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Assassin’s Creed: Altaïr’s Chronicles


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Assassin’s Creed: Altaïr’s Chronicles - Review vom 20.04.2008

Assassinen leben länger!
Vergangenes Jahr setzte Ubisoft, selbsternannter Spiele-mit-Nintendo-Qualität-Entwickler, an der historischen Epoche der Tempelritter zum finalen NextGen-Schlag an. Die wendungsreiche Geschichte rund um den mysteriös gekleideten Altair sollte dabei jeden Dauerdaddler zurück ins fernöstliche Mittelalter und vor die heimische Flimmerkiste locken… Und tatsächlich, Verkaufszahlen und Presseurteile gaben und geben dem französischen Spielestudio definitiv Recht - die epische PS3- und Xbox360-Odyssey Assassin’s Creed machte auf den stationären Konsolen einiges her.

Neben PC- und Limited-Editionen wurde dann überraschenderweise auch eine exklusive DS-Umsetzung gesichtet, die kurzerhand mit Assassin’s Creed: Altaïr’s Chronicles einen prägnanten Rufnamen zugeteilt bekam. Wie so oft, dreht sich die Handheld-Portierung um die bislang unbekannte Vorgeschichte des lautlosen Attentäters… Dennoch bleibt die Thematik "Kreuzzug" Kernaspekt der Handlung. Mit von der geheimnisvollen Partie: Ein wertvolles, heiliges Artefakt, welches dem Land angeblich sofort Frieden bringen möge, Tänzerinnen, Wachen, Wüstentiere und recht hohe Erwartungen, was die eigentliche Qualität des tragbaren Action-Adventures angeht. Aber durchschnittliche DS-Grafik und ein authentisches Jerusalem, ein einzigartiges Freiheitsgefühl im Spielverlauf, lässt sich das miteinander vereinbaren? Im ersten Angespiel-Bericht streiften wir die Materie bereits, hier folgt der Test - und damit nichts als die Wahrheit.

Ich spreche nicht, ich fühle nicht... Doch beobachte ich dich.
Wer augenblicklich lernen will, wie man lautlos mordet, wendig an Häuserwänden hochkraxelt und sich in Menschenmengen möglichst unauffällig verhält, darf sich dem Hauptabenteuer widmen. Daneben lässt sich später im Startmenü ein Kampftutorial auschecken, in dem man sich bereits gelernte Manöver sooft ansehen kann, wie es beliebt - schade nur, dass man an dieser Stelle nicht selber nochmal zum Pixel-Schwert greifen und an aufopferungsvollen „Dummies" üben kann… Des Weiteren sind im Unterpunkt „Erinnerungen" sämtliche bereits abgeschlossene Bereiche auswählbar, um sie bei Wohlgefallen erneut abzuklappern. Im eigentlichen Storymodus beschreitet ihr fortlaufende Missionen, in denen man unter anderem in arabische Regionen reist, wie Tyros oder Jerusalem, um dem mystischen Artefakt sowie seinen Begehrern nachzujagen… Ein heiliger Kelch, massig Intrigen und überwiegende Antisympathie gegenüber unseren springfreudigen Assassinen bestimmen den Handlungsverlauf, der mit Hilfe unspektakulärer Dialoge verbunden wird. Einigermaßen spannend sind die zu erledigen Aufträge eingefädelt, müsst ihr doch oftmals unauffällig, auf skurrilem Wege in ein Gebäude schleichen und Personen wertvolle Details entlocken, ganze Straßenzüge anonym durchlaufen und am Schluss einen perfekten Sekundenmord vollziehen - trotzdem sei gleich verraten, dass die vorgefundene Linearität in keinster Weise mit einer "frei begehbaren Spielewelt" zu vergleichen ist, wie wir uns es -zumindest ansatzweise- gewünscht hätten.

Eine vollständige 3D-Umgebung ist nämlich nicht vorhanden, dafür ein erweiterter 2D-Ersatz, der ebenfalls recht plastisch und lebendig wirkt. Besonders die Präsentation erfüllt unsere Erwartungen hierbei vortrefflich: Viele herumlaufende Menschen sind einerseits nichts als stumpfsinnig digitalisierte Statisten, verleihen einem sowieso schon authentisch programmierten Marktplatz aber eine packende, fiebrige Stimmung - mit gedrückter R-Taste spaziert man deswegen langsam und bedacht darauf, Passanten nicht anzurempeln und damit den überall existierenden Wachen fernzubleiben. Zieht ihr in bestimmten Bereichen nämlich die Waffe oder mordet sogar kaltblütig, erregt ihr mehr als nur die Aufmerksamkeit von verschleierten Hofdamen. Diese bewerfen euch zeitweise übrigens mit Steinen, wenn ihr unterwegs als gefährlicher Assassine erkannt wurdet. Glaubwürdig, bedenkt man die relativ geringe Beliebtheitsskala von Assassinen zur damaligen Zeit!

