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Disney Friends


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Disney Friends - Review vom 18.07.2008

That’s what Friends are for
Alle Marketing-Artikel, für welche die kapitalistische Industrie mit dem Namen „Walt Disney“ wirbt, sind in irgendeiner kunterbunten Art und Weise vom Phänomen mittelmäßiger Authentizität betroffen... Nicht gänzlich ausgeschlossen sind auch Wanduhren, Bettwäsche oder Teppiche. Videospiel-Umsetzungen mit zarten Prinzessinnen oder matschig programmierten Tierprotagonisten in der Heldenrolle eines ideenarmen Jump’n Run trifft es allerdings noch schwerer. Ob das Passwort-System einen den sprichtwörtlichen Abgrund hinunter stürzt, das langweilige Leveldesign abturnt - in jedem Fall verliert der damalig so packende Kinobesuch eines Disney-Films seine Magie. Die Disney Friends wollen es nun besser machen und versuchen, den Knuddel-Bonus innerhalb eines Tamagotchi-Spielprinzips voll auszuschöpfen. Wie gut es den Entwicklern gelang, den unvergleichlichen Charme des Trickfilm-Königs in dieses Szenario zu packen, haben wir aus den zutraulichen Disney-Figuren wortwörtlich „herausgekitzelt“.

Ich werde ihn „Schwabbel“ nennen. Er wird mein kleiner Schwibbel-Schwabbel sein!
Einer der deutlichsten Unterschiede im Vergleich zu durchschnittlichen Tamagotchi-Simulationen aus der städtischen Krabbelkiste kristallisiert sich bereits zu Beginn heraus: Ihr verfügt über keinerlei Möglichkeiten, eure virtuelle Schützlingsfigur selber zu basteln. Völlig abnorme Größenrelationen oder zusätzliche Gliedmaßen gehören damit nicht zu Disney Friends Merkmalen - zum Glück! Stattdessen darf man sich um den außerirdischen Hund Stitch, Honig-Genießer Winnie Puuh, die Behüterin des Kurzkurzzeitgedächtnis Dorie sowie um Nachwuchs-König Simba kümmern. Eine herrliche Auswahl an beliebten und einzigartigen Zeichentrick-Protagonisten, wie wir finden! Während eures Daseins als sogenannter Beschützer, in dem ihr mit genügend Übung und Zeit Ränge (beispielsweise zum „Junior“ oder „Gesellen“) aufsteigt, ist der Beschützerraum die Basis aller fürsorglichen Bemühungen. Hier betretet ihr die jeweiligen Welten eurer Freunde, kauft nützliche Objekte ein, betrachtet Gemälde oder gesammelte Nadeln an eurer Pinnwand – später kommen wir auf die einzelnen Aktivitäten nochmal genauer zu sprechen.

Da bekanntlich kaum jemand intuitiv weiß, wie man mit angelegtem Touchpen für das leibliche und seelische Wohl seiner Zeichentrick-Stars sorgt, erklärt Naseweis (die lebhafte und gutmütige Mini-Fee aus „Peter Pan“) euch zunächst alle relevanten Fakten und hinterlässt unseren kribbelnden Fingern ein Versuchskaninchen: Den dreiäugigen Außerirdischen aus „Toy Story“. Das Tutorial gibt allen Neulingen die Möglichkeit, sich beispielsweise mit den Sprachbefehlen, der Benutzung von Gegenständen sowie der Ego-Perspektive vertraut zu machen, deren Kontrolle etwas gewöhnungsbedürftig ist. Wieviel Liebe und Witz in den treffend modellierten Disney-Charakteren schlummert ist kaum zu übersehen: Film-Fans, die bereits sämtliche Disney-Zitate im Zungenbrecher – Tempo herunterleiern können, werden auf Anhieb Gefallen an „Die Kralle ist mein Meister!“, Dorie's „Bist du mein Gewissen?“ oder Puuh-Bär's „Ist jetzt... Honig-Zeit?“ finden. Sprechfaulen und dem DS-Zocken in der Öffentlichkeit kommt zugute, dass man sämtliche Schlüsselwörter wie beispielsweise „Sing ein Lied“ oder „Wie geht’s?“ einfach berühren, und nicht immer ins Mikrophon brüllen muss. Obwohl ein überzeugter „Hakuna Matata!“ - Ausruf an der Bushaltestelle durchaus ein hervorragender Gesprächseinstieg sein kann...

