PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
Nicht angemeldet!     Neu Registrieren   Loginname  Passwort:     Passwort?

Harvest Moon: Mein Inselparadies


  • Testbericht
  • Bilder (4)
  • News & Videos (3)
  • User (24)
  • Spiel Kaufen
Harvest Moon: Mein Inselparadies - Review vom 03.02.2009

Für die traditionsreiche „Harvest Moon“-Serie verlief der Start auf dem DS alles andere als rosig: mittelprächtige Wertungen, spartanischer Touchscreen-Gebrauch, Grafik auf GBA-Niveau und nur wenig Neuerungen, lautete das ernüchternde Fazit. Es folgte mit „Harvest Moon DS Cute“ die Variante für Mädchen - und war quasi identisch mit dem wenig ruhmreichen Vorgänger. Abgesehen von zweifelhaften Franchise-Milking-Aktionen wie „Puzzle de Harvest Moon” wagte sich Marvelous Interactive mit dem Spin-Off „Rune Factory“ erstmals als andersartiger Vertreter der Farmer-Serie aufs Parkett. Das Ergebnis erntete viel Lob und ein erleichtertes Aufatmen seitens der Fans, die beruhigt feststellten, dass „Harvest Moon“ doch noch die Kurve gekriegt hatte.

Genannter Serienvertreter schmeckte allerdings nicht allen Veteranen, da trotz der Kombination von Dungeon Crawler und Farmarbeit der Charme vergangener Titel wie „Back to Nature“ (PlayStation) oder „Friends of Mineral Town“ (Gameboy Advance) fehlte. Somit ist Natsume bestrebt, mit dem neuesten Ableger der Harvest Moon-Reihe „Harvest Moon - Mein Inselparadies” an den Erfolg vergangener Tage anzuknüpfen - zum einen durch pfiffige Neuerungen, zum anderen durch die Wiederkehr bewährter Spielelemente. Wir haben im Zuge des europäischen Releases unsere Gießkanne geschnappt, Omas Garten umgepflügt und natürlich einen genaueren Blick auf den Serienspross geworfen...

Karotten-Cocktails und Bauer-Modenschau - Happy Birthday Harvest Moon!
Pünktlich zum zehnten Geburtstag der beliebten Farming-Sim, schaffte es ein weiterer Teil vom exotischen Japan nach Amerika, ins Land der Hotdogs und Hamburger. Im Zuge dieses Jubiläums startete amazon.com eine Sonderaktion: Wer die DS-Version vorbestellte, erhielt als kleine Dreingabe ein Plüsch-Huhn. Auch ein Strategy-Guide ist wieder mit von der Party, wobei dessen Nutzen mal dahin gestellt sei. Begannen vergangene Teile noch mit Gedächtnisverlust oder der x-ten unverhofften Erbschaft, so schlägt „Mein Inselparadies“ zur Abwechslung mal in die Robinson Crusoe-Kerbe und lässt euch auf einem vermeintlich verlassenen Eiland stranden. Statt allerdings schleunigst ein Floß zu bauen, um die Flucht zu ergreifen, beschließt ihr euch auf dem sonnigen Fleckchen niederzulassen. Damit man nicht ganz allein dasteht, werden zufälligerweise auch die anderen Mitreisenden an den Strand gespült - mit der Altersfreigabe im Hinterkopf, hätte Natsume die anderen Passagiere auch kaum ertrinken lassen können...

Zu Beginn seid ihr nur eine Handvoll, doch im Laufe der Zeit lockt die idyllische Insel immer mehr Leute an, welche wiederum neue Läden eröffnen und so zum steten Wachstum beitragen. Natsume verspricht Spielern ganze 30 Haupt- und 70 Nebencharaktere, von denen Letztere natürlich nicht zu jeder Zeit auf der Insel herumhängen, sondern einige bloß gelegentlich auf einen Besuch hereinschneien und andere nur saisonbedingt vorbeikommen. Doch Vorsicht: Vernachlässigt ihr eure Farm, werden die Leute enttäuscht wegziehen und euch mit einem Sack voll Schuldgefühlen zurücklassen.

Hey - dich kenn ich doch!
So dürfte es dem ein oder anderen Spieler gehen, der bereits das zuvor erwähnte „Back to Nature“ beziehungsweise „Friends of Mineral Town“ erlebt hat, denn diverse Gastauftritte altbekannter Dörflinge sind in den neuen „Harvest Moon“-Teil integriert. Um dem Insel-Tratsch mal Rechnung zu tragen: Karin ist mittlerweile mit dem Hennen-Hüter Rick (ja genau, der Typ mit dem hässlichen Schweißband um den Kopf) verheiratet und besucht zusammen mit der süßen, rosa-haarigen Popuri gelegentlich euer Eiland. Auch Letztere ist mittlerweile unter der Haube und dreimal dürft ihr raten wer der Glückliche ist... Genau: der Pizza mampfende, großmäulige Tunichtgut Kai... Die beiden Schönheiten fallen für eine etwaige Brautschau also schon einmal flach - doch nicht verzagen, denn für das nach Liebe lechzende Bauernherz gibt es fünf holde Weibsbilder, die jeden Geschmack ansprechen dürften: Natalie ist das perfekte Bauernmädel, während die bezaubernde Julia locker zur „Miss Insel 2008“ taugt. Die scheue Ceffina steht auf Erze und scheint die traditionelle Rolle der „Mary“ einzunehmen, die in früheren Teilen stets die Kirche, beziehungsweise Bibliothek hütete.

