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Time Hollow


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Time Hollow - Review vom 07.05.2009

Wäre es nicht genial, eine Fähigkeit zu haben, mit der man seine vergangenen Fehler korrigieren kann? Oder mit der man katastrophale Ereignisse der Vergangenheit abwenden kann? Dumm nur, dass Zeitreisen im Allgemeinen nur in Fiktion funktionieren - wobei auch da die eigentliche Funktionalität angezweifelt werden kann. Konami wagt sich nach dem vergangenen Zeitreise-Abenteuer „Shadow of Memories“ (unter anderem für PC und PS2 erschienen) jetzt ein zweites Mal an die komplexe Materie und schickt uns mit „Time Hollow“ für den DS in ein verworrenes Anime-Adventure der etwas zeitparadoxen Art. Wir haben uns für euch in den Strudel der Zeit gewagt, den Hollow-Pen in die Hand genommen und geschaut, ob das Abenteuer von Ethan Kairos gelungenes Futter für Adventure-Freunde darstellt.

Mit 17 Jahren sieht man die Welt ganz anders.
Wir schlüpfen in die Rolle der Hauptfigur Ethan Kairos, seines Zeichens fast 17-jähriger Schüler der örtlichen Lehranstalt. Er lebt zusammen mit seinem ungewöhnlich alt aussehenden Vater und seiner freundlichen Mutter ein besonnenes, ruhiges Leben. Doch genau am Tage vor Ethans 17. Geburtstag, oder besser gesagt in der Nacht zu seinem Geburtstag geschehen seltsame Dinge. In einem Traum sieht er, wie seine Eltern inmitten eines brennenden Gebäudes stehen und durch ein Portal schreiten. Als Ethan schweißgebadet aufsteht stellt er fest, dass irgendwas anders ist... Es fängt bei kleinen Details in seinem Zimmer an, dann merkt er, dass er plötzlich bei seinem Onkel lebt. Und dieser erzählt ihm darüber hinaus, dass Ethans Eltern, mit denen er noch am Vortag zu Abend gegessen hatte, seit 12 Jahren verschwunden seien. Als wären das noch nicht genug Mysterien für einen Tag, findet Ethan am Halsband seiner Katze einen mysteriösen Stift -den so genannten Hollow-Pen- der es ihm erlaubt, Löcher in die Vergangenheit zu öffnen und damit Geschehnisse aus vergangener Zeit zu beeinflussen. Das große und überaus verworrene Zeitreise-Abenteuer kann beginnen!

Um nämlich dem geheimnisvollen Verschwinden seiner Eltern auf den Grund zu gehen, muss Ethan herausfinden, was wirklich geschehen ist und die Vergangenheit entsprechend ändern. Doch mit dem Beginn seines siebzehnten Lebensjahres kommen noch viele andere Ereignisse ins Rollen. Ein häufiges Szenario ist dabei die schwere Verletzung oder gar der Tod eines Freundes von Ethan, der natürlich entsprechend verhindert werden möchte. Dazu klickt man sich per Touch-Befehl durch die Welt, erforscht die Gebiete nach Hinweisen, fragt Passanten aus und versucht so, die passenden Informationen zu den Rückblenden zu sammeln, die Ethan seit seinem 17. Geburtstag plagen. Bei besagten Rückblenden handelt es sich um Standbilder, die vergangene Ereignisse zeigen, welche Auswirkungen auf die Gegenwart haben. Klingt alles sehr kompliziert, ist aber im Prinzip recht simpel, da „Time Hollow“ den Spieler quasi ständig durch das Spiel leitet und Tutorials zu Beginn auch alles Wissenswerte zum Thema Vergangenheitsmanipulation erklären.

Apropos Zeitpfuscherei: Haben wir dann endlich die nötigen Infos, geht’s ans Eingemachte. Dann nämlich beginnt Ethans Hollow-Pen am Ort der Rückblende zu leuchten, was ihm erlaubt, ein Loch in die Vergangenheit zu öffnen. Doch die Position des in die Luft gestanzten Zeitloches will gut überlegt sein. Ihr könnt nämlich nur eine bestimmte Anzahl von Portalen pro Kapitel öffnen und im fortschreitenden Spiel wird der Vorrat immer knapper. Zum Glück treibt sich Ethans Kater Sox aber ebenfalls in der Stadt herum und versorgt euch mit Bonus-Energie für den Hollow-Pen. Habt ihr dann das Loch an der richtigen Stelle angesetzt, müsst ihr lediglich mit dem richtigen Objekt in der Vergangenheit interagieren (das kann das Entfernen eines Gegenstandes oder das Rufen einer Person sein), das Tor schließen und die Auswirkungen auf die Gegenwart untersuchen.

