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Kochkurs - Was wollen wir heute kochen?


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Kochkurs - Was wollen wir heute kochen? - Review vom 06.07.2008

Unser schnelllebiger Lebensstil führt nicht nur zu stetig wachsendem Stress. Auch die Nahrungsaufnahme spiegelt den aktuellen Trend der Gesellschaft wieder - ein Symptom unserer Zeit: Fast Food! McDonalds, Kentucky Fried Chicken, Burger King und Pizza Hut, um nur einige zu nennen, locken den nach Nahrung gierenden Magen seines hektisch umherhechelnden Besitzers, mit der Aussicht auf eine schnelle, unkomplizierte Mahlzeit. Ältere Generationen können ob dieses Wahnsinns nur entrüstet den Kopf schütteln - schließlich geht doch nichts über Omas himmlische Kartoffelsuppe oder Großpapas deftige Grillwürstchen mit pikantem und vor allem selbst gemachten Kartoffelsalat. Ein weiteres Symptom unserer Zeit: Die Kunst des Kochens wird von einer breiten Masse der Bevölkerung sträflich vernachlässigt, das Hauptargument: keine Zeit. Auch wir reihen uns in die Riege der Kochmuffel ein und schmücken uns bereits seit einiger Zeit mit dem wenig ruhmreichen Titel „Pfannkuchen-Verbrenner“. Ob der Kochkurs für den DS uns von unseren zwei linken Koch-Händen befreit ? Lest selbst...

Auf die Löffel, fertig - Koch!
Mit „Was wollen wir heute kochen ?“ begrüßt euch der Kochkurs-Chef. Nachdem die Formalitäten erledigt sind, geht es auch schon los. Vom Hauptmenü aus steuert man mittels Stylus wahlweise direkt die Rezepte, das Kochlexikon, das Optionsmenü oder die eigene Einkaufsliste an. Mit Letzterem habt ihr eure noch zu besorgenden Zutaten stets im Blick - das Ganze funktioniert wie folgt: Habt ihr euch für ein Rezept entschieden, lassen sich die einzelnen Zutaten (inklusive Mengenangabe) markieren und so auf eure Einkaufsliste setzen. Beim Schlendern durch den örtlichen Supermarkt lassen sich die bereits gekauften Zutaten bequem abhaken. Habt ihr ein Rezept schließlich gekocht, werden die zugehörigen Zutaten wieder von eurem Shopping-Zettel entfernt - praktisch. Schade nur, dass man keine eigenen Einträge in der Liste vornehmen kann - denn sonst würde die Einkaufsliste sogar als vollwertiger Schmierzettel-Ersatz für den wöchentlichen Einkauf taugen.

Insgesamt wählt man aus 245 Gerichten aus quer über die Kontinente verteilten Ländern wie Frankreich, Mexiko, Amerika, Japan oder Indien. Infos rund ums Kochen gibt es im aufgeräumten Kochlexikon. Hier findet man neben Zutatenbeschreibungen mit jeweils einem Foto auch praktische Alternativen für asiatische Zutaten. Des weiteren offeriert das Kochlexikon unter anderem eine Liste aller im Kochkurs verwendeten Utensilien samt Erklärung und Bilder sowie Hinweise zur Vorbereitung verschiedener Lebensmittel, Tipps für das richtige Schneiden von beispielsweise Tomaten sowie Kochtipps und nützliche Videos, die z.B. das richtige Entdarmen einer Garnele zeigen. Bei unserer Suche nach dem ersten Rezept an dem wir unsere kümmerlichen Fähigkeiten üben wollen, staunen wir anhand der umfangreichen Suchfunktion: Wahlweise lassen sich einfach alle Rezepte mit jeweils einem kleinen Screenshot nach Kategorien wie Salat, Fleisch oder Fisch anzeigen, oder nach Rezepten mit einer bestimmen Zutat bzw. nach Vorgaben wie der Kochzeit oder den Kalorien suchen. Alternativ kann man auch zur Stichwortsuche greifen, bei der man mit Begriffen wie „Auflauf“ oder „Kuchen“ jeweils passende Rezepte vorgeschlagen bekommt. Am interessantesten ist jedoch die Rezeptsuche nach Ländern. Hier navigiert man über eine Weltkarte und kann auf jedem Kontinent einige Länder wie beispielsweise Frankreich, Italien, Mexiko oder China selektieren und sich deren landestypischen Mahlzeiten anzeigen lassen.