Euer Spielfortschritt präsentiert sich in Form von Beschützerpunkten – diese verdient man unter anderem fürs Befriedigen der Bedürfnisse eurer Schutzbefohlenen, das Absolvieren von Abenteuern oder kleineren Sonderaufgaben. Je voller das Punktekonto, desto schneller erarbeitet man sich höhere Beschützer-Ränge und schaltet damit nach und nach alle vier Disney-Freunde frei – was insgesamt sehr schnell vonstatten geht. Erreicht man ein bestimmtes Tagespensum an Punkten (das „Beschützerziel“) pro Charakter, dürfen sich fürsorgliche DS-Besitzer über Sonderboni und eventuelle Geschenke der niedlichen Gefährten freuen. Kümmert ihr euch besonders vorbildlich, erhält man zudem bessere Beziehungsbezeichnungen, wobei ein eher distanziertes „Gute Bekannte“ bis hin zum vertrauenswürdigen „Beste Freunde“ reifen kann.

Füttern und Streicheln ausdrücklich gestattet!
Dem altbewährten Sims - Prinzip Folge leistend, sind auch unsere knuffigen Disney-Freunde bestimmen Bedürfnissen unterworfen. Hungrige Mägen sollte man also mit der passenden Nahrung (Honig für Winnie Puuh oder Sandwichs für Stitch) stillen, müde Gemüter haben sich ein Nickerchen verdient, bei gelangweilten Gesellen ist aufs Spaßpedal zu drücken und einsame Seelen sehnen sich nach Zärtlichkeit und freundlichen Worten wie einem liebevollen „Ich mag dich!“. Jeder Charakter ist allerdings unterschiedlich gestrickt, sodass sich die Balance dieser vier Bereiche stark unterscheiden kann. Puuh fragt verständlicherweise öfter nach „etwas Honig“ als Stitch, welcher stattdessen wesentlich mehr Beschäftigung braucht, und Dorie verfügt über einen immensen Sprechdrang. Egal, ob wir Simba gerade mit einem schmackhaften Schleim-Käfer füttern oder dem kuschlig-gemütlichen Puuh-Bär durchs Fell fahren - über den Touchscreen erhält man direkten Kontakt zu seinen Schützlingen hinter dem doppelten Bildschirm.

Auf lange Sicht gesehen wäre das pure Streichelzoo-Feature der „Disney Friends“ aber zu abgespeckt und öde. Deshalb lässt sich euer Alltag auch künstlerisch gestalten indem ihr zusammen mit eurem Kumpel ein Gemälde anfertigt oder musiziert. Als künstlerisch begabt erweisen sich schließlich alle Zeichentrick-Stars: Betätigt man einen Button innerhalb des Mal-Spiels, hinterlässt euer Liebling eine zu ihm passende Figur oder einen Form-Klecks (Savannen-Baum, Fisch, Sonne...), auf deren farblicher Grundlage man selber dann ein verfeinertes Bild kreieren kann. Genau wie in der Musikstunde, die sich lediglich durch andersartige Instrumente pro Disney-Freund unterscheidet, sind diese Zeitvertreibe jedoch keinesfalls tiefgründig und dienen somit hauptsächlich dazu sich damit ein paar zusätzliche Beschützerpunkte zu verdienen. Hübsche Gemälde à la Picasso dürfen übrigens im Beschützerraum ausgestellt werden, damit ihr ständig an eure kreativen Auswüchse erinnert werdet.

