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Geheimakte Tunguska


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Geheimakte Tunguska - Review vom 18.04.2008

Das Tunguska-Desaster: Der undurchdringliche Schleier des Gewesenen.
Eine mysteriöse Katastrophe, ein ewiges Geheimnis. Schatten aus der Vergangenheit, die wohl nie gelüftet wurden - ein grauer Nebel umschlingt die Geschichte von Sibirien. Wir schreiben das Jahr 1908, als ein außergewöhnliches Ereignis die Welt erschütterte. Es ereignete sich am 30. Juni um 7.17 Uhr Ortszeit: Ein längliches, undefinierbares Flugobjekt wurde von Bewohnern der sibirischen Region Tunguska am Himmel gesichtet, das in bläulich-weißem Licht schimmerte. Wenig später folgte die Explosion. Eine 20 Kilometer hohe Lichtsäule ummantelte den russischen Landstrich, danach eine monströse, schwarze Wolke in Form eines Pilzes. Selbst in einer Entfernung von über 500 Kilometern wurden die starke Erschütterung durch die ausgelöste Druckwelle sowie ein Donnergeräusch von Reisenden der Transsibirischen Eisenbahn und Bewohnern umliegender Regionen wahrgenommen. Der entstandene, enorm große Lichtkegel sorgte sogar dafür, dass es in den darauf folgenden Nächten Europas nicht dunkel wurde. - Das war das Geschehen des Tunguska-Desasters.

Aber was war der Auslöser der gesamten Katastrophe? - Bisher herrschte Unklarheit und lediglich wage Theorien flechten sich um das rätselhafte Ereignis der Vergangenheit... Ein Meteorideneinschlag scheint ebenso wahrscheinlich wie der Absturz eines außerirdischen Raumschiffes. Einen Beweis gibt es jedoch für keine Behauptung, denn sowohl Krater als auch Spaceshuttles fehlen.

Dass dieses historische Ereignis eine perfekte Grundlage für ein versiert gemachtes Point & Click-Adventure ist, wurde bereits in der PC-Version von Geheimakte Tunguska vor nunmehr fast 2 Jahren bewiesen. Auch der Nintendo DS wurde mitsamt seiner stationären Schwester, der Nintendo Wii, mit einer neuen alten Fassung des Kulttitels beglückt. Für die perfekte Lokalisierung auf dem Doppelbildschirm hat sich dabei vor allem Entwickler 10tacle studios gekümmert. Mit Erfolg? Wir werden sehen.

Die Vergangenheit holt am Ende jeden ein, auch wenn er sie verdrängen mag.
An dem Grundaufbau des Spiels hat sich im Vergleich zur PC-Fassung nichts verändert. Wie gewohnt findet man sich nach einem kurzen Intro im säuberlich strukturierten Menü des altbekannten Klassikers wieder. Entweder darf man mit seinem Abenteuer in einem von vier Speicherplätzen fortfahren oder man beginnt direkt ein neues Spiel. In beiden Fällen befindet man sich auf jeden Fall in der Geschichte der jungen Nina Kalenkow, welche am Abend des 27. März 2006 nichts weiter vorhatte, als mit ihrem geliebten Vater einen ruhigen Abend in trauter Zweisamkeit zu verbringen. Doch als sie ihn an seiner Arbeitsstätte in einem kleinen Naturkundemuseum abholen wollte, war er widererwartend nicht dort aufzufinden... Stattdessen findet unsere verdutzte Nina nur ein einziges Chaos in seinem Büro vor - Regale sind geplündert und Schreibtische durchwühlt. Was ist passiert, und wo ist ihr Vater?

Wie man erfährt, war dieser Forscher im Katastrophengebiet von Tunguska, in welchem sich das mysteriöse Ereignis im Jahre 1908 zugetragen hat. Dort habe er nach Gründen für diesen ungeklärten Vorfall gesucht und war nur einer von vielen Wissenschaftlern, die sich in diesem Gebiet aufhielten. Schon zu Beginn des Spieles wird nach und nach ersichtlich, dass diese Begebenheit eine entscheidende Rolle im weiteren Verlauf der Handlung einnehmen wird. Doch kann solch eine Tatsache wirklich mit dem Verschwinden von Ninas Vater zusammenhängen? Gemeinsam mit einem jungen Kollegen ihres Vaters namens Max macht sich Nina auf die Suche nach Antworten, und ihr ist dabei kein Weg zu weit.

