Prof. Kageyamas Mathematik-Training
- Testbericht
- Bilder (8)
- News & Videos (0)
- User (6)
- Spiel Kaufen
Prof. Kageyamas Mathematik-Training -
Review vom 23.03.2008
Achtung, Achtung, es folgt nun eine geballte Ladung voller Wissen, Zahlen und Rechenoperationen.
Es war nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sich die Entwickler vom virtuellen Gehirnjogging und potenziellen Augentrainer auch der Kraft der Zahlen eigen machten, um sie als „Mathematik-Training“ auf ein kleines Modul für den DS zu pressen. Mit ein wenig fachkompetenter Beratung vom Herrn Prof. Kageyama und seiner sagenumwobenen Hundert-Zellen-Methode hielt dieses Stückchen Software bereits am 14. Februar 2008 in deutschen Gefilden Einhalt und kursiert seit diesen Zeitpunkt durchgängig in den Top 10 der deutschen Softwareverkaufscharts. Berechtigt? - Wir haben diesen ungewöhnlichen Titel auf Herz und Nieren geprüft und unsere grauen Gehirnzellen wieder einmal auf Vordermann gebracht. Was wir an positiven Seiten zusammenzählen konnten, und was wir vom Gesamtergebnis abziehen mussten, erfahrt ihr im folgenden, zahlenbelasteten Test!
Die Mathematik ist die Königin der Wissenschaften.
Doch was macht sie so besonders gegenüber anderen Naturwissenschaften? - Ganz einfach, während biologische oder chemische Erkenntnisse jederzeit falsifiziert werden können, beruht die Wissenschaft der Zahlen auf klaren Tatsachen und reinen Gedankenoperationen, wodurch ein mathematisch vollständig geführter Beweis nicht als falsch erklärt werden kann. Ein einfaches Beispiel für eine solche Falsifikation aus anderen Naturwissenschaften wäre zum Beispiel das geozentrische Weltbild, welches sich im Laufe der Geschichte zu einem heliozentrischem geändert hat.
In „Prof. Kageyamas Mathematik-Training“ wird man jedoch mit keinem solcher Beweisen konfrontiert werden oder großartig seine grauen Zellen beanspruchen müssen. Erklären wir im Folgenden einmal den Grundaufbau des Spieles.
Wenn ihr ins Hauptmenü gelangt, werden euch drei unterschiedliche Optionen zum Trainieren präsentiert. Teil 1: Der tägliche Test. Wie es der Name schon unschwer vermuten lässt, kann man hier alle 24 Stunden seine mathematischen Fähigkeiten testen lassen. Drei unterschiedliche Übungen von der einfachen Addition bis hin zur Division werden zufällig ausgewählt, die ihr danach schnellstmöglich absolvieren solltet. Am Ende jeder Aufgabe seht ihr dann, wie schnell ihr die aufgegebenen Aufgaben gelöst habt. Danach wird man in eine Anwesenheitsliste eingetragen, welche einem zeigt, wie oft man in dem Monat bereits trainiert hat. Ein Diagramm, auf welchem man die Fortschritte seiner Leistungen einsehen kann, wie es zum Beispiel noch bei „Dr. Kawashimas Gehirnjogging“ der Fall war, existiert bei „Mathematik-Training“ jedoch nicht. Umso öfter ihr im täglichen Test trainiert, umso höher steigt ihr im Rang auf. Dieser bestimmt ebenfalls die Schwierigkeit der gestellten Aufgaben. Jedoch sei gleich vornweg gesagt: Wirklich ins Schwitzen gerät man nie, da die geforderten Level der gestellten Fragen eher auf dem Wissensniveau eines Grundschülers basieren.
Im zweiten Menüpunkt findet ihr die berühmt-berüchtigte Hundert-Zellen-Methode wieder, von der schon auf der Verpackung groß geworben wird. Was sich jedoch dahinter präsentiert, ist alles andere als revolutionär und dürfte wohl jeden wieder unweigerlich an seine eigene Kindheit erinnern, als er mit dem Rechnen von Zahlen vertraut gemacht wurde. Tatsächlich funktioniert das System folgendermaßen: Man stelle sich eine Tabelle bestehend aus elf Spalten und elf Zeilen vor. In der ersten Spalte an oberster Stelle befindet sich die Rechenoperation, mit welcher man gerade rechnet. Also Plus, Minus oder Mal. Danach folgen zeilenabwärts Zahlen von 0-9. Das Gleiche geschieht auch im Kopf der Tabelle, also in der waagerechten Anordnung. Auch hier werden die Zahlen von 0-9 in jeder einzelnen Spalte verteilt. Dies ist die Basis für die Hundert-Zellen-Methode. Man selbst ist nun damit beauftragt, je nach Rechenoperation, das Gitter auszufüllen. Das heißt für den Fall der Addition: Man summiert die beiden Zahlen miteinander, die auf gegenüberliegen Feldern in waagerechter und senkrechter Sichtweise liegen.
