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Guitar Hero: On Tour


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Guitar Hero: On Tour - Review vom 31.08.2008

Wer hätte es gedacht: Guitar Hero auf einem Handheld. Etwas wovon man vielleicht gerade einmal zu träumen wagte, hält man nun in den Händen. Dank einer tollen Idee von Activision: Dem Guitar Hero DS Guitar Grip. Sieht nicht aus wie eine Gitarre. Fühlt sich nicht an wie eine Gitarre. Aber egal, Guitar Hero für unterwegs! Doch Moment: Funktioniert sowas überhaupt? Wir haben für euch gerockt und den neuesten Ableger der Franchise auf Klang und Saiten geprüft.

Der Guitar Grip: Was zur Hölle…?!
Wer Guitar Hero DS auspackt staunt nicht schlecht. Ein Adapter für den GBA-Slot des Nintendo DS, welcher aussieht wie irgendeine Miniaturversion des Power Glove, soll als Eingabegerät fungieren. Der DS wird vertikal im Stile von Dr. Kawashima gehalten und der Adapter in den GBA-Slot gesteckt. Die linke Hand wandert dann auf die Rückseite des Nintendo DS, wo sie sich durch eine stufenlos einstellbare Halteschnalle windet und anschließend mit den Fingern auf den vier Knöpfen des Adapters aufliegt, welche den Druckknöpfen einer echten Guitar Hero-Plastikgitarre entsprechen. Der Touchscreen wird mit einem beigelegten Spezial-Plektrum zum Anschlagsknopf (im Original „Strum Bar“ genannt) und dient zum Anschlagen der Noten. Der Adapter ist sauber verarbeitet und bietet sogar eine abnehmbare Außenhülle aus transparentem Plastik, hinter der sich Skin-Plates zur Verschönerung der Optik einsetzen lassen. Zwei Nachteile drängen sich jedoch auf: Zum einen wird der Adapter nicht am DS befestigt und kann bei exzessivem Spielen leicht rausrutschen, was mit einer Meldung wie: „Du rockst offenbar zu stark. Stecke den Guitar Grip wieder ein und starte deinen Nintendo DS neu.“ quittiert wird. Zum Zweiten macht das Gesamtbild von DS und Adapter eine beknackte Figur. Mit so etwas in der Straßenbahn beobachtet werden? Never! Und so komfortabel wie eine Plastikgitarre im Maßstab 1:3 ist die Gerätschaft beim bloßen In-Der-Hand-Halten auch nicht. Bleibt zu erörtern, wie sich dies in der Spielbarkeit niederschlägt...

Eine todsichere Angelegenheit?
Guitar Hero On Tour prescht in eine Marktlücke: Neben dem experimentellen Elektroplankton und dem bald kommenden Rythm Heaven fallen einem kaum weitere Musikspiele ein. Leider schafft Guitar Hero es trotzdem zu scheitern. Warum genau, dazu gleich mehr, zunächst etwas Generelles zum Titel. Guitar Hero selbst hat inzwischen wohl jeder schon einmal gespielt und das Prinzip sollte hinlänglich bekannt sein: Passend zum aktuell spielenden Lied kommen verschiedenfarbige Kreise auf auch zu und ihr müsst im richtigen Moment den oder die gleichfarbigen Knopf bzw. Knöpfe am Gitarrenhals drücken und zur selben Zeit mit der rechten Hand die „Strum Bar“ anschlagen. Überträgt man dieses Handling nun in reduzierter Form auf den DS, kann man sich in etwa vorstellen, wie das Gameplay letztendlich aussieht. Natürlich fehlt bei Guitar Hero On Tour der Coolness-Faktor – schließlich spielt man ohne Plastikgitarre. Da es sich um ein Musikspiel handelt, ist die Tracklist natürlich das A und O: 25 Songs werden geboten, was ganz okay ist – angesichts des limitierten Speicherplatzes auf einem DS-Modul. Neben Guitar Hero-Dauergästen wie Nirvana („Breed“) gibt es einige Premieren für die Serie sowie einige Songs, die man bereits aus anderen Titeln der Serie kennt. Zusätzlich geben lokal bekannte Künstler wie die Beatsteaks („Monster“) der Trackauswahl eine recht würzige Note, Tokio Hotel („Monsoon“) sorgen jedoch im Umkehrschluss dafür, dass hartgesockene Spieler den Entwicklern Platzverschwendung vorwerfen. Sei es drum, Mainstream sells.