Als erstes haben wir uns an einer französischen Quiche versucht. Die Zutaten waren dank kompetenter Einkaufsliste schnell besorgt und dann ging es auch schon ans Werk: Der Kochprozess wird jeweils in zwei Abschnitte eingeteilt: die Vorbereitung und das eigentliche Kochen. Zu ersterem gehört im Falle der Quiche unter anderem die Herstellung eines Mürbeteig, der später als Boden dient. Besonders praktisch: Bevor es mit dem Kochen losgeht, lässt sich mit einem Klick ein Blick auf die Zutaten- und Utensilienliste werfen. Davon sollte man auch tunlichst Gebrauch machen, damit man während des Kochens keine böse Überraschung erlebt und feststellen muss, dass man ja gar keine Klarsichtfolie im Haus hat um den Mürbeteig darin einzuwickeln... Während unsere Quiche im Ofen vor sich ihn backte, zogen wir uns an den PC zurück um die ersten paar Sätze dieses Artikels abzutippen - dank integrierter Küchenuhr haben wir die verbleibende Backzeit stets im Auge und können uns nebenher auch noch an dem Game&Watch-Spiel Chef erfreuen.

Das Ringen der Küchenuhr und die Stimme des Chefkochs erinnern uns schließlich daran, die Quiche auch aus dem Ofen zu nehmen. Nicht nur der Geruch lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen, auch der Geschmack ist himmlisch und ohne großes Federlesen fügen wir das gerade gezauberte Rezept mit einem Klick zu unseren Lieblingsrezepten hinzu. Auf diese können wir fortan mit einem Stylus-Tap vom Kochmenü aus zugreifen. Da wir das Rezept etwas abgeändert hatten und statt Schweinespeck auf Kalbsfleisch zurückgriffen, vermerkten wir dies mittels der Notiz-Funktion, welche es ermöglicht, jedem Rezept einen eigenen Kommentar hinzuzufügen. Das Ganze funktioniert nicht etwa über ein Soft-Keyboard, sondern mittels Schrifterkennung. Man schreibt jeweils einen Buchstaben auf den Touchscreen, welcher anschließend digitalisiert wird und oben im Textfeld erscheint. Auch wenn die Erkennung an sich sehr gut ist, stört es den Schreibfluss etwas, immer nur einen Buchstaben nach dem anderen schreiben zu dürfen.

The Quest for Bohnenmus
Schließlich wagen wir uns an etwas exotischeres: Doriyaki it is! Spätestens beim Beschaffen der Zutaten für die japanischen Pfannkuchen mit süßem Bohnenmus, nimmt das Unterfangen Real-Life-Rollenspiel-Formen an: Auf der Einkaufsliste -alias Questliste- stehen sogenannte Azuki-Bohnen, aus denen wir im Rahmen des Rezeptes ein Mus herstellen sollen. Wir ahnen bereits, dass der lokale Supermarkt hier nutzlos ist und hoppeln schnurstracks zum nächsten Asia-Laden. Die Nachfrage nach „Azuki-Bohnen“ ruft bei der Verkäuferin jedoch lediglich ein hilfloses Achselzucken, begleitet von einem freundlichen Grinsen hervor. Als wir ihr den DS mit dem Bild besagter Bohnen zeigen, ist sie zwar sehr angetan von diesem niedlichen „Spielzeug“, weiß mit den von uns genannten Begriff jedoch noch immer nichts anzufangen. Unverrichteter Dinge ziehen wir von dannen und erspähen alsbald einen indischen Laden. Die nette Verkäufern ist zufälligerweise Japanerin und klärt uns auf, dass es Azuki-Bohnen bereits als fertiges Mus gibt - umso besser! Auf die Frage wo man es denn bekommen könnte, schickt sie uns genau zu den Laden, wo wir kurz zuvor gescheitert waren. Die nette Dame klärt uns auf: Chinesen kennen das nicht unter dem Begriff „Azuki“ - wir sollen einfach mal nach einer gelb-roten Dose Ausschau halten, auf dem Rote Bohnen Paste steht. Gesagt getan und tatsächlich werden wir schließlich fündig - Quest completed!