Währenddessen man sich auf dem PC nun mittels Mauszeiger in das wohl größte Abenteuer Nina Kalenkows gestürzt hat, wird dieses Mal alles komplett per Touchscreen und Stylus gesteuert. Dabei ist der Aktionsbildschirm untergliedert in einen rechts oben befindlichen Button in Form einer Lupe, eine kleine Inventarleiste am unteren Bildschirmrand sowie das eigentliche Areal, in welchem man sich frei bewegen kann. Mithilfe des zuerstgenannten Buttons können Hotspots in der jeweiligen Umgebung sichtbar gemacht werden, mit dem der Protagonist interagieren kann. Das erleichtert vor allem das erschwerliche Suchen von winzigen Gegenständen, welche auf dem vergleichsweise kleinen Bildschirm des Nintendo DS schlechter sichtbar sind, als es beispielsweise noch in der PC-Fassung der Fall war. Visiert man ein Objekt an, so können sich dem Spieler zwei unterschiedliche Möglichkeiten zur Aktion anbieten. Zum einen, das Symbol des Auges - damit kann man Gegenstände betrachten und einen -manchmal sogar hilfreichen- Kommentar von Nina bzw. Max erhalten. Ab und zu findet man beim Untersuchen von Dingen sogar neue Objekte. Tippt man auf einen Gegenstand in der Umgebung oder in der Inventarleiste und es erscheint neben dem Augezeichen ein Hand-Symbol, so ist dies ein Hinweis auf eine mögliche Interaktion. Man kann dann zum Beispiel Gegenstände aufnehmen, miteinander kombinieren oder benutzen, um im Spielgeschehen voranzuschreiten. Besagte Symbole werden dabei für den Spieler immer dann sichtbar, wenn man ein bestimmtes Objekt mit dem Stylus berührt. Auch bei Konversationen mit anderen Menschen in der virtuellen Welt von Geheimakte Tunguska läuft dies nicht anders vonstatten. Bei diesen kommt dann auch der zweite Bildschirm des Nintendo DS zum Einsatz. Entgegen der PC-Fassung hat die DS-Version nämlich keine Synchronisation bekommen, weshalb man sich als Spieler durch den geschriebenen Dialog kämpfen muss. Das Gespräch selbst wird dabei auf dem oberen Bildschirm abgebildet und kann dadurch problemlos verfolgt werden.

Trotzdem konnte noch viel vom vorbildlichen Humor der PC-Fassung am Leben gehalten werden, auch wenn die Gags mit Synchronisation natürlich um einiges stärker zum Ausdruck kamen. Auf der Reise rund um die Welt wird dem Spieler dennoch das ein oder andere Schmunzeln übers Gesicht huschen - ob gewollt oder nicht. Tatsächlich ist das Spiel nämlich mit so manchem Klischee behaftet, wobei meist in satirischer Weise daran Kritik geübt wird. Ebenfalls positiv zu erwähnen, ist die Vielfalt der Aufenthaltsorte von Nina und Max, ohne dass ihre Anzahl erschlagend wirkt. So begleitet man die beiden vom einfachen Naturkundemuseum, über ein Einfamilienhaus, durch die Kanalisation im Militärlager sowie auf Zugdächern bis hin nach China, Irland und sogar Kuba. Dabei hat jeder Aufenthaltsort seine eigenen spezifischen Details, welche das Knobeln auch von der optischen Seite abwechslungsreich gestalten. Im Vorgarten findet man ein altes Fahrrad, eine Garage mit alter Wartburg, eine Wäscheleine und viele andere kleine, liebevolle Details, welche die Hintergrundkulisse so sagenhaft abrunden.

Sollte man einmal im Spiel nicht weiterkommen, gibt es ebenfalls eine Möglichkeit, die grauen Gehirnzellen auf die richtigen Wege zu leiten. Getarnt als einfaches Fragezeichensymbol bekommt man beim Draufklicken nützliche Tipps, um im Spielverlauf fortzuschreiten. Der einzige Nachteil: Sie ist nicht jederzeit abrufbar. Dafür wurde aber auch ein Tagebuch, welches die einzelnen getätigten Schritte aufzeichnet, ins Spiel integriert. Dieses hilft einem selbst nach einer längeren Phase des „Nicht-Weiterspielens“ ohne größere Probleme wieder ins Geschehen einzusteigen.

Steuerung:
Es gibt Spiele, da verflucht man heimlich still und leise die Nutzung des unteren Bildschirms als Touchscreen. Geheimakte Tunguska gehört jedoch nicht dazu. In Sachen Gameplay findet man sich schnell zurecht und die Eingewöhnungszeit beläuft sich auf das untere Minimun. Durch das Anvisieren einzelner Objekte wurde es uns leicht gemacht, wichtige Gegenstände zu finden. Auch Clipping-Fehler, wie sie manchmal beim Genrebruder „Runaway – The Dream of the Turtle“ vorzufinden waren, sind in diesem Titel passè. Insgesamt hat die Touchscreensteuerung deshalb einen guten Eindruck hinterlassen.

Grafik:
Der PC-Ableger von Geheimakte Tunguska war zu seiner Zeit eine wahre Grafikbombe gewesen. Zwar wurden die Hintergründe nicht in Echtzeit gerendert, dennoch konnte man nicht verleugnen, dass sie ein Schmaus fürs Auge darstellten. Auf dem DS findet man nun eine stark komprimierte Form des Klassikers wieder - man sieht natürlich, dass sich seitens der Grafiker Mühe gegeben wurde, den Detailreichtum so gut wie möglich auf dem kleinen Bildschirm beizubehalten. Dass dies nicht vollends bewerkstelligt werden konnte, jedoch auch. Trotzdem sind die Hintergründe nett anzusehen und sorgen für eine sehr dichte Adventure-Atmosphäre vor dem DS. Selbst die gelungenen Videosequenzen zwischen einzelnen Etappen im Spiel sind wieder mit am Bord, welche die Gesamtstory im positiven Sinne unterstreichen.

