Naruto: Ninja Destiny
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Naruto: Ninja Destiny -
Review vom 26.03.2008
Bitte nochmal in Grün!
Wir Redakteure sind doch alle Serienhelden. Testet man zum Beispiel einmal ein „Sims“-Spiel, so kann man sicher sein, dass man fortan als interner Lebenssimulations-Guru der Serie gilt und man bei jedem weiteren Sequel dieses Franchise um einen Test gebeten wird. So auch bei kampfeslustigen Naruto-Umsetzungen für den Nintendo DS, welches unserem Lars Peterke [SamusAran] inzwischen schon zum zweiten Mal ins Haus flattert. Wir erinnern uns: „Naruto: Ninja Council“ war ein 2D-Beat & Jump, welches durch seinen GBA-Sound und eine nur minimal bessere Grafik bestechen konnte, und überwiegend von Eintönigkeit geprägt war. Der nächste Titel um den TV-Ninja in Orange nennt sich „Naruto: Ninja Destiny“ und ist diesmal ein reinrassiges Kampfspiel geworden. Welche Bestimmung der Prügelknabe haben soll, ist uns allerdings mehr als schleierhaft…
Ein Spiel, so umwerfend wie meine Mama - Gar nicht.
Der Storystrang des Spiels setzt beim „Chuunin Selection Exam“ an. Und ich verwende ganz bewusst den englischen Titel, da ich mir als passionierter Naruto-Fan nicht die Blöße einer schlechten deutschen Lokalisation gebe, die wohl in der Anime-Abteilung des Privatsenders RTL2 ihren Ursprung nahm. Der geneigte Handheld-Spieler wird in die Story durch eine scrollende weiße Schrift auf schwarzem Grund eingeleitet. Bitte? Erstens ist das auf keinen Fall authentisch und zweitens ist das hier kein „Star Wars“. Den faden Rest der Story bekommt man durch Dialoge eingebläut und wird das wahrscheinlich schon nach kürzester Zeit mit einem Dauerhaftgedrücke des A-Knopfes quittieren. Wenig später geht es dann ans Kämpfen. Gemäß der Story der Serie, also Shikamaru gegen Temari. Die Steuerung ist verhältnismäßig simpel: Laufen mit dem Steuerkreuz, Springen mit dem X-Knopf. B sorgt für einen schwachen Angriff, Y hingegen für einen starken. Mit A könnt ihr eine Jutsu-Attacke wie beispielsweise „Kage-Bushin No Jutsu“ (für die Deutschen: Narutos Schattenklone) einsetzen. Mit dem R-Knopf wird geblockt und mit dem L-Knopf benutzt ihr die geheime Jutsu der augenblicklichen Teleportation. Spannend. Fans wissen was gemeint ist, allen anderen wird es reichen zu wissen, das man mit diesem Manöver seinen Gegner austrickst. Gekämpft wird auf dem oberen Touchscreen. Der untere Bildschirm währenddessen zeigt verschiedene Items, die ihr einsetzen könnt: Energieheilung, Chakra auffüllen oder verstärkte Angriffe - es gibt da ein paar nette Dinge, die einem nach und nach zur Verfügung stehen.
Modivielfalt wie ein Käsebrot
Wenn ihr vom Hauptmodus genug habt, bleibt euch fast nichts anderes übrig als den DS auszuschalten. Das einzige, was es sonst noch gibt sind die beiden Untermodi Kampf und Drahtlos-Kampf. Die sind eigentlich vollkommen gleich, allerdings handelt es sich bei letzerem um den Multiplayer-Modus des kurzweiligen Spiels. Im Kampfmodus könnt ihr ein Duell gegen einen Widersacher eurer Wahl starten, der Modus Einzelspieler ist das Synonym für Arcade und lässt euch gegen eine Reihe von Gegnern antreten. Belohnungen sind hierbei übrigens freischaltbare Charaktere. Was das bringen soll, ist jedoch nicht ganz klar… Eigentlich sind fast alle Charaktere identisch, was die Spielbarkeit angeht. Die Optionen sind übrigens ähnlich spärlich gesät, wie die unterschiedlichen Qualitäten der Charaktere: Ihr könnt lediglich den Schwierigkeitsgrad auswählen (Normal oder Schwer), Statistiken einsehen oder eure Daten löschen. Gratulation meine Ninja-Freunde, ihr habt nun alles im Spiel gesehen und seid dazu verdammt, die circa acht versteckten Charaktere freizuspielen.