Mit unserem Bohnenmus bewaffnet schreiten wir zur Tat. Da das Doriyaki-Rezept in den ersten paar Schritten erklärt, wie man aus Azuki-Bohnen ein schmackhaftes Mus herstellt, überspringen wir diesen Punkt und setzen dank einer entsprechenden „Jump to“-Funktion direkt danach mit der Teigherstellung ein. Die fertigen Minipfannkuchen lassen wir eine Weile abkühlen, bevor wir sie mit der Bohnenpaste bestreichen. Dank der Pause-Taste kann man den DS guten Gewissens ausschalten und später direkt vom Hauptmenü zum zuletzt durchgeführten Arbeitsschritt springen. Das ist insbesondere bei Rezepten nützlich, bei denen man durch eine lange Back- oder Kochzeit für eine Weile zum inaktiven Abwarten gezwungen ist. Insgesamt geht das Kochen dank Schritt-für-Schritt-Anleitung leicht von der Hand und selbst der ungeübteste, blutigste Anfänger - wir müssen es ja wissen ;-) - feiert dank kompetenter Hilfe schnell erste Erfolge. Nüchtern betrachtet ist Kochkurs natürlich kein Spiel im klassischen Sinne. Stattdessen handelt es sich um ein unmittelbar nützliches Stück Software, dessen Daseins-Berechtigung, anders als das bei den diversen Brain-Trainern der Falle ist, über jeden Zweifel erhaben ist.

Steuerung:
Haupt-Navigationsmittel in den Menüs ist der Touch-Pen und während des Kochens natürlich eure zärtliche Stimme. Die Spracherkennung, welcher unsere größten Sorgen und Befürchtungen galten, klappt erstaunlich gut und erkennt alle eure Kommandos problemlos. Allerdings -und hierbei handelt es sich um ein altbekanntes Problem bei Sprach-gesteuerten Spielen- nur wenn die Umgebungsgeräusche auf ein Minimum reduziert werden. Ausrufe wie „Gib mir mal die Pizza“ werden vom Programm als „zurück“-Befehl interpretiert, was im Eifer des Gefechts natürlich schnell mal im Chaos ausartet. Auch der halb humorige Ausspruch „Weiber!“ wird vom Spiel registriert und umgehend als „Weiter“ interpretiert. Folglich beschränkt sich die Spracherkennung nicht auf die vier bekannten Begriffe „Weiter“ „Zurück“, „Mehr Infos“ und „Wiederholen“ sondern interpretiert oft auch Umgebungsgeräusche. Insgesamt verläuft das Kochen jedoch recht reibungslos und das Handbuch liefert ein paar nützliche Tipps, wie sich die Spracherkennung verbessern lässt.

