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Panzer Tactics DS


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Panzer Tactics DS - Review vom 12.01.2008

Wir nehmen die Socke eines GI, Standardmodell.
Soldaten lauern zuhauf in den Schützengräben, im Hintergrund das Donnern der Maschinengewehre und das dumpfe Hämmern von Granatenexplosionen und Artillerieeinschlägen - wie aus dem Nichts rollt ein feindlicher Panzer über den Graben und der Angstschweiß der tapferen Recken läuft ihnen über das ganze Gesicht. Ist’s das Ende? Niemals! Ein geschickter Schachzug mit einer Handgranate im Schlepptau sorgt dafür, dass dieses mächtige Fahrzeug vorerst ohne Ketten weiterfährt. Doch wer oder was naht da vom Horizont herbei? Alliierte Kampflugzeuge. Das Blatt wendet sich. Diese Schlacht mag zwar geschlagen sein, doch der Krieg ist noch lange nicht vorüber...

Plötzlicher Schauplatzwechsel: Der österreichische Entwickler Sproing produziert seit 2001 Video- und Computerspiele für den Internationalen Markt. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass man für „Panzer Tactics DS“ das gute alte Szenario des Zweiten Weltkriegs aus der nicht ganz so angestaubten Mottenkiste auspackt. Bekanntlich lässt sich das Szenario „Krieg“ weltweit ja gut verkaufen und wenn Titel wie „Panzer General“ oder „Battle Isle“ als Vorbild fungieren, dann sind die Grundvoraussetzungen für einen potentiellen Hitkandidaten bereits gegeben. Während Nintendos GBA-Ausgeburt „Advance Wars“ zwar die Schirmherrschaft in Sachen Rundenstrategie auf mobilen Sektor für sich in Anspruch nehmen kann, haben die Österreicher es mit dem Brecheisen und etwas mehr Reife versucht. Getreu der Aussage einer bekannten deutschen Sängerin: „Mehr Waffen, mehr Feinde, mehr Levels, mehr Details!“ hat man dem Knuddelkrieg aus dem Hause Nintendo den Kampf angesagt und möchte nun als direkter Konkurrent siegreich aus dem Gefecht schreiten. Wir haben uns natürlich live ins Kampfgeschehen gestürzt, alle Szenarien durchgespielt und verraten euch, wer diesen Konflikt gewinnt.

Sargent, wir haben hier eine merkwürdige Grenze überschritten.
Im Jahre 1939 sah die Welt alles andere als rosig aus. Während die ganze Nation an der Schwelle zu einem der größten kriegerischen Konflikte der Menschheit steht, gilt es Ruhe zu bewahren und als Kommandant die Geschicke einer ganzen Armee zu lenken. In insgesamt 30 Level wurden für einsatzbereite Stylus-Offiziere drei Szenarien für 10 Missionen an der Seite der Deutschen Wehrmacht, der Sowjetarmee oder der Armee der Westalliierten vorbereitet - ihr entscheidet also nicht etwa, welches Pflaster zur Verarztung eurer Kumpanen das geeignetste sein soll, sondern beeinflusst den Ausgang des schlimmsten Krieges der Menschheit. Wenn das nicht aufregender ist, als jeder historisch authentischer Dokumentarfilm! Im DS-Spiel steigt der Schwierigkeitsgrad stetig an, die Komplexität nimmt zu und der wahre Stratege wird mit fortschreitenden Levels sein ganzes Können auf die Probe stellen müssen. Doch funktioniert das Konzept von „Panzer Tactics“ eigentlich, wie groß sind die Parallelen zu indirekten Vorbildern und Konkurrenten?

