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Final Fantasy Tactics A2: Grimoire of the Rift


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Final Fantasy Tactics A2: Grimoire of the Rift - Review vom 03.07.2008

Bücher lesen kann gefährlich sein. Das wissen wir spätestens, seit ein oller Wälzer einem Jungen namens Bastian Balthasar Bux einen Haufen Unannehmlichkeiten eingebracht hat. Square-Enix haute in die gleiche Kerbe, als im GBA-Spiel Final Fantasy Tactics Advance von dem jungen Marche Radiuju und seinen Freunden berichtet wurde, die ein Buch in die Parallelwelt Ivalice versetzte, in welcher sie zwischen wundersamen Kreaturen Abenteuer erleben mussten. Und erneut erhärtet Square-Enix die Beweislage für die Gefahrenquelle Buch: In Final Fantasy Tactics A2 wird ein Knabe namens Luso Clemens durch einen alten Folianten erneut nach Ivalice verfrachtet. Um seine dortigen Abenteuer und darum, ob es sich für euch lohnt, bei ihnen dabeizusein, soll sich das heutige Review drehen.

Wer den GBA-Teil der Serie gespielt hat, wird sich sofort zurechtfinden: Es handelt sich, wie immer, um ein rundenbasiertes Taktik-Rollenspiel mit Rittern, Monstern, Mogrys und Chocobos. Sobald unser Held Luso im ivalisischen Bezirk Jylland (das übrigens außer dem Namen nichts mit dem dänischen Jütland gemein hat) angekommen ist, tritt er einem so genannten Clan bei, also einer Gruppierung von Abenteurern, deren Aufgabe von nun an aus dreierlei besteht: Zum einen soll Einwohnern in Not mittels gemeinnütziger Missionen geholfen werden, zum anderen soll damit natürlich auch ordentlich Knete gemacht werden, und drittens möchte man seinen Einfluss gegenüber anderen Clans in der Gegend stärken. Während der Anfangszeit des Spieles dreht sich alles vorrangig um die ersten beiden Punkte, später dann kommen Echtzeit-Auktionen hinzu, in welchen Teilgebiete Jyllands ersteigert werden können, was mehr Einfluss, Rabatt bei den ansässigen Geschäften sowie Extramissionen bedeutet. Mit der „Anfangszeit des Spieles“ meine ich übrigens die ersten zehn bis fünfzehn Spielstunden. Um das Spiel abzuschließen, kann man locker 30 Stunden einplanen, wer alle Missionen sehen möchte, darf sogar noch beträchtlich mehr Freizeit opfern.

Final Fantasy Tactics A2 besitzt einen enormen Umfang. Mehr als dreihundert Missionen stehen dem geneigten Spieler zur Verfügung, eine Unzahl von Waffen und Rüstungen, die sich gegen im Kampf errungene Schätze eintauschen lassen und die den Charakteren, wie in den Vorgängern, neue Spezialfähigkeiten ermöglichen, etliche „Clan-Prüfungen“, in denen sich der Rang der eigenen Gruppe verbessern und neue Vorteile im Kampf freispielen lassen, die bereits bekannten Rassen und Klassen, sowie ein paar neue… die Entwickler haben mit nichts gegeizt.

