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Unsolved Crimes: Tatort New York


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Unsolved Crimes: Tatort New York - Review vom 23.12.2008

Lieber böser Weihnachtsmann...
Die Boulevardzeitung FEST schreibt: Ganz Weihnachtshausen ist in heller Aufregung - und das nicht nur wegen den angebrannten Plätzchen im Ofen, dem überteuerten Geschenkpapier und den vorhersehbar einfallslosen Krippenspielen an Heilig Abend... Es wird gefahndet nach einem circa 1,85-Meter großen Mann, gekleidet in einen gefütterten roten Stoffmantel und ausgerüstet mit einer gleichfarbigen Zipfelmütze, die nach Zeugenaussagen des Frauenchors im 3/4-Takt blinken soll. Das Kennzeichen seines Wagens trägt die Ziffern „N-POL2412“, zuletzt wurde er am Glühwein-Stand auf dem städtischen Striezelmarkt gesehen... Opfer der grausamen Tat: Rudi Rentier (12), das man während einer Weihnachtsfeier des örtlichen Schlittschuhlauf-Vereins anstelle von Gerda Gans im Ofen fand, mausetot, einen angebissenen Bratapfel im Maul. Die Polizei schließt Selbstmord inzwischen aus, nachdem Feuerzangenbowle während der Arbeitszeit verboten wurde.

Auch das Motiv des Hauptverdächtigen schiene glasklar: R. Rentier habe ein „besinnliches, frohes und festliches Verhältnis“ mit W. Manns Verlobter gehabt, schreibt inzwischen die Zeitschrift mit den vier großen Buchstaben. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren - Hinweise aus der Bevölkerung bitte an die örtlichen Sternensänger. Für entscheidende Tipps, solange sie in Versform vorgetragen werden, ist eine Belohnung von 3000 Gramm gebrannter Mandeln ausgesetzt...

Auch wir von PlanetDS haben uns mit besagtem Fall beschäftigt, nachdem „Unsolved Crimes - Tatort New York“ unsere Sinne geschärft und unsere Kombinationsgabe angeregt hat... Ist W. Mann wirklich so unmenschlich, wie ihn die Presse oberflächlich darstellt? Warum kichert Bauer Müller so verschmitzt, der mit Gerda Gans letzten Dienstag den Preis für außergewöhnlich wohl genährte Vögel erhalten hat? Was bedeuten die Stimmgabel und ein Wunschzettel aus ausgeschnittenen Buchstaben, die man am Tatort fand? Bestehen Parallelen zum mysteriösen Todesfall von Schlittenhund Schlappi, der wegen „Last Christmas“ an einer Mittelohrentzündung starb? Was schenke ich bloß meiner Großmutter zu Weihnachten? Und WAS macht der Osterhase eigentlich in dieser viel zu langen Einleitung, der hiermit erwähnt wäre!?

Lassen wir diese haltlosen Vorüberlegungen und beschäftigen uns lieber erstmal mit der DS-Umsetzung des vorliegenden Krimi-Adventures... Das hat zum Glück relativ wenig mit Weihnachten zu tun. Haben die Mitarbeiter Empire Interactives seit unserem Preview-Bericht ihr neuestes Videospiel nochmal überprüft?

Mord ist kein Kavaliersdelikt!
Ihr befragt allerhand verdächtige Zeugen und begutachtet Beweise auf einem 3D-Screen? Das muss ein „Phoenix Wright“-Abklatsch sein! Die Hintergründe scheinen verborgene Zimmer im zwielichtigen „Hotel Dusk“ zu sein - ein textintensives Adventure also! Außerdem beantwortet der Spieler unzählige, eindeutig formulierte Fragen, als ob man sich in einer Quiz-Sendung befände... Was zum Sherlock Holmes ist denn „Unsolved Crimes - Tatort New York“ nun für ein Genre? Die PlanetDS-Redaktion schafft Klarheit: Grundsätzlich haben wir es hier mit einem Grafik-Adventure im Handheld-Format zu tun, dass euch in insgesamt 13 Fällen den Jungspund einer Kriminalkommission kontrollieren lässt. New York in den 70ern, Großraumgebiet für Verbrechen und illegale Verhandlungen, hält dabei als Schauplatz her.

