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Avalon Code


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Avalon Code - Review vom 13.04.2010

Welt retten hier, Königreich beschützen da, Böses vernichten dort... Es ist die alte Leier vom Japano-Rollenspiel. Eine große Katastrophe bedroht alles Leben auf der Welt und nur eine Gruppe wahlweise bestehend aus drei bis 108 Kämpfern oder einer einzelnen, vom Schicksal gesegneten Person kann das augenscheinlich unvermeidliche verhindern. Kann man die Formel nicht mal auflockern? Wie uns bereits einige RPGs der vergangenen Tage überzeugten, geht das durchaus. Und heute versucht sich auch „Avalon Code“ aus dem Hause Matrix Software an der Thematik. In dem Action-RPG von dem Entwickler-Team, welches uns bereits die Final Fantasy-Remakes für den DS beschert hat, ist es mit der Weltenrettung nämlich nicht ganz so einfach. Wohin genau uns das Abenteuer um das Buch der Prophezeiung führt, klären wir im ausführlichen Test.

Wenn Gott nach dem Reset-Knopf sucht
So wacht man ungerne auf: Der junge Protagonist von „Avalon Code“, der wahlweise ein Männlein oder Weiblein sein kann, kommt auf einem grasbewachsenen Hügel zu sich und wird direkt von einem Monster angegriffen. In seinem Besitz befindet sich nämlich das so genannte Buch der Prophezeiung, auf das es der Bösewicht abgesehen hat. Die Lage erscheint aussichtslos, bis Rempo, Feuer-Elementargeist und einer der vier Schutzpatrone des Buches, erscheint und dem Helden erklärt, wie es funktioniert. Der Wälzer hat die unheimlich praktische Eigenschaft, dass man Dinge, die darin verzeichnet sind, manipulieren und heraufbeschwören kann. So viel zur guten Nachricht, die dem Protagonisten die Haut rettet. Die schlechte: Die Welt ist dem Untergang geweiht und nun sollt ihr mit dem Buch der Prophezeiung die unterschiedlichsten Dinge der momentanen Welt aufzeichnen, um sie so in die nächste hinüberzuretten. Wahrlich keine einfache Aufgabe, die es innerhalb der 11 Kapitel des Spiels zu lösen gilt.

Die Geschichte entfaltet sich dabei genretypisch linear. Jedes Kapitel entsendet euch in ein anderes Gebiet der Fantasy-Welt, wo euch eine Hand voll Dungeons, Dialoge und Gefahren erwarten. Um dabei möglichst viel Material für das Buch der Prophezeiung zu sammeln, müsst ihr bestimmte Objekte, Personen und Monster scannen - was übersetzt in etwa „dem einzutragenden Gegenstand und/oder dem Menschen das Buch einmal auf den Kopf donnern“ bedeutet. Durch Scans steigert ihr den Wert des Buches und schaltet darüber hinaus die entsprechende Seite des eingetragenen Etwas frei. Besagte Seite gibt euch nicht nur die Möglichkeit, eine Kurzbeschreibung zum Objekt oder Wesen durchzulesen, sondern erlaubt es euch auch, diese zu beeinflussen. Das geschieht per Code-Manipulation.

Vom eisenharten Feind zum schwächlichen Wurm in zehn Sekunden
Ob Waffe, Werkzeug oder Lebewesen: Alles ist in „Avalon Code“ durch ihre Eigenschaft-Codes definiert. Mit den richtigen Zutaten könnt ihr so blitzschnell aus einem kaum brauchbaren Alteisen-Schwert ein mächtiges Erz-Schwert basteln. Ihr könnt euren Waffen auch Elementar-Eigenschaften verpassen, um bestimmte Feinde schneller zu erledigen. Das, oder ihr scannt einfach den Fiesling und schraubt an seinem Code herum. Das sollte in der Regel eine eure ersten Aktionen sein, denn nicht wenige Gegner sind mit HP-stärkenden Legierungs-Codes ausgestattet. Manche Feinde, sowie auch viele Menschen, sind jedoch mit speziellen Eigenschaften ausgestattet, die man nicht so einfach entfernen kann. Um gegen unbesiegbare Riesengegner anzukommen, die an mancher Ecke auf euch lauern, bedarf es der Lösung eines kleinen Rätsels. In diesen Fällen müsst ihr durch Einsetzen der richtigen Codes die störende Eigenschaft entfernen. Hinweise gibt euch dafür in der Regel die Feindbeschreibung.

