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Puzzle Quest: Challenge of the Warlords


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Puzzle Quest: Challenge of the Warlords - Review vom 05.02.2008

Eine Mischung aus forderndem Puzzlespiel und einem ausgewachsenen Rollenspiel? Was auf den ersten Blick als ein sehr merkwürdiger Genremix anmutet, wirkt auf den zweiten gleich schon interessant - zuständiger Publisher D3 Publisher scheint zumindest guter Dinge zu sein, sind doch immerhin Versionen für PSP, PS2, Wii, für XBox Live Arcade, Windows PCs und demnächst sogar für Handys in Planung, teilweise bereits erschienen. Vergessen wir jedoch nicht die DS-Version des einzigartigen „Puzzle Quest: Challenge of the Warlords“! Funktioniert das auch in der Praxis, oder verhindert die absolut untypische Spielidee klassischen Spielspaß? Quest angenommen, wir probieren es einfach mal aus.

Man nehme 200 Gramm „Puzzle“…
„Puzzle Quest: Challenge of the Warlords greift das schon aus „Zoo Keeper und „Bejeweled“ (und zahllosen Klonen) bekannte Spielprinzip auf, verfeinert es aber enorm. Es geht im Prinzip darum, auf einem Spielfeld mit 8x8 Feldern jeweils drei passende Steine nebeneinander zu bringen. Die verschwinden dann, die darüber liegenden Steine fallen runter und so weiter. Eines der wohl bekanntesten Puzzlespielprinzipien, möchte man meinen. „Puzzle Quest“ peppt das Ganze allerdings mit zwei Tricks auf: Zuerst spielt man nicht alleine gegen die Zeit, sondern gegen einen Gegner. Gezogen wird immer abwechselnd und es gilt natürlich, den Widersacher zu besiegen. Zum anderen haben die unterschiedlichen Steine auch unterschiedliche Eigenschaften. Mit Totenschädeln kann man dem Gegner beispielsweise direkt Schaden zufügen, rote, gelbe, blaue und grüne Steine füllen das entsprechende Mana auf, Erfahrungssteine und Geldsteine machen wiederrum genau das, was deren Name vermuten lässt. Mit dem Mana kann man diverse Zaubersprüche ausführen, die dann entweder dem Gegner Schaden zuführen, das Spielfeld umwälzen, die eigenen Stats erhöhen und so weiter.

Dadurch bekommt das an und für sich simple Gameplay eine bemerkenswerte taktische Komponente: Hol‘ ich mir jetzt das rote Mana, das ich für den mächtigen Angriffsspruch noch brauche? Oder heile ich mich vorher sicherheitshalber erstmal? Oder doch etwas anderes? Und wie schaffe ich das so, dass der Gegner in der nächsten Runde keinen Vorteil bekommt? Verschärft wird das ganze Tüftelei dadurch, dass man einen Extrazug bekommt, wenn man vier oder mehr Steine mit einem Zug abräumt. Nimmt man also den Extrazug mit, verhindert dadurch aber die Möglichkeit, den Gegner mit Totenschädeln direkt anzugreifen?

Besonders mächtig sind die Zaubersprüche. Mit dem passenden Spruch kann man dem Gegner nicht nur Schaden zufügen, sondern auch z.B. alle blauen Steine in gelbe verwandeln oder die eigenen Fähigkeiten verbessern, den Gegner eine oder mehrere Runden zum Aussetzen zwingen oder sich selbst heilen. Ohne den passenden Einsatz von Zaubersprüchen sind Kämpfe nur sehr schwer zu gewinnen. Gleichzeitig gibt es neben der ganzen Taktik aber auch einen gehörigen Glücksfaktor - der Ausgang eines Spiels und vor allem die Möglichkeiten für den nächsten Zug des Gegners hängen natürlich auch davon ab, welche Steine von oben nachfallen. Und genau die sieht man vorher nicht. Daher ist es auch sinnvoll, dass das Spiel euer Verlieren nicht bestraft - man darf gesammelte Erfahrung und Gold behalten und sich dann gleich nochmal in den Kampf stürzen. Um es kurz zu sagen: Der Kampfmodus bietet neben dem einfachen Puzzlen eine Menge taktischer Möglichkeiten und er macht wirklich Spaß. Sogar so dermaßen „frisst“ er sich teilweise ins Gehirn, dass man nach dem Abschalten des DS geistig immer noch bunte Steinchen verschiebt - ein Gütesiegel für Puzzlespiele.