Täglich erreichen unser Kriminalbüro -Ausgangspunkt im Spiel- knifflige Fälle, die nach einer echten Spürnase verlangen: Von vorgetäuschten Raubmorden über zerstückelte Leichen, bis hin zu mysteriös umgekommenen Menschen ist alles dabei, was den klassischen „Tatort“-Gucker anmacht. An eurer Seite ermittelt stets die forsche und dennoch charmante Marcy Blake, die mit Hinweisen aushilft und durch die entsprechende Mission führt. Der Aufbau jedes Mordfalls ist grundsätzlich ähnlich gestrickt: Untersucht den Tatort, sammelt Beweise und enthüllt widersprüchliche Aussagen der Verdächtigen, damit einzelne Fragen freigeschaltet werden. Diese müssen natürlich korrekt beantwortet werden und dienen u.a. zur Erschließung der Motivfindung (z.B.: „Was hatten Hinze und Emily Coates für eine Beziehung?“) und natürlich zur Entlarvung des Mörders (z.B.: „Wer hätte diesen Keller in eine Falle verwandeln können?“). Manchmal müsst ihr auch kreativer und vor allem aktiver werden, wenn beispielsweise tödliche Fallen rekonstruiert oder zusätzliche Skizzen angefertigt werden sollen. Für jede Frage (bzw. Aufgabe) wird übrigens ein Anforderungsprofil angezeigt, wobei die Werte Intelligenz, Intuition, Wahrnehmung, Kondition sowie Bestimmtheit abgewogen werden - dem täglichen Trainingsprofil eines „Dr. Kawashimas Gehirnjoggings“ nicht unähnlich. Unterbrochen und schließlich abgeheftet werden eure Überlegungen durch die einzelnen Berichterstattungen und den obligatorischen Abschlussbericht, welche wir Captain Abbot (unserem Chef im Kriminalbüro) liefern müssen.

Manchmal unlogisch und nicht selten ärgerlich präsentiert sich der kernige Schwierigkeitsgrad während besagter Multiple Choice-Tests. Immer wenn der Grünschnabel (das seid ihr!) eine falsche Antwort ausplappert, straft euch die entnervte Marcy mit Sterne-Abzug - gestartet wird übrigens stets mit drei Sternsymbolen, welche geduldete Fehlversuche innerhalb der Mission verbildlichen. Sind alle Versuche aufgebraucht, flimmert das tragische „Game Over“ unserer Detektiv-Truppe über die DS-Screens, da Marcy euch von der Arbeit verweist... Realitätsfern (wenn auch für die Videospiel-Umsetzung nahe liegend) ist das deshalb, weil auch echte Kriminalinspektoren und Polizisten falsche, vielleicht unlogische Vermutungen treffen können und dürfen, solange sie nach erneutem Nachdenken ihre fehlerhafte Ansicht nicht vehement weiter vertreten. Wer besonders knifflige Aufgaben korrekt beantwortet, wird übrigens auch mal mit einem Bonus-Stern belohnt.

Der Mörder ist diesmal der Butler - sagt zumindest der Gärtner.
Von unabdingbarer Wichtigkeit sind die mehrmals aktualisierten Akten, die ihr mittels eines Icons am unteren Bildschirmrand jederzeit aufrufen könnt - auch, während ihr bereits beim Lösen der Quizfragen oder beim Abliefern des Abschlussberichts seid. Komfortabel! In den Profilakten sind Opfer und Verdächtige aufgelistet, ebenso wie deren persönliche Daten und aufgenommene Aussagen, aus denen sich eventuelle Alibis oder mögliche Mordgründe ergeben können. Lest sorgsam, denn in einzelnen Wörtern können sich bereits verknüpfende Schlüsse auf den Tathergang verstecken!

In „Unsolved Crimes“ wird man jedoch nie selber mit den Zeugen sprechen, sondern darf stets nur als passive Kombinationsmaschine die Fäden zusammenführen, um schließlich den Täter überführen zu können. Eine Tatortskizze, die mit Stylus-Zeichnungen ergänzt werden kann, eine chronologische Auflistung (oftmals mit Uhrzeit) der bekannten Ereignismomente im Fall und -nicht zu vergessen- die Beweisakte sind zusätzliche Handwerkszeuge in unserem Job. Dabei klappt die Organisation und Menü-Orientierung sehr gut, wodurch der reinen Ermittlungs- und Denkleistung quasi nichts im Wege steht.

Steuerung:
Trotz des nicht eindeutig bestimmten Untergenres der Adventure-Welt ist euch der Stylus stets ein treuer Komplize im Kampf gegen das Verbrechen, der vor allem Point & Click-Funktionstechniken aufweist. Ihr untersucht den Tatort, verwaltet die einzelnen Akten und lasst plastisch dargestellte Beweise im Untersuchungsbildschirm rotieren, um beispielsweise auch die Rückseite der blutigen Tatwaffe zu betrachten - so, wie bereits die Beweisermittlung in den „Phoenix Wright“-Dauerbrennern gehandhabt wurde. Am Tatort blickt man aus einer Ego-Sicht auf das Geschehen, wobei die Fortbewegung mit einer cleveren Kombination der Tasten und des Touchpads gelöst wurde. Eine kleine Eingewöhnungszeit sollte man aber einplanen.