Bei der Rettung von Menschen sieht es hingegen nicht ganz so einfach aus. Um deren Charakter-Schwächen auszubügeln, müsst ihr euch nicht selten auf umfangreiche Sidequests einlassen, in denen ihr euch mit den Personen anfreundet, um dann letztendlich auf die ideale Code-Kombination zu kommen. Innerhalb dieser Sidequests wartet auch die ein oder andere Romanze auf den Protagonisten - so ziemlich das einzige Element, welches durch die Wahl eures Geschlechts beeinflusst wird. Auch erfahrt ihr dabei interessante Details über die Bewohner der Welt. Erscheint euch manche Person zu Spielbeginn noch ein wenig schroff oder ihre Motive schwer nachvollziehbar, so lernt ihr sie doch mit der Zeit zu schätzen. Sofern ihr gewillt seid, die Zeit in die Nebenaktivitäten zu investieren, versteht sich.

Der harsche Weltaufzeichner-Alltag
Aber es wäre kein Abenteuer-Trip zur Neugestaltung der Welt, wenn ihr euch lediglich mit den Bewohnern dieser beschäftigen würdet. Natürlich steht auch die ausgiebige Erkundung der Gebiete auf der Tagesordnung. Dabei könnt ihr stets durch Fleißaufgaben den Wert der im Buch der Prophezeiung eingetragenen Karten steigern. In Städten und auf der Oberwelt geschieht dies durch das Finden von bestimmten Punkten im aktuellen Areal, die ihr per A-Knopf-Kommando untersucht. Da es aber auch gerne mal vorkommt, dass diese Stellen nicht wirklich auffällig sind -etwa ein scheinbar zufälliger Flecken Gras inmitten einer riesigen Wiese- findet die lukrativere Punktesammelei in den Dungeons statt.

Jeder Kerker ist in mehrere Räume mit je einer spezifischen Aufgabe unterteilt. Dabei kann es sich um das Vernichten sämtlicher Gegner oder das Betätigen der Schalter im Raum handeln - typische Videospiel-Rätselkost also. Je nachdem, wie schnell ihr diese Mini-Missionen abschließt und dabei Sonderbedingungen berücksichtigt, wie zum Beispiel das Besiegen von Gegnern eines bestimmten Elements, das ihr ihnen per Code-Manipulation hinzufügt, werdet ihr mit Punkten für das Buch belohnt. Darüber hinaus werdet ihr in vielen Kammern auch nicht mit eurer Standard-Ausrüstung vorankommen. So schwingt ihr euch durch Hammerwurf über Abgründe, erwischt per Schusswaffe entfernte Schalter oder schwebt mit einem Flügelpaar auf dem Rücken über Luftzüge. Abgeschlossen wird jeder Dungeon selbstverständlich zu guter Letzt mit einem fulminanten Bosskampf. Die ersten sind dabei noch eher simpler Natur, während im fortgeschrittenen Spiel ein fortwährend taktischeres Vorgehen samt Studium der Feindbeschreibung notwendig ist. Und nach bester „The Legend of Zelda“-Manier kassiert ihr am Ende eines jeden Boss-Geplänkels ein Lebensenergie- und MP-Upgrade - letzteres ist vor allem für Arbeiten an den Codes und das Materialisieren von Objekten notwendig, denn bestimmte Rätsel lassen sich nur lösen, wenn ihr das passende Objekt mit entsprechenden Codes ausstattet und anschließend gegen eine MP-Gebühr materialisiert.

Sollte euch die Zauberkraft mal ausgehen, gibt es generell zwei Möglichkeiten, sie wieder zurückzuerlangen. Mit Glück könnt ihr in herumliegenden Kisten MP-Kugeln finden, die euren Vorrat aufstocken. Weitaus spaßiger ist es jedoch, eure Feinde mit der himmlischen Abrechnung zu bearbeiten. Dahinter verbirgt sich ein Move, mit dem ihr euer Opfer in die Luft katapultiert und durch abgestimmtes Knöpfedrücken in der Luft haltet. Je höher ihr den Gegner dabei in die Luft schleudert und je höher eure Schlaganzahl ist, desto höher fällt auch die verdiente MP- und Geld-Menge aus.