Der Großteil des Spielgeschehens findet auf isometrischen Schlachtfeldern statt, auf denen je nach Mission verschiedene Aufgaben erfüllt werden müssen. Vom Besiegen aller Gegner über das Beschützen von bestimmten Einheiten, bis zu skurrileren Aufgaben wie dem ästhetisch ansprechenden Platzieren von Vasen für einen Fotografen (in monsterverseuchtem Gebiet) oder für eine jylländische Zeitung eine Umfrage unter Stadtbewohnern durchführen – die Entwickler haben sich sichtbar bemüht, auch hier für etwas Abwechslung zu sorgen.
Auf dem Schlachtfeld wird auch sofort eine wichtige Gameplay-Veränderung gegenüber dem Vorgänger deutlich, für die ich die Entwickler bei Square-Enix definitiv in meine Abendgebete einschließe. Die gefürchteten (Schieds-)Richter aus dem GBA-Teil wurden… nein, zwar nicht abgeschafft, aber wenigstens bedeutend gezähmt. Waren Ivalices Richter im Vorgänger willkürliche, armen Spielern ein sinnloses Gesetz nach dem anderen um die Ohren hauende, Knaststrafen verteilende, immer im Weg rumstehende, Chocobo reitende Psychopathen, sind sie diesmal quasi das Maskottchen des Clans, das dafür sorgt, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Sie rufen zwar noch immer sonderbare Gesetze aus, die im Kampf zu befolgen sind, doch gewähren sie dem braven Spieler auch praktische Privilegien, die von einem Boost der Erfahrungspunkte und Charakter-Stats bis zu einer rundenweisen Regeneration von Hitpoints reichen. Verstößt ein Clanmitglied nun gegen das Gesetz, wird es nicht mehr in den Knast geworfen und nur gegen Lösegeld mit einem bleibenden Status-Schaden herausgelassen – nein, in dem Fall eines Verstoßes hebt der Richter lediglich sein vorher gewährtes Privileg auf. Außerdem können dann gefallene Charaktere in diesem Kampf nicht wiederbelebt werden. Das kann zwar noch immer hart sein, doch lange nicht so frustrierend wie im letzten Teil.

Das neue Richtersystem bringt nur einen Nachteil mit sich: Da die Gesetze nunmehr Privatsache des Clans sind und die Gegner sich also nicht nur nicht daran halten müssen, sondern überhaupt keine Gesetze zu befolgen haben, können diese, durch Taktik oder Glück, den Spieler in die Falle locken – allerdings nicht umgekehrt. Ein Beispiel: Das geltende Gesetz sei: „Es dürfen keine Statusveränderungen ausgesprochen werden“. Der Gegner darf hierbei also dem Spieler jegliche Statusveränderung zufügen, der Spieler dies hingegen nicht, es sei denn, er verstößt gegen das Gesetz. Wenn der Gegner nun ausgerechnet einen Betör-Zauber ausspricht, der einen der Spieler-Charaktere unter seine Kontrolle bringt, und diesen einen seiner ehemaligen Kampfgefährten vergiften lässt – Peng, ist das Gesetz gebrochen, und der Spieler konnte nichts dagegen machen. Das Ganze ist zwar nicht so schlimm, da die Strafen für eine Übertretung, wie bereits beschrieben, lange nicht mehr so hart sind – es wäre allerdings schöner, wenn man solche Tricks wenigstens auch beim Gegner anwenden könnte. Wichtig jedoch zu bemerken: Derartige Situationen sind äußerst selten. Innerhalb der vierzig Stunden, die ich bereits gespielt habe, kamen sie vielleicht drei, viermal vor.

Als größere Enttäuschung könnte sich bei einigen Zockern die Story herausstellen, welche zuweilen an den ernstesten Hängern der gesamten Serie leidet. Ging es im PS1-Teil um komplexe Komplotte, Krieg, Verrat, Intrige und sogar Liebe; war es im GBA-Teil die Hauptmotivation des Protagonisten, die Kunstwelt Ivalice zu vernichten und so nach Hause zu kommen, was einige seiner Kumpels und sogar sein eigener Bruder mit allen Mitteln verhindern wollten; ist im vorliegenden Spiel anfangs die einzige Motivation von Luso Clemens, in Jylland möglichst viele Abenteuer zu erleben, weil angeblich erst dann seine Heimfahrt ermöglicht würde. Nunja. Solange sich diese Einstellung mit der des Spielers deckt, besteht natürlich kein Problem – trotz einiger späterer Storytwists müssen wir aber sagen: Eine fesselnde Handlung sieht anders aus!

Was den Spieler bei Final Fantasy Tactics A2 hingegen jederzeit bei der Stange hält, ist vielmehr das elaborierte, fast schon pawlowsche Belohnungssystem des Spiels. Hat man eine Mission erledigt, eröffnen sich fast jedes Mal neue Wege. Entweder, einer der Mitstreiter hat eine neue Fertigkeit erlernt und möchte eine neue zugeteilt bekommen, oder neue Missionen eröffnen sich, oder aber man erringt frische Schätze, aus welchen sich ja vielleicht neue Waffen schmieden lassen, mit denen man dann vielleicht seinen Charakteren neue Special Moves beibringen kann… obwohl man mit minimalster Storybegleitung spielt, ist es erfreulich schwer, den DS beizeiten wieder aus der Hand zu legen, weil man ja vielleicht doch noch irgendwie seine Truppe verbessern, neue Dinge entdecken oder ähnliches tun könnte. Diese Art von Suchtpotential gehört bei guten (Taktik-)Rollenspielen zwar dazu, doch selten haben wir es so ausgetüftelt, gut abgestimmt und wirkungsvoll erlebt wie bei Final Fantasy Tactics A2.