Nun mit Vorsicht in 1,5 Liter „Quest“ einrühren…
Was „Puzzle Quest“ aber wirklich von anderen Puzzlespielen abhebt, ist der einzigartige Storymodus. Zwar bieten auch andere Puzzlespiele eine Hintergrundgeschichte, aber meistens ist deren inhaltliches Niveau nicht gerade hoch. („Die Tiere im Zoo rebellieren! Bring sie wieder in Ordnung!“ in „Zoo Keeper“ oder „Böse Dinger greifen Planeten an“ aus „Meteos“). „Puzzle Quest“ bietet im Gegensatz dazu einen ausgefeilten Abenteuermodus mit Rollenspielelementen, der es wirklich in sich hat. Unter der Haube steckt nämlich ein ausgewachsenes Rollenspiel mit einigen Möglichkeiten. Ganz genretypisch sammelt man durch die Kämpfe und das Absolvieren diverser Quests Erfahrungspunkte, steigt Level auf und die sieben verschiedenen Statuswerte steigen. Seinen Charakter kann man aus vier Klassen wählen, die jeweils unterschiedliche Zaubersprüche zur Verfügung haben. Es gibt auch jede Menge Ausrüstungsgegenstände, von denen man insgesamt vier verschiedene tragen kann, die die Statuswerte verbessern. So kann ein Ring die Resistenz gegen einen bestimmten Magietyp erhöhen, eine Rüstung Schaden lindern oder eine mächtige Waffe macht Extraschaden.

Die umhüllende Geschichte weiß auch zu gefallen: Im Königreich Bartonia tauchen immer mehr Untote auf und die Monarchin schickt einen Helden los, um diese Bedrohung gründlich zu untersuchen - und genau DEN spielen wir. Nach und nach erkundet man immer größere Teile der Landkarte und erfährt immer mehr über die finsteren Hintergründe der Untoten-Invasion. Bis zum bitteren Ende dauert es aber einige Zeit… Auch neben der Hauptquest gibt es reichlich zu tun, werte Abenteurer! Da sind natürlich die vielen Nebenquests, die einem nützliche Gegenstände, Erfahrung oder Geld bringen können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich ein eigenes kleines Imperium zu erobern. Jede Stadt im Spiel kann belagert werden und zahlt dann regelmäßig Tribute. Oder man kann Monster einfangen und ihnen in einem weiteren kleinen Puzzlespielchen Zaubersprüche entlocken, sich Reittiere fangen und trainieren.

Die Kombination aus spannendem Puzzlemodus und einer Fantasygeschichte wirkt ungemein motivierend. Man puzzelt nicht einfach so, aus Langeweile oder gegen den Highscore, sondern man absolviert Quests, erobert Städte oder sammelt einfach Gold, um neue Ausrüstung zu sammeln und die Rahmenhandlung voranzutreiben. Oder aber man stößt in ganz neue Bereiche der Landkarte vor. Und so reiht sich dann ein Spielchen an das nächste und schon wieder hat man viel zu viel Zeit verzockt. „Puzzle Quest“ entfaltet einen enormen Suchtfaktor, der eigentlich erst endet, wenn man das Spiel durch hat. Und selbst dann gibt es noch einige Nebenquests zu erledigen, ein paar Städte zu erobern oder weitere Monster zu fangen. Im Instant Action-Modus kann man dann auch sofort gegen seinen Wunschgegner zu Felde ziehen.

