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Mein Wortschatz-Coach


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Mein Wortschatz-Coach - Review vom 31.05.2008

Wer sich gut ausdrücken kann, hat mehr Erfolg - so verspricht es zumindest der Pressetext zu „Mein Wortschatz-Coach”. Dass an dieser Aussage etwas Wahres dran ist, steht sicherlich außer Frage, ob einen allerdings das Jonglieren mit bei der Allgemeinheit größtenteils unbekannten Wörtern zum Ziel führt? Kurz zum Hintergrund: Die Software orientiert sich am „Wahrig - Deutsches Wörterbuch” statt am Duden, wodurch es mitunter vorkommt, dass man beim direkten Vergleich unterschiedliche Schreibweisen vorfindet. So heißt es im Wahrig etwa „engbefreundet“ statt wie im Duden „eng befreundet”. Manchmal ist ein Vergleich aber gar nicht möglich, da Wörter wie „Passiflora” zwar im Wahrig, nicht aber im Standard-Duden zu finden sind. Andersherum kennt der Duden die Begriffe „Bodenvase”, „K-Frage” oder den Ausruf „Mannomann”, nicht aber der Wahrig. Den geneigten Studenten an Ubisofts Wort-Trainings-Institut soll das jedoch nicht weiter verunsichern - denn im Zweifelsfall sind sowohl Duden, als auch Wahrig anerkannte Nachschlagewerke. Ob es Ubisoft nun gelingt mit bis zu 16.500 Wörter und Definitionen die eigene Ausdrucksfähigkeit auf Vordermann zu bringen, oder ob man im Alltag an Unverständnis aufgrund abstrus klingender Wörter scheitert, beleuchten wir im folgenden Test ...

Steter Tropfen höhlt den Stein.
Wer bereits Ubisofts „Mein Englisch-Coach” gespielt hat, dem dürfte das deutschsprachige Pendant sofort bekannt vorkommen: Nicht nur die Trainer wurden recycelt, sondern alle Trainings- und Unterhaltungsspiele hat man ebenfalls 1:1 übernommen. „Missing Letter” z.B. wurde schlichtweg in „Fehlender Buchstabe”, oder „Pasta Letter” in „Buchstabensuppe” umbenannt, ohne auch nur das Geringste am Spielinhalt zu ändern. Einziger Unterschied: Da es beim Wortschatz-Coach darum geht deutsche Wörter zu lernen, hantiert man statt mit Übersetzungen, wie im Englisch-Coach, mit Wortdefinitionen herum.

Nach einer kurzen Einführung, einigen Trainingsspielen sowie einem Wortquiz, wird ein Profil angelegt, welches stets nach Erreichen des täglichen Trainingspensums aktualisiert wird. Das Profil ermöglicht den Zugang zu neuen Trainingsspielen, umfassende Aufzeichnungen über das eigene Ausdrucksvermögen, sowie Möglichkeiten zur Verbesserung des eigenen Ausdruckes. Des weiteren lässt sich einsehen, wie viele Erfolge es noch anzusammeln gilt, bevor ein weiteres Spiel freigeschaltet wird. Beim zuvor erwähnten, der Einstufung dienenden, Wortquiz werden einem mehrere Wörter gezeigt, bei denen man signalisieren soll, ob man sie kennt oder nicht (es wird vorab gesagt, dass einige Wörter nicht existieren) - zu unserem Ergebnis nur soviel: Wir wurden als „Anwalt” eingestuft und liegen in etwa im Mittelfeld. Da waren aber auch ulkige Wörter dabei...

Nur um sicherzugehen, durchlaufen wir die Einstufung des Ausdrucksvermögens ein weiteres Mal - und oh Wunder oh Wunder - das Ergebnis ist identisch zum ersten Mal und dass, obwohl wir zwei Fehler mehr als im ersten Durchlauf gemacht haben ... Es scheint, dass man schwerlich (bis gar nicht?) über einen Einstufungswert von 60% kommt, unabhängig davon wie gut man tatsächlich ist. Diese Tatsache wiederum scheint einleuchtend - denn würde man gleich zu Beginn mit 90% eingestuft, wäre das Spiel ja recht schnell vorbei. Bei uns hingegen ging es eher schleppend voran: Pro Tag stieg unser Ausgangswert um etwa 1 Prozent, das heißt, wir müssten etwa 40 Tage lang üben, um auf die angestrebten 100% zu kommen.

Wörter-Kryptographie
Wenn ihr jemandem gegenüber das Wort „Menentekel” erwähnt, hat das eher einen verwirrten Gesichtsausdruck, als die Bewunderung eures Ausdrucksvermögens zur Folge - selbst eine Deutschlehrerin dürfte sich bei der Definition des Wortes Menentekel (geheimnisvolles Anzeichen, drohende Gefahr, Warnungszeichen) schwer tun. Glaubt es uns, wir haben es am lebenden Versuchsobjekt getestet! Oder wen interessiert es, dass Azalee keine französische Popsängerin ist, sondern eine Angehörige der Gattung der Erikagewächse, wenn man 1. nicht einmal weiß was Erikagewächse sind und 2. null Schimmer hat, wie so eine Azalee aussieht? Auch wenn viele Wörter durchaus nützlich und praxistauglich sind, bringt es nichts, wenn euer „Publikum” jedes Mal ein Wörterbuch griffbereit haben muss, um den kompletten Sinn eurer Sätze zu erfassen. Dementsprechend wäre es gegebenenfalls sinnvoll gewesen, wenn man die Zielgruppe der eigenen Reden/Schriftstücke mit hätte angeben können, denn ein Songtexter wird wohl kaum Wörter wie „Sinter“ verwenden.

Hat man sein tägliches Soll durch das Erreichen der erforderlichen Anzahl richtiger Antworten erfüllt, kann man den DS getrost ausschalten, da weitere korrekte Antworten nicht zur Aufwertung eurer Leistungseinschätzung führen. Für die Highscore-Jäger unter euch gibt es ein Ranking, in dem jeweils die besten drei Punktzahlen der bisher verfügbaren Minigames einsehbar ist. Die Spiele unterscheiden sich in ihrer pädagogischen Sinnhaftigkeit doch sehr: Während das Zuordnen von Definitionen zu den passenden Begriffen durchaus einen Lerneffekt mit sich bringt, ist stures Buchstabieren von Wörtern (wie in „Mauerbrecher“) doch eher mäßig effektiv. Was jedoch allen Trainingsspielen gemein ist: Nach Rundenende, kann man sich alle eben vorgenommenen Wörter zusammen mit ihren Definitionen in einer Liste sortiert anschauen. Das macht besonders dann Sinn, wenn man die Wörter zuvor noch nicht kannte - ist allerdings in etwa so „unterhaltsam”, wie das Blättern in einem Duden oder eben Wahrig... Neben den fünf Lernmodi gibt es noch drei, mehr oder minder geistreiche Minigames die beim Berechnen eures Lernfortschritts nicht mit eingerechnet werden und somit quasi als stressfreier Snack gedacht sind. Dummerweiser sind auch diese Games relativ öde: Ein Spiel dient dazu, dass ordentliche Schreiben von Buchstaben zu trainieren *gähn* und im zweiten Langweiler zieht man mit Wörtern beschriftete Ballons entweder zu dem mit „falsch” oder „richtig” betitelten Kaktus. Nun ja - da hätte man in Sachen Spielspaß sicher noch etwas kreativeres auf die Beine stellen können...

Fehlender Buchstabe
Wie der Spielname bereits andeutet, gilt es möglichst schnell den fehlenden Buchstaben in einem Wort, beispielsweise „URKUN_E” - auf den Touchscreen zu schreiben. Auch wenn die Buchstabenerkennung im Grunde recht gut ist, bereitet insbesondere das “S” Schwierigkeiten, weil das Programm es gelegentlich für ein “J” hält. Zudem ist es nicht möglich Umlaute zu zeichnen. Statt einem “Ä” schreibt man folglich ein “A” - darauf muss man natürlich auch erstmal kommen...

Geteilte Meinung
Hier werden Wörter vorhandenen Definitionen zugeordnet. Es gibt jeweils zwei Möglichkeiten, die in der Regel nix miteinander zu tun haben, was das Ganze beinah trivial einfach macht.

Mauerbrecher
Bei dieser Herausforderung wird der DS wie ein Buch gehalten und es fallen, ähnlich wie bei Tetris, Buchstaben herunter welche es anzutippen gilt, um die auf der linken Tafel stehenden Wörter zu bilden. Nur blöd, wenn drei der vier Wörter einen Umlaut im Buchstaben haben und irgendwie keine Umlaute herunterfallen... Versuche, Umlaute mittels “ae” oder “ue” darzustellen wurden mit einem Fehler quittiert - aus Verzweiflung haben wir dann schlichtweg statt einem “ü” ein “u” geschrieben und -tatsächlich- es klappte. Somit wird aus einem Wort wie „Frühstück” halt „Fruhstuck” - ungünstig, wenn sich das der Spieler auch noch so einprägt... Insgesamt hat die Software eher wenig mit dem Verbessern des eigenen Ausdrucksvermögens zu tun, da einfach die unmittelbare Verbindung von Definition und Wort fehlt. Stattdessen kann man sich diese im Anschluss anschauen - öde...

Buchstabensuppe
Gemäß dem Namen schwimmen einzelne Buchstaben in einer rötlichen Suppe herum - euer Ziel ist es, die Buchstaben am Tellerrand zu einem Wort zusammenzufügen, welches der auf dem oberen Screen angezeigten Definition entspricht. Die wohl irreführendste Definition, welche uns bisher über den Weg lief: „Auf (Sinnes-)Erfahrung beruhende Erkenntnis”, wer hier an Meditation oder dergleichen denkt, wird enttäuscht: Die richtige Antwort lautet „Empirie” - eine Methode des Erkenntnisgewinns die, so dachten wir zumindest, auf Fakten und nicht auf Sinneserfahrungen beruht... Ebenfalls nicht von schlechten Eltern ist die Definition zu „Maläse” durch Trial and Error kamen wir mit „Malaise” schließlich doch zum Ziel... Während man auf dem ersten Schwierigkeitsgrad nur gegen die Zeit kämpft, wird es auf der zweiten Stufe schon etwas heikler: Passt man nicht auf, versinken die Buchstaben in der Suppe. Und zwar schneller, als einer von der Mafia mit einem Betonklotz beschwerter Mensch.

Wörter-Wirrwarr
Auf mehreren Zetteln sind Definitionen verewigt. Eure Aufgabe ist es nun, von den vorhandenen Wortschnipseln jeweils den zur Definition passenden Begriff auszumachen und entsprechend zuzuordnen. Auch hier sitzt euch wiederum ein Zeitlimit im Nacken, welches diesmal jedoch recht großzügig bemessen ist. Der Spaßfaktor hält sich auch hier in Grenzen - lediglich Rekordjäger werden etwas Freude daran finden, ihre Bestzeiten zu unterbieten.

Steuerung:
Bei der Ausweitung eures Wortschatzes bedarf es ausschließlich des Stylus, egal ob ihr Buchstaben auf den Touchscreen kritzelt, aus einer Suppe fischt oder Wortdefinitionen zuordnet. Das Handling funktioniert insgesamt recht gut und auch eure Handschrift wird in der Regel erkannt - lediglich das “S” kann hin und wieder Probleme bereiten.

Grafik:
Hier geht es schlicht zur Sache: Das Spiel ist komplett in 2D gehalten und wirft nicht gerade mit Effekten um sich - so wird zwar das leicht nüchterne Szenario unterstützt, etwas mehr optischer Pepp hätte jedoch nicht geschadet. Einzig die recht hübsch gezeichneten Mentoren sorgen für etwas frischen Wind im grafischen Einheitsbrei.

Sound:
Fahrstuhlmusik in Reinkultur - doch was will man von einem Vokabeltrainer schon erwarten? Nirvana- oder Evanescence-artige Musikuntermalung wäre zwar cool gewesen und hätte das ein oder andere Wegnicken unsererseits verhindert, doch zum recht biederen Setting passt es vermutlich dann doch nicht.

Multiplayer:
Beim Mehrspielermodus unterscheidet man das Einzelkarten-Spiel und das Multi-Karten-Spiel. Ersteres erfordert nur ein Spielmodul und ermöglicht es euch, eine Mauerbrecher-Demo an einen Freund weiterzugeben, bzw. in einer Würfel-Schlacht gegeneinander anzutreten. Beim zweiten Multiplayer-Modus benötigen beide Spieler ein Modul um sich in Panzerknacker und Mauerbrecher diverse Wörter um die Ohren zu hauen. Doch der Multiplayer-Modus bietet insgesamt weder Innovation noch bringt er besonders viel Spaß - eine Runde „Stille Post“ ist unterhaltsamer.

Fazit:
Sprachenthusiasten, die Freude am Duden als kleine Abendlektüre zum Tee oder Kakao haben und sich nicht scheuen, einen Haufen absolut alltagsuntauglicher Wörter in ihren Wortschatz aufzunehmen, werden bei dieser Software auf ihre Kosten kommen. Die Wortauswahl ist mit über 16.000 Wörtern sehr umfangreich und wer tatsächlich anstrebt alle im Modul enthaltenen Wörter zu erlernen, wird definitiv eine Weile beschäftigt sein. Wer hingegen nach einem Programm sucht, dass auf interessante und unterhaltsame Weise spielerisch Wissen vermittelt, macht lieber einen Bogen um „Mein Wortschatz-Coach“. Denn die vorhandenen Lernspiele hinterlassen schnell einen schalen Beigeschmack und länger als eine Woche hält es der durchschnittliche Spieler ohnehin nicht mit dieser Cartridge aus.

Schläft über ihrem Duden ein: Franzisca Mannan [Abdsabour] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
keine
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Durchgängiger Touchscreen-Gebrauch, geht recht gut von der Hand - nur an Präzision und Buchstabenerkennung hapert es gelegentlich. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Zero, nada, nichts. Alles theoretisch neues hat man bereits in Ubisofts quasi identischen „Mein Englisch-Coach“ gesehen.
Grafik

Optisch klar unter den technischen Möglichkeiten des DS, allerdings verschmerzbar. Es handelt sich ohnehin um einen recht nüchternen Worttrainer.
Sound

Unnötige und unspektakuläre musikalische Untermalung, am besten man stellt den Sound ab - spart Batterie und ist förderlich ür die eigene Konzentration.
Spielspaß

Kein „Spiel“ im eigentlichen Sinne, klassischer „Spaß“ kommt auch nicht wirklich auf. Nur kurzweilig interessant!








Details
Spielname:
Mein Wortschatz-Coach

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Ubisoft

Genre:
Denkspiel

Release:
08.20.2505

Multiplayer:
vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

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