Anders als beispielsweise bei „Advance Wars“ sieht man, dass man verwandte Vorbilder in der PC-Welt gesucht hat - sprich, das Spielfeld ist nicht in quadratischen, sondern hexagonalen Feldern aufgeteilt. Auch ansonsten ist die Spieltiefe in Sachen taktische Möglichkeiten und Raffinesse weitaus erhabener als der beliebte Knuddelkrieg-Konkurrent. Beispiele hierfür wären, dass es schon allein über 150 unterschiedliche Luft-, Wasser-, oder Bodeneinheiten gibt, die originalgetreu den zeitgenössischen Einheiten nachempfunden wurden. Auch die KOs wird man nicht missen, denn auch bei „Panzer Tactics“ hat man die Möglichkeit Offiziere zu rekrutieren, die strategische Macht der Einheiten aufbessert. Um diese jedoch in den eigenen Reihen aufnehmen zu können, gilt es diverse Missionen zu beschreiten und mit Ruhmespunkten belohnt zu werden. Je nachdem wie gut man sich in der Schlacht schlägt, wird der Erfolg bewertet und mit Sternen bestückt. Idealerweise soll man es schaffen, einen Dreisternerang zu ergattern und somit möglichst viele Ruhmespunkte ernten können. Denn je erfolgreicher man ist, desto besser ist man für die Zukunft gerüstet. Mit der Währung lassen sich nämlich nicht nur Truppenführer, sondern auch neue Einheiten für die Schlacht einkaufen. Somit sind die Ressourcen stark limitiert und sollten mit Bedacht eingesetzt werden. Wenn alle Stricke der militärischen Stärke reißen, dann helfen auch Maßnahmen der Tücke und List. Mit richtiger Propaganda, gezielten Spionage- oder Sabotageakten, kann die Moral der gegnerischen Streitkräfte nämlich effektiv eingedämmt, Fahrzeuge kampf- und fahruntüchtig gemacht oder feindliche Offiziere ausgeschaltet werden. Politisch zwar nicht korrekt, aber tatsächlich profitabel für die sowieso schon ausgeprägte Spieltiefe.

Im Krieg ist die Kühnheit der beste Schachzug des Genies.
Was eben angesprochene taktische Tiefe des Spiels angeht, so macht man einen enormen Sprung nach vorn. Wer sich wirklich in alle Details einarbeiten will, braucht mehr als ein paar Minuten und selbst nach dem ausführlichen Tutorial wird man immer noch Momente erleben, die neue strategische Mittel bereitstellen. Ein Beispiel für taktische Raffinesse ist, dass Einheiten so platziert werden können, das sie bei einem Hinterhalt gemeinsam Attackieren können, sowohl Nah- als auch Artillerieeinheiten. Wichtige Stellungen, wie etwa Brücken oder Stellungen können somit effizient geschützt werden.

Nach und nach werden im Spiel auch neue Einheitenklassen entwickelt, sodass stärkere Panzer über die Straßen rollen oder die Lufteinheiten waghalsigere Manöver fliegen können. Vorteil beispielweise an den Fußtruppen oder Fernkampfeinheiten ist, dass man diese auch bequem in den nächsten Laster oder Seewegtransporter stecken kann, um möglichst schnell weit entfernte Gebiete zu erreichen. Doch jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten und so ist zwar ein schnellerer Vorbeimarsch praktisch, hingegen sind Einheiten die via LKW transportiert werden weitaus weniger sicher geschützt. Soldaten in Transportern können sich folgendermaßen im direkten Duell nicht richtig verteidigen.

Steuerung:
Wahlweise kann man seine Armee via Touchscreen oder D-Pad in die Schlacht ziehen lassen. Mit ein paar einfachen Klicks werden alle Befehle befolgt, das Terrain analysiert oder Einheitendaten abgerufen. Bis man die ganze strategische Tiefe und die Möglichkeiten der komplexen Kontrollen allerdings überschaut hat, werden einige Stunden ins Land streichen, doch die Einarbeitungszeit lohnt sich definitiv. Was übrig bleibt, ist eine vielschichtige, lang andauernde Spielmechanik mit Suchtgefahr, ähnlich wie sie sich schon bei „Advance Wars“ einstellte.


Grafik:
Auch optisch wird man das nachgeahmte Vorbild „Panzer General“ nicht leugnen können. Die Entwickler waren darauf erpicht, eine möglichst detaillierte Darstellung der Einheiten abzuliefern und auch den chronologischen technologischen Fortschritt festzuhalten - diese Operation ist auch gelungen. Demnach wird eine enorme Palette an recht realistischen Vehiclen, Fluggeräten und Fußtruppen präsentiert. Selbst auf großen Karten beleibt die Engine flüssig, einzig und allein die KI hätte bei überdimensionierten Karten etwas schneller agieren können, damit unnötige Wartezeiten vermieden werden.