Guitar Hero On Tour definiert sich wie jedes andere Musikspiel abseits eines funktionierenden Gameplays ausschließlich durch seine Lieder und einige spannende Features. Während die Tracklist für Mainstream-Käufer wohl ziemlich perfekt sein sollte, dürften Hardcore-Fans von Guitar Hero eher enttäuscht sein. Das einzige nennenswerte Feature, welches Spielern geboten wird, ist die schlichte Tatsache, dass man Guitar Hero nun endlich auf dem DS zocken darf. Das Spiel bietet kein Online-Spiel für die WiFi-Connection sondern lediglich einen drahtloser Multiplayer für zwei Spieler. Der Einzelspieler-Part besteht aus einem klassischen Karrieremodus, der sogenannten „Gitarrenschlacht“ sowie „Schnellspiel“, „Übung“ und einem Tutorial zu den Kniffen des Spiels wie beispielsweise Star-Power oder generelle Spieltipps. Klingt alles ganz super, scheitert nur an einer Sache, die verdammt hart klingt und den einen oder anderen ziemlich verblüfft: Das Spiel funktioniert nicht: Guitar Hero On Tour kommt viel zu ambitioniert daher, woran das Gameplay letztendlich gnadenlos scheitert.

Das Problem liegt an zwei wesentlichen Dingen: Zum einen ist der Guitar Grip sehr unhandlich. Er wird nicht an dem DS befestigt, sondern nur in den Modulschacht geschoben. Exzessives Spielen kann schon einmal dazu führen, dass der Grip rausrutscht. Je höher ihr im Schwierigkeitsgrad landet, desto schlimmer wird es. Auf den Graden „Leicht“ und „Mittel“ funktioniert das Spiel, bietet aber kaum eine Herausforderung. Auf „Schwer“ und „Profi“ hingegen ist es dank der oben genannten Probleme unspielbar. Eure Finger liegen quasi immer am Guitar Grip auf und man kann zum drücken der Knöpfe lediglich die Fingerkuppen bewegen. Ein beim Gitarre spielen gewöhnliches „Umgreifen“ ist nicht machbar, jeder Finger hat seinen festen Platz und seinen eigenen Knopf. Das sorgt selbst bei ambitionierten Rockern für einen einen schwierigen Einstieg und eine lange Eingewöhnungszeit.

Steuerung
Das zweite Problem liegt darin, dass ihr die zu spielenden Noten via Touchscreen anschlagt, indem ihr pro Note eine Wischbewegung mit dem Touchscreen-Plektrum ausführt, welches dem Spiel beiliegt. Die Krux: Je nach Schnelligkeit der Noten seid ihr auf das aus dem Konsolenvorbild bekannte „Alternative Strumming“ angewiesen, welches auf dem DS nur durch schnelles hin- und herwischen zu realisieren ist. Wird der Song dann wieder langsamer, müsst ihr euch wieder umstellen um angenehm spielen zu können. Zudem ist der Touch-Screen deutlich empfindlicher als eine Plastikgitarre. So wird aus den Wischen bei schnellen Songs ganz klammheimlich ein Tipp, was das Spiel selbstredend nicht akzeptiert und dazu führt, dass man Noten verpasst. Auch der Gitarrenschlacht-Modus scheitert daran. Im K.O.-Kampf gegen den Computer werden Items, die dem Gegner das Spielen erschweren sollen, ebenfalls via Touchscreen ausgelöst. Ungünstig, da ihr ja parallel auch eure Noten auf dem Touchscreen spielen müsst.

Grafik:
Grafisch präsentiert sich Guitar Hero in übersichtlichen Menüs und einer sehr schicken 3D-Grafik. Während ihr die Songs spielt, seht ihr im Hintergrund eure Band in der jeweiligen Lokalität spielen. Fürwahr sehen die Grafikelemente im Detail nicht sonderlich spannend aus, das Gesamtkonzept stimmt aber zweifelsfrei, alles läuft flüssig und das Wichtigste – nämlich die Noten – sind gut sichtbar und mit netten Effekten in Szene gesetzt. Auch Charakter- und Gitarrenmodelle, die ihr in der Menüauswahl seht, schauen vernünftig aus, somit Punktet der Titel zumindest in Sachen Optik.