Und diese Auswirkungen können es manchmal in sich haben. Zu Beginn läuft natürlich alles erwartungsgemäß glatt, aber je weiter ihr im Abenteuer voranschreitet, desto komplexer werden die Probleme. Die Abwendung eines Unfalls beschwört den nächsten herbei, das Verhalten anderer Menschen ändert sich manchmal radikal… Es ist schon interessant, die verschiedenen Ergebnisse eurer Zeitflickerei zu beobachten. Und genau das sorgt dafür, dass die Welt von „Time Hollow“ interessant bleibt. Nur leider gibt es da ein paar ziemlich gravierende Probleme: So spannend die Geschichte auch ist, vom spielerischen Anteil her taugt „Time Hollow“ leider nicht allzu viel. Nicht nur, dass ihr im Ace Attorney-Stil prinzipiell nur von Ort zu Ort wandert, um die Umgebung nach den entscheidenden Hinweisen abzusuchen, ihr bekommt in der Regel auch noch sehr gut vorgeschrieben, was ihr wo zu tun habt. Das Spiel nimmt euch kontinuierlich an die Hand und lässt euch lediglich gegen Ende ein klein wenig herumrätseln. Die Herausforderung bleibt aber im Großen und Ganzen aus, womit „Time Hollow“ ähnlich wie „Hotel Dusk“ oder „Ace Attorney“ eher zu einem umfangreichen Leseabenteuer wird - wobei diese beiden Spiele wenigstens noch die ein oder andere Kopfnuss bereithielten.

Steuerung:
Wie es sich für das Genre anbietet, wird „Time Hollow“ komplett nach klassischer Point-and-Click-Manier über den Touchscreen gespielt. Für bestimmte Aktionen wie das Verlassen eines Gebietes können alternativ aber auch die Tasten herangezogen werden. In der Regel ist dies jedoch nur selten wirklich nötig, da ihr euch recht präzise durch die Umgebungen und Mengen von Dialogen klickt.

Grafik:
So macht man Standbild-Dialoge richtig: Da der Titel sowieso schon einen Manga- bzw. Anime-Look auffährt, hat man die Gespräche mit eben diesem Gedanken im Hinterkopf gestaltet. Häufige Veränderungen der Gesichtsausdrücke der Dialogpartner, eventuell sogar kleine Comic-Szenen und hin und wieder sind sogar waschechte Anime-Sequenzen zu sehen. Die Umgebungen wie Charaktere können ebenfalls optisch überzeugen und verleihen „Time Hollow“ die nötige Atmosphäre, die ein Adventure erst so unterhaltsam macht.

Sound:
Zu einem Mystery-Abenteuer gehört natürlich auch der passende Soundtrack. Auch hier weiß „Time Hollow“ zu gefallen: Angefangen beim Intro-Song, der perfekt zum Anime-Stil passt, über die ruhigen, wenn nicht sogar unheimlichen Melodien, wenn etwas unerklärliches vor sich geht bis hin zu den spannenden, schweißtreibenden Stücken, die einen durch die packenden Sequenzen schieben. Hinzu kommt eine gelungene (englische) Vertonung in den Zwischensequenzen. Alles in allem kann sich „Time Hollow“ sichtlich hören lassen!

Features:
Und hier liegt das große Problem des Titels: Trotz seiner sechs Kapitel plus Prolog und Epilog ist „Time Hollow“ alles andere als umfangreich und damit ruck-zuck durchgespielt. Zwar laden ein alternatives Ende, ein „Shadow of Memories“-mäßiger Déjà Vu-Modus und kleine Detailänderungen in der zweiten Runde zu einem erneuten Durchgang ein, aber wirklich viel mehr Wiederspielwert kitzelt ihr so auch nicht aus der DS-Karte. Da hilft es auch nicht, dass das Spiel -wie oben schon angemerkt- extrem leicht ist.

Fazit:
Willkommen im Wechselbad der Gefühle: „Time Hollow“ ist eigentlich ein hervorragendes und fesselndes Adventure, das man guten Gewissens an jeden Fan des Genres mit Begeisterung für verdrehte Zeitreise-Geschichten weiterempfehlen kann - wenn man nicht schon nach fünf bis sieben Stunden bereits den Abspann erblicken würde und der Titel wenigstens eine kleine Herausforderung wäre. So seid ihr den größten Teil des Spiels leider lediglich Zuschauer einer, zugegeben gelungen präsentierten Geschichte. Solltet ihr euch also für Zeitparadoxen, Vergangenheitsmanipulation und andere Zeitreisephänomene interessieren und euch dabei nicht an dem niedrigen Schwierigkeitsgrad sowie der recht kurzen Spieldauer stören: Schlagt zu. Veteranen des Genres dürften sich aber dezent unterfordert fühlen.

Schnappt sich den Hollow-Pen, um die Vergangenheit geradezubügeln: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

WERTUNG:
71%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Gelungene Point-and-Click-Steuerung, die eigentlich kaum Raum für Wünsche offen lässt. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Die Steuerung erfolgt hauptsächlich bis ausschließlich über den Touch-, Dialoge werden auf dem Topscreen ausgelagert. Lediglich das Mikrofon bleibt stumm.
Grafik

Spitzen-Präsentation im Manga-Stil, kleine Anime-Sequenzen inklusive. Kann sich sehen lassen!
Sound

Atmosphärische Melodien, die das geheimnisvolle Geschehen gekonnt unterstreichen.
Spielspaß

Spannendes, verworrenes, wenn auch leider viel zu kurzes und leichtes Vergnügen.








Details
Spielname:
Time Hollow

Publisher:
Konami

Developer:
Konami

Genre:
Adventure

Release:
04.12.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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