Steuerung:
„Avalon Code“ wird hauptsächlich über die Aktionstasten des DS gespielt. Per Steuerkreuz schickt ihr euren Protagonisten durch die Gegend, die Schultertasten animieren ihm zum Rollen, auf A wird untersucht, mit B das Buch zum Scannen ausgepackt und auf den übrigen beiden Tasten liegen eure Waffen. Wollt ihr jedoch im Buch selbst Veränderungen vornehmen oder im Inventar herumkramen, muss der Touchpen ans Werk. Zum Glück pausiert das Spiel zwar, während ihr im Buch der Prophezeiung wälzt, gewöhnungsbedürftig ist der Wechsel zwischen Tastensteuerung und Touch-Bedienung aber allemal. Zumal ihr nur gerade bis zu vier Lesezeichen anlegen dürft, was zum Beispiel den Wechsel der Waffen oder die gezielte Code-Manipulation zu einer umfangreichen Blätter-Arbeit macht. Ebenfalls unglücklich platziert ist der Knopf für die himmlische Abrechnung. So löst ihr diese Technik per A-Knopf aus - und solltet ihr also in den monsterreichen Feldern nach Triggerpunkten für die Vervollständigung des Buches suchen, dürft ihr unzählige Male den Move an der unschuldigen Luft ansetzen, bis ihr durch geduldiges Absuchen euer Ziel gefunden habt. Auf Dauer ziemlich nervig.

Grafik:
Wenn Matrix Software in einer Kategorie zu überzeugen weiß, dann ist es die optische Gestaltung. Zwar finden sich in manchen Umgebungen -vor allem in den Dungeons- ziemlich repetetive Designs wieder, dafür sind die wenigen Städte des Spiels liebevoll gestaltet worden und gerade die Charaktere glänzen durch grafische Pracht und Abwechslungs- sowie Detailreichtum. Dass die ein oder andere Textur hardwarebedingt ein wenig bis ziemlich verpixelt daherkommt oder inmitten des hitzigen Gefechts schon mal zu Slowdowns neigt, verzeiht man angesichts der eindrucksvollen Zwischensequenzen in Spielgrafik schnell. Wenn uns nun noch jemand erklären könnte, wie sich ein kurzer Stotter-Anfall in das Anime-Opening des Spiels schleichen konnte...

Sound:
Ebenso wie die Grafik weiß auch der akustische Part von „Avalon Code“ zu überzeugen. Die Gebiete sind mit passenden Musikstücken versehen und der ein oder andere Ohrwurm findet sich auch unter den Kompositionen. Zusätzlich sind einige der Zwischensequenzen des Spiels mit recht solider englischer Sprachausgabe unterlegt worden - wenn auch diese eher leise ausgefallen sind und in der Geräuschkulisse unterzugehen drohen.

Features:
Das Hauptabenteuer von „Avalon Code“ dürfte gestandenen Spielern etwa 15 bis 20 Stunden beschäftigen - doch dann ist die DS-Karte noch lange nicht ausgereizt. Damit die nächste Welt ein besserer Ort wird, warten zahlreiche Sidequests darauf, gelöst zu werden. Das treibt die Gesamtspielzeit noch einmal ein gutes Stück nach oben. Insgesamt bekommt man einiges geboten, sofern man sich einfach mal die Zeit nimmt, sich mit den Bewohnern dieser dem Untergang geweihten Welt zu beschäftigen.

Fazit:
Eine der wohl größten Schwächen von „Avalon Code“ ist der monotone Anfang. Die Charaktere wirken flach, die Dungeons sind zu Beginn eintönig und man muss sich durch die ersten Spielstunden regelrecht durchbeißen. Hat man diese anfängliche Hürde allerdings hinter sich gebracht und beschäftigt sich ein wenig mit den Figuren, bemerkt man, dass deutlich mehr hinter dem Titel steckt. Jeder Charakter mit Rang und Namen kommt mit einer interessanten Hintergrundgeschichte daher, die Story gewinnt sehr bald ein wenig an Fahrt und die Kerker werden abwechslungsreicher. „Avalon Code“ ist definitiv kein Spiel für jedermann. Doch wer bereit ist, sich mit den kleinen und größeren Schwächen des Titels auseinanderzusetzen und es über sie hinaus zu schaffen, findet ein im Kern grundsolides Abenteuer mit einer netten Geschichte, eindrucksvoller Präsentation und jeder Menge Aufgaben abseits des Weltaufzeichner-Alltags.

Hofft, eine bessere Welt geschaffen zu haben: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

WERTUNG:
78%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Das Wechselspiel zwischen Touchscreen und Tasten macht einen zu schaffen, ebenso die ungünstige Doppelbelegung der A-Taste. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Euer Touchscreen wird zum Buch der Prophezeiung. Leider fällt die Bedienung ein wenig umständlich aus.
Grafik

Matrix Softwares Fachgebiet - bis auf kleinere Mängel rundum gelungen.
Sound

Englische Sprachausgabe und schöne Melodien - was will man mehr?
Spielspaß

Der etwas eintönige Anfang kann abschreckend wirken. Wer weiterschaut, findet jedoch ein interessantes Abenteuer vor.








Details
Spielname:
Avalon Code

Publisher:
Rising Star Games

Developer:
Matrix Software

Genre:
Rollenspiel

Release:
12.03.2010 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (56)

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