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Tina in den Bergen


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Tina in den Bergen - Review vom 04.07.2008

Kennt eigentlich noch jemand diese verführerisch leckeren Pausencracker namens Lunchables? Ja, ihr wisst schon, diese kleinen runden Kekse, die man je nach Lust und Laune mit Käse und Wurst belegen konnte… Die Dinger waren einfach der Hammer.

Wenn nur ein paar mehr dieser Teufelskekse in der Packung gesteckt hätten, dann hätte man sogar davon satt werden können. Doch zu einem Wucherpreis gesellte sich eine minimale Ausbeute an Essbarem und erschwerend kam für den Hungernden hinzu, dass Klassenkameraden und Freunde wie die Guppys um diese Schachteln herumschlichen, nur um ein Stück Käse, Wurst oder -noch schlimmer- Keks zu erhaschen. Wenn man also wirklich das Wagnis einging, diese Suchtkekse mit in die Schule zu nehmen, hat man meist nur ein schmatzendes „Dannkö fur dän Käcks“ gehört und schluchzend und mit knurrenden Magen in die leere Lunchables-Packung gestiert. Soweit ich weiß, gibt es diese Cracker nicht mehr - ist vielleicht auch besser so, da umsorgende Mütter wahrscheinlich arm geworden wären, nur um ihrem Liebling genügend Stoff zu besorgen.

Als ich heute das Spiel „Tina in den Bergen“ in meinen Modulschacht geschoben habe, musste ich unweigerlich wieder an diese Essensgeschichte zurückdenken… Warum? Nun, das soll der folgende Teil unseres Reviews zeigen…

In kleinen Portionen ab zum Ziel!
Doch beginnen wir von vorn. „Tina in den Bergen“ lässt vom Namen her eigentlich schon vermuten, worum sich die Handlung grob dreht und wo sich diese genau abspielt. - Mindestens 2000 Meter über dem Meeresspiegel, mitten im kältesten Winter. In einer kleinen, hölzernen Blockhütte und in der Nähe einer riiiiesigen Bergrodelbahn verharrend, macht ihr euch als kleine Göre namens Tina auf den Weg zum großen Schlittenrennen. Doch anstatt sofort auf eurer Fahrgefährt aufzusteigen, erfahrt ihr von eurem besorgten Großvater, dass die Murmeltiere ihren Bau noch nicht verlassen haben und er sich nicht erklären kann, weshalb die lieben Tierchen noch nirgendwo zu sehen sind. Ein klarer Fall für Sherlock Tina, die sich mit ihrem Kumpel Marvin sofort auf die Suche nach einer Antwort begibt.

Das Spiel präsentiert sich als einfach gestricktes und sehr lineares Rollenspiel; ihr redet kurz mit einer Person in eurer Umgebung und startet anschließend eines von 14 Minispielen - je nachdem, wo ihr euch gerade in der Haupthandlung befindet, variieren diese vom einfachen „Zieh Tina an“, „Such die Schlüssel“ bis hin zum „Säubere die Scheibe“ oder „Betritt die Hütte“. Die Aufgaben, die euch hier erwarten sind wörtlich zu nehmen. Das heißt, wenn dort steht, man solle die Hütte betreten, macht man wirklich nichts weiter, als sie zu betreten. Kluge Menschen werden jetzt wahrscheinlich schon erkennen, dass hier der Hund begraben liegt. Und ja, genau an dieser Stelle ist mir die Lunchablegeschichte wieder eingefallen. – Wo bitte sehr, ist der Inhalt dieses Spieles versteckt?

Tatsächlich habe ich das Spiel binnen 10 Minuten im Normal-Modus komplett durchgespielt und was als einfaches „Ich schau mal rein, was dies für eine Art Spiel ist.“ anfing, endete mit dem Credits-Bildschirm... Dabei beachte man natürlich, dass dieser Titel für eine junge Zielgruppe entwickelt wurde. Aber: Das Spiel ist so dermaßen leicht, dass selbst bei einem 6-jährigen mit Sicherheit der DS noch nicht richtig warm gelaufen ist, bevor Tinas Abenteuer sich dem Ende neigt.

Das heißt nicht, dass ich es nicht mit dem Schwer-Modus gleich danach ausprobiert habe, doch auch dieser konnte nicht mehr als 15 Minuten fesseln, danach war sprichwörtlich Ende im Gelände. Nicht nur alle freispielbaren Inhalte sind damit komplett erledigt, sondern auch diese entpuppen sich größtenteils als die zuvor bereits gespielten Minispiele. - Im Nachhinein wundert es mich auch nicht, warum man während des Abenteuers nicht speichern konnte. Es lohnt wirklich nicht. Aber um noch einmal zu der Lunchables-Geschichte zurückzukommen. Das Preis-Leistungsverhältnis kann hier quasi 1:1 übertragen werden. Man solle sich einmal vor Augen halten, dass wir es hier mit einem Vollpreistitel (!) zutun haben, für den ahnungslose Eltern ganze 40€ hinlegen. Setzt man dies in Relation mit der Spielzeit, so verdient wohl nur ein Bruchteil aller Deutschen in der Stunde das, was wir hier in einer halben wegdaddeln.