Oft kann sich der Spieler entscheiden, ob man eine Person nach Befragung am Leben lässt… Apropos Befragung: Das Herausquetschen von bedeutsamen Informationen ist neben dem Taschendiebstahl eines der Minispiele, die den Stylus nutzen - hierbei wird auf dem unteren DS-Screen ein menschlicher Körper gezeigt, auf dem sich Kreislinien zusammenziehen. Wie bei „Elite Beat Agents" müsst ihr nun den Augenblick abpassen, wenn die Kreislinien einen markierten Punkt erreichen. So macht man sein Opfer „gefügig".

Indiana Altaïr Jones
Trotz des stillen Heranpirschens an Meuchelmordopfer, welche ihr per gezielter A-Button-Betätigung umbringt, erwarten einen aber immer wieder die angesprochenen Action-Einlagen. Zusammenkrachende Gebäude, fahrbare Plattformen, Feuerwände, aufgestellte Speerspitzen oder Sensen-Pendel könnten einer gewissen Archäologin oder dem persischen Prinz haargenau so widerfahren - oftmals ist ein mehrmaliges Wiederholen dieser Sequenzen unvermeidlich, trotz niedrig gewähltem Schwierigkeitsgrad (leicht, mittel und schwer stehen im Hauptmenü zur Auswahl). Nervlich etwas strapazierend sind dabei gerade solche Stellen, an denen Altaïr bereits den metaphorischen Löffel abgibt, wenn er Fallen nur mit der Zehenspitze streift… Das demotiviert! Verliert ihr hingegen beispielsweise durchs Aufschlagen aus zu gewagter Höhe Lebensenergie, lässt sich diese immer noch mit roten Energiekugeln regenerieren, welche man von besiegten Wächtern oder in Krügen versteckt erhält. Etwas relativiert werden solche sehr fordernden Spielpassagen durch die zahlreich verteilten Speicherpunkte und dadurch, dass man nie wirklich "Game Over" gehen kann. Zudem lassen sich Schwert- und Energieupgrades erwerben. Bloß gut!

Kommen wir zu dem spielerischen Unterpunkt, den alle Prügelknaben sehnlichst erwartet haben: Das ständige Gerangel mit den Wachen! In unseren Testläufen traten wir häufig gegen mehrere, sich verdächtig ähnelnden Gegner gleichzeitig an, dabei macht die Steuerung jedoch einen recht überschaubaren Eindruck. Via Y-Knopf führt man schnelle Angriffe aus, die X-Taste dient zu langsamen, aber mächtigeren Schwertcombos und per R-Taste blockt man bzw. rollt ausweichend zur Seite. Auch die gegnerische KI ist weder besonders helle, noch reaktionstüchtiger als so mancher Toaster. Nach und nach lernt Altaïr beispielsweise Konterattacken oder tödliche Stiche dazu, deren Ausführung einiges an Geschick und Glück (z.B. wenn eurer Widersacher am Boden liegt) voraussetzt. Leider kommt man durch stupides Tasten-Gehämmer noch am günstigsten zu einigen gegnerfreien Momenten... Das Kampfsystem erscheint demnach recht dahingeschludert und nervt auf die Dauer ziemlich. Natürlich gibt’s an Schlüsselpunkten im Spiel auch hartnäckige Brocken zu schlagen, die dann nur mit bestimmten, aber keinesfalls genrebereichernden Strategien besiegt werden können. Immerhin.

Steuerung:
Die feinfühlige Handhabung eurer Spielfigur geht erstaunlich schnell ins Blut über und passt zum gesamten Stil der Handheld-Version: Gesteuert wird zumeist mit dem D-Pad und unkomplizierten Tastenkombinationen, sodass ihr hüpfend und Kunststücke (Wandsprünge, Enterhaken-Schwingen etc.) vollführend voranschreitet - damit erweist sich das Gameplay als actiongeladener, als erwartet, gefällt allerdings durch den gewissen Genre-Seitensprung. Ein reinrassiges, bodenständiges Action-Advanture ist Altaïr’s Chronicles deswegen nicht. Unangebrachter Touchscreen-Einsatz wurde glücklicherweise vermieden, denn den DS-Stylus benötigt ihr vor allem in den integrierten Minispielen. Frustrierend kann es hingegen sein, wenn ihr versehentlich spitze Stacheln oder Feuerbarrieren berührt (sei es bloß mit dem Fingernagel!) und somit direkt über den Jordan geht - die gewünschte Feinabstimmung erfüllte man an dieser Stelle nicht.