Ein weiteres „Oha“-Erlebnis dürften Kenner von „Friends of Mineral Town“ (GBA) bei der vierten holden Maid haben: Niemand geringeres als die Hexenprinzessin persönlich will umworben werden. Kleiner Tipp diesbezüglich: Die Unruhestifterin steht auf Teddybären! Zu guter Letzt hätten wir dann noch Chelsea - sie ist das einzige Mädel, bei der kein anderer junger Mann euch den Rang streitig macht, zudem taucht sie nur auf, wenn ihr als Junge spielt. Natürlich kann man sich auch als Farmermädel -sollte man sich für diese Rolle entscheiden- nicht über Ehemänner-Mangel beklagen. Hier sind die Rivalitäten umgedreht: Die Jungs, welche, wenn ihr als männlicher Farmer zu Felde zieht, eure Rivalen sind, sind nun eure potenziellen Göttergatten.

Weg von der Menschheit, hin zu allerhand Gewächsen - ebenfalls elementar in der Simulationsreihe. Wie in einigen vorhergehenden Spielen haben Pflanzen auch diesmal bestimmte Qualitätsstufen. So braucht beispielsweise eine Tomate vier Regen- und vier Sonnenpunkte, um zu reifen. Überwässert ihr euer Strauchgemüse hingegen, sinkt die Qualität und somit auch der erzielbare Marktpreis. Da das Wetter diesmal eine besondere Rolle spielt, ist -wie bereits in „Back to Nature“- ein Gewächshaus mit von der Partie, welches eure wertvollsten Obst- und Gemüsesorten vor Wind, Wetter und bösartigen Stürmen schützt. Auch ein paar ungewöhnlichere Pflanzen sind diesmal dabei: Neben Reis lassen sich so Weizen und Sojabohnen anbauen. Außerdem feiert das beliebte Kochfeature sein Comeback und offeriert eine gut sortierte Sammlung an gut 100 Rezepten, von denen einige erst im Spielverlauf freigeschaltet werden. Die Festivals, welche in „Rune Factory“ zur Farce verkamen, wurden nicht nur in ihrer Anzahl erhöht - auch an der Qualität und dem Fun-Faktor wurde ordentlich geschraubt: Hahnenkampf, Eiersuche, Schwimmwettkämpfe und Pferderennen warten darauf, von euch gewonnen zu werden. Hinzu kommen jede Menge zufällige Events sowie spezielle, Personen-bezogene Ereignisse.

Steuerung:
Die Stylus-Steuerung entpuppte sich in vorherigen Teilen noch als optional, ist dieses Mal jedoch die einzige Möglichkeit, euren Schützling durch die spartanische 3D-Welt zu bewegen. Das Steuerkreuz dient zum Ausführen unterschiedlicher Aktionen - so greift ihr beispielsweise zum aktuell angebrachten Werkzeug oder wechselt schnell zwischen verschiedenen Lokalitäten. Um mit den Dorfbewohnern über Mode, das Fischen oder andere Dinge zu fachsimpeln, tippt man sie einfach mit dem Stylus an. Dies gestaltete sich vor allem zu Beginn des Spiels als schwierig, doch mit etwas Übung erlernt man auch diese neue Methode recht fix, um in die „Harvest Moon“-Welt einzusteigen. Trotzdem bleibt die neue Steuerungsvariante eher Geschmackssache. Problem ist ebenfalls die etwas schwammige Bedienung in den Menüs selbst. So kann es gut und gern einmal passieren, dass man sich mit etwas Saatgut ausrüsten möchte, anstatt dessen dieses jedoch wegwirft. Sehr ärgerlich!

Grafik:
Wie schon in „Rune Factory“ oder „Harvest Moon DS, spielt sich das Hauptgeschehen auf dem Touchscreen ab, während der obere Bildschirm als Karte dient und sogar die aktuelle Position der jeweiligen Dorfbewohner anzeigt - sehr praktisch, wenn man mal auf der Jagd nach einer bestimmten Person ist. Bei der Optik versuchte man über das GBA-Niveau von „Harvest Moon DS“ hinauszuwachsen und erfreut sich zwar an einer farbenfrohen Welt, sowie 3D-Charaktermodellen, jedoch sind diese in ihrer Detaildichte eher…verbesserungswürdig. Neben den Figuren werden auch die meisten anderen Objekte in eurer virtuellen Welt in 3D dargestellt, wie beispielsweise Häuser, Möbel oder Tiere. Jedoch fällt jedem geübten Auge dabei auf, dass alles sehr lieblos gestaltet wurde und vielmehr an Pixelbrei erinnert, als an die glaubwürdige Darstellung einer leckeren Farmerfrucht.