Ich möchte ja nicht einmal bestreiten, dass das Spiel für die vorgesehene Altersgruppe besonders langweilig oder monoton ist - ganz im Gegenteil: An sich sind die Minispiele sehr abwechslungsreich und nutzen die Features des DS ideal aus. Sogar das Mikrofon kommt beim Opa wecken zum Einsatz. Doch wie bei den Crackern kann das Drumherum noch so gut sein, bei dem gebotenen Umfang ist es einfach nicht für den Massenmarkt zu empfehlen.

Steuerung:
In der wenigen Zeit, die euch zur Verfügung steht, bedient ihr euch ausschließlich dem Touchscreen und seinem besten Freund, Mr. Stylus. Die kurzen Minispiele verlaufen unter Verwendung dieses Dreamteams ohne Probleme. Ob man nun einen Schlitten manövriert, euren Kumpanen mit einem fetten Schneeball eins über den Latz zieht oder einfach nur an Opas Türe klopft - nichts sorgt für sonderlich viel Frust und schlechte Laune. (Anmerkung der Redaktion: Diese hat man sich anscheinend lieber fürs Ende aufgehoben.) Was jedoch nervt, ist die Tatsache, dass man jedes Mal, wenn man mit einer Person redet, immer auf den 1x1cm-großen Button am oberen Bildschirmrand drücken muss, damit die Konversation fortgesetzt wird. Ein einfaches „Klicke dorthin, wo du willst - ich verstehe dein Verlangen“ wäre hier wirklich komfortabler gewesen, zumal man sich vor Augen führen sollte, das man sowieso eine sehr beschränkte Wahl hat, was man tun möchte - reden oder nicht-reden.

Grafik:
Schluss mit dem Gemecker, kommen wir nun einmal zu etwas wirklich positivem im gesamten Titel: Für ein Kinderspiel ist die Umgebungsgrafik nämlich durchaus trendig und die Hintergründe sehr detailreich und liebevoll umgesetzt. Lediglich bei den Minispielen hätte man sich ein paar mehr Finessen gewünscht. Was soll's, man kann halt doch nicht alles haben.

Sound:
Ich habe hart mit mir gerungen, ob ich in diese Sektion wirklich etwas schreiben sollte. Manche werden es sich wohl schon denken können, aber ich habe mir einmal die Mühe gemacht, wirklich alle unterschiedlichen Melodien zu erfassen. Und ja, man kann sie wirklich an einer Hand abzählen. Und nein, man braucht nicht mal alle Finger dafür. Eigentlich dürfte dies schon für sich selbst sprechen. Aber ganz so schrecklich sind die gebotenen Lieder dann doch nicht, wie man zuerst vermuten könnte.

Fazit:
Was soll man noch großartig dazu sagen? - Wer bis hierhin noch überlegt, ob „Tina in den Bergen“ doch noch etwas für ihn sein könnte (man muss ja unweigerlich zugeben, der Lunchables-Vergleich hat den einen oder anderen vielleicht doch auf eine kurzweilige Leckerei scharf gemacht), dem muss leider gesagt werden, dass er sich bei diesem Titel höchstwahrscheinlich die Zähne ausbeißen wird; nicht am Schwierigkeitsgrad, sondern vielmehr am Umfang. Braucht ihr einen schnellen Schuss fürs eigene Ego, dann holt euch diese Versoftung, denn binnen 30 Minuten könnt ihr von euch behaupten, ihr habt wieder ein Vollblut-DS-Titel bis auf die Nieren durchgezockt und wirklich nichts unversucht gelassen. Solltet ihr aber doch eher wert auf Qualität legen und euch euer Geld nebenbei auch noch etwas wert sein, dann schaut bitte, bitte (!) bei einem anderen Titel vorbei. Hier werdet ihr einfach nicht glücklich werden.

Würde jetzt gern einen Keks haben: Elisabeth Grunert [Liese] für PlanetDS.de

Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionexemplares.

WERTUNG:
47%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Zusammen ist man weniger allein: Mr. Stylus und Herr Touchscreen gehen wieder Hand in Hand. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Sinnvolle Nutzung der DS-Features, lediglich die Speicherkapazität des DS-Moduls wurde merklich unterschätzt.
Grafik

Das wohl beste am gesamten Spiel: Für Kinderaugen wirklich geeignet.
Sound

Geringe Auswahl, aber wen überrascht es an dieser Stelle wirklich?
Spielspaß

W.a.s. w.a.r. d.a.s.? - Oh...schon vorbei...








Details
Spielname:
Tina in den Bergen

Publisher:
THQ

Developer:
Nobilis

Genre:
Rollenspiel

Release:
08.20.2305

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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