Steuerung:
Um mit der hübsch gemalten Umwelt zu interagieren (Türen öffnen, Lampen anschalten, Futter verabreichen usw.), greift man stets den Touchpen, während ihr das Geschehen aus der Ego-Perspektive betrachtet - leider sind auf Fingerverknotungen basierende Krankenhaus-Einlieferungen nicht gänzlich auszuschließen... Wollt ihr beispielsweise ein auf dem Fußboden liegendes Kleidungsstück in den Wäscheraum transportieren, müsst ihr dieses Objekt umständlich Meter für Meter vor euch „herschubsen“. Gleichzeitig einen Gegenstand tragen und um Ecken laufen lassen euch die Spielentwickler nicht. Auf die zu geringe Rechenleistung des DS lässt sich dieses Manko kaum zurückzuführen... Dass einem der Weg versperrt oder versehentlich eine Aktion ausgeführt wird, obwohl man eigentlich das dahinterliegende Objekt anklicken wollte, ist leider ebenfalls zu ertragen. Ergo: Insgesamt ist die Touchscreen-Benutzung nicht ganz einwandfrei umgesetzt, dennoch investieren zahlreiche Mini-Abenteuer in dieses Feature. Die Mikrophon-Verwendung, bei der ihr über Schlüsselwörter zu euren digitalen Freunden sprechen könnt, ist funktionstüchtig, angesichts der vielen „Gespräche“ allerdings bloß ein nettes Gimmick, welches am Schluss doch dem simpleren Berühren der Sprachbefehle weicht.

Grafik:
Einen interaktiven Zeichentrickfilm mit hohem Knuddel-Faktor in detailgetreuer Umgebung hätten wir uns gewünscht, gefehlt hat zu dieser Wunschvorstellung letztendlich nicht mehr viel. Wenn Dorie beim Walisch-Sprechen Grimassen zieht oder sich Simba geschmeidig an unsere Bildschirmscheibe reibt, offenbart sich der kindliche Charme des Titels. 3D-Grafik wie aus einem -technisch natürlich mäßigen- Animationsstreifen und ausgeprägte Gestik und Mimik ernteten in unserem Testbericht Pluspunkte.

Sound:
Den musikalischen Sektor decken überwiegend harmlose Spieluhr-Melodien in seichtem Ambiente ab, sodass kaum ein Gehör zu Schaden kommen sollte - wofür es in zeitgemäßen Videospielen ja keine Garantie mehr gibt! Unsere Erwartungen, begründet durch die authentische Disney-Atmosphäre, erfüllten diese recht neutralen Kompositionen jedoch nicht. Im Gegenteil - man vergisst schnell, was eben noch aus dem Lautsprecher hallte, als man Stitchs Auslug auf dem Ojama-Jahrmarkt beiwohnte.

Features:
Disney Interactive Studios haben sich anscheinend ausreichend erkundigt, um zu wissen, dass ohne sammelbare Goodies und freizuspielende Inhalte die triste Endlosigkeit eines Tamagotchi-Prinzips schnell den Spielspaß in den Keller fallen lässt. Deswegen erwerbt ihr nicht bloß Gegenstände in Naseweis’ Laden, sondern schaltet im Laufe des Spiels Beschützerraum-Dekorationen frei, kassiert Extra-Beschützerpunkte für besondere Leistungen wie einen täglichen Fototermin mit jeder Figur, oder sammelt Pinnwand-Nadeln - einige davon lassen sich lediglich einmal besitzen, andere gibt es öfters. Nadeln erhält man u.a. für das erfolgreiche Bestreiten von Abenteuern. Es verschlägt unsereins dabei je nach Disney-Welt in den Hundertmorgenwald zum zeitweilig obdachlosen I-Ah oder ins Unterwasser-Minenfeld zu Bruce sowie den Hai-Brüdern Hammer & Hart, wo meistens den Filmen nachempfundene Quests darauf warten, nachgespielt zu werden. Abgesehen von der fehlenden Sprachausgabe aller Drittprotagonisten, wie den Zeichentrickstars Timon und Pumba, wurden die Schauplätze recht vernünftig umgesetzt. Unterm Strich ist jedoch der eigentliche Reiz die niedlichen Filmfiguren zu umsorgen, von denen es leider nur vier gibt – obwohl Disney durchaus mehr Knuddel-Material hergegeben hätte. Einen der Bären-Brüder, Rémy das Kochass aus Ratatouille oder gar das gefräßige Krokodil aus Peter Pan wären wünschenswerte Neuzugänge für den Nachfolger. Besonders bei letzterem Tierchen sollte der Schwierigkeitsgrad schon beim Streicheln ganz andere Dimensionen annehmen...