Steuerung:
Gesteuert wird das ganze Spiel mit dem beiliegenden DS-Stylus. Diese Steuerung funktionierte auch problemlos und bei unseren Testläufen ohne Mucken. Gerade während der Kämpfe ist die Stift-Variante definitiv besser als andere Steuerungsvarianten mit D-Pads & Co. Kurz gesagt: Die Steuerung macht, was man ihr sagt.

Grafik:
Grafisch macht „Puzzle Quest“ eine schlichtweg gute Figur. Das ganze Spiel ist in 2D gehalten und nervt daher nicht durch schlechte und unfertige 3D-Sequenzen. Wie schon ein kurzer Blick auf die Screenshots verrät, finden die Kämpfe auf einem recht schlicht gehaltenen Spielfeld statt - dadurch wird man aber wenigstens nicht von unnötigem Effektaufgebot beim Puzzlen gestört. Die Geschichte wird in Textform erzählt, in Verbindung mit gezeichneten Bildern der Gesprächspartner. Ein Lob verdient sich die DS-Version des Spiels außerdem für die sinnvolle Nutzung des zweiten Bildschirms. Während man unten kämpft, hat man oben immer die Lebensanzeige, Manawerte und weiteres im Blick.

Sound:
Die Hintergrundmusik schneidet nicht ganz so gut ab - das eingespielte, typische Fantasylied in glatter Midi-Qualität ist zwar nicht wirklich schlecht, nervt aber irgendwann doch. Dafür sind die Soundeffekte ordentlich gelungen und bieten eine einwandfreie akustische Untermalung des Geschehens.

Multiplayer:
Zwei Spieler können sich im Multiplayer bekriegen. Dabei werden die Helden verwendet, die auch im Storymodus benutzt werden, inklusive der Ausrüstung. Praktischerweise gibt es auch eine Handicap-Funktion, die verhindert, dass stärkere Helden schwächere sofort plattmachen. Es lassen sich ebenso Zeitlimits für die Züge einstellen, die einem Spieler nur wenige Sekunden für die richtige (und natürlich auch übereilte) Entscheidung lassen.

Fazit:
„Puzzle Quest“ ist eine der tatsächlichen Überraschungen für den Nintendo DS. Es kommt aus dem Nichts, keiner hatte es auf seiner Rechnung und dennoch ist‘s eines der bislang besten Puzzlespiele für Nintendos Doppelbildschirm. Das eigentlich simple Gameplay macht in der Kombination mit den Storyelementen schnell süchtig und es ist schwer, wieder von dem Spiel loszukommen - selbst wenn man den DS ausschaltet, hat man die bunten Steinchen und haarigen Herausforderungen immer noch vor Augen. Durch die lange Story und die vielen Möglichkeiten ist auch die Langzeitmotivation gesichert - einfach klasse! Es gibt übrigens eine PC-Version mit einer Demo. Daher können interessierte Spieler das Spiel auch erstmal antesten, bevor sie es kaufen - wobei das Fehlkauf-Risiko ziemlich gering sein sollte.

Überträgt den enormen Puzzle-Faktor in sein Questlog: Michael Schmalenstroer [Satan Claus] für PlanetDS.de


WERTUNG:
88%
Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Dank Stylus eine schnelle und einfache Bedienung. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Die kreative Verbindung aus RPG & Puzzle funktioniert einwandfrei.
Grafik

Schöne 2D-Grafik, die nicht vom Puzzle-Geschehen ablenkt.
Sound

Zweckmäßige Qualität, aber meist auch nicht störend.
Spielspaß

Leckere Zutaten in einer gesunden Mischung - genreübergreifend zu empfehlen!








Details
Spielname:
Puzzle Quest: Challenge of the Warlords

Publisher:
Koch Media

Developer:
1st Playable

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
08.20.1801

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

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