Steuerung:
Nachdem diese, ausgesprochen mäßige Modivielfalt erörtert wurde, sei noch einmal auf das wirklich eintönige Gameplay eingegangen. Dass alle Charaktere sich gleich spielen, habt ihr bereits erfahren. Viel grausiger ist aber zum Beispiel, dass ihr eure Spezialattacke mit dem A-Knopf ausführt. Das führt nämlich dazu, das jeder Kampf mit folgendem „Cheat“ gewonnen werden kann: Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,Y,A. Einfach immer auf den Angriffsknopf hämmern und damit Schaden machen und Chakra auffüllen, dann die Jutsu am Ende und fertig. Zumindest auf normalem Schwierigkeitsgrad funktioniert das total oft. Wer mir jetzt noch drei Argumente nennen kann, warum dieses Kampfspiel länger als eine Stunde Spaß machen sollte, sofern man kein sechsjähriges, anspruchsloses Kind ist, der bekommt von mir als Belohnung eine DVD mit ein paar Naruto-Kinofilmen aus Japan geschenkt. Ehrenwort.
Grafik:
Man schöpft ja erstmal Hoffnung, wenn man das Spiel startet. Der Titelscreen sieht durchaus nett aus und der Ersteindruck des Storymodus gestaltet sich in Hintergrundgrafiken aus der Serie und hübschen Charakterartworks positiv - diese begleiten die Dialoge. Startet ihr jedoch einen Kampf, breitet sich der ganze Schrecken vor euch aus. Der Boden besteht nur aus einer Textur und es gibt keinerlei Elemente in der Arena. Ein kleiner Horizont in GBA-Optik sorgt zwar für etwas Kontrast, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, das ihr den Eindruck habt, ihr würdet in einer Wüste kämpfen - egal welche Arena vorher im Menü ausgewählt wurde. Bleibt als einziges noch die Beschreibung der Charaktermodelle. Diese lassen sich erfreulicherweise ohne Umschweife als nett bezeichnen, herausragend sind sie aber auch nicht wirklich.
Sound:
Was den Vogel bei diesem Spiel eindeutig abschießt, das ist wohl der Ton. Die Sounduntermalung hat absolut nichts mit Naruto zu tun und enthält keine der bekannten Stücke aus der TV-Serie, sondern präsentiert sich als uninspiriertes Gedudel. Es ist sogar so grausam, der geschulte Spieler mit gutem Gehörgang würde die „Qualität“ dieser Klangkompositionen in die NES- oder GameBoy-Ära einordnen. Wie die Entwickler sich auf dem Nintendo DS so etwas trauen konnten, ist schleierhaft. Wenn Rollenspiele auf dem DS mit Videosequenzen auftrumpfen, wieso schafft man es dann hier nicht, 3-4 Tracks vom optimalen Soundtrack auf die Cartridge zu packen? Mit den Soundeffekten ist es übrigens auch nicht besser: Jeder Treffer bei einem Gegner macht sich in Form eines komprimierten Pfurzgeräusches beim Spieler bemerkbar, oder klingt wie ich unter der Dusche, wenn ich die leere Shampooflasche in die Hand nehme und exzessiv drücke, um noch einen Rest Seife herauszubekommen. Absolut grausam. Das Highlight stellt ein Soundsample pro Charakter dar, welches in der Charakterauswahl ertönt.
Fazit:
Das Endergebnis ist nur schwer in Worte zu fassen. Was ist schlechter - ein Kampfspiel, das gar nicht funktioniert oder ein Kampfspiel, das nichts kann? Nach „Naruto: Ninja Destiny“ finde ich, das beides zu gleichen Teilen dazu führen kann, das eine Endwertung so tief im Boden versinkt wie Sakura-Chan, wenn Naruto sich und die Gruppe mal wieder blamiert. Wie auch schon das letzte Naruto-Werk „Ninja Council“ ist dieser DS-Titel wieder ein lieblos dahingeworfenes Lizenzspiel, das darauf aus ist, unwissenden Müttern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wo Naruto drauf steht ist aber nicht immer Naruto drin und das Flair der Serie wird nicht eingefangen. Wir haben hier lediglich ein sehr, sehr langweiliges Kampfspiel vorliegen, das in keinem Vergleich zu Genregrößen wie „Jump Superstars“ steht. Naruto-Fans sei deshalb, wie auch im letzten Review, geraten, zum Kauf von „Naruto: Rise of a Ninja“ für die Xbox 360 zugreifen. Oder man importiere sich bitte ein GameCube-Naruto. Und um den Kreis der Story zu schließen: Mit diesem Spiel fallt ihr garantiert durch die Chuunin-Prüfung.
Sammelt Chakra für die Flucht: Lars Peterke [SamusAran] für PlanetDS.de
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.
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Details
Spielname:
Naruto: Ninja Destiny
Publisher:
Nintendo
Developer:
Takara Tomy
Genre:
Beat 'em Up - Sidescroller
Release:
08.20.2502
Multiplayer:
1 - 2 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (5)
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