzügen dieser dezenten Genre-Abwandlung gehören neben einem ordentlichen Spieltempo, altertümlichem Geschichtsflair auch ein angemessener Umfang und Kisten voll freischaltbarer Helden, Götter und Karten. Besonders die Kriegsführung ist größtenteils konkurrenzfähig gegenüber Genrekollegen wie „Advance Wars“ oder „Anno 1701 DS“. Auch wenn etwa die Helden-Figuren nicht an die Liebenswürdigkeit und Persönlichkeit der Kommandanten aus Nintendos Vorzeige-Reihe heranreichen, so sind sie dennoch eine willkommene Ergänzung zu den normalen Einheiten. Die Aspekte des Erbauens, Pflegens sowie der völkertechnischen Weiterentwicklung, die scheinbar nur als Schmuckelement aus der PC-Reihe übernommen wurden, sind zwar auch mit von der Partie, geraten aber eher in den Hintergrund des Geschehens. Trotzdem, Genre-Fans und allen anderen wird ein routinierter Aufguss des rundenbasierten Kult-Gemetzels geboten, das sich auf dem Nintendo DS erneut ordnungsgemäß präsentiert.

Ent-mumifiziert seine Sympathie für alteingesessene Gaming-Strategie: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
80%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Tasten oder Stylus. Die Einarbeitungsphase wirkt manchmal jedoch etwas mystisch... Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Nicht viel Neues außer Touchpad-Kontrolle und Nutzung beider Screens, aber dafür Online-Gefechte.
Grafik

Im Vergleich zum Vorgänger hat man den Sarkophag ein wenig aufpoliert.
Sound

Annehmliche Klänge und Melodien mit antikem Flair.
Spielspaß

Umfangreich, spannend und taktisch. Ergo: abermals unterhaltsam!








Details
Spielname:
Age of Empires: Mythologies

Publisher:
THQ

Developer:
Griptonite Games

Genre:
Strategie

Release:
06.12.2008 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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