Sound:
So klar wie Kloßbrühe ist, so sicher ist es auch, dass es selbst in diesem „Harvest Moon“-Ableger für jede Jahreszeit eine eigene Melodie gibt. Möchte man den charakteristischen Sound Neulingen beschreiben, passen wohl am besten die Attribute: „Heile Welt“-Musik mit quietschigen Tönen und sich immer wiederholenden melodischen Takten. Definitiv nach einiger Zeit nervend, eingefleischten „Harvest Moon“-Zockern fällt die eher mittelmäßige Musik aber bereits gar nicht mehr auf. Ein Schmankerl findet man jedoch speziell bei diesem Teil: An manchen Stellen wird des Spielers Ohr mit einer Sprachausgabe beglückt!

Multiplayer:
Ja, es gibt ihn wirklich! Wer hätte das gedacht? Na gut, es handelt sich zwar nur ansatzweise um einen Versuch, Mehrspieleroptionen in das Spiel zu integrieren, aber das ist endlich der erste Schritt in die richtige Richtung. Integriert wurde so zum Beispiel ein Online-Ranking, in welchem erfolgreiche Bauern in verschiedenen Kategorien dicke Preise abstauben können, sofern sie im internationalen Vergleich mit Konkurrenten ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen. Selbst ein Voice-Chat ist vorhanden, mit dem man sich mit anderen Farmern unterhalten kann. Natürlich sind besagte Extras eher geringfügig, wenn man sich überlegt, was man alles aus dem Titel herausholen könnte. Ein Survival-Training auf der Insel, das man zu zweit durchstehen muss? Einer pflanzt Samen und erntet Früchte, der andere sorgt für genügend Brennholz und kümmert sich um das Versorgen der Tiere... Wir denken da zum Beispiel an das grandiose „The Legend of Zelda: Four Swords“ auf dem GBA zurück. Man kann wirklich ALLES aus so einem Titel rausholen, und das wünschen wir uns auch für die nächsten Teile.

Fazit:
„Harvest Moon - Mein Inselparadies“ hat, mal abgesehen vom gewöhnungsbedürftigen deutschen Untertitel, eine Licht- und Schattenseite. Das Farmerleben ist -wie bereits auch in den Vorgängertiteln- fesselnd, vor allem wenn man die Spielereihe vorher noch nie eines Blickes gewürdigt hat. Die Entwickler orientierten sich in vielen Bereichen des Titels an bereits funktionierenden Konzepten aus anderen Ablegern. Der Koch-Modus oder die Festivals im Jahr sind zum Beispiel wieder ohne Einschränkungen mit an Bord. Trotzdem: Der Gesamteindruck des Spiels hinterlässt einen faden Beigeschmack. Gründe lassen sich zum einen an der schwachen Präsentation, zum anderen an den wenigen Neuerungen im Spiel selbst festmachen. Nach dem 10.000sten „Harvest Moon“ macht es für die meisten eingefleischten Zocker keinen Spaß mehr, immer wieder dasselbe zu tun. Früchte anbauen, Tiere füttern, Holz hacken, Braut umwerben, schlafen gehen. Was hätte man alles aus dem Titel herausholen können? Eine gute Ausgangsidee war ja da: Man strandet auf einer verlassenen Insel, mit nichts weiter außer sich selbst. Weshalb hätte man nicht zum Beispiel den Grundgedanken der „Lost in Blue“-Triologie mit dem Spielinhalt von „Harvest Moon“ kreuzen und noch ein paar Leckereien von „Animal Crossing“ einstreuen können? Fragen über Fragen. Schlussendlich bleibt nur zu sagen, dass es nicht wirklich lohnt, diesen Teil des Farmerspiels ebenfalls in seine Sammlung zu holen, wenn man bereits andere Ableger der usprünglichen Sucht-Serie besitzt. Nur wirklich eingefleischte Fans oder interessierte Neulinge mit einem DS sollten zuschlagen.

Segeln zur idyllischen Gaming-Insel des erfolgsversprechenden Farmerlebens: Franzisca Mannan [AbdSabour] und Elisabeth Grunert [Liese] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
72%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Touchscreen-Pflicht. Lässt sich bedienen, bleibt aber dennoch Geschmackssache. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Normales Harvest Moon-Gameplay mit Stylus-Einsatz.
Grafik

Herber Pixelbrei anstelle von leckerer Feldfrüchteoptik.
Sound

Abwechslungsarm, altbekannt. Typische „Harvest Moon“-Musik eben.
Spielspaß

Die Farmersimulation ist und bleibt eine Legende. Langsam aber bitte mal mehr Abwechslung!








Details
Spielname:
Harvest Moon: Mein Inselparadies

Publisher:
Rising Star Games

Developer:
Natsume

Genre:
Sonstiges

Release:
12.12.2008 (erschienen)

Multiplayer:
1-2

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (4)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop