PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de
Nicht angemeldet!     Neu Registrieren   Loginname  Passwort:     Passwort?

The World Ends with You


  • Testbericht
  • Bilder (7)
  • News & Videos (6)
  • User (75)
  • Spiel Kaufen
The World Ends with You - Review vom 04.05.2008

Das typische Rollenspiel ist entweder in einer mittelalterlichen Fantasy-Umgebung, einem Science-Fiction-Universum oder hin und wieder auch mal in einer Mixtur aus beidem angesiedelt. Square Enix dürfte damit vertraut sein wie kaum eine andere Firma, bedenkt man doch die etlichen „Final Fantasy“- und „Dragon Quest“-Teile unter deren Flagge. Umso überraschender, dass ausgerechnet aus deren Firmenhäuschen ein neues Rollenspiel kommt, das die gewohnten Settings über den Haufen wirft und euch in einen japanischen Stadtbezirk schickt, um dort zur Abwechslung mal nicht die ganze Welt, sondern lediglich das eigene Leben zu retten. Ob das ungewöhnliche Konzept von „The World Ends with You“ aufgeht und wir das tödliche Spiel überleben, klären wir in unserem Test...

Das siebentägige Spiel mit dem Tod
Eine kurze Zwischensequenz zeigt uns zu Beginn erst einmal, mit wem wir es zu tun haben. Die Hauptfigur hört auf den Namen Neku Sakuraba, ist ein verschlossener Charakter, der anderen Menschen aus dem Weg geht und wacht eines Tages auf einer Straßenkreuzung in Shibuya auf, einem Bezirk der japanischen Hauptstadt Tokyo. Er hat keinerlei Ahnung, was er dort verloren hat oder was vorher überhaupt geschehen ist. Kurz gesagt: Er leidet unter Gedächtnisverlust. In seiner Tasche findet sich ein mysteriöser Pin, der seinem Besitzer die Fähigkeit verleiht, Gedanken anderer Menschen zu lesen. Noch bevor er sich aber mit dieser seltsamen Kraft länger auseinander setzen kann, erhält er eine mysteriöse Nachricht auf sein Handy: Innerhalb eines gewissen Zeitlimits soll Neku einen bestimmten Ort erreichen. Andererseits würde er ausgelöscht werden. Zeit, über den Sinn dieser SMS nachzudenken, bleibt dem Jugendlichen allerdings nicht. Wenig später wird er nämlich schon von Monstern gejagt, worauf die Menschen in seiner Umgebung jedoch nicht reagieren... Seine Hilferufe bleiben ungehört, auch scheint niemand die monströsen Wesen zu bemerken. Neku bleibt also nichts anderes übrig, als die Beine in die Hand zu nehmen. Bei seinem Fluchtversuch trifft er auf das Mädchen Shiki Misaki, die ihn nicht nur sehen kann, sondern ihn dazu überredet, einen Pakt mit ihr einzugehen. Dieser eröffnet den beiden nun die Möglichkeit, es mit den Noise, so die Bezeichnung für die Monster, aufzunehmen. Nach einem kleinen Kampf erfährt Neku, wo er überhaupt hineingeraten ist - Er ist Teil des „Reapers’ Game“, ein Spiel um Leben und Tod. Mit einer Dauer von sieben Tagen, und jeden Tag gibt es von einer Organisation, die sich „The Reapers“ nennt, einen zu erfüllenden Auftrag. Und wer versagt, muss sterben…

Die Lage ist ernst - machen wir uns also am Besten erst einmal mit unserer neuen Umgebung vertraut. Das Spielfeld Shibuya ist in etliche kleine Gebiete aufgeteilt, die diverse Shops und vor allem jede Menge Menschen bieten. Interagieren kann man nur mit den wenigsten von ihnen, meistens handelt es sich bei den Ansprechpartnern um Angehörige der Reaper, zu erkennen an ihrem schwarzen Kapuzenpullover und den nicht weniger dunklen Flügeln. Diese bewachen in der Regel bestimmte Bereiche Shibuyas und sperren sie mit unsichtbaren Mauern ab. Damit sie diese Barrieren auflösen, gilt es, einen kleinen Auftrag zu erfüllen. So dürft ihr für einen Reaper alle Noise in dem aktuellen Gebiet auslöschen oder sollt bestimmte Gegenstände mitbringen. Die anderen Personen auf den Straßen dienen aber nicht immer nur als Dekoration: Ihr könnt per Druck auf den Player Pin (der Anstecker, den Neku nach seinem Erwachen in der Tasche fand) in der rechten unteren Touchscreenecke deren Gedanken lesen und bei manchen durch das Einprägen bestimmter zuvor erfahrener Schlüsselbegriffe deren Gedächtnis auffrischen. Zum Beispiel soll ein Charakter für einen Bühnentechniker ein bestimmtes Objekt suchen - leider hat er jedoch vergessen, was es war. Also gehen wir zu dem Techniker, lesen seine Gedanken und erfahren, dass eine Sicherung fehlt. Diesen Begriff prägen wir nun in das Gedächtnis des Laufburschen, der sich daraufhin an seine Aufgabe erinnert. Derartige Rätsel kommen zwar nur selten im Spielverlauf vor, sorgen aber durchaus für Abwechslung im kampflastigen Alltag.

Psychische Lärmbekämpfung
Wo wir schon mal beim Kampf sind: Bei „The World Ends with You“ gibt es keinerlei Zufallskämpfe. Jederzeit sichtbar sind die Feinde allerdings auch nicht. Hier kommt wieder der Player Pin ins Spiel. Mit diesem könnt ihr nicht nur, wie bereits erwähnt, in den Gedanken anderer Leute herumschnüffeln, sondern auch die Noise in Form von roten Symbolen aufspüren. Durch einfaches Antippen eines Noise-Symbols initiiert ihr den Kampf, auf Wunsch lassen sich bis zu drei weitere Monstergruppen in die Schlacht hineinziehen. Auf diese Weise steigt die Chance, dass besiegte Feinde in dieser Reihe von Kämpfen Pins hinterlassen.

Die eigentliche Auseinandersetzung mit den Noise findet in Echtzeit auf beiden DS-Bildschirmen statt. Auf dem Touchscreen befindet sich Neku, auf dem Topscreen sein Partner. Zu Beginn des Spiels ist das Shiki, später übernehmen der intelligente Joshua und der hitzköpfige Beat den Part. Euer Kämpfer auf dem oberen Bildschirm hört auf simple Kommandos, die ihr per Steuer- bzw. Tastenkreuz erteilt. Dabei handelt es sich eigentlich lediglich um Befehle, mit denen ihr die Angriffsrichtung bestimmt. Solltet ihr jedoch eine Kombo erfolgreich beenden, erhaltet ihr ein Spezialsymbol. Im Falle Shikis ist das eine von drei Karten. Sollte das Symbol auf der durch die Kombo erspielten Karte mit der verdeckten am oberen Bildschirmrand übereinstimmen, bekommt ihr einen Stern gut geschrieben. Habt ihr ausreichend Sterne gesammelt, könnt ihr durch Antippen des entsprechenden Symbols auf dem Touchscreen einen mächtigen Partnerangriff starten.

Während also euer Partner auf dem Topscreen die Feinde mit physischen Angriffen eindeckt, greift Neku auf dem Touchscreen auf Pins zurück. Diese repräsentieren verschiedene Attacken und Zauber. Außerhalb von Kämpfen könnt ihr euch ein Set aus anfangs bis zu drei, später bis zu sechs Ansteckern zusammenstellen. Bei einer Feindkonfrontation löst ihr die diversen Fähigkeiten je nach Pin durch bestimmte Stylus-Bewegungen aus, wie etwa ständiges Tippen auf dem Gegner (um etwa einen Meteorit auf den Feind fallen zu lassen), einen senkrechten Strich aufwärts (um zum Beispiel Eiszapfen zu beschwören) oder sogar durch Pusten ins Mikrofon. Sollten mehrere Pins auf das selbe Kommando reagieren, könnt ihr einen davon in einen Sub-Slot stecken, auf den ihr per Schultertaste zurückgreift. Allerdings könnt ihr nicht blind mit den Anstecker-Fähigkeiten um euch wüten. Durch jeden Einsatz verbrauchen sie Energie und ist diese erst einmal aufgebraucht, benötigt der Pin eine kleine Weile, um sich erneut aufzuladen. Hinzu kommt, dass manche Gegner auf Fernangriffe allergischer reagieren als auf Nahkampfangriffe.

Auch sollte man beachten, dass sich Neku und sein Partner eine Energieleiste teilen, die sich über beide Bildschirme erstreckt. Ist diese komplett geleert, heißt es „Game Over“ und ihr dürft entweder vom Titelbildschirm aus beginnen, den Kampf noch einmal versuchen (dabei sogar den Schwierigkeitsgrad runterschrauben) oder fliehen. Diese Optionen stehen euch jedoch erst nach einiger Spielzeit zur Verfügung. Allerdings gilt die Regel mit der geteilten Energie nicht nur für euch, sondern auch für die Gegner. Habt ihr also einem Feind auf dem einen Bildschirm ordentlich zugesetzt, so gilt dieser Schaden auch für den selben Gegner auf dem Touchscreen.

Für besiegte Gegner winken die allseits bekannten Erfahrungspunkte, bei ausreichender Anzahl gibt es einen Levelaufstieg und damit verbunden mehr HP. Zusätzlich erhaltet ihr nach dem Kampf auf Basis diverser Faktoren wie Länge der Schlacht oder dem eingesteckten Schaden Pin Points, mit denen ihr eure Anstecker auflevelt. Dadurch nimmt ihre Effizienz zu, manche können sich sogar zu neuen Pins weiterentwickeln.

Eine andere Möglichkeit der Charakterentwicklung ist das Verspeisen von Nahrungsmitteln. Egal ob Fast Food, Arzneien oder Ramen, jedes Gericht beeinflusst auf irgendeine Art und Weise die maximalen HP, den Angriffs-, Verteidigungs- oder Mut-Wert (letzterer ist für das Tragen von Kleidung nötig). Jedoch bekommt ihr den Bonus nicht sofort, sondern müsst die Nahrung erst in ein paar Kämpfen verdauen lassen. Auch könnt ihr Neku und seinen Partner nicht bloß mit essbarem Zeug vollstopfen - irgendwann sind sie einfach satt. In dem Fall müsst ihr bis zum nächsten (realen) Tag warten, bevor ihr eure Charaktere wieder füttern dürft.

Style regiert die wundervolle Welt
Abseits des Anlegens der passenden Pins und dem Verzehr von Nahrung könnt ihr die Charaktere auch durch passende Ausrüstung auf die vorliegenden Kämpfe vorbereiten. Neku und Partner kleiden sich dabei selbstverständlich nicht mit Metallplatten und Kettenhemden, sondern mit Jeans, Shirts, Gürteltaschen, Mützen und was die Fashion-Industrie noch so alles hergeben mag. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Marke der Ware. Nicht nur die Klamotten tragen einen Markennamen, auch ein Großteil der Pins ist einem bestimmten Label zugeordnet. Die Beliebtheit einer Marke kann die Anstecker entweder bedeutend schwächen oder aber auch stärken, je nachdem, wie hoch sie im Kurs steht. Das Trend-Barometer lässt sich aber auch beeinflussen, dazu müsst ihr lediglich ein paar Kämpfe mit Pins des gewünschten Labels gewinnen.

Steuerung:
Neku wird komplett über den Touchscreen durch die Straßen Shibuyas dirigiert, auf Wunsch darf man ihn aber auch mit dem Steuerkreuz bewegen. Die oben bereits angesprochene Kampfsteuerung wirkt anfangs sehr komplex und ist definitiv nicht leicht zu meistern. Hat man jedoch die anfängliche Lernkurve erst einmal erklommen, laufen die Schlachten wie geschmiert. Solltet ihr letztendlich doch mit der gleichzeitigen Steuerung zweier Charaktere überfordert sein, kann man auch jederzeit den Partner der KI übergeben. Diese ist zwar nicht so schnell und zuverlässig wie ein menschlicher Spieler, funktioniert aber durchaus.

Grafik:
Die belebten Straßen Shibuyas wirken schlicht und ergreifend stimmig, die Umgebung ist wunderschön gezeichnet und auch wenn in den Dialogen meist nur der Stimmung entsprechende Charakterporträts nebeneinander stehen und über Sprechblasen Gespräche führen, unterstützt das alles die Manga-mäßige Präsentation des Spiels. Abgesehen davon bietet Square Enix auch ein paar ansehnliche Zwischensequenzen, die sich über beide Bildschirme erstrecken. Zu schade nur, dass die Figuren in der Nahansicht etwas pixelig wirken - das fällt nämlich hin und wieder bei Rundgängen durch die Stadt auf.

Sound:
Die Musik mag zwar nicht jedermanns Geschmack treffen, trägt aber sehr viel zur Atmosphäre bei. Egal ob ihr durch die Stadt wandert oder in einem Kampf steckt, die (gesungenen!) Songs passen einfach. Darüber hinaus beißt sich das Spiel auch nicht mal auf ein bestimmtes Kampflied fest, sonder bietet im fortschreitenden Verlauf eine immer größere Auswahl an Musikstücken, von denen eines zufällig ausgewählt wird. Überraschenderweise fand auch ein wenig Sprachausgabe ihren Weg auf die DS-Karte. In den Kämpfen geben die beiden aktiven Charaktere immer kleine Sprüche von sich, ebenso in den Zwischensequenzen. Ganz wenige davon sind sogar durchgehend mit Sprachausgabe unterlegt.

Multiplayer:
Auch wenn das Abenteuer an sich schon umfangreich genug ist, bietet das Spiel noch etwas, um darüber hinaus zu unterhalten. Ihr könnt nicht nur versuchen, eure Pin-Sammlung zu vervollständigen, sondern euch auch noch mit bis zu drei weiteren Modul-Besitzern im Minispiel „Tin Pin Slammer“ messen. Hier versucht ihr im Prinzip nichts anders, als durch geschickten Einsatz von Spezialfähigkeiten und Bewegung des eigenen Pins über den Touchscreen die Anstecker anderer Spieler von einer Plattform zu stoßen. Simpel, aber spaßig. Auch könnt ihr, ähnlich wie beim Wau-Wau-Modus von „Nintendogs“, über den so genannten Mingle-Modus Kontakt mit anderen DS-Besitzern herstellen und so zusätzliche Pin Points (hierfür müsst ihr lediglich eine DS-Drahtlosverbindung aufspüren, egal über welches Spiel sie betrieben wird) oder Zugriff auf die Shops anderer „The World Ends with You“-Spieler erhalten. Leider hat man bei dem Action-Rollenspiel auf eine deutsche Übersetzung verzichtet. Das Handbuch ist zwar auf Deutsch, das eigentlich Spiel präsentiert sich hingegen komplett mit englischen Texten. Nicht zeitgemäß!

Fazit:
„The World Ends with You“ räumt mit Rollenspielkonventionen auf (bis auf die Sache mit der Amnesie...), führt ein erfrischendes Setting ein und konzentriert sich nicht nur auf das tödliche Spiel, in dem Neku und seine Kameraden stecken, sondern auch auf die Entwicklung der Charaktere, allen voran Neku. Das Kampfsystem, so schwer der Einstieg auch für manch einen sein mag, ist gut durchdacht und -wenn man es erst einmal beherrscht- unglaublich spaßig. Dank der großen Auswahl an Pins werden die Gefechte auch nicht allzu schnell langweilig, da man immer neue Kombinationen austüfteln kann. Hinzu kommt ein stimmiger Manga-Stil, die passende musikalische Untermalung und ein ordentlicher Umfang. Keine Frage, wenn ihr euch mit dem Stil des Spiels und dem Kampfsystem anfreunden könnt, dann ist „The World Ends with You“ ein Pflichtkauf. Der japanische Titel definiert eigentlich wirklich gut: „Subarashiki Kono Sekai - It’s a Wonderful World“.

Lebt in einer wundervollen Welt: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
85%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Nach Bewältigung der Lernkurve hat man alles wunderbar im Griff. Innovationsfaktor:
+++++  (5 von 5 Sternen)
Kämpfe über zwei Bildschirme, Stylus-Steuerung, sinnvoller, wenn auch zaghafter Mikrofoneinsatz: Gänzlich unterhaltsam werden die DS-Fähigkeiten genutzt.
Grafik

Bis auf die in der Nahansicht pixelig wirkenden Figuren, optisch sehr eindrucksvoll.
Sound

Auch wenn die Musik nicht jedem zusagen wird, sie unterstreicht die Atmosphäre des Spiels.
Spielspaß

Von der ersten bis zur letzten Minute motivierend, nach Abschluss locken noch diverse Boni und das Sammeln von Pins.








Details
Spielname:
The World Ends with You

Publisher:
Square Enix

Developer:
Jupiter

Genre:
Rollenspiel

Release:
08.20.1804

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

Jetzt Bestellen:
Zum Shop