Grafik:
Dass verwaschene Umgebungsgrafiken des putzigen Nintendo DS nicht mit der optischen Festtagskost einer stationären Playstation 3 mithalten können, haben wir uns im Vornherein gedacht. Trotzdem fanden Ubisofts Grafiker einen gelungenen Zwischenweg, die historischen Schauplätze hübsch und detailgetreu auf den oberen Handheld-Schirm zu produzieren: Kanalisationen wirken abstoßend, kalt und dunkel, asiatische Paläste geräumig und einladend und die vielen Straßenlevel in Jerusalem & Co erscheinen wie aus dem Geschichtsbuch geschnitten. Da lassen sich kleinere, immer noch vorhandene Defizite hinnehmen, wie die pixligen Charaktere und deren sich wiederholende Animationen.

Sound:
Dort wird aufgeregt getuschelt, hier vernimmt man knisternde Flammenspiel, an anderer Stelle zwitschern ein paar Vögel - der akustische Background zählt sich mit Sicherheit zu den Stärken des spaßigen DS-Titels, zumal dadurch auch eine realistische Spielumgebung geschaffen wird. Nett! Einzig und allein die ab und an wiederkehrenden Musikstücke während der Kämpfe oder kurzen Zwischenszenen vermissen einiges an Abwechslung und Charme.

Features:
Stürzt man sich nicht in die Haupthandlung, bietet Ubisoft lediglich ein Kampftutorial zum Zuschauen und eine Chance, bereits geschaffte Missionen zu wiederholen. Ziemlich mager - trotzdem unterhalten das Taschendiebstahl- und Befragungs-Minigame recht gut, denen ihr während des Spielverlaufs öfters begegnet. Um jemanden zu beklauen, ist beispielsweise der Touchscreen-Bereich freizurubbeln und anschließend ein Schlüsselchen aus dem Beutelinhalt zu fischen, natürlich ohne andere Objekte in der Geldbörse zu berühren. Außerdem nett angedacht, aufgrund der geringen Flexibilität im linearen Spielablauf jedoch nicht ausgereift: Schwert- und Lebensaufrüstungen, die ihr durch das Auflesen blauer Energiekugeln freischaltet. Dass diese so ziemlich gar nicht verfehlt werden können, missfällt anspruchsvollen Zockern natürlich! Die für DS-untypischen Ladezeiten, welche wir in der Preview-Fassung des Tests ansprachen, fallen glücklicherweise nicht allzu dramatisch aus.

Fazit:
Ungenügende Konsolenportierungen wie Sam Fishers DS-Auftritt gehören leider nicht vollends der Vergangenheit an, auch Attentäter Altaïr wird von uns auf frischer, oder nicht mehr ganz frischer, Tat ertappt. Zwar beweisen spannende Tötungsdelikte durchaus, dass die akrobatische Rückwärtsrolle von opulentem 3D in ein überwiegend zweidimensionales Spielgeschehen glücken kann. Denn alles was ihr übers D-Pad fabriziert, fühlt sich geschmeidig an, und die als Minispiele getarnten Zwischenaufgaben, wie das Stehlen, fügen sich recht motivierend ins trickreiche Gameplay ein. Zudem gefällt die Atmosphäre: Nahezu jede Spielszene fängt den Charme eines historischen Schauplatzes stilgerecht ein. Negativ macht sich allerdings bemerkbar, dass es lineare und auch frustrierende Spielpassagen gibt, denen die langweiligen Knopfgehämmer-Kämpfe nicht gerade gut tun. Pures Gift fürs Action-Adventure-Erlebnis! Wer den Mut und die Härte eines wahren Assassinen-Jüngers hat, darf natürlich dennoch eintauchen - an die Brillanz der Konsolen-Geschwister kommt Altaïr’s Chronicles jedoch nicht heran.

Erdolcht seinen Bierschinken präzise und unerkannt: Jakob Nützler [Miroque] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
69%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Intensives Hüpf- und Kämpf-Spiel, dass ohne Stylus gut funktioniert, zuweilen jedoch frustriert. Innovationsfaktor:
+----  (1 von 5 Sternen)
Seltene Touchscreen-Ideen streifen das traditionelle Genre-Gameplay.
Grafik

Authentische Level, die trotz Linearität überzeugen. Gut gelöst!
Sound

Geringe Soundtrack-Verwendung, dafür viele reale Umgebungsgeräusche.
Spielspaß

Kurzweilig motivierendes Action-Adventure, dass letztendlich nur oberer Durchschnitt ist.








Details
Spielname:
Assassin’s Creed: Altaïr’s Chronicles

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Gameloft

Genre:
Action Adventure

Release:
08.20.2703

Multiplayer:
nein

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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