Grafik:
Wer flashige Explosionen und atemberaubende 3D-Grafik erwartet, ist hier naturgemäß fehl am Platz. Es(s) geht ums Kochen - nicht um die zehntausendste Einnahme der Normandie. Die Optik ist nicht nur praktikabel sondern auch erfreulich farbenfroh, ohne dabei die Grenzen des gruseligen Kitschs zu überschreiten. Das Hauptmenü ist aufgeräumt und jeder Menüpunkt jeweils mit unterschiedlichen klar voneinander unterscheidbaren Farben hinterlegt. Das Stöbern durch die Rezeptliste ist eine wahre Freude, angesichts der hübschen Fotos zu den Gerichten. Zu jeder im Spielmodul vorkommenden Zutat gibt es ein aufschlussreiches Bild - was bei exotischen Gemüsesorten wie „Pok Choi“ oder Käsesorten wie dem „Greyerzer“ sehr hilfreich ist, um -in Verbindung mit der jeweiligen Beschreibung der Zutat- gegebenenfalls ein Ersatzprodukt zu finden. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte: Die Videos sind von sehr guter Qualität, wenn auch recht kurz und vermitteln trotz fehlender Vertonung spielend notwendige Handgriffe vom Kneten eines Pizza-Teiges bis hin zur Vorbereitung eines Tintenfisches.

Sound:
Die Musik–Themes sind recht vielfältig und haben zum Großteil einen asiatischen Touch. In der Regel erklingt nach jedem Menüwechsel ein anderes Stück, wobei von flott und energisch bis hin zu entspannend, esoterisch einiges dabei ist. Im Optionsmenü lässt sich einstellen, ob einem die Musik durchgängig -also auch beim Kochen selbst- begleiten soll, oder aber nur in den Menüs, bzw. nie. Wer befürchtet, dass eine musikalische Untermalung während des Kochens die Spracherkennung durcheinander bringt, kann aufatmen: Während des gesamten Kochvorganges hält sich die Musik, selbst bei maximaler Lautstärke dezent im Hintergrund und beeinträchtigt die Spracherkennung keinesfalls. Die Stimme des Kochs, welcher euch durch die einzelnen Schritte führt, ist zudem sehr angenehm und seine Sprechgeschwindigkeit lässt sich mittels eines Schiebereglers den eigenen Präferenzen anpassen.

Fazit:
Wer sich schon länger einmal von seinem Kochmuffel-Dasein verabschieden wollte und eine Allergie gegen teils staubtrockene Kochbücher hat, kann mit gutem Gewissen zugreifen. Insbesondere Anfänger und Fortgeschrittene werden am DS-Kochkurs der etwas anderen Art ihren Spaß haben und einige neue Kniffe der internationalen Küche erlernen. Sowohl die Vielfalt, als auch die Anzahl der Rezepte ist lobenswert: Vom süßen Nachtisch, über Gebäck bis hin zu Salaten und deftigen Speisen ist alles dabei. Während der Anteil an Fleischgerichten recht groß ausgefallen ist, sind vegetarische Gerichte und Fisch-Speisen etwas weniger häufig vertreten. Trotzdem - dank internationaler Rezepteauswahl findet sich für jeden Gaumen das passende Gericht. Mit 26 Euro liegt das Kochbuch zudem 10 Euro unterhalb des Durchschnittspreises für Handheld-Spiele und ist somit nur unwesentlich teurer als reguläre Kochbücher mit einer vergleichbaren Rezeptvielfalt und Illustrations-Qualität.

Bekocht nun die halbe Nachbarschaft: Franzisca Mannan [AbdSabour] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionexemplars.

WERTUNG:
keine
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Komfortabler Navigations-Mix aus Sprachkommandos, Touchpen sowie Buttons und Steuerkreuz. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Einzelne Zutaten sind bekannt - zusammen mit dem spannenden Kochen-Lernen-Konzept aber ein deftiges Innovationsrezept!
Grafik

Bunt, vielfältig und dabei übersichtlich - erfüllt seinen Zweck ausgezeichnet.
Sound

Ein sehr deutlicher sprechender Koch und unterschwellige Begleitmusik - passen zum Szenario.
Spielspaß

Wohl eher „Koch“spaß. Besonders Anfänger werden ausführlich an die Hand genommen.








Details
Spielname:
Kochkurs - Was wollen wir heute kochen?

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Sonstiges

Release:
08.20.2006 (erschienen)

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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