Als Spieler hat man dabei die Möglichkeit zu wählen, welche Art von Rechenoperation man nutzen will. Bis zu 15 Mitstreiter können sich hier -wenn gewollt- einen drahtlosen Kampf mit den virtuellen Zahlen leisten, was wohl einer der positivsten Aspekte der Software ist. Im Einzel- sowie Mehrspieler kann man dabei entscheiden, ob die Zahlen in der ersten Spalte und Zeile diffus angeordnet werden sollen, und ob man das gesamte oder nur Teile des 10x10-Rasters lösen möchte. Wie auch schon beim täglichen Test wird auch hier wieder geschaut, wie lange man zum Absolvieren der Hundert-Zellen-Methode benötigt, und mit anderen Richtwerten verglichen. Je nachdem wie gut man abgeschnitten hat, bekommt man eine Medaille in Bronze, Silber oder Gold. Doch nicht nur das berühmte 10x10-Raster wird einem im zweiten Menüpunkt geboten, auch Divisionsaufgaben können hier gelöst werden. Das Ganze wird dabei „Marathondivision“ genannt, wobei man zwischen den Schwierigkeitsgraden einfach, mittel und schwer sowie der Aufgabenanzahl von 10 bis 100 entscheiden kann. Natürlich ist es selbsterklärend, dass man hier Divisionsgleichungen bekommt, die es auf ganz einfachem Weg zu lösen gilt. Eine Aufgabe mit Rest kann ebenfalls gestellt werden.
Aber kommen wir nun zum letzten Menüpunkt: den Übungen. Tatsächlich ist es so, dass es die Masse an Möglichkeiten (40 an der Zahl) verbietet, jede einzelne vorzustellen, dennoch haben wir uns ein paar prägnante Beispiele herausgesucht, die einem zum Trainieren seiner mathematischen Fähigkeiten auf unterem Niveau geboten werden. Von der Multiplikation, über die Addition, Division und Subtraktion bis hin zu Kettenaufgaben, wird man hier so einiges vorfinden, womit man seine täglichen Trainingseinheiten absolvieren kann: Lückenmultiplikation, A ist B plus C, Multiplikation mit 1/2/3/4/5/6/7/8/9/0, Dreistellige Addition/Subtraktion, Zweistellige Addition/Subtraktion usw.
Was bei der Vielfalt der Möglichkeiten jedoch herb aufstößt, ist der Schwierigkeitsgrad, der sich wie schon bei vorherigen Menüpunkten auf dem untersten Level befindet. Für die junge Generation ab 10 Jahren wäre dieser Titel deshalb keinesfalls empfehlenswert. Die Zielgruppe ist hier eindeutig auf Grundschüler bzw. Erwachsene gerichtet, die in ihrem Berufsalltag nicht mal mehr im Ansatz mit Zahlen und dem dazugehörigen Rechnen zutun haben. Auch der geringe Motivationsgehalt wie z.B. das fehlende Diagramm, auf welchem man seine Fortschritte bildlich sehen kann sowie ein eventuelles Gehirnalter für das Rechnen wäre ein nettes Goodie gewesen, was jedoch fehlt. Fakt ist ebenfalls, dass bereits „Dr. Kawashimas Gehirnjogging“ die Nutzung von Grundrechenarten ausreichend schult und man dieses Programm deshalb wirklich nur als ein kleinen Ausbau jenes ansehen kann.
Steuerung:
Nichts Neues an dieser Stelle. Gewohnt gut präsentiert sich der Touchscreen von Nintendos Kleinem als äußerst hilfreich und lässt den Spieler das ausgerechnete Ergebnis einfach direkt auf den Bildschirm schreiben. Einziges Problem ist nur mal wieder die Schrifterkennung, was wohl ein ewiges Leiden bleiben wird. Aus einer 1 wird eine 7 oder einer 9 die 5. Hier ist Feingefühl gefragt!
Grafik:
Rational und effektiv im Design präsentiert sich auch „Prof. Kageyamas Mathematik-Training“ auf dem DS und es ist klar, dass das Gerät hierbei nicht an seine Höchstleistungen kommt; soll es ja wahrscheinlich auch gar nicht. Gewohnt gekonnt hält man seinen DS auf dem Kopf und an Übersichtlichkeit gibt es nichts zu meckern.
Sound:
Zugegebenermaßen: Zwar handelt es sich hierbei nicht um musikalische Meisterleistungen, jedoch kann man auch nicht behaupten, die Melodien würden einem nach gewisser Zeit auf den Nerv gehen. Vielmehr kann man es mit einem vagen Hintergrundgeplätscher vergleichen, auf das man nicht wirklich achtet, weil es eben irgendwie untergeht. Beruhigend ja, mehr aber auch nicht.
Fazit:
Bei „Prof. Kageyamas Mathematik-Training” handelt es sich ganz klar um ein reinrassiges Zielgruppenspiel, welches nur bedingt weiterempfohlen werden kann. Während es bei den virtuellen Gehirnjoggern noch der Fall war, dass auch jüngere Generationen ihren Spaß an diesem neuartigen Konzept finden konnten, kann dies bei Mathematik-Training nicht mehr vollends gesagt werden. Fakt ist einfach, dass die Motivation für erfahrene Schüler und Erwachsene fehlt. Das Aufgabenspektrum ist vom Schwierigkeitsgrad dem Wissen eines Grundschülers gleichzusetzen und unterfordert demnach selbst den größten Mathehasser. Hinzu kommt der Fakt, dass auf Lernkurven, um den Erfolg des Programms sichtbar zu machen, und kleinere Spielereien wie das Gehirnalter gänzlich verzichtet wurde. Für Grundschüler und Erwachsene, die schon sehr lange Zeit keinen Bezug mehr zur Mathematik hatten, eine Überlegung wert, alle anderen sollten die Finger davon lassen.
Tippt 1+1 nun nicht mehr in den Taschenrechner: Elisabeth Grunert [Liese] für PlanetDS.de
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
|
|
|
|

Details
Spielname:
Prof. Kageyamas Mathematik-Training
Publisher:
Nintendo
Developer:
Nintendo
Genre:
Denkspiel
Release:
08.20.1402
Multiplayer:
1-16 Spieler
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (8)
Jetzt Bestellen:
Zum Shop
|