Sound:
Leider sieht es mit dem Sound etwas anders aus. Abseits der vernünftigen Tracklist muss man dem Spiel ankreiden, das die Tonqualität selbst mit hochwertigen Kopfhörern zu wünschen übrig lässt und recht komprimiert klingt. Dabei bietet das Spiel nicht einmal einen speziellen Kopfhörer-Modus und liegt qualitativ somit verhältnismäßig hinter Spielen wie Metroid Fusion für den GBA, welches seiner Zeit eigene Audiomodi und einen Wahnsinns-Sound bot. Nervig sind die akustischen Effekte, wenn man sich bei einem Song verspielt – hier muss erst in den Optionen nachjustiert werden um diese abzustellen. Ebenfalls nachteilig ist die Tatsache, dass der Ton etwas zu leise ist. Seid ihr nicht gerade in einem halbwegs ruhigen Raum untergebracht, versucht gar nicht erst das Spiel ohne Kopfhörer zu spielen.

Multiplayer:
Wie bereits erwähnt gibt es in Sachen Multiplayer keine Onlinefeatures zu vermelden - lediglich ein lokales one-on-one wahlweise in Form eines normalen Spiels oder einer "Gitarrenschlacht" ist möglich. Hierbei benötigen beide Spieler jeweils ein eigenes Modul samt Guitar Grip. Die von Activision bereits bestätigte Auf- und Abwärtskompatibilität ermöglicht Mehrspielerpartien zwischen dem aktuellen Guitar Hero On Tour und dem bereits angekündigten Nachfolger Guitar Hero On Tour Decades, welcher unter anderem ein paar frische Songs mitbringen wird. Im Falle eines Duells schickt der Spieler gegebenenfalls den Song über die Drahtlosverbindung zu seinem Gegner, sofern er diesen in seiner On Tour-Version nicht besitzt. Spielerisch scheitert man jedoch auch hier an der Steuerung, denn das Gameplay ist unverändert zum Einspielermodus.

Fazit:
Ja, was soll man große Worte verlieren? Guitar Hero On Tour war auf dem besten Wege ein absoluter Must-Have-Titel zu werden. Leider ist er in unseren Augen mit einem guten Stück Abstand an dieser Ehre vorbeigeschrammt. Sicherlich wird sich das Spiel endlose Male verkaufen, allein schon wegen des Namens. Es macht sich allerdings das Gefühl breit, dass die Entwickler das Franchise möglichst schnell auf den DS hieven wollten, statt sich ausreichend Gedanken über eine möglichst ausgereifte Portierung zu machen. Spätestens beim Schwierigkeitsgrad „Schwer“ offenbart das Spiel seine Grenzen, wird unspielbar und man kommt sich einfach nur blöd vor, wenn man verzweifelt auf dem Touchscreen herumwuselt und – hämmert, um doch noch ein paar Noten zu erwischen. Knallharte Fans können einen Blick riskieren, alle anderen lassen besser die Finger von dem Spiel. Denn leider ist Guitar Hero On Tour meilenweit entfernt vom hochgelobten Gameplay der Konsolen-Brüder.

Bleibt nur noch bei Sex & Drugs: Lars Peterke[SamusAran] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
69%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Neuartig, spätestens bei fortgeschrittenem Schwierigkeitsgrad rennt man aber dank der Steuerung gegen die Wand. Innovationsfaktor:
+++++  (5 von 5 Sternen)
Hochgradig innovativ – nur leider geht das Konzept nicht sonderlich gut auf.
Grafik

Tolle 3D-Präsentation sorgt für das passende Flair auf dem Doppelbildschirm.
Sound

25 solide Sons gepaart mit nervigen Soundeffekten.
Spielspaß

Die mäßige Steuerung rüttelt leider ziemlich am Spielspaß.








Details
Spielname:
Guitar Hero: On Tour

Publisher:
Activision

Developer:
Vicarious Visions

Genre:
Sonstiges

Release:
08.20.1508

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

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