Multiplayer:
Über Sinn- oder Unsinn eines auf Minispielen basierenden Mehrspieler-Modus (ohne Singlecard-Funktion) lässt sich streiten. Das Ergebnis erlauben wir uns diesmal aber vorwegzugreifen: Kaum jemand findet anhaltenden Gefallen daran, im Stylus-Duell Edelsteine auszugraben oder Gemälde nachzuzeichnen. Insgesamt ist die WiFi-Funktion, welche das Tauschen von Nadeln, Gegenständen oder Fotos erlaubt nur mittelmäßig, vom Tauschpartner-Mangel mal ganz zu schweigen.

Fazit:
Dass seit dem Abflachen der Tamagotchi-Taifunwelle tausende virtuelle Dinos, Hündchen, Schildkröten sowie Höhlenmenschen starben und heute im Abstellregal verwesen, merkt man „Disney Friends“ nicht wirklich an. Dabei charakterisieren haargenau dieselben „Nintendogs“ - typischen Merkmale den aufgeweckten DS-Titel und stellen somit keine Gameplay-Revolution dar. Mit Sicherheit werden sich deshalb erwachsene Shooter-Fans oder strikte Disney-nur-im-Ausnahmefall-Gucker nur äußerst bedingt an einem gähnenden Simba oder einer plaudernden Dorie erquicken können, zumal die Eintönigkeit der Aufgaben und die ausdrucksschwachen Abenteuer spielerisch keine herausragende Qualität erreichen. Dennoch - gerade das weitgehend authentische Design, an dem nicht zuletzt Grafik & Sound mitwirken, erzeugt das Gefühl eines kleinen Kinofilm-Schützlings, der eure Fürsorge benötigt. Und letztendlich ist diese unaufdringliche Verwendung der Disney-Lizenz allemal geeigneter, als einen weiteren 0815-Plattformer mit vorprogrammierten Langeweile-Perioden unters Volk zu werfen... Jüngeren DS-Jüngern sei „Disney Friends“ also durchaus ans Herz gelegt – vorausgesetzt man kümmert sich auch um seine realen Freunde!

Wünscht sich den Dschinnie als besten Kumpel: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Disney Interactive für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
72%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Gewöhnungsbedürftige Ego-Perspektive und eigenwillige Touchscreen-Kontrolle. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Mikro und Touchscreen platzieren sich in der vordersten Reihe, der doppelte Bildschirm bleibt etwas vernachlässigt.
Grafik

Tiggertastisch! Knuffig – witzige Animationen eurer liebsten Disney-Charaktere.
Sound

Harmloses Hintergrund-Geleier ohne Wiedererkennungs-Wert, dazu aber authentische Sprachsamples.
Spielspaß

Stitch, Dorie, Puuh und Simba sind Filmstars, kein Tamagotchi-Futter! ... Trotzdem nett aufgezogener Beschäftigungstitel für Kids.








Details
Spielname:
Disney Friends

Publisher:
Disney Interactive Studios

Developer:
Amaze Entertainment

Genre:
Sonstiges

Release:
08.20.2105

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

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