Steuerung:
Obwohl eine Touchscreen-Steuerung möglich ist, fanden wir es durchaus angenehmer, die Figuren auf die konventionelle Art mit Steuerkreuz und Tasten zu bedienen. Dies gestaltet sich recht unkompliziert; sowohl auf dem Schlachtfeld, als auch im Menü hat man schnell den Bogen raus.

Grafik:
Wo es ging, haben sich die Entwickler bei den alten Sprites aus der GBA-Version des Spieles bedient; die Hintergründe und Arenen sehen zwar ordentlich, märchenhaft und handgezeichnet aus, abgesehen von Wetter- und Superattackeneffekten gibt es aber nichts Spektakuläres zu sehen. Außerdem wäre es sehr wünschenswert gewesen, wäre das Feld (wie im PS1-Teil) drehbar. In jenen Situationen, wenn mehrere Charaktere auf einem Haufen stehen, kann bei der starren Perspektive zuweilen die Übersicht leiden.

Sound:
Bei der musikalischen Untermalung haben die Entwickler hingegen ordentlich rangeklotzt – einige der bekannten GBA-Themen, sowie neue Stücke erklingen, von einem richtigen, echten, akustischen Orchester gespielt, in sauberer Qualität im Hintergrund. Wir empfehlen dringend, das Spiel mit Kopfhörern zu genießen; nur so kommt die beeindruckende Soundkulisse adäquat rüber, die selbst nach vielen, vielen Spielstunden allerhöchstens minimal nervt.

Features:
Die Eindeutschung lässt sich nur als gelungen bezeichnen. Von einigen Schreib- und Grammatikfehlern mal abgesehen, werden die Eigenheiten und Schrullen der Charaktere passabel rübergebracht und – mit den paar obligatorischen Popkultur-Referenzen – eine ordentliche Abenteuer-Atmosphäre erzeugt.
Final Fantasy Tactics A2 bietet dem Spieler die Möglichkeit, mit anderen Kartenbesitzern Schätze zu tauschen und dadurch in den Besitz seltener Items zu kommen. Außerdem können Eigentümer des GBA-Moduls damit ein weiteres Richter-Privileg freischalten. Auf eine Möglichkeit gegen seine Freunde auf dem Spielfeld anzutreten, wurde allerdings wieder einmal verzichtet…

Fazit:
Na schön, die Story von „Final Fantasy Tactics A2“ stinkt gegen vergleichbare Produkte gehörig ab. Da Square-Enix in jeglicher anderer Hinsicht aber ihre gesamte Erfahrung genutzt, sowohl die Quantität von Missionen, Waffen und Möglichkeiten erweitert, als auch das Spielprinzip optimiert hat, ist das Endprodukt ein mitreißendes und motivierendes Spiel von - nicht nur für DS-Verhältnisse - imposantem Umfang. Wer sich nur entfernt für das Genre interessiert, sollte das Game in Augenschein nehmen.

Weiß um die Gefährlichkeit des Buches: Christian Luscher [Sagat] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.




WERTUNG:
92%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Solide Tasten- und Knopfsteuerung; Touchscreen muss nicht sein. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Touchscreenimplementierung zwar vorhanden, aber umständlich zu nutzen. Kommunikation mit GBA-Modul möglich.
Grafik

Die alten GBA-Sprites in hübscher, aber nicht umwerfender, handgezeichneter Umgebung.
Sound

Orchestrale Mucke in beeindruckender Qualität, zusammen mit passenden Soundeffekten. Vorbildlich!
Spielspaß

Enormer Umfang und spaßiges Gameplay. Genug, um tage-, ach was, wochenlang zu begeistern.








Details
Spielname:
Final Fantasy Tactics A2: Grimoire of the Rift

Publisher:
Koch Media

Developer:
Square Enix

Genre:
Strategie

Release:
08.20.2106

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (9)

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