Lediglich die handelnden Figuren mussten ziemlich an der Komprimierung leiden und sehen deshalb etwas verpixelt aus. Um dieses Problem vorzubeugen, wäre es zum Beispiel zu überlegen gewesen, ob man nicht denselben Zoom-Modus wie bei Runaway eingefügt hätte, um eine sehr viel bessere Auflösung zu erreichen. Sicherlich ist dieser Aspekt jedoch Geschmackssache.

Sound:
Abstriche sind im Vergleich zur PC-Version natürlich auch in dieser Kategorie eindeutig erkennbar. Nicht nur die Grafik wurde auf dem kleineren Bildschirm des Nintendo DS umgemünzt, auch der bisher bekannte Soundtrack musste an manchen Stellen weichen. Wir hatten es bereits im Vorfeld erwähnt - so ist die Synchronisation der einzelnen Personen nahezu komplett aus dem Spiel gestrichen worden. Lediglich die immer wiederkehrenden Videosequenzen erinnern noch an die bekannten Stimmen der Protagonisten, welchen dort nochmal ihrer alten Stimme Wörter verleihen durften. An Effektgeräuschen wurde dafür auch in der DS-Version nicht gespart. Sowohl Vögelgezwitscher als auch andere typische Umweltgeräusche wie Grillenzirpen dröhnen passend zur Situation aus den Lautsprechern des Nintendo DS. Einzig und allein auf Musik wurde fast komplett verzichtet, was jedoch nicht unbedingt störend im Spielverlauf ist. Lediglich in besonderen Momenten, zum Beispiel wenn das Böse naht, schallen stimmungsvolle Melodien aus dem kleinen von BigN.

Features:
Rästeltechnisch ist Geheimakte Tunguska sowohl für alte „Lucas Ars“-Veteranen als auch für Neueinsteiger nahezu uneingeschränkt zu empfehlen. So sind die Aufgaben im Spiel keinesfalls unlogisch und die meisten Frustrationsmomente werden aufgrund des übersichtlichen Inventars im Großteil aller Fälle vorgebeugt. Vor allem die DS-Version hat aufgrund der Funktion, Objekte hervorzuheben, mit welchen man interagieren kann, nochmals am Schwierigkeitsbarometer nach unten gedreht. Eine Durchspielzeit von 10 – 15 Stunden sollte für alle, welche das Spiel noch nicht kennen, jedoch nicht zu hoch gegriffen sein.

Fazit:
„Geheimakte Tunguska“ ist wie bereits „Runaway – The Dream of the Turtle“ ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist das Spiel seit mehreren Jahren erhältlich und erfindet das Adventure-Rad nicht neu, andererseits ist dieser Klassiker auch für alte Hasen immer wieder motivierend. Sieht man von dem Aspekt ab, dass der Titel bereits für rund 20 € auf dem PC erhältlich ist und mit einer detailreicheren Grafik sowie einer exzellenten Synchronisation aufwartet, kann man die DS-Version definitiv als gelungen einstufen. Tunguska für die Hosentasche sorgt vor allem durch seine fesselnde Story und die filmreife Inszenierung für viel Spaß unterwegs. Im direkten Vergleich mit dem Karibikadventure Runaway macht die komfortable Steuerung des Spiels diese Genreperle einen Deut besser. Zudem verhindern logischere Rätsel ebenfalls die allermeisten Frustmomente, welche es in Runaway noch oftmals gab. Für Neueinsteiger ist dieser Titel deshalb unumgänglich, sofern sie das Abenteuer auf dem DS bestreiten wollen. Besitzer der PC-Version sollten sich den Vollpreis-Kauf jedoch gut überlegen.

Dem Mysterium auf die Schliche gekommen: Elisabeth Grunert [Liese] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
85%
Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Ideale Ausnutzung des Touchscreens sorgt für handliches Spielgefühl. Innovationsfaktor:
++---  (2 von 5 Sternen)
Point & Click - nichts weltbewegend Neues an dieser Stelle.
Grafik

Ansehnliche Hintergründe, jedoch Figuren etwas verpixelt.
Sound

Wegfall der Synchro und fast keine musikalische Untermalung. Dafür aber sehr gute Effektgeräusche.
Spielspaß

Ein weiteres Top-Adventure für den DS. Interessenten sollten auf jeden Fall zugreifen.








Details
Spielname:
Geheimakte Tunguska

Publisher:
Koch Media

Developer:
Deep Silver, Animation Arts, Fusionsphere Systems, 10tacle studios

Genre:
Adventure

Release:
25.04.2008 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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