Grafik:
Wo Menschen gewaltsam umkommen, fließt oftmals auch rote Körperflüssigkeit - trotzdem geht es in „Unsolved Crimes“ nicht derart unappetitlich und detailliert zur Sache wie bei Schockern der Marke „Resident Evil“ oder „Dementium: The Ward“. Die Altersfreigabe ist mit 12 Jahren ja auch relativ milde. Damit liegt allerdings auch eine strittige Tatsache auf der Hand: Außer einer kurzen, in schwarz-weiß gehaltenen Anfangssequenz und einigen mäßigen Minigames werden die Handlungselemente bloß in Standbildern erzählt. Wo waren die zuständigen Animationen-Designer? Der Spieler bekommt keinerlei Zeugen zu Gesicht und stolpert durch sterile, zu aller Ungeschicklichkeit verpixelte Räumlichkeiten. Diese Umgebungen sind zwar in 3D gehalten, müssen sich aber nicht vor einer Festnahme wegen übermäßiger Schönheit fürchten. Nach allen kritischen Sticheleien kann man der stilsicheren Kriminal-Software jedoch anrechnen, dass Charaktere und Schauplätze eine beklemmende, passende Atmosphäre ausstrahlen, die sich mit Vorzeige-Adventure „Hotel Dusk“ vergleichen lässt.

Sound:
Die musikalische Leistung, die man innerhalb der 13 Mordfälle aus dem DS-Modul herauskitzeln kann, drängt sich mit Sicherheit nicht ins Rampenlicht. Treffende Detektiv-Soundtracks werden zwar gekonnt imitiert, verlieren nach einigen Wiederholungen allerdings ihren Glanz. Durchgängig gelungen sind hingegen die vielen unscheinbaren Geräusche, die durch fließendes Abwasser in der Kanalisation, Vogelgezwitscher oder dezente Menschenstimmen im Hintergrund ausgefüllt, und mit knarrenden Türen und raschelndem Papier ergänzt werden. Eine Sprachausgabe (und sei es nur bei den Fragen) hätte dem Spannungsgrad übrigens noch mehr Transparenz und Güte verliehen.

Features:
Wie der Profi-Killer seine Aufträge straight und fehlerlos abwickelt, und der Geheim-Detektiv behutsam und nach vorgeschriebenen Regeln vorgeht, ist auch „Unsolved Crimes - Tatort New York“ recht linear geworden. Zwischen die eigenständigen Mordfälle gesellt sich eine recht dünn ausgeschmückte Rahmenhandlung, die mit eingeschobenen Minigames eher überflüssig erscheint. Nach jedem Fall gibt es eine Bewertung in amerikanischen Schulnoten (zum Beispiel A, B+ etc.) und eine grafische Darstellung eurer Fähigkeiten in unterschiedlichen Werten, wie Wahrnehmung, Intelligenz und Intuition. Wiederholungstäter dürfen bereits erledigte Missionen erneut anwählen, wobei der spielerische Reiz hierbei natürlich wesentlich geringer ausfällt als beim ersten Durchlauf, wo der Täter noch unbekannt war... Eine Angabe noch zur Spielzeit: Für jede Mission (die kurzen Rahmenhandlungs-Elemente einmal ausgeklammert) ist durchschnittlich eine knappe Stunde einzurechnen.

Fazit:
Auch wenn der verwendete Grafikstil wie ein eineiiger Verwandter von „Hotel Dusk: Room 215“ ausschaut, ist Empire Interactives „Unsolved Crimes“ kein Point & Click-Adventure der alten Schule, sondern ein durchaus spannendes und euren Grips herausforderndes Kriminal-Spiel. „Detektiv Conan“ kennt ihr alle, oder? Wer in diesem Nachmittags-Anime gerne mitgerätselt und den Tathergang zu verstehen versucht hat, wird auch hier seine Sternstunden erleben. Die Kombination aus Tatort-Observation, Beantwortung einzelner Multiple Choice-Fragen und Erschließung der Zusammenhänge hinter den semitransparenten Charakteren macht jeden Mordfall zu einem Unikat, sodass sich nur selten Hänger einschleichen. Auch darf man überall zwischenspeichern und selbst während der Fragen-Sequenzen stets erneut die Beweis- oder Profilakten kontrollieren, was den Frust-Faktor angenehm bändigt. Die zwar passende, jedoch etwas monotone Technik des Titels und der ziemlich sture Spielablauf verhindern im Fazit jedoch leider, eine Höchstwertung abzusahnen.

Ermittelt im Schnee... äh Mordfall des abgeknabberten Rentiers: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Marchreiters für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
80%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Eigenwillige Verflechtung von Touchscreen- und Tasten-Bedienung, die durch Point & Click-Mechaniken super ergänzt wird. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Intelligente Aufteilung beider Screens, verschiedene Stylus-Untersuchungen. Macht Spaß!
Grafik

Schwammig wie Motiv und Alibi - genauso ist auch die Grafikproduktion geraten.
Sound

Wiederholungstäter an jeder Ecke! Trotzdem passende Akustik, die z.B. durch Hintergrundgeräusche auffällt.
Spielspaß

Abwechslungsreiche Kriminal-Fälle reizen zum eher passiven Miträtseln. Und der Mörder ist...?








Details
Spielname:
Unsolved Crimes: Tatort New York

Publisher:
Empire Interactive

Developer:
Now Production

Genre:
Adventure

Release:
07.11.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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