Sound:
Patriotische Klänge im mittelklassigen, aber melodischen Midi-Format ertönen parallel zum kriegerischen Treiben eurer Einheiten. Neben der militärisch anmutenden Hintergrundmusik hört man vor allem das typische Geballere während der Kampfeinlagen - vorgelegtes klingt, ebenso wie das bewegen der Einheiten, stark künstlich.

Features:
Sproings Mitarbeiter haben die Abschussrampe wahrhaftig stark gefüttert: Drei unterschiedliche Kampagnen mit je 10 Missionen; über 150 Einheiten; egal ob Luft-, Wasser- oder Landeinheiten; 30 verschiedene Offiziere, die sich auf die Moral sowie Kampfkraft der Armee auswirken; optionale Bonusziele, um Zusatzaufgaben freizuschalten und eine hohe Wiederspielbarkeit durch diverse Spielmodi und einer gelungen KI - wenn das nicht genügend Pulver für ausgedehnte Taktik-Session ist, strecken wir alle Waffen!

Multiplayer:
Krieg macht nur „Spaß“, wenn jemand mitmacht. In Sachen Multiplayer hat man deswegen noch ein Ass der besonderen Art im Ärmel. Denn als erstes rundenbasiertes Strategiespiel wagten die Entwickler den Schritt, einen Onlinemodus zu implementieren. Hobby-Generäle können sich somit egal ob via LAN, WiFi oder doch im klassischen Hotseat-Modus duellieren. Hut ab für dieses Feature. Wer dennoch nicht genug hat und wirklich wissen will, ob er der beste Heerführer im Land ist, hat via Online-Rangliste die Möglichkeit, sein Können mit anderen zu vergleichen. Einziger Nachteil am Onlinemodus ist, dass die geneigten Kriegsparteien viel Zeit mitbringen sollten. Abspeichern ist nämlich nicht drin.

Fazit:
„Panzer Tactics“ beweist einmal mehr, dass sich europäische Entwickler nicht vor der großen bösen Internationalkonkurrenz verstecken brauchen. Was die österreichische Spieleschmiede Sproing hier abliefert, ist ein Spiel der ersten Güteklasse und ein wahrer Überraschungshit. Hobby-Strategen, die mehr taktischen Tiefgang benötigen, als den sie von „Advance Wars“ gewöhnt sind, werden voll auf ihre Kosten kommen. Gelegenheitsspieler könnten, ob des stetig ansteigenden Schwierigkeitsgrades eventuell schnell an ihre Grenzen stoßen. Der wirkliche „Panzer Tactics“-Heerführer braucht viel Geduld, Mut und vor allem Risikobereitschaft. Wer es schafft, diese Hürde der Komplexität zu bewältigen, wird viele, viele Stunden benötigen bis das Modul aus dem Schacht wandert. Und selbst dann gibt es noch genug Wiederspielbarkeit, wenn weitere Freizeit-Generäle den Raum betreten. Mehr davon!

Poliert seine Panzerarmada vor dem nächsten Einsatz: Kevin Jensen [Iceman] für PlanetDS.de

Vielen Dank an Sproing Interactive für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
86%
Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Lesertests:
Lesen ( 0 ) / Schreiben
Komplettlösung
Videos
Steuerung

Gelungener und abwechselnder Schlagwechsel, wenn auch sehr komplex geraten. Innovationsfaktor:
+++--  (3 von 5 Sternen)
Erstmals Rundenstrategie auch online spielbar.
Grafik

Nette 2D-Optik mit geschichtsträchtigem Flair sorgt für überwiegend packende Missionen.
Sound

Nicht für Konzerthallen geeignet, dennoch annehmbare militärische Midiklänge.
Spielspaß

Vorsicht, Taktik-Soldaten: Suchtgefahr, Angriff von allen Seiten!








Details
Spielname:
Panzer Tactics DS

Publisher:
10taclestudios

Developer:
Sproing Interactive

Genre:
Strategie

Release:
07.20.2504

Multiplayer:
vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre
Screenshots:

ScreenViewer öffnen (10)

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